Mieterauszug - Rauputz an Wänden und sehr bunte Tapeten

Diskutiere Mieterauszug - Rauputz an Wänden und sehr bunte Tapeten im Übergabe Ein- oder Auszug Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Unsere Mieter ziehen aus. Bei Einzug wollten sie selbst die Malerarbeiten übernehmen, da Mieter Maler ist. Wände waren überwiegend mit Raufaser...

  1. Uareti

    Uareti Neuer Benutzer

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    Unsere Mieter ziehen aus. Bei Einzug wollten sie selbst die Malerarbeiten übernehmen, da Mieter Maler ist.
    Wände waren überwiegend mit Raufaser tapeziert und weiß gestrichen, im Wohnzimmer war eine helle Tapete.

    Nun sind alle Zimmer sehr bunt tapeziert und in Flur und Essecke ist ein Rillenputz angebracht und farbig gestrichen. Küche wurde dunkelblau tapeziert, Abstellraum pink, Wohnzimmer grau sowie Steintapete - alles sehr bunt. Die bunt gemusterten Decken in Bad und Toilette hatte ich schon bei einer Besichtigung angesprochen und sie wurden wieder weiß gestrichen.

    Im Vertrag steht, dass bei Übertragung auf den Mieter die Wände in hell, ähnlich Rauhfaser ausgeführt sein sollen.

    Nun wurden zu allem Übel noch die Bohrlöcher recht auffällig zugegipst und sehen nicht schön aus.
    Auch sind nun noch 2 Fliesen auf dem Badboden gebrochen.

    Der Rauhputz ist m.E. eine bauliche Veränderung und muss beseitigt werden vom Mieter, aber wie sieht es mit den bunten Tapeten aus?
    Würde mich über eine Antwort freuen.
     
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  3. #2 Nanne, 26.02.2018
    Zuletzt bearbeitet: 26.02.2018
    Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Gibt ein Mieter eine Wohnung beim Auszug mit auffälligen Wandfarben zurück, ist er zu Schadensersatz verpflichtet – zumindest dann, wenn er die Wohnung zuvor in neutralen Farben übernommen hat. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 416/12

    Bestimmte Pastelltöne sind erlaubt.
     
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  4. GSR600

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    Und warum wurde dann nicht auch gleich der Rest der farbigen Wände angesprochen?

    Würde den Mieter nochmals ansprechen, das der Rest der Wohnung auch wieder in den Ursprungszustand versetzt werden soll.
    Die Fliesen und Bohrlöcher finde ich gehören zur normalen Abnutzung der Wohnung.
     
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  5. Uareti

    Uareti Neuer Benutzer

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  6. Berny

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    Bedeutet nicht "müssen".
     
  7. Andres

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    Die umgekehrte Richtung wäre interessant.


    Das sehe ich auch so und hätte dafür auch noch eine Quelle anzubieten. Man möchte sich vielleicht überlegen, ob man das nicht lieber behalten möchte, falls die Qualität der Ausführung passt und die Optik überzeugt.


    Tapeten sind keine baulichen Veränderungen, also muss der Mieter weder um Erlaubnis fragen noch grundsätzlich bei Auszug rückbauen. Die spannende Frage ist nun, was zur Farbwahl im Mietvertrag steht und ob das wirksam ist.

    Ist nichts (wirksam) vereinbart, gilt was Nanne geschrieben hat: Extreme Farbtöne muss der Mieter (deckend, also ggf. mehrfach) überstreichen, sofern er die Wohnung nicht schon so übernommen hat. Erlaubt sind die sog. "Pastelltöne", was wohl so eine Art Gegenteil zu Volltönen sein soll - genauer hat uns das der BGH noch nicht erklärt. :sauer030:

    Wirksam vereinbaren könnte man z.B. die Rückgabe in hellen, neutralen Farben. Dunkelblau, pink, bunt gemusterte Tapeten etc. fallen sicher nicht in diese Kategorie, grau und die Steintapete sind eine Einzelfallentscheidung.

    Nicht wirksam vereinbaren kann man den Anstrich in weiß.


    Hier sehe ich noch das Potenzial für eine Besonderheit: In welchem Zustand wurde die Wohnung denn damals übergeben? Ich frage deshalb, weil der (permanente) Einbau eines Bodenbelags grundsätzlich zwar eine bauliche Veränderung (d.h. Erlaubnispflicht, Rückbaupflicht, ...) darstellt. Das sieht die Rechtsprechung aber anders, wenn die Wohnung ohne Bodenbelag vermietet wird. Dass der Mieter überhaupt einen Bodenbelag einbaut, gilt als gewöhnliche Nutzung. Hätte man nun unverputzte, nicht tapezierte, ... Wände übergeben, würde ich den Fall analog bewerten: Dass der Mieter irgendetwas an die Wände macht, ist nicht weiter verwunderlich. Es kann dann eben auch ein Rauputz o.ä. sein ...


    Nebenbei: Wenn die Wohnung (ohne angemessene Gegenleistung) unrenoviert übergeben wurde, muss bei Rückgabe kein besserer Zustand hergestellt werden. Es sind dann also nur bestimmte Gestaltungen wie eben beschrieben zurückzubauen.
     
  8. aquila

    aquila Erfahrener Benutzer

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    Hier noch ein Urteil zur Bewertung der baulichen Veränderung durch Aufbringen eines Rauputzes:
    AG Kerpen AZ 3 C 199/89: Das Anbringen von Rauputz anstelle einer Tapezierung ist vom vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung nicht gedeckt. Der Vermieter hat jedoch kein Recht, die sofortige Entfernung des Rauputzes zu verlangen, solange Substanzschäden an der Mietsache nicht drohen.
     
  9. #8 Eigenbedarf, 04.03.2018
    Eigenbedarf

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    Hallo, dies ist mein erster Beitrag hier.

    Ich hatte einen ähnlichen Fall.
    Habe eine Whg vermietet, Wände waren Pastellfarben gestrichen. Mieter waren einverstanden, unrenoviert zu übernehmen und wollten selber streichen. Dies taten sie erst nach vier Jahren, und zwar in knallbunt (pink,, orange, um Möbel herum (Skyline Effekt), blaue Kreise etc)
    Bei Auszug nach 6 Jahren wollten sie keine Schönheitsreparaturen vornehmen, da sie die Wohnung ja unrenoviert übernommen hatten.
    Letztlich war es so, dass sie trotzdem verpflichtet waren, einen vermietbaren zustand herzustellen. Dh. hätten sie in neutralen Farben gestrichen, hätten sie bei Auszug nix machen müssen. Wegen der speziellen farben und Techniken (wer streicht schon um eine Wohnwand herum) mussten sie ihren Stil bei Auszug neutralisieren.
    Da sie nix mehr machen wollten, habe ich die Maler von der Kaution bezahlt. Das war dann ok.
     
  10. Uareti

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    Hallo, vielen Dank für die Antworten.

    Zur Info: Komplette Wohnung war ca. 2,5 Jahre vor Einzug neu gestrichen (weiß) und Wohnzimmer war neu tapeziert worden in hellen Farben. Sah noch gut aus. Vor Einzug des Mieters wurde von uns ein neuer teurer strapazierfähiger Laminatboden gelegt (der Boden ist auch jetzt nach 12 Jahren noch ohne Kratzer und wenig Gebrauchsspuren).
    Ich hab mich mit den Mietern geeinigt, sie spachteln den Rauputz im Wohnzimmer tapezierfähig glatt.
    Ich verkaufe die Wohnung und der Käufer ist mit Putz im Flur einverstanden und wird die restlichen Wände neu tapezieren oder überstreichen.
     
  11. #10 biankakorn, 02.07.2018
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    biankakorn Neuer Benutzer

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    bei mir so ähnlich...
    Mietvertrag: im vertragsgemäßen Zustand übergeben. hab die wohnung in weiss übernommen, allerdings teils putz, teils rauhfaser, und überall löste sich schon beim Einzug tapete und es waren risse da. farbe hält nur stellenweise. habe trotzdem gestrichen. keine neonfarben, aber kräftige Töne. es gab einen vermieterwechsel, und leider gibts kein übernahmeprotokoll. unter den Tapeten rieselt der putz von der Wand.. es ist also alles baufällig. jetzt nach 2 1/2 Jahren zieh ich aus, und soll trotzdem weiss streichen. was meint ihr?
     
  12. #11 ehrenwertes Haus, 02.07.2018
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    Das hat nichts mit dem Eröffnungspost dieses Threads zu tun. Völlig andere Ausgangssituation.

    Es gilt was im Mietvertrag wirksam vereinbart wurde.

    Kräftige Farben, die nicht mit 1x überstreichen deckend mit neutraler Farbe zu beseitigen sind, laufen unter Sachbeschädigung.
    Mind. das musst du beseiten, wenn du keinen ärger riskieren willst.
     
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  13. Andres

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    Sicher nicht. Es fehlt an der Rechtswidrigkeit, da der Mieter sich seine Wohnung so gestalten kann, wie er mag. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass du gar nicht das Strafrecht gemeint hast - von dort stammt aber der Begriff Sachbeschädigung.
     
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  14. #13 ehrenwertes Haus, 11.07.2018
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    Jetzt hast du es echt geschafft mich zu überraschen!

    Sonst so nüchtern und sachlich, aber hier redest du von Gefühl :005sonst:
     
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