Mieterhöhung aufgrund Inflation

Dieses Thema im Forum "Mieterhöhung" wurde erstellt von Friederike, 10.10.2013.

  1. #1 Friederike, 10.10.2013
    Friederike

    Friederike Neuer Benutzer

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    Hallo Ihr Lieben!

    Da Ich leider relativ wenig Ahnung von diesem Thema habe, bitte ich Euch um Hilfe.
    Seit 1994 haben wir einen Mieter, mit dem es nie Probleme gab.
    Jetzt hat er sich neuen Teppichboden einlegen lassen, was nicht mit Uns abgesprochen war, und verlangt von Uns die Rechnung (über 1200 €) zu übernehmen.
    Da stellt sich mir zunächst die Frage, ob er dies überhaupt verlangen darf?! Muss das nicht vorher abgesprochen werden?
    Zum anderen haben Wir, aufgrund des guten Mietverhältnisses die Miete nie erhöht, obwohl er eigentlich heute mehr zahlen müsste, aufgrund der Inflation. Wie kann man das berechnen? Zudem liegt seine Miete unter dem Mietspiegel für seine Region. Wir wollen die Miete grundsätzlich aus Wohlwollen nicht erhöhen, Ihm allerdings vorführen, dass er eigentlich weniger zahlt, als man verlangen könnte.
    Kann mir jemand helfen?

    Liebe Grüße
     
  2. AdMan

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  3. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Verlangen darf er alles. Die Frage, ob der Vermieter das zu bezahlen hat ist eine andere. Ohne Rücksprache gibt es keine Verpflichtung zu bezahlen.
    Nun stellt sich aber die Frage was war bisher für ein Belag in der Wohnung bzw. in den Räumen in denen der Teppich verlegt wurde, mitvermietet.
    War Teppich verlegt so ist dieser in dieser Zeit nicht erneuert worden so denke ich dass er an sein Lebensende gekommen war (Vermutung), üblicherweise wird so zwischen 10 und 15 Jahre Lebensdauer gerechnet, Ausnahmen bestätigen aber die Regel.

    Wenn ein Teppichboden mitvermietet ist, ist die Abnutzung durch vertragsgemmäßen Gebrauch mit der Miete abgegolten. Der Vermieter hat die Mietsache nach § 535 BGB in vertragsgemäßem Zustand zu erhalten.

    So nun mußt Du Dir überlegen ist Dir ein Streit wert, oder wehret den Anfängen, oder stehen neue Mieter Schlange!

    Vielleicht bietest Du dem Mieter eine großzügige Kostenbeteiligung an, aber das ist auch von dem vorrigen Absatz abhängig.
     
  4. Andres

    Andres
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    Zum noch unbeantworteten Thema "Mieterhöhung" bitte zuerst einmal bei Tante Google oder hier im Forum etwas einlesen und dann gerne nochmal fragen.
     
  5. #4 Pharao, 14.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 14.10.2013
    Pharao

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    Hi,

    das ist zwar richtig, aber trotzdem kann der Mieter nicht einfach ohne Absprache sich einen neuen Teppich holen und dann einfach dem Vermieter die Rechnung vorlegen. Also ich würde, egal wie der Teppichboden vorher war, das nicht bezahlen als Vermieter. Wo kommen wir denn dahin, wenn das jeder Mieter so machen würde ?

    Der Mieter kann zwar einen Mangel beim Vermieter melden und ggf. auch Mietminderung geltend machen, aber er hat nicht das Recht sich eigenständig was neues einbauen zu lassen auf Vermieterkosten. Ich mein, ist ja jetzt hier kein Notfall was sofort behoben hätte werden müssen.

    Garnicht. Du kannst die Miete nur so erhöhen, wie es im Mietvertrag bzw die Gesetzeslage hergibt. Wenn du also mehrere Jahrzehnte das nicht gemacht hast, kannst du das jetzt nicht nachträglich dem Mieter auf`s Auge drücken, sondern du kannst die Miete nur vom aktuellen Stand nach Gesetzeslage bzw Mietvertrag erhöhen.

    Und Merke dir für die Zukunft: der Miete nicht zu erhöhen, das wird dir kein Mieter danken. Das soll nicht heißen das man jede mögliche Mieterhöhung machen muss als Vermieter, aber nachträglich brauchst du damit nicht zum Mieter gehn a´la "schau mal lieber Mieter ..... und deswegen zahlst du das mal bitte selber oder deswegen ...... ". Mieter sind hier i.d.R. sehr undankbar :(
     
  6. Yoki

    Yoki Neuer Benutzer

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    Liebe Friderike,

    ich kann mich den Zeilen meines Vorschreibers Pharao nur anschliessen.

    Ich persönlich bin eher der Freund alles ruhig zu klären mit unseren Mietern was bisher immer wunderbar geklappt hat ... was ich aber ganz unterlassen würde wenn ich die Miete lange, lange Zeit nicht erhöht habe (habe ich bis dato auch noch nicht ;-))) dann auf einmal zu erhöhen unter dem Motto: Schau mal, so lieb bin ich bisher gewesen aber jetzt ....

    Das finde ich etwas arg unsachlich wenn ich ehrlich bin eben auf Grund der Situation aktuell..

    Hoffe dass ihr Euch vernünftig mit dem Mieter einigen könnt, heute ist man ja froh wenn man vernünftige und langjärigen Mieter hat (was aber nicht heisst dass diese evtl aufeinmal machen können was sie wollen ;-)

    LG
    Yoki

    LG

    Befremdlich find ich es auch dass jetzt auf einmal wo der Mieter von Euch den Teppich gern bezahlt bekommen möchte ihr auf die Idee kommt ihm doch nun mal seine Miete zu erhöhen ... *hm, ich bin ehrlich, wenn ich Mieter wäre würde ich jetzt denken dass das der Schachzug wegen dem Teppich ist ;-) ...denke ich allerdings jetzt auch als Vermieter so wie Du es hier erklärst.
     
  7. kathi

    kathi Gesperrt

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    Das kann ich so nur unterschreiben: Die Miete NICHT zu erhöhen ist eine Selbstverständlichkeit, die Miete zu erhöhen eine Unverschämtheit.
    Ähnlich wie mit Modernisierungen/Sanierungen: Tut man nichts, beschweren sie sich. Tut man was, beschweren sie sich über Lärm, Dreck und eine mögliche Mieterhöhung.

    Aber um auf eine der eigentlichen Fragen zurückzukommen: Wenn man den Mieter nur darauf aufmerksam machen will, dass er eine sehr günstige Miete zahlt, dann reicht es doch ihm mal den Mietspiegel der Region vorzulegen oder neu angebotene Wohnungen aus Zeitung und Internet. Genau ausrechnen muss man dazu nichts.
     
  8. #7 Papabär, 14.10.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Das kann ich auch ... deswegen hat Jobo45 aber nicht unrecht.

    Wenn der Mieter jetzt 1.200,- € fordert, wird auch zu prüfen sein, wieviel Teppich welcher Qualität verbaut wurde ... ich meine 1.200,- € für´n Teppich in einer Mietwohnung ist schon ein ganz schöner Humpen - und den edlen Perser muss man sich als Vermieter wohl kaum ans Bein binden.

    Evtl. kann man sich mit dem Mieter darauf einigen, die Materialkosten (bis max. mittlere Qualität) zu übernehmen, denn zumindest diese hätte man mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin tragen müssen, wenn der Mieter den Zustand des vorhandenen Belages bemängelt hätte.
     
  9. kathi

    kathi Gesperrt

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    Mal davon abgesehen, dass Perser idR keine Verlegware sind, find ich jetzt, natürlich in Abhängigkeit von der Fläche, 1200€ nicht unbedingt sooo viel, wenn der Mieter den Boden hat verlegen LASSEN und bei den Kosten die Entfernung und Entsorgung der Altböden, sowie die Entfernung/Entsorgung und Erneuerung der Bodenleisten enthalten ist.
     
  10. #9 Papabär, 14.10.2013
    Papabär

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    Da haste wohl wahr ... es ging mir hier aber nur um den Vergleich - und ich denke der wurde allgemein verstanden.



    So gesehen sicherlich auch richtig ... aber immerhin wurde dem Eigentümer damit ja die Möglichkeit genommen, die Erneuerung in Eigenleistung durchzuführen.

    Daher wäre mein Vorschlag (zur gütlichen Einigung) ja auch, die Materialkosten - für Material in max. mittlerer Qualität - zu übernehmen.
    In diese Richtung dürfte z.B. auch ein ggf. zu schließender gerichtlicher Vergleich gehen ... und da spare ich mir doch lieber gleich die Gerichtskosten.
     
  11. kathi

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    Missverständnis! Ich wollte drauf hinaus, dass es für 1200€ kein Luxusteppich sein muss, selbst wenn es sich nur um ca. 40m² handelt. Verlegekosten, Übergänge, Bodenleisten etc. gehn ihns Geld.

    Dein Vorschlag in Ehren, aber der Vermieter hier hat noch nie die Miete erhöht und will sie scheinbar auch nicht erhöhen, sondern dem Mieter nur darlegen wie günstig er wohnt. Und in diesem Fall würde ich vermutlich an dem Boden gar nichts zahlen wollen.
     
  12. #11 Papabär, 14.10.2013
    Papabär

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    Das habe ich schon so verstanden.



    Hier komm´ ich nicht hinterher. Was hat das denn mit der vermeindlichen Ursache (also dem Teppich) zu tun?

    WENN (was wir bisher nur annehmen) der Teppich Bestandteil der Mietsache ist, dann ist der Vermieter für den Erhalt des vertragsgemäßen Zustandes verantwortlich. Nach nunmehr fast 20 Jahren Mietdauer dürfte der Belag (vermutlich) seine Lebensdauer erfüllt haben - sprich mängelbehaftet gewesen sein.

    Der Mieter hat damit ein Anrecht auf Mängelbeseitigung, egal wie hoch oder niedrig die Miete ist. Natürlich hätte er den Vermieter informieren müssen und nicht so ohne weiteres mit der Selbstvornahme beginnen dürfen.

    Da er dies nicht getan hat, kann er §536a (2) BGB nicht geltend machen ... bliebe also §539 BGB. Hier könnte der Vermieter zwar den Rückbau verlangen - der Ersatz für den (mind. 19 Jahre) alten Teppich wird unter Berücksichtigung des "alt-für-neu"-Abzuges jedoch gen Null tendieren.

    Da zahle ich als Vermieter doch lieber angemessene Materialkosten (die ich bei ordnungsgemäßer Mängelmeldung höchstwahrscheinlich ohnehin hätte zahlen müssen) und habe einen Teppich in der Wohnung.


    Als Mieter oder als Vermieter?



    So isses ... ob das hier psychologisch geschickt ist, wage ich jedoch mal vorsichtig zu bezweifeln (allerdings hat danach ja wohl auch niemand gefragt).
     
  13. kathi

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    Mit dem Teppich hat das nichts zu tun, sondern mit einer der Ausgangsfragen des TE. Danach hat der TE gar nicht die Absicht die Miete zu erhöhen.

    Geb ich dir ja völlig recht. Aber um die blöde Zitierfunktion nicht überzustrapazieren:

    Wenn ich bereit bin 20 Jahre eine Wohnung zu einem unveränderten Mietpreis zu vermieten, dann gehe ich von gewissen Eigenleistungen der Mieter aus.
    Oder anders ausgedrückt: Solange ich den Mieter mit Mieterhöhungen in Ruhe lasse, solange lässt er mich auch mit Dingen, die er selber erbringen kann, in Ruhe.
     
  14. Yoki

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    das finde ich auch einen sehr guten Punkt der angewandt werden kann in dem Gespräch mit dem Mieter. Einen Perser o.ä. (Jetzt hochgezockt) wuerde ich sicherlich auch nicht unterstützen.

    LG
     
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