Mieterhöhung Vorgehen

Diskutiere Mieterhöhung Vorgehen im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo! Ich habe mich der Verwaltung der Eigentumswohnung meiner Großeltern angenommen. Ich versuche hier jetzt gerade für mich etwas Licht ins...

  1. #1 Chefscout, 02.09.2008
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    Hallo!
    Ich habe mich der Verwaltung der Eigentumswohnung meiner Großeltern angenommen. Ich versuche hier jetzt gerade für mich etwas Licht ins Dunkel zu bekommen und hoffe ihr könnt mir helfen. Ich bin nicht irgendwie auf Ärger aus, oder auf übermäßigen Profit, ich möchte nur den Großeltern unter die Arme greifen und ihnen helfen das zu bekommen was ihnen zusteht.

    Jetzt zu dem Fall:
    Die Wohnung liegt in einem Vorort von HH. Seit Mitte Mai 2005 wohnen in der Wohnung neue Mieter. Die Kaltmiete beträgt seit dem Einzugsdatum 370€.
    Jetzt wollten meine Großeltern zum 01.06.2008 die Miete um 30€ erhöhen um gestiegene Verwaltungkosten umzulegen.
    Der Mieter hat widersprochen mit der Begründung das er sich selbst ne neue Küche gekauft hat! Es war eine Einbauküche vorhanden. Die steht nun im Keller.
    Jetzt hat mein Großvater mit dem Verwalter gesprochen der genau über deren Wohnung liegt und der hat ihm erzählt das die Wohnung meiner Großeltern die günstigste im ganzen Block ist und das alle mindestens 100€ mehr Miete zahlen.


    Ich habe jetzt folgende Fragen:
    Kann man einer Erhöhung wiedersprechen wenn man sich ne Küche kauft?
    Wie kann ich an einen Mietspiegel für die Gegend kommen? Google habe ich probiert, aber es scheint nichts zu geben für die Ecke.
    Kann ich mit Vergleichswohnungen arbeiten? Alle Wohnungen in dem Häuserblock sind gleich groß und gleich aufgebaut.
    Muss ich auf irgend etwas anderes achten was man schnell übersieht?


    Ich möchte niemanden ausnehmen, nur möchte ich das meine Großeltern nicht ausgenutzt werden, nur weil sie sich nicht gleichwertig informieren können und durch ihr Alter nicht mehr die Durchstzungskraft haben.

    Ich schonmal vielmals im Voraus.
    Grüße
    Rene
     
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  3. RMHV

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    Eine Mieterhöhung muss begründet werden und die ortsübliche Vergleichsmiete ist Obergrenze für jede Mieterhöhung. Dazu kommt noch, dass die Miete innerhalb von 3 Jahren nur um max. 20 % erhöht werden kann.
    Bei deisem engen Rahmen für Mietanpassungen gibt es keine Notwendigkeit, sich für irgendetwas zu rechfertigen. Ausdrücke wie "übermäßigen Profit" oder jemanden "ausnehmen" sind also völlig deplaziert.
    Mit einer begründeten Mieterhöhung nimmt der Vermieter lediglich ein vom Gesetzgeber eingeräumtes Recht wahr. Mieter betrachten die Wahrnehmung gesetzlicher Rechte als das allermindeste. Warum also sollte der Vermieter sich dafür moralisch rechtfertigen?

    Dass ein Mieter eine Mieterhöhung mit der Begründung ablehnt, er hätte sich eine Einbauküche gekauft, habe ich auch noch nicht gehört. Es ist aber offenbar nichts dumm genug... :help
    Im übrigen muss der Mieter einer Mieterhöhung auch keineswegs widersprechen. Vielmehr benötigt der Vermieter die Zustimmung des Mieters. Ohne Zustimmung keine Mieterhöhung.
    Verweigert der Mieter die Zustimmung, muss auf Zustimmung geklagt werden.

    Wenn es für die Gemeinde keinen Mietspiegel gibt, kann auch der Mietspiegel einer vergleichbaren Gemeinde verwendet werden (§ 558a Abs. 4 BGB).

    Gibt es einen qualifizierten Mietspiegel, sind die Werte dieses Mietspiegels auch bei Verwendung eines anderen Begründungsmittels mit anzugeben.

    Die Benennung von 3 Vergleichswohnungen reicht zur Begründung einer Mieterhöhung aus. Bei einer Eigentumswohnungsanlage sollten diese Werte leicht zu bekommen sein. Man kennt doch wohl genügend Vermieter, die vergleichbare Wohnungen haben.

    Die Vergleichsmieten müssen innerhalb der letzten 4 Jahren vereinbart oder geändert worden sein (§ 558 Abs. 2 BGB).

    Mieterhöhungen führen immer zu Verdruss. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun die Miete von 370 auf 400 € und damit um ca. 8% erhöht werden soll oder, falls dies begrpündbar ist, gleich um die max. zulässigen 20% (Kappungsgrenze) auf dann 444 €.

    Wie man gesehen hat, war dem Mieter eine Mieterhöhung um 30 € nicht zu bescheiden um dagegen irgendeinen Schwachsinn vorzubringen. Hätte der Mieter einen Rest an Verstand, hätte er bei einer niedrigen Miete - die vergleichbaren Wohnungen sollen 100 € mehr kosten - einer Mieterhöhung um 30 € sofort zustimmen müssen. Damit wäre die nächste Mieterhöhung erst 15 Monate später wieder möglich gewesen.
     
  4. #3 Chefscout, 02.09.2008
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    Ich danke schon mal für die Auskunft! Ich wollte mich nicht rechtfertigen sondern nur meine Beweggründe darlegen.

    Ich werde mich jetzt mal darum kümmern. Meine Großeltern möchten die Wohnung am liebsten verkaufen, aber sowas kann sich ja ziehen. Deshalb werde ich jetzt erstmal einen Brief für den Mieter aufsetzen, wenn ich die Vergleichsmieten zusammen habe!

    Danke nochmal. Ich werde mich melden wenn ich weitere Fragen habe.

    Grüße
    Rene
     
  5. #4 lostcontrol, 03.09.2008
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    damit solltest du aber auf keinen fall argumentieren - verwaltungskosten dürfen nämlich nicht umgelegt werden.
    der ausdruck "umlage" ist für eine erhöhung der kaltmiete auch falsch.
    bitte bei der wortwahl aufpassen, das könnte sonst ärger geben (der mieterschutzbund betrachtet sowas als gefundenes fressen).

    *lol* - ja klar, und wenn er sich ein klavier in die bude stellt oder einen designer-schrank, dann verlangt er demnächst noch 'ne mietkürzung oder was?
    was er sich in die bude stellt ist ja wohl sein bier.
    wegen der küche im keller würde ich mal kontrollieren ob die da nicht womöglich feucht werden kann. sowas muss angemessen gelagert werden!
    weiss der mieter dass er beim auszug die alte küche wieder perfekt einbauen lassen muss?
     
  6. #5 Chefscout, 04.09.2008
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    Hallo zusammen!
    Ich habe jetzt von der Verwaltungsgesellschaft eine Vergleichsmietenaufstellung bekommen.

    Dort ist zu lesen das es einen Spread zwischen den Mieten gibt von 255,65€ (sehr seltsam) und 505€. Ich habe insgesammt eine Aufstellung von 22 Mieten (16 Mieten liegen über der die mein Großvater derzeit nimmt) . Ich habe jetzt mal die beiden höchten und die beiden niedrigsten Mieten rausgestrichen und dann einen durchschnnitt ausgerechnet. Dieser liegt dann bei 414,73€ . Das würde ich sagen wäre eine faire Miete, im Gegensatz zu den derzeitigen 370€.

    Wie gehe ich jetzt am besten vor? Wie begründe ich eine Mieterhöhung so das die Wahrscheinlichkeit am geringsten ist einen Fehler zu machen. Gibt es noch Links zu Erläuterungen die mir helfen? Ich danke im Voraus.

    Grüße
    Rene
     
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