Mieterhöhung mit "Vergleichsmieten"

Diskutiere Mieterhöhung mit "Vergleichsmieten" im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich bewohne nun seit reichlich 2 Jahren meine Mietwohnung. Meine Miete beträgt lt. MV 5,00 €/m². Nun habe ich Post von meinem Vermieter...

BlimBlim

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Hallo, ich bewohne nun seit reichlich 2 Jahren meine Mietwohnung.
Meine Miete beträgt lt. MV 5,00 €/m². Nun habe ich Post von meinem Vermieter erhalten und eine Mieterhöhung bekommen, welche ab 01.08.2021 gelten soll. Da es in unserer Gemeinde keinen Mietspiegel gibt, wurde die ortübliche Vergleichsmiete herangezogen. Dies allerdings nicht mit nachprüfbaren Vergleichswohnungen sondern mit 3 links zu Internetportalen (wohnpreis,de, mietcheck.de, wohnungsboerse.net). Hierbei wird ein Quadratmeterpreis von 5,65 € -5,85 € benannt.
Nach reichlichen Erkundigungen meinerseits liegt der Mietpreis in unserer Gemeinde allerdings tatsächlich bei 5,00 €/m². Im Nachbardorf auch bei ca. 5,50 €/m² aber ist dies überhaupt relevant?
Habt ihr einen Ratschlag für mich, wie ich mich diesbezüglich verhalten soll? Danke euch schonmal im Voraus! VG
 

klinkerstein

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Möglichkeit 1) Du zahlst die Mieterhöhung
Möglichkeit 2) Du zahlst die Mietererhöhung nicht, dein Vermieter klagt. Je nachdem wer gewinnt oder verliert, müssen dann Mieter oder Vermieter die Kosten tragen.

Meiner persönlichen Auffassung nach ist das Mieterhöhungsgesuch deines Vermieters noch nicht auf einem Level, dass er damit eine Klage gewinnen würden.
Ratschlag: Verhandeln, biete deinem Vermieter z.b. eine geringere Mieterhöhung an und dafür eine Mietpreisbindung bis zum Datum XYZ. Das Ganze dann schriftlich fixieren.
 

BlimBlim

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ok, aber sind die Angaben der Internetportale hier ausreichend?
Ich denke eher, mein Vermieter wird in unserer Gemeinde keine Wohnungen über die 5€/qm finden und deswegen auch keine konkret angeben können. Und gehe ich auf diese Portale wir mir ein Preis von 4,84 €/qm angegeben....
 

immobiliensammler

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ok, aber sind die Angaben der Internetportale hier ausreichend?

Nein sind sie nicht. Das Mieterhöhungsverlangen ist damit unzulässig. Nichtsdestotrotz könntest Du Dich mit dem Vermieter auf eine einvernehmliche Mieterhöhung einigen, in welcher Höhe auch immer. Dem Vermieter steht es z.B. frei, ein Sachverständigengutachten erstellen zu lassen und dann auf dieser Basis die Miete zu erhöhen. Ist dann halt die Frage, zu welchem Ergebnis der Sachverständige kommt, aber der wird ja vom Vermieter bezahlt.

Wie viele Wohnungen sind in dem Haus? Wohnt der Vermieter selbst dort?
 

BlimBlim

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insgesamt sind es 3 Wohnungen und nein, der Vermieter wohnt über 400 km weit weg....
 

Dschei2

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Wenn als Vergleich wirklich nur die Portale angegeben sind, ist es keine gültige Mieterhöhung. Also kann der Mieter die Erhöhung ablehnen oder eben gar nichts machen, bis der Vermieter ein gesetzeskonformes Mieterhöhungsverlangen nachreicht.

Und wenn der Mieter das Gefühl hat, dass seine Miete schon jetzt am oberen Limit ist, hat er natürlich kein Interesse, sich freiwillig auf eine höhere Miete einzulassen.

Wie oben schon angeklungen ist, kann der Vermieter für eine gülige Mieterhöhung auf konkret zu benennende Vergleichswohnungen ausweichen, oder wenn er die nicht hat/findet, ein Sachverständigengutachten anfertigen lassen.
 

dots

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Nach reichlichen Erkundigungen meinerseits liegt der Mietpreis in unserer Gemeinde allerdings tatsächlich bei 5,00 €/m².
Wow! Du hast Kenntnis von allen (wirklich allen) Mietverträgen innerhalb der gesamten Gemeinde? Kann ich kaum glauben. Und noch kaumer kann ich glauben, dass wirklich alle diese "Mietpreise bei 5,00 €/m² liegen". Wäre das nicht ein bisschen Zufall auf einmal? Aber unmöglich ist das nicht.
Ich denke eher, mein Vermieter wird in unserer Gemeinde keine Wohnungen über die 5€/qm finden und deswegen auch keine konkret angeben können.
Es reicht nicht aus, einfach nur eine Wohnung anzugeben. Eine Bedingung ist z.B., dass der Abschluss des Vertrags max. (hier bitte eine Zahl im Bereich von ca. 2 bis ca. 6 einsetzen) Jahre her ist. Es gibt weitere Bedingungen.
Und gehe ich auf diese Portale wir mir ein Preis von 4,84 €/qm angegeben....
Gib mir ein paar Minuten, und ich baue dir eine Internetseite (die ich auf Wunsch mit "Portal" als Überschrift versehe), welche einen Betrag deiner Wahl als wasweißich nennt.
Aber ich ahne, dass du schon selbst ahnst, dass diese ganzen Internetportalübersichtdingbumsseiten quasi gar keine Relevanz haben ...
Ist dann halt die Frage, zu welchem Ergebnis der Sachverständige kommt, aber der wird ja vom Vermieter bezahlt.
Es ist anzunehmen, dass das Ergebnis im Sinne des Zahlenden ausfallen könnte. ;-)

Meine Meinung: Wenn man sich quer stellt (in welcher Form auch immer), muss man sich nicht wundern, wenn der Vermieter danach alles bis zum Anschlag ausreizt. Vielleicht lässt sich per Gutachten ja eine noch höhere Miete erzielen. Oder andere Nettigkeiten sind plötzlich nicht mehr drin. Muss man halt abwägen, was das einem wert ist.
 

Ferdl

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aber ist dies überhaupt relevant?
Relevant ist dass, was du möchtest.
Rein rechtlich gesehen kannst du dieses Mieterhöhungsverlangen einfach ignorieren.
Dieses wird in irgendeiner Form Konsequenzen haben.
Meist den, dass du auf der Motivationsliste nach oben wanderst.
 

Tinnitus

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Wenn Sie nicht zustimmen:
  • 1) Vermieter klagt und verliert - Vermieterverhältnis ist stark belastet, VM nimmt sich einen Anwalt+Gutacher für die nächste Erhöhung und will die Kosten wieder reinholen.
  • 2) Vermieter wusste, dass es nicht geht und dachte er versucht es einmal. Wie oben ohne Anwalt, nur ist das Verhältnis nicht so stark belastet. D.h. der VM zieht das Verlangen zurück, holt ein Mietwertgutachten ein, begründet damit ein neues Erhöhungsverlangen und wird die maximal mögliche Erhöhung nach Gutachten und Kappungsgrenzen (20% alle 3 Jahre, sofern möglich) fordern, um diese vierstellige Investition langfristig wieder reinzubekommen.
Alternativen:
  • Sie verhandeln per Telefon mit dem Vermieter, ggf. mit Hinweis darauf, dass die Nennung von Angebotsmieten nicht konform zu §558 Abs.2 BGB ist.
  • Telefonisch verhandeln ist nicht "Ihr Ding": Sie stimmen der Erhöhung nur teilweise zu, nämlich bis zu 5,30 Euro (entsprechend 3% pro Jahr bei 2 Jahren Mietdauer) oder 5,4 Euro (4% pro Jahr) ab dem 01.08.21. Ergebnis hängt vom Ertrag/Aufwandverhältnis für den Vermieter ab.
Die tatsächlichen Mieten in meinem Umkreis sind übrigens überwiegend zweistellig, insofern gehe ich nicht davon aus, dass es sich um einen angespannten Markt mit reduzierter Kappungsgrenze von 15% statt 20% alle 3 Jahre handelt. Eine Erhöhung von 5,00 auf 5,65 entspräche somit 13%, d.h. hat der VM nicht versucht die theoretisch möglichen 20% auszuschöpfen.
 
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