Mieterhöhung wird vom Haus&Grund Anwalt falsch ausgefüllt

Diskutiere Mieterhöhung wird vom Haus&Grund Anwalt falsch ausgefüllt im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; hallo zusammen, das Schreiben an die Mieter wurde nicht an das Ehepaar adressiert sondern nur an den Ehemann adressiert. Der Mietvertrag wurde...

  1. #1 Koslowski, 30.04.2019
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    hallo zusammen,

    das Schreiben an die Mieter wurde nicht an das Ehepaar adressiert sondern nur an den Ehemann adressiert. Der Mietvertrag wurde mit dem Ehepaar In der Einleitung abgeschlossen aber nur vom Ehemann unterschrieben. In der Berufung vor dem Landgericht wurde die Erhöhung verworfen. Schaden fast 1300€. Ist der Anwalt für den Schaden verantwortlich?

    Danke für Eure Einschätzung
     
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  3. Andres

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    Damit ist zumindest ein Stück weit fraglich, wer nun eigentlich Vertragspartei geworden ist. Ob der Abschluss eines Mietvertrags ein Fall für § 1357 BGB ist, wird in der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt. Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für Anwaltshaftung. Ursächlich für das Problem ist nämlich die Schludrigkeit bei Abschluss des Vertrages, aus der eine unklare Situation entstanden ist.


    Mit welcher Begründung? Damit ein Anwalt haftet, muss sein Fehler ursächlich für das Unterliegen gewesen sein. Umgekehr formuliert: Ohne den Fehler des Anwalts hätte man gewonnen! Das ist allgemein eine sehr hohe Hürde, denn wer kann schon den Ausgang eines Verfahrens vorhersagen? Darüber hinau genügt es also nicht, dem Anwalt einen Fehler nachzuweisen. Es wäre zusätzlich auszuräumen, dass man den Prozess aus anderen Gründen womöglich verloren hätte. Daher die Frage nach der Begründung.

    Hier kommt zusätzlich noch die Frage ins Spiel, ob der Anwalt überhaupt einen Fehler gemacht hat oder lediglich den ihm vorgelegten Sachverhalt anders bewertet hat, als es das LG getan hat.


    Danke für die Steilvorlage: Nein, verantwortlich für den Schaden ist derjenige, der beim Vertragsschluss im Wachkoma war. Wer haftet, ist aber eine andere Frage.
     
  4. #3 Koslowski, 01.05.2019
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    Danke für die Kommentare.

    Könnte man aber nicht sagen: "Wäre die Mieterhöhung direkt an das Ehepaar adressiert worden, sicher ist sicher, dann wäre es auch nicht zur Berufung durch die Gegenseite gekommen?" Mein Anwalt hätte doch wissen können, wie unterschiedlich die Sache bewertet wird? Das Amtsgericht hatte die Mieterhöhung ja schon durchgewinkt.

    viele Grüße und danke
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 01.05.2019
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    Warum hast du nicht für Klarheit VOR der Mieterhöhung gesorgt? Der Vertrag war doch bei deinen Unterlagen.

    Vor dem Anwaltsschreiben hättest du jederzeit um die Unterschrift der Ehefrau oder Korrektur der Vertragspartner den Mieter bzw. die Eheleute bitten können.
    Vor der Mieterhöhung hätten die Eheleute den Hintergrund vermutlich gar nicht mitbekommen.
    Jetzt ist der Zug abgefahren und du suchst die Schuld bei Anderen.

    Du hast auch gepennt bei der Durchsicht der Verträge.
    Das ist nicht toll, kann aber wirklich Jedem passieren. Den großen Aufstand deswegen machen lohnt aber vermutlich nicht.
    Bring den Vertrag irgendwie in Ordnung in der Form, das wirklich alle Vertragspartner unterschreiben oder die Ehefrau aus dem Vertrag entfernt wird.

    Theoretisch geht das problemlos. Praktisch musst du das u.U. einklagen.


    Nein wissen kann das auch ein Anwalt nicht, nur vermuten. Wäre klasse, wenn man immer den Ausgang von Prozessen so einfach per Runenwurf, Orakel befragen, Ahnen anrufen... vorhersagen könnte.


    Betrachte die missglückte Mieterhöhung als Lehrgeld.
    Es wird nicht der einzige Fehler bleiben, der dir in deinem Vermieterleben passiert.
    Die gute Nachricht: in den meisten Fällen kann man sich mit den Mietern ohne Anwälte und Gerichte einigen.
     
  6. Andres

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    Dann kann genau das gleiche passieren: Die Mieterhöhung wird von jemandem gefordert, der nicht Vertragspartei ist, nämlich von beiden Ehepartnern gemeinsam. Das funktioniert auch nicht.

    Man kommt bei der Gestaltung des Erhöhungsverlangens nicht daran vorbei, sich festzulegen, wer denn nun Vertragspartei ist. Der Anwalt hat sich für eine von zwei möglichen Varianten entschieden. Ein Amtsrichter ist dieser Entscheidung sogar noch gefolgt! Das spricht doch sehr gegen eine Haftung des Anwalts.


    Naja, ganz so unbedarft sind dann doch nicht alle ...
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 01.05.2019
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    Geht ja nicht um unbedarfte Mieter oder nicht, sondern Klarheit schaffen.
    Ist aber sicherlich eine Frage wie man das einem Mieter verkauft...
     
  8. Andres

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    Was ich damit meinte: Wenn in einem schon eine Zeit lang (mindestens 1 Jahr, sonst ja kein Erhöhungsverlangen) der Vermieter plötzlich ankommt und weitere Unterschriften haben will, glaube ich doch, dass nicht jeder Mieter einfach unterschreibt, was man ihm vorlegt.

    Gutes Stichwort: Wenn das im Rahmen eines "Hausbesuchs" passiert, würde ich mir mal verstärkt Gedanken darüber machen, ob so eine Unterschrift ein Rücktrittsrecht auslöst. Darüber wurde dann garantiert nicht korrekt informiert und welche Folgen das auf die Rechtssicherheit hat ...

    Ich verstehe schon, was du sagen willst und grundsätzlich stimme ich dir auch zu: Diese Unklarheit sollte man wenigstens auszuräumen versuchen. Ich halte nur die nachträgliche Unterschrift auf einer älteren Vertragsurkunde für einen ziemlich ungeeigneten Weg, das zu erreichen.
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 01.05.2019
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    Naja JETZT noch versuchen eine Unterschrift auf den alten Vertrag zu bekommen... halte ich auch für eine ziemlich blöde Idee im Selbstversuch.
    Das hätte früher geschehen müssen, lange vor dem Mieterhöhungsversuch.
    Wobei selbst das prinzipiell möglich wäre. Für juristisch eindeutig und korrekt, ist noch der Gang zu den Fachleuten dringend anzuraten.
    Die Mieter sind inzwischen ja bestens informiert und die Situation ziemlich verfahren. Auf guten Willen kann man vermutlich nicht mehr hoffen.
     
  10. Pitty

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    Jetzt kann man nur noch ein neues Mieterhöhungsverlangen an beide Parteien raus schicken und es als Lehrgeld abhaken.

    Sie einfach nach vorne und nicht zurück.
    Du bekommst ein immer eine Klageabschrift. Da hättest auch Du den Fehler sehen können.
     
  11. dots

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    Auch an die Partei, die den Vertrag nie unterschrieben hat?
     
  12. Olbi

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    Ist doch richterlich geklärt!
     
  13. #12 Koslowski, 02.05.2019
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  14. #13 Koslowski, 02.05.2019
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    das leuchtet mir ein, jetzt habe ich es verstanden, danke
     
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