Mieterhöhung mit freiwilligem Verzicht auf höhere Miete

Diskutiere Mieterhöhung mit freiwilligem Verzicht auf höhere Miete im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, zu dieser Frage habe ich hier leider nichts gefunden. Auch bei Beck-online oder ähnlichem gab es dazu nichts. In der Wohnung...

  1. #1 TomTomson, 14.11.2019
    TomTomson

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    Hallo zusammen,

    zu dieser Frage habe ich hier leider nichts gefunden. Auch bei Beck-online oder ähnlichem gab es dazu nichts.

    In der Wohnung wohnt ein Rentner und die Miete liegt derzeit bei ca. 50% des Mietspiegels. Da die Wohnung billig erworben wurde und man nicht auf den letzen Cent angewiesen ist, der Rentner aber nicht gerade in Geld schwimmt, würde man ungern die Miete alle 3 Jahre um 15% erhöhen.

    Allerdings kann es sein, dass man irgendwann einmal die höhere Miete brauch und man dann 15 Jahre warten müsste, bis man sie auf die Marktmiete angehoben hat. Auch bei einem Verkauf wäre eine höhere Miete natürlich besser. Falls irgendwann eine Regelung kommen sollte, dass man bei der Neuvermietung maximal die Miete des Vormieters nehmen darf (Wie beim Mietendeckel) wäre eine höhere Miete auch vorteilhaft. Daher folgende Überlegung:

    Man erhöht die Miete alle 3 Jahre um 15% und verzichtet direkt auf die 15% der Erhöhung. Dieser Verzicht erfolgt freiwillig und ist für die Zukunft mit einer Frist (z.B. von 6 Monaten) widerrufbar. Dann könnte man die Miete Stück für Stück an die Marktmiete anpassen, ohne dass der Mieter tatsächlich mehr belastet ist. Wenn man dann tatsächlich Geld braucht, die Wohnung verkaufen muss oder es zu einer Neuvermietung kommt, hätte man die Vorteile der höheren Miete.

    Ich weiß, dass es auf den ersten Blick irgendwie wie eine Umgehung aussieht. Aber letztlich ist sie ja zum Vorteil des Mieters. Mit der Frist kann es außerdem nicht dazu kommen, dass er sich von heute auf morgen die Wohnung nicht mehr leisten kann, sondern er hat mindestens 6 Monate zum planen.

    Natürlich weiß ich, dass hier keine konkrete Rechtsberatung erfolgen darf, ich würde mich aber über grundsätzliche Gedanken zu diesem Modell freuen.

    Vielen Dank im Voraus
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 14.11.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Mach deine Mieterhöhungen besser unabhängig von diesem Mieter.
    Wenn der jetztige Mieter Probleme hat sich die Miete zu leisten, kann er staatliche Unterstützung beantragen.
    Der Weg zum Amt ist vielleicht nicht angenehm, aber sinnvoll für euch beide. Gut möglich, dass dem Mieter auch ohne Mieterhöhung dafür mit Unterstüzung vom Amt schon jetzt mehr Geld für den Alltag zur Verfügung stünde.

    Höhere Mietzahlungen auf die du verzichten willst, können auch beim FA zu Diskussionen führen.
    Wird dein Konstrukt mit Scheinmiete nur für eine evt. spätere wirkliche bessere Vermitung nicht akzeptiert, zahlst du u.U. Steuern für nicht erhaltene Einnahmen.

    Samaritertum zahlt sich bei Vermietung i.d.R. nicht aus.
    Wenn es wirklich finanziell so eng bei dem Mieter ist, drück ihm besser etwas Bargeld in den Briefkasten oder die Hand. Als Spende oder kleines Dankeschön für Blumengießen ist das weniger angreifbar.
     
  4. #3 Sweeney, 14.11.2019
    Sweeney

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    Ich kann die Beweggründe des Vermieters nur bedingt nachvollziehen. Gengerell empfehle ich, Sozialprojekte von der Vermietung klar zu trennen. An dieser Stelle kann somit offen bleiben, ob dem Mieter, der aktuell 50% der Vergleichsmiete zahlt, eine 15% Mieterhöhung nicht zumutbar sei.

    Wie wär's denn alternativ mit den regulären Mieterhöhungen verbunden mit Aldi-Gutscheinen mit Wert der Mieterhöhung, damit die soziale Ader des Vermieters befriedigt wird? Auf diesem Weg würde eine klare Trennung stattfinden.
     
  5. Andres

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    Ich frage einfach mal so: Wie oft muss man denn hinschauen, bis es keine Umgehung mehr ist? Ich habe nämlich das Problem, dass ich nicht weniger sondern immer mehr Umgehungen erkenne, je länger ich hinschaue:
    • Dass die Kappungsgrenze umgangen wird, dürfte ja jeder bemerkt haben.
    • Dass die Geschichte in einer Gegend spielt, in der die Kappungsgrenze auch noch auf 15 % gesenkt wurde - geschenkt.
    • Der Modus umgeht den gesetzlichen Modus um die Zustimmungserklärung: Der Mieter erklärt seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung, die ihn vermeintlich gar nicht trifft, und später kann der Vermieter die Miete einseitig erhöhen.
    • Und dann umgeht man auch noch den § 556e Abs. 1 BGB, zumindest dem Wortlaut nach.


    Echt? Ist es zum Vorteil des Mieters, wenn ihn der Vermieter von jeglicher Mietanpassung freistellt und so gar nicht auffällt, dass der Mieter weit über seinen finanziellen Möglichkeiten lebt? Ist es zum Vorteil der Mieters, wenn ihm die Realität, dass auch der Vermieter nicht von Luft und Liebe leben kann, nicht in kleinen Häppchen á 15 % alle 3 Jahre serviert wird, sondern ihn per einseitiger Erklärung des Vermieters als Mieterhöhung um bis zu 100 % trifft wie ein Blitzschlag?

    Und was ist eigentlich mit den Vorteilen, die der Vermieter daraus zieht, einen wohl zuverlässigen Mieter in der Wohnung zu halten?


    Mit dem Mieter reden, eine für beide Seiten erträgliche Miethöhe vereinbaren. Eine neue Aussprache suchen und eine neue Miethöhe vereinbaren, wenn die dann geltende Miete nicht mehr den eigenen Vorstellungen entspricht. Lässt sich keine Einigung erzielen, in eigener Verantwortung entscheiden, ob und in welchem Umfang man von den gesetzlichen Möglichkeiten Gebrauch machen möchte.
     
  6. #5 TomTomson, 14.11.2019
    TomTomson

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    Danke für die Antworten. Die ersten beiden Antworten sind ja recht eindeutig.

    Zum Post von Andres:

     
  7. #6 Wohnungskatz, 14.11.2019
    Wohnungskatz

    Wohnungskatz Benutzer

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    Ich verstehe nicht, wieso der Mieter, wenn die Rente zu knapp für eine realistische Miete ist, nicht Wohngeld beantragt. Das steht ihm dann zu und du bekommst auch eine vernünftige Miete und musst nicht jahrelang tricksen, um bei Neuvermietung eine realistische Miete zu erhalten.

    Stell dir vor, der Rentner heiratet noch mal oder einer seiner Kinder oder Enkel zieht bei ihm ein. Dann stirbt er und du musst die Wohnung zum gleichen Preis einem finanziell besser gestelltem Angehörigen überlassen. Spätestens dann bereust du, dass du die Miete nicht regelmäßig erhöht hast.

    Bei allem sozialem Engagement - irgendwann wirst du dafür bestraft, selbst wenn dein Mieter das Entgegenkommen jetzt zu schätzen weiß. Wir Vermieter sind nicht das Sozialamt und auch keine Bank! Hilf ihm lieber von Mensch zu Mensch - eben mit den erwähnten Gutscheinen oder übernimm ab und zu den Einkauf oder bezahl seinen Strom oder das Wasser oder beides. Das lässt sich doch leicht machen, indem du dir die Rechnung dafür geben lässt und sie dann übernimmst.
     
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  8. Ferdl

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    Du könntest Ihn auch bei der Wohngeldbeantragung unterstützen, da hätten sogar beide was von.
     
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