Mieterein- und -umbauten - wie wird das bei Auszug des Mieters gehandhabt?

Diskutiere Mieterein- und -umbauten - wie wird das bei Auszug des Mieters gehandhabt? im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Kann mir jemand sagen, wo man nachlesen kann, wie es geregelt ist, wenn jemand die Wohnung verläßt (verlassen muss wegen Nichtzahlung bzw....

  1. #1 Herr Dingens, 07.08.2012
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    Kann mir jemand sagen, wo man nachlesen kann, wie es geregelt ist, wenn jemand die Wohnung verläßt (verlassen muss wegen Nichtzahlung bzw. unzuverlässiger Zahlung der Miete), wenn derjenige z. B. eine Küche neu eingebaut hat (weil ihm die technisch funktionierende alte nicht gefallen hat?

    Oder wie wird das gehandhabt, wenn der Mieter Badumbauten gemacht oder ein Gästeklo neu gefliest hat, weil ihm die (makellosen aber alten) Fliesen nicht gefallen haben?
     
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  3. Jobo45

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    Im Mietvertag wird dies meist beschrieben wie die Mietsache zurück zu geben ist.
    Hat der Mieter für die Umbauten nach Erlaubnis gefragt und hast Du zugestimmt?
    Was hat er denn mit der alten Küche gemacht?
    Es gibt Verträge da hat der Mieter die Wohnung wie angemietet zurück zu geben.
    Da kann der Mieter von Glück reden wenn er nicht Rückbauen muss,sollte er es nicht mit Dir abgeklärt haben.
     
  4. #3 Papabär, 08.08.2012
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    Hallo Herr Dingens,

    ich würde Dir hierzu mal die lektüre des §539 BGB empfehlen - insbesondere wegen des Absatzes 1 bin ich selber schon mal über so einen (sehr teuren) Fallstrick gestolpert.

    Natürlich müsste hier der Restwert der vom Mieter "entwendeten" Einrichtung gegengerechnet werden ... sollte eine Wertsteigerung offensichtlich sein, fordere ich die Mieter jetzt jedoch stets schriftlich zum Rückbau auf (bzw. bei Umbaugenehmigungen wird der §539 jetzt vertraglich ausgeschlossen).
     
  5. #4 lostcontrol, 08.08.2012
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    im mietvertrag, bzw. in schriftlichen vereinbarungen zu speziell diesem thema.

    die frage ist - wie bereits erwähnt - ob der mieter das mit oder ohne vermieter-erlaubnis gemacht hat und was diesbezüglich vereinbart wurde.
    ich würde sowas ja keinem mieter erlauben - und schon garnicht die alten leitungen dann in der wand lassen.

    je nachdem was vereinbart wurde, kannst du sogar rückbau verlangen.
    oder du kannst die einbauten gegen finanziellen ausgleich übernehmen.
    die frage bei mieter-einbauten ist halt immer, ob die fachmännisch gemacht wurden. bei installationen und elektrik wäre ich da sehr, sehr vorsichtig, das kann nämlich auch versicherungstechnische probleme machen.
     
  6. #5 Herr Dingens, 08.08.2012
    Herr Dingens

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    Danke euch schon mal!
    Der Mieter hat diese Ein- und Umbauten mit meiner Genehmigung gemacht, evtl. auch weitere ohne Genehmigung, das weiß ich noch nicht.

    Der MV sagt dazu aus:

    "Der Mieter darf bauliche Veränderungen ... nicht ohne schriftliche Zustimmung des VM vornehmen. Dem Mieter wird die Zustimmung zu folgenden Veränderungen erteilt:

    a.

    b.

    c.

    ...

    Der Mieter trägt die Kosten dieser Maßnahmen selbst. Ein Anspruch auf Aufwendungsersatz wird ausgeschlossen. Der Mieter ist nach Beendigung der Mietzeit nicht zum Rückbau verpflichtet."

    Hat er nun Anspruch auf Entschädigung für zurück gelassenene (teure) Ein- oder Umbauten oder nicht?
     
  7. #6 Martens, 08.08.2012
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    Da steht doch in Deinem Mietvertrag "Ein Anspruch auf Aufwendungsersatz wird ausgeschlossen." also ersteinmal kein Anspruch auf Entschädigung.

    Oder habe ich die Frage falsch verstanden?

    Bei nicht genehmigten Um- und Einbauten hat der Mieter eben zurückzubauen, also den vorherigen Zustand wiederherzustellen. Sofern der Vermieter auf Rückbau verzichtet, und die Einbauten übernimmt, gibt es jedoch keinen Anspruch auf Entschädigung.

    Christian Martens
     
  8. #7 Herr Dingens, 08.08.2012
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    Tja Christian, so sehe ich das und du.
    Aber so ein Richter hat oft einen eigenen Kopf und verdreht und interpretiert so lange rum, bis er zum Gegenteil des Vereinbarten kommt ;-)

    Was macht man, wenn der zur Ansicht kommt, dass es nur billig und gerecht sei, wenn der Mieter angesichts der kurzen Miet- bzw. Nutzungsdauer mit x% seines Aufwandes entschädigt wird?
    Beispiel: Neue Küche 50.000 €, Badumbauten 10.000 €, Mietzeit wegen Nichtzahlung der Miete nur 9 Monate?
     
  9. Jobo45

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    Um hier nicht all zu viele Fehler zu machen, empfehle ich Dir einen Anwalt ein zu schalten, zumal du ja erwartest über den Tisch gezogen zu werden (siehe Richter mit seinem eigenen Kopf)
     
  10. #9 Martens, 08.08.2012
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    Solche Richter kenne ich aus meiner beruflichen Praxis nicht, aber vielleicht hast Du andere Erfahrungen gemacht?
    Wenn das Ergebnis ohnehin nur vom Richter abhängt - was fragst Du dann hier? Hier sind keine Richter...

    Es wäre übrigens hilfreich, wenn Du bereits mit Deiner Eingangsfrage alle relevanten Fakten (nun offenbar Einbaukosten vs. Mietdauer) nennen würdest und nicht erst nach und nach.

    Christian Martens
     
  11. #10 Herr Dingens, 08.08.2012
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    Das sind nicht in erster Linie Fakten, sondern Vermutungen meinerseits. Ich weiß, wie Richter ticken (können), deshalb komme ich auf Konstrukte, die jeder normale Mensch für undenkbar hält.
    Aber ich halte für denkbar, dass ein Richter sagt, dass im MV zwar steht, dass ein Anspruch auf Aufwendungsersatz ausgeschlossen ist, aber das in Anbetracht der kurzen Mietdauer in diesem Fall doch ein Aufwendungsersatz berechtigt sei. Dass der Mieter die kurze Mietdauer selbst zu verantworten hat, übersieht er geflissentlich ;-).

    Deshalb stellt sich die Frage, wenn eine Vereinbarung nicht sittenwidrig und sich nicht gegen geltendes Recht richtet, wie weit sie vor Gericht Bestand hat.

    Jobo45,

    ich erwarte nicht, über den Tisch gezogen zu werden, aber ich erwarte, dass sich der Typ, der die Miete nicht zahlt, dagegen wehrt, Ein- und Umbauten für 50.000 € gemacht zu haben und dann nach 9 Monaten ohne Entschädigung rausgeschmissen zu werden.

    Und je nach dem, an welchen Richter man gerät, kriegt der evtl. auch noch Recht. Naja, ich werde berichten ;-), vielen Dank erst mal.
     
  12. Syker

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    Hallo Herr Dingens,


    Du kannst dann immer noch gegen ein eventuelles Urteil angehen,
    wenn dieses nicht so ausfällt wie man es gern hätte.



    Naja ich glaube nicht dass sowas übersehen wird,
    und wenn würde ich auf jedenfall da gegen an gehen.



    Entweder hat die Vereinbahrung bestand, oder sie ist nichtig.
    Ich versteh da grad die Frage nicht.



    Na dann soll er doch einfach alles zurückbauen.
    Du verzichtest zwar im MV auf den Anspruch zum Rückbau,
    das bedeutet aber ja nicht das der Mieter nicht zurückbauen darf.



    :156: positiv denken!


    VG Syker
     
  13. #12 Martens, 08.08.2012
    Martens

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    So ist es!

    Christian Martens
     
  14. #13 Herr Dingens, 08.08.2012
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    Generell sowieso immer!
    Aber wie ihr wisst: auf hoher See und vor Gericht ... ;-) - deshalb bin ich da immer skeptisch.
     
  15. #14 Papabär, 08.08.2012
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    Was sagt denn Dein "Spezialanwalt" dazu?

    Ich hatte gerade so ein dejavú, bin dem nachgegangen und habe das hier gefunden. Es würde mich schwer wundern, wenn es sich dabei nicht um den gleichen Mieter handelt.
     
  16. #15 Herr Dingens, 08.08.2012
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    Doch, da hast du schon Recht, um den geht es in diesem Fall.
    Weil der keine Miete zahlt, hat der jetzt die Kündigung gekriegt. Und nun wollte ich mal hören, wie das mit den Ein- oder Umbauten gehandhabt wird.
     
  17. #16 Herr Dingens, 08.08.2012
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    Ach so, der Anwalt. Mit dem habe ich über dieses Thema noch nicht gesprochen, weil das ja noch nicht akut ist.
     
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