Mieterin hat Schlüssel abgebrochen - wer ist zuständig?

Dieses Thema im Forum "Kleinreparaturen" wurde erstellt von CBT, 18.05.2015.

  1. CBT

    CBT Neuer Benutzer

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    Liebe Vermieter,

    ich habe hier einen ganz speziellen Fall...

    Meine Mieterin hat letztes Jahr in der gemeinschaftlichen Haustüre (nicht die Wohnungstür) einen ihrer Schlüssel abgebrochen. Der Schlüssel steckte im Schloss und ließ sich nicht entfernen. Sie fragte den gerade anwesenden Hausmeister um Hilfe. Dieser hat sich insgesamt ca. 2,5 Stunden mit dem Schloss beschäftigt - ohne Erfolg. Er baute das Schloss aus, brachte es zu einem Schlüsseldienst der den Schlüssel entfernen konnte. Anschließend wurde das Schloss wieder eingebaut.

    Der Hausmeister hat für seine Dienste der Hausverwaltung 166,60 in Rechnung gestellt. Rechnung lautet auch auf die Hausverwaltung.
    Arbeitszeit Hausmeister: 2,5 h à 29,00 € / Gesamt 72,50 €, Kosten Schlüsseldienst 67,50 €.
    Summe 140 € zzgl. 26,60 Mwst. = 166,60 €
    Die Hausverwaltung hat daraufhin meine Mieterin aufgefordert, diese Rechnung zu begleichen.
    Sie weigert sich zu zahlen mit der Begründung das sie nicht zuständig ist.

    Jetzt hat die Hausverwaltung die Rechnung zu mit geschickt, dass ich zahlen soll.

    Jetzt meine Fragen dazu:

    Bin ich in der Pflicht diese Rechnung zu bezahlen? Das Haus/die Wohnanlage ist 12 Jahre alt und
    die Haustüre ist Gemeinschaftseigentum. Jedem anderen Mieter hätte dasselbe passieren können.

    Ich habe nicht beauftragt, ich habe von der Sache erst erfahren, als mir die Hausverwaltung mitteilte, dass meine Mieterin nicht zahlen will. Der Hausmeister wird übrigens auch von der Eigentümergemeinschaft bezahlt. In diesem Fall wird ja dann 2 x für ihn bezahlt. Sein Honorar, was er sowieso jeden Monat erhält plus zusätzlich diese Rechnung, ist das rechtens?

    Wer ist zuständig? Die Eigentümergemeinschaft? Die Mieterin? Ich als Eigentümer?

    Wäre sehr dankbar, wenn jemand Licht ins dunkle bringen würde...

    Danke und viele Grüße,
    CBT
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 18.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2015
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi CBT,

    grundsätzlich hafte derjenige, der den Schaden verursacht hat.

    Natürlich wird die Hausverwaltung versuchen über den Eigentümer gehen, wenn sie beim Mieter nichts erreicht. Ändert aber am eigentlich nichts, der Mieter hat den Schaden verursacht, also ist er auch letztlich haftbar dafür, auch wenn du es als Eigentümer ggf. vorab zahlen darfst/musst (hier bin ich mir aber nicht sicher, wie die Rechtslage dazu ist - hab keine Eigentumswohnung, zum Glück).

    Als Eigentümer würde ich auf jeden Fall den Hausmeister nicht bezahlen, weil du den nicht beauftragt hast was zu reparieren bzw. zu probieren in dem Umfang. Das war wenn schon, dann der Mieter der den Hausmeister hier beauftragt hat. Wenn überhaupt würde ich als Eigentümer nur den Schlüsseldienst zahlen und diese Kosten würde ich dann weiter reichen an deinen Mieter der das verursacht hat. Die Rechnung vom Hausmeister muss m.E. die Hausverwaltung direkt vom Mieter sich holen und als Mieter würde ich die 2 1/2 Stunden auf jeden Fall ankreiden, denn das er für`s probieren Geld haben will, war dem Mieter sicherlich auch nicht bekannt und 2 1/2 Stunden für`s ausbauen ist m.E. übertrieben, denn das hätte jeder Schlüsseldienst schneller hinbekommen.
     
  4. #3 F-14 Tomcat, 18.05.2015
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    Hallo CBT

    ich tippe darauf das die Hausverwaltung es aus den Rücklagen heraus bezahlen muss

    Der Vermieter haftet Verschuldensunabhängig, da es sich hier aber um Gemeinschaftseigentum handelt wäre mE die WEG der Ansprechpartner
    (hier bin ich mir aber nicht sicher, wie die Rechtslage dazu ist - hab keine Eigentumswohnung, zum Glück)

    Die Mieter haften hier mE nur wenn ihnen ein fehlerhaftes bzw. Grob fahrlässiges verhalten nachgewiesen werden könnte.
    Der Mieter wird generell die schuld abstreiten und ggf. sagen das schloss hat geklemmt.
     
  5. #4 F-14 Tomcat, 18.05.2015
    F-14 Tomcat

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    das würde ich so nicht sagen

    166 € für einen Schlüsseldienst ist mE akzeptabel

    Bei uns verlangen die 50 € für die Anfahrt und 50 € für den Notdienst + Reguläre Arbeit
     
  6. #5 Pharao, 18.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2015
    Pharao

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    Hi,

    und bei uns bieten die das zum Teil zum Festpreis an und da hab ich schon wesendlich günstigere Angebote gehabt (auch wenn`s da um Türöffung giehn und nicht um reparieren vor Ort). Mal ganz abgesehen davon, das die Anfahrtskosten m.E. etwas mit dem Weg zu tun haben. Bei uns ist der nicht soweit, das dieser gleich 50€ ausmachen würde.
     
  7. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    Das Schloss bzw. Türzylinder dürften unstrittig Gemeinschaftseigentum sein und somit sind die Kosten von der WEG zu tragen.
    Zur Frage ob der HM seine Arbeitszeit in Rechnung stellen darf oder ggf. sogar muss lässt sich dem HM-Vertrag entnehmen.
    Vielfach wird dies der Fall sein, da es sich um eine Reparatur handelt und somit nicht nach BetrKV umlagefähig ist.
    Diesen Schaden kann die WEG natürlich beim Verursacher geltend machen. Desweiteren ist sogar denkbar das der Eigentümer trotzdem haftet. Das wäre dann der TE/GO zu entnehmen.

    VG Syker
     
  8. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    warum sind die Kosten von der WEG zu tragen? Also wenn bei mir ein Mieter seinen Schlüssel (Schließanlage und kein WEG) abbricht, dann wird der Mieter auch von mir zu Kasse gebeten. Klar, wenn sich kein Schuldiger finden lassen würde bzw. den Mieter keine Schuld trifft, dann würde ich auch hier WEG (bzw. ohne WEG dann Eigentümer) sagen, aber so .... :?
     
  9. peewee

    peewee Erfahrener Benutzer

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    Wie ist die Rechtslage, wenn der Schlüssel abbricht?

    Bricht dem Mieter ein Schlüssel ab, so kommt es wiederum darauf an, ob der Mieter sorgfaltswidrig gehandelt hat. Normalerweise bricht ein Schlüssel wegen Abnutzung und Materialermüdung ab, die der Mieter nicht zu vertreten hat. Das Amtsgericht Halle (Saale) hat dies in einem Prozess bestätigt, indem der Vermieter gegenüber dem Mieter Schadensersatz gem. § 280 BGB wegen eines abgebrochenen Briefkastenschlüssels forderte. Das Amtsgericht führte dazu aus, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung ein Schlüssel meistens wegen Materialermüdung abbricht. Allein die Tatsache, dass der Schlüssel abgebrochen ist, deutet nicht darauf hin, dass der Mieter gegen seine Obhutspflicht verstoßen hat. Weil dem Mieter auch kein fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln in Hinblick auf seine Verpflichtung, die Mietsachen pfleglich zu behandeln gemacht werden konnte, verneinte das Gericht einen Schadensersatzanspruch des Vermieters (Urteil v. 17.03.2009, Az.: 93 C 4044/08).

    Quelle: Anwalt.de
     
  10. Andres

    Andres
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    Wahnsinnig clevere Idee, einen Beitrag von einer juristischen Seite zu klauen. Gemeldet.

    In der Sache aber völlig richtig: Dem Mieter (oder dem Wohnungseigentümer bzw. jedem anderen, den man zur Kasse bitten will) wäre Verschulden nachzuweisen. Das wird im Regelfall nicht gelingen - wie sollte es auch? Also bleibt der Eigentümer der Sache auf seinem Schaden sitzen. Das ist in diesem Fall die Gemeinschaft.

    Ob der Hausmeister diese Arbeitszeit zusätzlich abrechnen darf, hängt von seinem Vertragsverhältnis zur Gemeinschaft ab.

    Unabhängig von rechtlichen Fragen, sollte man dem Hausmeister vielleicht mal ein kleines Impulsreferat zum Thema "Kosteneffizienz" halten. Auch wenn es nicht mit jedermanns Ego vereinbar ist, kommt es meist zumindest auf lange Sicht billiger, Dinge von Leuten erledigen zu lassen, die vom Fach sind. Bei denen ist zwar der Stundensatz höher, dafür erreichen sie in weniger Zeit ein besseres Ergebnis als der geneigte Selbstpfuscher.
     
  11. Roman

    Roman Neuer Benutzer

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    Warum der Schlüssel abgebrochen ist, lässt sich eh nicht zweifelsfrei sagen.
    Tatsache ist, das die Mieterin einer anderen Person ein Schaden zugefügt hat ( sicher nicht mutwillig ).
    Dann ist das meiner Meinung nach ein Haftpflichtschaden.
    Wenn die Mieterin eine solche Versicherung hat, wäre es zumindest ein Versuch wert.
    Was die Kosten für den Hausmeister angeht sehe ich aber eher keine Chance.
    Da muss man mal in dessen Vertrag schauen, ob das auch zu seinen Aufgaben gehört.
    Roman
     
  12. Andres

    Andres
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    Bitte den Sachverhalt nicht mir der Versicherungsfrage verwässern. Haftbar macht man sich, wenn man schuldhaft (das ist etwas völlig anderes als mutwillig) handelt. Daran fehlt es hier.
     
  13. #12 F-14 Tomcat, 22.05.2015
    F-14 Tomcat

    F-14 Tomcat Erfahrener Benutzer

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    Haftpflichtschaden bedeutet Mann ist Verpflichtet für den angerichteten schaden zu Haften

    eine Haftpflichtversicherung Haftet für den Versicherten und auch dann nur wenn der Versicherte Haften müsste.

    Die Haftpflichtversicherung wird alles unternehmen um sich und zugleich ihren Versicherten vor einen Schaden Ersatzanspruch zu bewahren, und man selbst als versicherter ist verpflichtet bei der Aufarbeitung und bei der Abwehr der Schaden Ersatzansprüche mitzuwirken. Gibt man die Schuld an dem Schaden Pauschal zu oder Wirkt nicht mit verliert Mann ggf. den Versicherungsschutz. Macht man falsche angaben zum Nachteil der Versicherung macht man sich ggf. des Versicherungsbetruges strafbar.

    Da hier die Haftpflichtversicherung alle fäden in der hand hätte und ziehen würde und man nicht beweisen kann das der Schlüssel Schuldhaft abgebrochen wurde hat man so gut wie keine Chance


    Ps. Ich erlebe es gerade meine Haftpflichtversicherung Streitet gerade einen Schaden Ersatzanspruch für mich ab –> und ich Liefere Munition
     
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