Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete

Dieses Thema im Forum "Mieterhöhung" wurde erstellt von Burak, 14.05.2016.

  1. Burak

    Burak Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich habe vor 2 Jahren ein älteres MFH (3 Mietparteien) gekauft.

    Die Wohnungen im EG (Mietvertrag von 2011) und DG (Mietvertrag von 2010) haben ca. die ortsübliche Miete.

    Die Wohnung im 1. OG ist seit längerer Zeit vermietet (Mietvertrag von 1977) - Hier beträgt die Kaltmiete 269,96€ - letzte Mieterhöhung war in 1994.

    Ich habe bei unserer Gemeinde angerufen und nach dem Mietspiegel gefragt. Hier wurde mir gesagt, dass ich den Mietspiegel der Nachbargemeinde nehmen kann, weil in unserer Gemeinde kein Mietspiegel besteht und die Gemeinden vergleichbar wären.

    Jedoch steht auf der Homepage der Nachbargemeinde, dass der Mietspiegel bis 30.06.2014 gültig ist. Das ist die aktuellste Fassung auf der Homepage.

    Zu meinen Fragen:

    1. Kann ich diesen Mietspiegel anwenden?

    2. Frühestens welches Datum könnte ich die Mieterhöhung ansetzen? Ab dem 1.07.2016 oder bereits früher?

    3. Hat der Mieter nach dem Zugang des Mieterhöhungsschreibens (Beispiel der 18.05.2016) ja ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt, er müsste spätestens bis 31.07.2016 zum 30.09.2016 kündigen - Habe ich dies so richtig verstanden? Wenn er bereits am 31.06.2016 kündigt, dann läuft der Vertrag auch nur bis zum 31.08.2016? Also kündigt er ab dem Zeitpunkt seines Kündigungsschreibens zum übernächsten Monat?

    Ich habe schon einiges gesucht, konnte aber keine konkreten Antworten auf meine Fragen finden.

    Ich hoffe, hier kann mir der ein oder andere eine Antwort auf diese Fragen geben.

    Gerne bin ich auch für Tipps dankbar.

    Liebe Grüße, Burak.
     
  2. AdMan

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  3. #2 anitari, 14.05.2016
    anitari

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    Vorab, Du darfst die Miete um maximal 15 bzw. 20 % erhöhen. Auch wenn dann die Miete immer noch unter dem Mietspiegel bzw. der örtlichen Vergleichsmiete liegt.

    Zu 1: Ja. Du kannst natürlich auch 3 ähnliche Wohnungen aus dem Ort als Vergleichsmieten heranziehen.

    Zu 2: Der Mieter muß die erhöhte Miete ab Beginn des 3. Monats nach Zugang des Mieterhöhungsverlangens zahlen. Bei Zugang im Mai z. B. ab 1. August.

    Zu 3: ja.

    31.06. gibt es nicht. Nur so nebenbei.

    Macht der Mieter von seinem Sonderkündigungsrecht wegen Mieterhöhung (darauf muß er im Kündigungsschreiben hinweisen) Gebrauch könnte er noch nach dem 3. Werktag des Monats zum Ende des übernächsten Monats kündigen. Beispielweise noch am 10. Juni zum 31. August.

    Hier mehr Infos zum Thema

    http://www.mietrecht.org/mieterhoehung/mieterhoehung-schritt-fuer-schritt/

    Abschließender Rat, damit das nicht in die Hose geht, lass das von einem Fachanwalt für Mietrecht machen.
     
  4. Burak

    Burak Neuer Benutzer

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    Das weiß ich - Danke trotzdem für den Hinweis. Innerhalb von 3 Jahren maximal 20 % Erhöhung.

    Alles Klar, also auch, wenn dieser Mietspiegel nur bis 2014 gültig war, kann ich diesen anwenden.

    Ist es möglich, dass ich als Beginn der Mieterhöhung den 01. Juli angebe - Wenn der Mieter einverstanden ist, kann er dann ab dem 01. Juli zahlen - Wenn er nicht einverstanden ist, dann erst ab Beginn des 3. Monats nach Zugang des Mieterhöhungsschreibens oder wäre dann dieses Schreiben ungültig?



    Sorry, habe es jetzt nur so als Beispiel geschrieben und nicht weiter gedacht.


    Vielen Dank für den Rat.
     
  5. Duncan

    Duncan
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    Nein, du Verlangst die Zustimmung zu Erhöhung der Miete vom Mieter, guck dir § 558 BGB mal genauer an. Und wenn der Mieter nicht will, dann kommt ggf. die Klage auf Zustimmung...
     
  6. Burak

    Burak Neuer Benutzer

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    Danke für deine Antwort.

    Ich weiß, dass ich ausdrücklich seine Zustimmung brauche.
     
  7. #6 russisch_brot, 04.06.2016
    russisch_brot

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    Hallo,

    ich klinke mich hier mal mit ein. Ich habe auch vor die Miete für mein Doppelhaus zu erhöhen. Es gibt auch in meiner Gemeinde keinen Mietspiegel, auch die Nachbargemeinden bieten keinen an.
    Drei Vergleichswohnungen zu finden ist ebenfalls sehr schwer, da die meisten Wohnungen in der Gemeinde unter der Hand vermittelt werden. Es gibt in den Zeitungsanzeigen, Internet, etc. leider nur die Wohnungen, die nicht für einen Vergleich geeignet sind.
    Ich lebe in einer ländlichen Gegend in der Nähe Bremens. Wie weit dürfte denn so eine "Nachbargemeinde" entfernt sein?

    Über Ideen/ eine Antwort würde ich mich freuen.

    LG Chris
     
  8. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Moin russisch_brot,

    Ländlich in welche Richtung von Bremen? Ggf. könnte ich dir behilflich sein.

    VG Syker
     
  9. #8 russisch_brot, 05.06.2016
    russisch_brot

    russisch_brot Neuer Benutzer

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    Hallo Syker,

    40km nördlich von Bremen. Danke für das Angebot, Syke und meine Gemeind sind leider nicht vergleichbar.

    LG Chris
     
  10. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

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    Ich habe das Thema nur sehr schnell überflogen.

    Dennoch möchte ich dir auch aus meiner sehr ländlichen Situation etwas sagen.

    Meinst Du, deine Gegenüber stehen schon vorab beim Advokat? Sie sind gewöhnlich nicht schlauer als du., nur dreister/frescher.

    Halte Dich an die Regeln und zieh dein Ding durch - ohne Dir zu viele Gedanken zu machen.

    Die Gegenseite macht es mit Sicherheit nicht HG BM
     
  11. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    In diese Richtung kenne ich mich leider nicht so aus, und habe auch leider keine Kontakte in der Gegend.

    Wünsche dir trotzdem viel Glück

    VG Syker
     
  12. #11 russisch_brot, 10.06.2016
    russisch_brot

    russisch_brot Neuer Benutzer

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    Die können sich mit Sicherheit keinen Anwalt leisten ;) Wollen ja sonst auch alles bezahlt bekommen, selbst Dinge, die sie selbst tragen müssen. Werde jetzt wohl einfach einen "Mietspiegel" von den Internetseiten nehmen.
     
  13. Oberst

    Oberst Gast

    nimm dir ein Anwalt für Mietrecht, die machen so etwas und kosten nicht viel, auch kennen sie sich
    untereinander und tauschen auch schon mal Mietpreise in dein Dorf und Nachbardörfer aus ,
    sie leben davon. ich zahlte letztes Jahr, wegen 20% Anpassung der ortsüblichen unter 250 €,
    und kein stress.
     
  14. #13 russisch_brot, 12.06.2016
    russisch_brot

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    Als Gast registriert und Werbung für Anwälte machen. Na, denn!
     
  15. Duncan

    Duncan
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    Ich sehe hier keine explizite Werbung für einen Anwalt, allerdings den allgemeinen Rat sich bei der gegebenen Unsicherheit einen spezialisierten Rechtsbeistand zu holen, was allgemeiner guter Praxis entspricht. Der Hinweis, dass die Kosten dafür oft geringer ausfallen als gemeinhin angenommen bzw. aus eigener Erfahrung mal eine Kalkulationsgröße angegeben wird halte ich nicht für verwerflich.
     
    dots und Syker gefällt das.
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