Mieterhöhung nach bereits erfolgter Modernisierung

Dieses Thema im Forum "Mieterhöhung" wurde erstellt von Helene, 26.02.2014.

  1. #1 Helene, 26.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 26.02.2014
    Helene

    Helene Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    26.02.2014
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen,

    ich bin noch total neu im "Vermieten" (Mann steht altersbedingt nicht mehr zur Verfügung) und ich wurschtel mich mehr schlecht als recht durch diese Dinge. Ich hoffe, dass ich hier den ein oder anderen Rat bekommen kann.

    Zur Vorgeschichte: Mieterin wohnt in unserem Haus in 2-Zi-Wohnung seit 5 Jahren, keine Mieterhöhung seither. Es gab jetzt furchtbar Ärger, weil sie die mitgemietete Einbauküche nach 5 Jahren nicht mehr weiterzahlen wollte (man hatte einen Abschreibungszeitraum für die Elektrogeräte auf 5 Jahre gerechnet, dabei sind 20 Euro rausgekommen, was schon sehr sehr großzügig war, da für die Berechnung nur die Elektrogeräte, nicht die Küche genommen wurde und kein prozentualer Aufschlag erfolgte). Als die 5 Jahre um waren, wollte sie partout nicht zahlen und dieses Thema ist noch nicht vom Tisch. Ich habe mich sehr geärgert über diese Aktion und überlege nun, wie man eine Mieterhöhung durchbekommt.

    Vor 3 Jahren gab es mehrere Feuchtigkeitsstellen im Keller, die es sehr kurzfristig erforderlich machten, das ganze Haus rundherum freizubuddeln und den Keller zu isolieren. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich eine Regenwassertonne für Toilette installiert, der gesamte Hof und Zugangswege neu angelegt, die Mülltonne neu überdacht. Da dies - wie gesagt - sehr kurzfristig in einem Aufwasch erledigt wurde, haben wir darauf verzichtet, die sie betreffenden Sachen als Modernisierungsmaßnahme anzukündigen und die 11% umzulegen. De facto spart sie nun aber reichlich Wasser und ich meine, das müsste doch irgendwie zu einer Mieterhöhung führen können?
    Einen Mietspiegel gibt es in unserem Ort nicht, der nächste Ort ist eine Stadt, wo die Mietpreise massiv höher sind als bei uns. Auch Vergleichswohnungen im Umkreis zu finden, ist sehr schwer, da die meisten Häuser in der Gegend Einfamilienhäuser sind, die nicht vermieten.

    Wie könnte man hier vorgehen?

    Könnte man z.B. die Mieterhöhung irgendwie mit der Regenwasseranlage etc. begründen?

    Vielen Dank schon mal

    Helene
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Pharao, 27.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 27.02.2014
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Hi,

    gucken wir mal in den §555b BGB:
    In wie weit jetzt dein "Regenwasseranlage" nachhaltig den Wasserverbrauch reduziert, das kann ich nicht beurteilen. Aber falls zutreffen, dann gucken wir mal in den §559 BGB wo es heißt:

    Dann schauen wir noch in den §559b BGB:
    Wie du das rechnest spielt keine Rolle. Fakt ist, das die Miete inklusiv Einbauküche x € pro Monat beträgt - Punkt.
     
  4. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Zur Küche ein Tipp für die Zukunft: Solche Kalkulationen lege ich gegenüber dem Mieter niemals offen, und zwar genau aus solchen Gründen. Wenn der Mieter von einer unerwartet hohen Lebensdauer der Küche profitieren will, soll er sich gefälligst selbst eine Küche kaufen. Wenn ich das machen muss, streiche ich auch den Gewinn ein, wenn es besser als geplant läuft - genau wie ich auch drauflegen muss, wenn Geräte unerwartet früh den Dienst quittieren.

    Aktuell kann man in dieser Sache nur hoffen, dass die vertragliche Vereinbarung eindeutig ist.


    Nun zur Erhöhung: Drei Jahre nach der Maßnahme mit einer Modernisierung anzukommen, schreit geradezu nach Ärger. Da müsste schon einiges an Geld herauskommen, damit man so etwas probiert. Noch dazu war das Meiste keine Modernisierung:

    Diese ganze Aktion ist schonmal keine Modernisierung.


    Das wäre eine Modernisierung.


    Das nicht.


    Und jetzt musst du ein bischen Akten wälzen: Kannst du die Kosten für die Regenwasserspülung isoliert nachweisen? Wie viel wäre das und welche Erhöhung würde sich daraus ergeben? Lohnt sich der Aufwand für dieses Geld?
    Bevor du hier ein Fass aufmachst (sorry, dieses Wortspiel konnte ich mir nicht verkneifen) würde ich das dann doch mal nachrechnen. Bei einem absurden Spülkastenvolumen von 15 Litern (das gab's mal irgendwann ...) und 10 Toilettengängen pro Tag, komme ich auf runde 200 € im Jahr. Realistischere Annahmen führen zu 50-100 € im Jahr.

    Das Verhältnis zur Mieterin wird schon genug belastet sein - da muss man nicht auch noch seltsame Argumente bringen.


    Jedenfalls wirst du auf eine Erhöhung statt der üblichen drei Monate in deinem Fall 9 Monate warten müssen, da die Maßnahme und die Erhöhung nicht ausreichend angekündigt war. Auch das sollte in die Erwägung einfließen, ob man sich diesen Ärger antun will.
     
  5. #4 Pharao, 27.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 27.02.2014
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Ups, das hab ich wohl gerade überlesen :verrueckt002: Da stimm ich dir auf jeden Fall auch zu, das das nach Ärger schreit.

    @ Helene,

    in dem Fall würde ich das seinen lassen, dann guck lieber das du eine normale Mieterhöhung durchbekommst. Auch hier als Tipp für`s nächste mal, wenn es keinen Mietspiegel in eurer Stadt gibt, dann wäre es evtl. geschickter eine andere Form zu wählen wie zB Staffel- oder Indexmiete.
     
  6. GSR600

    GSR600
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.10.2011
    Beiträge:
    1.443
    Zustimmungen:
    350
    Ort:
    Stuttgart
    Auch ist die Einsparung durch Zisternen nicht wirklich so hoch.
    Wir haben ein Haus mit 42 Whg mit Regenwasserzisterne für die Toiletten.
    Wenn man jetzt schaut was an Frischwasser in die Zisterne fliesst und das vom Gesamtverbrauch abzieht, sind es ca 80-90 m³ Regenwasser im Jahr und ca 800 m³ Zulauf Frischwasser. Wenn man jetzt die Wartung und Reinigung der Zisterne mit dazurechnet, wird das Toilettenwasser teurer wie das normale Frischwasser.
     
  7. #6 kranseier71, 27.02.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    05.02.2014
    Beiträge:
    190
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Oberfranken
    Hallo Helene,
    Anders als meine Vorschreiber sehe ich hier Nachfragebedarf:
    Ist die EBK wirklich mitvermietet oder existiert im Mietvertrag eine Klausel im Sinne von "Der VM baut eine EBK ein die vom M mit 20 Euro/Monat auf 5 Jahre abbezahlt wird."
    Im Ersten Fall müsste der M weiterhin 20Euro/Monat zahlen - im zweiten Fall nicht.

    Bei allen - egal ob verständlich oder unverständlich - Emotionen:
    Emotionen sind niemals hilfreich um eine Sachlage objektiv zu erfassen und sachliche Entscheidungen zu treffen.
    Ich würde erstmal klären ob das Verhalten des M sachlich korrekt ist (also die 20Euro/Monat nicht weiter zu zahlen).
    Ist es sachlich korrekt (wovon ich zur Zeit vom Ursprungsposting her eher ausgehe) würde ich sagen 'Gut wir haben uns damals auf diese Vereinbarung eingelassen - aus welchen Gründen auch immer - und es gilt pacta sunt servanda' und meinen eigenen Ärger überdenken.

    Ist das Verhalten des M sachlich nicht korrekt und er müsste die 20Euro/Monat weiterzahlen würde ich das schriftlich an- bzw. abmahnen und notfalls gerichtlich durchsetzen.

    Das einzige was hier eine Modernisierung sein dürfte wird wohl wie Andres schön auseinanderklabüstert hat die Regentonne sein.
    Und ohne das ich das jetzt selber ausgerechnet hätte würde ich sagen daraufhin eine Mieterhöhung nach 3 Jahren durchsetzen zu wollen würde - wenn der M nicht mitspielt und die Mieterhöhung ablehnt - zu einem teuren Rechtsstreit mit ungewissem (d.h. risikobehafteten) Ausgang führen. Aber das ist nur meine Meinung.

    Der Mietspiegel des nächstgelegenen Ortes hat nichts - aber auch wirklich gar nichts - mit dem Mietspiegel deines Ortes zu tun.
    Es blieben also IMHO nur Vergleichswohnungen - und auch das ist nicht so einfach. Siehe http://www.vermieter-forum.com/mieterhoehung/15563-mieterhoehung-abgelehnt-2.html

    Ja könnte man - aber ich würde 1. das (Kosten-)Risiko scheuen und 2. mir sehr genau und möglichst objektiv (deshalb: möglichst alle Emotionen herunterfahren) überlegen was ich eigentlich möchte.

    Ich verstehe dein Ursprungsposting so (bitte nicht böse sein oder sich angegriffen fühlen - das ist nicht meine Absicht und vielleicht liege ich ja auch völlig Falsch):
    Dein Mann hat damals einen Mietvertrag abgeschlossen wo vereinbart wurde das die EBK von ihm geliefert wurde und vom Mieter in Raten abbezahlt wird - das hat er getan weil er das Risiko evnt. Reparaturen nicht tragen wollte und die Wohnung sonst nicht vermietbar gewesen wäre.
    Inzwischen ist dein Mann verstorben und du ins Erbe eingetreten und die Ratenzahlung des Mieters erfüllt und damit abgeschlossen - die EBK befindet sich jetzt nicht nur im Besitz des Mieters sondern auch in dessen Eigentum. Das der Mieter daher nicht gewillt ist weiter dafür zu bezahlen halte ich nicht nur für sachlich korrekt sondern auch für völlig verständlich.

    Dir gefällt das nicht und du suchst jetzt nach Gründen für eine Mieterhöhung (5 Jahre keine Mieterhöhung ist übrigens eher die Regel - in der Region wo ich wohne sind die VM froh wenn ihre M nach 5 Jahren nicht ausziehen weil bei einer Neuvermietung lange Leerstandszeiten zu erwarten sind selbst wenn die Miethöhe gleich bleibt).

    HTH, Karl
     
  8. #7 Helene, 01.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 01.03.2014
    Helene

    Helene Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    26.02.2014
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    danke

    Vielen Dank für die vielen ausführlichen Antworten. Ich sehe, das das alles ziemlich schwierig ist, vor allen Dingen, da die Modernisierung (also Regenwassertonne) nun ca 3 Jahre zurückliegt. De facto werden 180-200 Euro eingespart dadurch.

    Um Karl mit seinen wagemutigen Äußerungen zu widersprechen: Mein Mann lebt noch, kann sich aber um diese Angelegenheiten nicht mehr kümmern, warum, steht hier nicht zur Debatte.

    Die Sache mit der Küche steht im Mietvertrag so:
    Miete: xxx Euro
    Einbauküche mit xy Geräten: 20 Euro
    Nebenkosten: xxx Euro
    -----------------
    zu zahlen xxxx Euro.
    Da gibt es nichts zu deuteln.

    Ich geh noch mal schauen, wann Regenwassertonne genau rein gekommen ist. Könnte auch 2,5 Jahre her sein. Ein entfernterer Bekannter ist Makler, ich werde dort mal fragen, was mit Vergleichsmieten geht.

    Ihr habt mir sehr geholfen, ich hab jetzt zumindest mal einen ungefähren Plan.

    Danke.
     
Thema:

Mieterhöhung nach bereits erfolgter Modernisierung

Die Seite wird geladen...

Mieterhöhung nach bereits erfolgter Modernisierung - Ähnliche Themen

  1. Formschreiben Mieterhöhung/Änderungskündigung

    Formschreiben Mieterhöhung/Änderungskündigung: Hallo zusammen! Hat jemand einen Tipp, wo ich ein Formschreiben zur Mieterhöhung bzw. einer Änderungskündigung für die Mieterinnen und Mieter von...
  2. Rauchmelder Modernisierung?

    Rauchmelder Modernisierung?: Hallo, ich bin neu hier (und ziemlich unerfahren als Vermieterin). Habe seit ein paar Jahren ein Haus in NRW mit 4 Wohnparteien, nun müssen bis...
  3. Mieterhöhung, unerwartet

    Mieterhöhung, unerwartet: Mieterhöhung mal andersrum. Vor Wochen schickte ich an meinen M. der Dachwohnung eine Mieterhöhung von sage und schreibe € 10,oo mtl. und bat den...
  4. Mieter akzeptiert Mieterhöhung. Wie weiter vorgehen?

    Mieter akzeptiert Mieterhöhung. Wie weiter vorgehen?: Werte Foristas! Nach einem Telefonat mit meinem langjährigen Mieter ist er mit einer Mieterhöhung (nur die KM, BK bleiben wie gehabt) von ca....
  5. Neue Heizung = Mieterhöhung?

    Neue Heizung = Mieterhöhung?: Hallo, ich werde demnächst in meiner Mietwohnung die alte Heizung von 1960 gegen eine neue mit A++ austauschen lassen. Eine Firma hatte ich schon...