Mieterschikane wgn Besichtigung

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Margarete, 09.10.2013.

  1. #1 Margarete, 09.10.2013
    Margarete

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    Vermiete ein Reihenhaus und erwäge es jetzt zu verkaufen. Hierzu benötige ich eine Vorabbesichtigung um das Haus einschätzen zu können. Bemühe mich nun seit 4 Wochen höflichst einen Termin zu bekommen (ja kein Streit...). Der Mieter ist für mich weder telefonisch noch per Fax, sondern nur postalisch zu erreichen. Er teilt mir hingegen per Fax und auf Anrufbeantworter mit, dass er mir irgendwann einen Termin durchgeben würde. Nachdem ich ihm nun postalisch mitgeteilt habe, dass er aufgrund der Rechtsprechung und auch aufgrund seines Mietvertrages zur Einräumung von Terminen verpflichtet ist, teilte ich ihm einen Termin (+ Alternativtermin) mit. Diesem wiedersprach er und setzte eigenen Termin mit Auflage, dass ich nur mit Mundschutz, ausgezogenen Straßenschuhen und Desinfentionsmittel an den Händen zur Besichtigung kommen dürfe.
    Versuchte vor 10 Jahren schon einmal einen Termin zu bekommen, und hatte das gleiche Theater.
    Wenn der Mieter etwas benötigt (Installateur etc.) muss alles immer ganz schnell gehen und natürlich ohne Mundschutz etc.
    Klar, kann eine einstweilige Verfügung erreichen. Aber kann mir jemand Tricks und Erfahrungen nennen, mit denen er die Mieter zur Vernunft brachte?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 09.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 09.10.2013
    Pharao

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    Hi,

    das der Mieter nur per Post erreichbar ist oder ungelegene Termine absagen kann und ggf. selber einen Alternativtermin anbietet, soweit ist ja alles noch in Ordnung, auch wenn`s umständlich bzw ärgerlich ist.

    Allerdings bezweifle ich etwas, das der Mieter hier solche Vorschriften machen kann a´la Mundschutz, ect, wenn es dafür nicht wirklich einen vernünftigen, nachvollziehbaren Grund gibt. Denn erstmal klingt das wirklich nach reiner Schikane.

    Wenn der Mieter hier einfach nicht mitwirken will (aus was für einen Grund auch immer), dann kannst du letztlich nur den Rechtsweg bestreiten. Vielleicht hilft ja der Hinweis, das solche Kosten vermeidbar wären.

    Im besten Fall, falls der Mieter sich noch öfters weigern sollte oder ggf. weiterhin alles so erschwert, kann das für dich aber auch bedeuten (nach voriger Abmahnung natürlich), das du ggf. dem Mieter kündigen kannst. Hierzu musst du allerdings Nachweisen, das deine (Zitat) "Rechte am Eigentum durch die Verweigerung der Besichtigung in erheblichem Maß verletzt sind und weitere Umstände vorliegen, die zur Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Mietverhältnisses führen". Hier empfehle ich dir aber anwaltliche Hilfe, da ich als Laie das nicht abschätzen kann, wann dieser Fall erfüllt ist.

    Sollte der Mieter dich bzw dein Gutachter (oder wer auch immer da mitgehen soll) nicht in die Wohnung lassen, weil du bei dem Termin keinen Mundschutz, ect hast (und ich davon ausgehe, das der Mieter das nicht fordern kann/darf), dann kann sich der Mieter Schadensersatzpflichtig machen, soweit hier ein Schaden entsteht zB Anfahrtskosten des Handwerker, ect.
     
  4. #3 Papabär, 09.10.2013
    Papabär

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    Na, auf langfristige Sicht kann man ihn aber so mit seinen eigenen Waffen schlagen. :50:

    Naturgemäß geht leider nie etwas kaputt, wenn man´s braucht.



    Hm, ... wenn es nicht gerade gesundheitliche Gründe hat (derartige Überempfindlichkeiten gibt es - scheint aber hier nicht so zu sein), hört sich das in der Tat nach Schikane an ... oder nach einem Armutszeugnis. Vielleicht hilft ja ein Schreiben in der Art wie

    "Da die Wohnung offensichtlich nur mit entsprechender Schutzkleidung betreten werden kann, scheinen bei Ihnen ja derart penetrante Verunreinigungen vorzuliegen, dass von einer Beschädigung der Mietsache auszugehen ist. Ich werde daher vorab einen Kammerjäger mit der Kontrolle der Wohnung bzw. der Beseitigung vorhandener Schädlinge beauftragen müssen - die Kosten solch einer Maßnahme werde ich Ihnen sodann in Rechnung stellen müssen."


    Wobei ich mich allerdings weigern würde, die Schuhe auszuziehen ... dafür haben wir immer solche Einwegüberzieher auf den Autos. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob der Mieter so etwas fordern könnte ...

    ... falls ja, wechsel ich mal 3 Wochen lang die Socken nicht ... danach bettelt er darum, das ich die Schuhe nicht auszuziehen. :brille014:
     
  5. #4 trinchen, 09.10.2013
    trinchen

    trinchen Benutzer

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    Na ja, so selten und abwegig ist der Wunsch nach Desinfektion u. Mundschutz nicht, bspw. bei Leukämie oder immunerkrankungen. Daran würde ich mich im Zweifelsfall nicht dran aufhängen.
    Allerdings würde ich u.U. den Mieter dann auch nicht mehr mit Samthandschuhen anfassen und zb. recht lange nach einem Handwerker suchen, der diese Hygienestandards einhalten kann ;-))
     
  6. kathi

    kathi Gesperrt

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    Was ist denn so schlimm daran sich vor Betreten des Hauses die Schuhe auszuziehen, sich kurz die Hände zu desinfizieren und so einen blöden Mundschutz überzuziehen? Der kostet nur ein paar cent.
    Dass der Mieter den Verkauf ein bisschen erschweren will, ist aus Mietersicht doch verständlich, denn ein Reihenhaus ist idR kein Renditeobjekt, sondern wird vom Käufer selber bezogen. D.h. früher oder später muss der Mieter sich was Neues suchen.
     
  7. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    ich denke, wenn der Mieter wirkliche Gründe dafür hat, das es dann durchaus jeder auch Nachvollziehen kann und das ganze in einem anderen Licht da steht.
     
  8. #7 Papabär, 09.10.2013
    Papabär

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    Naja, unsere Hausmeister wurden nicht mit Sicherheitsschuhen ausgestattet, damit sie diese vor der Wohnung ausziehen. Das hat schon etwas mit Arbeitsschutz zu tun. Diese Einweg-Überschuhe sind bei uns allerdings normaler Standart - man will ja dem Mieter den Bodenbelag nicht einsauen (in einigen Wohnungen gilt die Sorge der Mitarbeiter allerding mehr ihren Schuhen).

    Das Desinfizieren der Hände und den Mundschutz halte ich jedoch (bis auf Fälle mit erhöhtem Gesundheitsrisiko) für albern - zumal ich dann Einweghandschuhe ohnehin bevorzugen würde. Was bringt es bitte, wenn ein Mitarbeiter sich vor der Tür die Hände desinfiziert um in der Wohnung dann eine Rohrverstopfung zu beseitigen.

    Da der besagte Mieter ja solche Forderungen bei Handwerkern offensichtlich nicht stellt, kann ich mir eine Immunerkrankung hier nicht vorstellen.

    Wenn der Mieter sich durch solche Albernheiten besser fühlt - und damit bei der ersten Besichtigung durchkommt, kannst Du das Spiel bei jeder weiteren Besichtigung wiederholen.
    Ich würde mir also beim ersten Mal vlt. eher einen Vollschutzanzug besorgen (die gibt´s ja auch als Einweg-Bekleidung) und demonstrativ weit vor dem Haus anziehen (die Überschuhe natürlich erst kurz vor der Tür) ... so dass die Nachbarn das auch schön mitkriegen.

    Das sollte hoffentlich genügen, um bei einer evtl. notwendigen Folgeveranstaltung vom Programm gestrichen zu werden.
     
  9. #8 Have_a_nice_day, 27.10.2013
    Have_a_nice_day

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    @kathi

    Es gibt bei Neuerwerb einen langen Kündigungsschutz - Es gelten unterschiedliche Sperrfristen, die je nach Landesregierung zwischen 3,5 Jahren und 10 Jahren variieren.

    Insofern ist die Begrifflichkeit "früher oder später" bei der Aussicht auf 10 Jahre Kündigungsschutz recht dehnbar ...

    Es ist letztlich wie immer im Mietrecht:
    Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt!

    Dann geht es nur über eine gerichtliche Klärung !

    Man(n) kann und darf sich nicht immer vorführen und zum Affen machen lassen !
    Wollen Sie sich in der Maskerade demnächst bei YouTube wiederfinden ?

    Wenn es nicht Kooperative geht, dann geht es eben konfrontative ...

    Ich kann Ihnen nur die Hilfe eines Rechtsbeistandes anraten, eines Fachanwaltes für Mietrecht um ggf. Ihre Besichtigungsrecht gerichtlich einzufordern ... ohne den Firlefanz sofern der nicht medizinisch indiziert ist !

    Selbst der "Deutscher Mieterbund e.V." schreibt:

     
  10. kathi

    kathi Gesperrt

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    Diese Sperrfristen gelten ausschliesslich für Wohnungen, die während der Mietzeit in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden. Für Wohnungen, die bereits vor Einzug eines Mieters Eigentumswohnungen waren oder gar für Reihenhäuser gibt es keine Sperrfristen, ausser den normalen Kündigungsfristen.
     
  11. #10 Aktionär, 28.10.2013
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    @Margarete:

    Wie ist/sind die Besichtigung/en denn nun verlaufen? Würde mich aus purer Neugier doch interessieren.
     
  12. #11 Have_a_nice_day, 11.11.2013
    Have_a_nice_day

    Have_a_nice_day Neuer Benutzer

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    @kathi

    Stimmt, da hast Du Recht ... Habe ich nicht berücksichtigt !
    Ich war derart "in Fahrt" - hab ich nicht mehr "gesehen" !

    Aber ... ich mach es dann gerade mal "rund":

    ... und bitte keine Diskussion bzgl. Bestandteile des Grundstücks etc. ...

    Im Gesetz sind dazu folgende Gründe benannt:

    Der Käufer kann erst "kündigen" wenn er im Grundbuch als Eigentümer eingetragen worden ist.

    Der Käufer (Vermieter) muss die Kündigung begründen ; er muss einen der anerkannten gesetzlichen Kündigungsgründe angeben (s.o.).

    Der einzige Kündigungsgrund an dem der Mieter "Eigenverantwortung" trägt ist der
    "der schwerwiegende Vertragsverletzungen" ...

    Nachstehend eine Listung der Handlungen die aLs solche "schwerwiegende Vertragsverletzungen" von Bundesdeutschen Justiz anerkannt sind (keine abschließende Listung - nur Beispiele) :

    An dieser Stelle einen kleinen Gruß an "lostcontrol" ...

    Bei einer Eigenbedarfskündigung muss der Vermieter die Person nennen, für die er die Wohnung benötigt, und einen konkreten Sachverhalt schildern, warum diese Person ausgerechnet die Mieterwohnung braucht.

    Die Kündigungsbegründung muss immer so detailliert sein, dass der Mieter nachprüfen bzw. überprüfen kann, ob eine Verteidigung gegen die Kündigung möglich und sinnvoll ist, nur die genannten Gründe die im Kündigungsschreiben angegeben sind, finden Berücksichtigung.

    Ein nachreichen bzw. hinterschieben von Gründen für eine solche Kündigung Kündigungsgründen ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn diese nach erfolgter "Kündigung" entstanden sind.

    Es sei noch darauf verwiesen, daß wenn die Kündigung für den Mieter eine besondere soziale Härte darstellt u. U. gegen die Kündigung vorgegangen werden kann ...

    ... und last but not least die angesprochenen Kündigungsfristen, sollte eine qualifizierte und korrekte Kündigung ausgesprochen werden:

    ... das heißt

    bei einer Mietdauer
    bis fünf Jahren - drei Monate,
    ab fünf Jahre bis acht Jahre - sechs Monate,
    mehr als acht Jahren - neun Monate Kündigungsfrist.
     
  13. #12 lostcontrol, 12.11.2013
    lostcontrol

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    wie komm ich denn zu der "ehre"???
     
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