Mieterkündigung bei befristetem Mietvertrag

Diskutiere Mieterkündigung bei befristetem Mietvertrag im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, kurz zu meiner aktuellen Situation: Ich beginne im Juli ein auf 18 Monate befristetes Arbeitsverhältnis und muss hierfür...

  1. Toyora

    Toyora Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    kurz zu meiner aktuellen Situation:
    Ich beginne im Juli ein auf 18 Monate befristetes Arbeitsverhältnis und muss hierfür umziehen.
    Die Wohnungssituation am zukünftigen Arbeitsort ist relativ hart.
    Ich habe eine "Wohnen auf Zeit"-Wohnung gefunden, die sehr günstig und schön ist und die ich demnächst besichtige. Meine anfängliche Freude, dass die Wohnung komplett möbliert und sogar für exakt den Zeitraum meines Arbeitsvertrags verfügbar ist, wurde dann vorhin gedämpft, als ich feststellen musste, dass man als Mieter mit befristetem Mietvertrag einen erheblichen Nachteil gegenüber einem "normalen" Mietvertrag hat: Die Bindung.

    Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass mir innerhalb der 6 Monate Probezeit gekündigt wird, aber das kann man ja nie sicher im Vorfeld sagen. Vielleicht werde ich auch vom Arbeitgeber an einen anderen Ort versetzt oder kündige den Arbeitsvertrag - aus welchen Gründen auch immer - von mir aus.
    Wie gesagt, es ist unwahrscheinlich, aber alles möglich.

    Als Berufseinsteiger wäre es für mich in einem dieser Fälle hart, wenn ich an einen anderen Ort ziehen müsste, dort eine neue Wohnung anmieten und zusätzlich noch die Miete der "alten" Wohnung bis zum Ende der Vertragslaufzeit zahlen müsste.

    Ich würde diese Situation am Ende der Wohnungsbesichtigung direkt und offen mit dem Vermieter klären.
    Vorher würde ich aber gerne wissen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.

    1. Kündigungsklausel
    Falls sich der Vermieter darauf einlässt: Ist eine "Kündigungsklausel", in der eine 3-monatige Kündigungsfrist trotz befristetem Mietvertrag eingeräumt wird, wirksam?

    ... mit Kündigungsgrund "neuer Arbeitsort"
    Falls dem Vermieter eine generelle Kündigungsmöglichkeit zu risikoreich ist: Ist das Sonderkündigungsrecht, dass nur gekündigt werden kann, wenn der Mieter aufgrund eines neuen Arbeitsortes umziehen muss, wirksam?
    2. Mehrere kurze befristete Mietverträge
    Ist bestimmt rechtlich gesehen in Ordnung, aber lässt sich ein Vermieter darauf ein? Ich meine damit z.B. 3 befristete Mietverträge über jeweils 6 Monate.


    Gibt es noch andere Möglichkeiten, mit denen ich aus dem befristeten Mietvertrag rauskäme, falls ich schon nach kurzer Zeit wieder umziehen müsste?

    "Auf gut Glück" möchte ich so einen befristeten Mietvertrag nicht eingehen und mich so langfristig binden. 18 Monate sind zwar für einen Vertrag nicht unbedingt lange, für mich als Berufseinsteiger wäre das aber trotzdem viel Geld, das ich eventuell unnötig zahlen müsste.

    Auf einen Aufhebungsvertrag oder darauf, dass der Vermieter Fehler im Mietvertrag (z.B. fehlende Begründung für das befristete Mietverhältnis) gemacht hat und dieser dadurch unbefristet wird, möchte ich es nicht drauf ankommen lassen.


    Vielleicht ist das für den Vermieter auch gar kein Problem und ich mache mir jetzt unnötig Sorgen, aber ich möchte beim Besichtigungstermin einfach wissen, welche Möglichkeiten es gibt.
    Falls jemand Erfahrungen hat, freue ich mich natürlich, diese zu hören.

    Falls das alles nichts bringen sollte, muss ich halt doch vom befristeten Mietvertrag abkommen, auch wenn er mir sonst einige Vorteile bringen würde.

    Danke!
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 20.05.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Das ist eine reine Frage der Vertragsgestaltung.
    Wenn sich ein Vermieter darauf einläßt, kann auch eine Kündigungsfrist von z.B. 1h für Mieter vereinbart werden. (Ok, dieser VM wäre wohl volltrunken bei der Vertragsunterschrift.)

    Ich finde es ja gut, dass du dir Gedanken machst, aber zuviel Gedanken bremsen dich eher aus.
    Jedes Wenn und Falls wirst du nicht für dich allein optimal Lösen können, denn Vermieter versuchen genau das Gleiche.
    Ein Restrisiko wird bleiben. Damit sind aber schon zig Leute vor dir fertig geworden.

    Also rede mit den Leuten, sei Kompromissbereit, dann findet sich eine Lösung.
    Vermieter sind ja auch nicht pauschal nur absolut profitgierige Sturköpfe. Die meisten privaten Vermieter haben auch eine gewisse soziale Ader (sofern sie es sich leisten können), nur solltest du die nicht überstrapazieren. Dein zukünftiger VM ist ziemlich sicher nicht darauf aus dein persönlicher Wohltäter zu sein, sondern will mind. nicht draufzahlen.


    Alternative:
    Trenne dich vom Gedanken jetzt eigene Wohnung und switche auf WG, Zimmer zur Zwischenmiete, Pension, Jugendherberge, ... .
    Evt. musst du während der 18 Monate umziehen, minimierst aber dein finanzielles Risiko, da Zimmer i. d. R. günstiger sind als Wohnungen.
     
  4. #3 Toyora, 20.05.2019
    Zuletzt bearbeitet: 20.05.2019
    Toyora

    Toyora Neuer Benutzer

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    Danke @ehrenwertes Haus
    War mir mit der Kündigungsfrist nicht sicher, weil in anderen Foren diskutiert wird, dass durch so eine Klausel ja der Sinn eines befristeten Vertrags verloren geht.

    Ja, mache mir wahrscheinlich wirklich zu viele Gedanken.
    Die Vermieter scheinen ganz nett zu sein, zumindest haben sie sich über das Telefon so angehört.

    Zweck einer Besichtigung ist ja nicht nur für mich als Mieter, die Wohnung zu inspizieren, sondern der Vermieter möchte ja auch mich als Mieter inspizieren.
    Wenn man sich gut versteht, findet sich da ja bestimmt eine Lösung.

    Da die Mindestmietdauer mit 4 Monaten angegeben ist, hat sich der Vermieter ja bestimmt sowieso schon darauf eingestellt, dass er innerhalb der 18 Monate, in denen die Wohnung verfügbar ist, noch eventuell mindestens einen anderen Mieter suchen muss.
    Außerdem würde auch ich ihm entgegenkommen, indem ich noch einen Monat länger anmieten würde, als mein Arbeitsvertrag eigentlich läuft, da der Vermieter ein hohes Risiko sieht, dass die Wohnung bei Mietdauer bis Dezember im darauf folgenden Januar leer steht, weil er keinen Mieter findet.

    Insofern kann es sein, dass ihm auch eine Kündigungsmöglichkeit ein zu hohes Risiko darstellt, aber das lässt sich bestimmt am besten vor Ort klären.

    Wirklich komisch kommt mir aber vor, dass der Vermieter befürchtet, dass man nach mir keinen neuen Mieter im Januar findet (obwohl im Inserat angegeben ist, dass die Wohnung bis Dezember 20 verfügbar ist und bis dahin würde ich sie auch anmieten). Wenn ich nicht falsch liege, bedeutet das doch, dass der Vermieter gar keinen Grund für eine befristete Vermietung hat und der Vertrag anfechtbar wäre?

    Aber wie gesagt, an gerichtliche Vorgehensweisen möchte ich vor dem Unterzeichnen des Vertrages gar nicht erst denken, denn dann wäre das mit Sicherheit auch nicht der richtige Vertrag für mich.



    Zur Alternative: Danke für den Hinweis, aber für mich sind das leider keine wirklichen Alternativen. Ich habe mir schon während meines Dualen Studiums den Luxus (zumindest Luxus für einen Studenten) zweier 1-Zimmer-Wohnungen mit jeweils 40 qm gegönnt und kann mir jetzt im Berufsleben noch weniger vorstellen, auch noch im Feierabend keine Ruhe zu haben, indem man WG-Tätigkeiten übernehmen muss, kein eigenes Bad oder Küche oder Lärm in der Jugendherberge hat.
    Flexibler wäre ich damit natürlich in Bezug auf die Kündigung, aber dann doch lieber eine "normale" Wohnung und eben kein befristeter Mietvertrag.
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 21.05.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Das kann dir monentan völlig egal sein.
    Zuerst brauchst du ein Dach überm Kopp. Ohne Vertrag sind alle Gedanken zu den rechtlichen Bedingungen, die für oder gegen eine Befristung von Vermieterseite sprechen, ungelegte Eier. Darüber kann man sich einen Kopf machen, wenn das Thema für dich wirklich akut wird.
     
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  6. SLave

    SLave Benutzer

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    Moin Toyora,

    wieso suchst du nicht beim Treffen mit den Vermietern das Gespräch und erklärst Ihnen deine Situation. Erklärst welches Risiko bzw welche Bürde du auf dich nimmst um den Job entsprechend zu realisieren. Vorschläge zur Kündigungsfrist könnte man dann insoweit ausarbeiten das man sich auf Folgendes verständigt:
    18 Monate Vertrag, vorzeitige Kündigung Möglich (Frühestens nach Monat X) wenn Kündigung durch den Arbeitgeber und + einen Monat Mietzahlung und
    so wäre dein Risiko ein überschaubares und du könntest Vorsorglich Geld besieite legen für den Fall der Fälle, wenn nicht, dann dir was schönes kaufen :)
    Der Vermieter hätte auch eine "Sicherheit" und die Nachmietersuche mit einem Monat sollte für Gewöhnlich auch gedeckelt sein.

    Nur mal so ne Idee wie ich es evtl. machen würde, in deiner Situation.

    LG

    Slave
     
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