Mieterwiderspruch nach Eigenbedarfskündigung

Diskutiere Mieterwiderspruch nach Eigenbedarfskündigung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo an alle ! Mein Problem ist folgendes , ich besitze ein Zweifamilienhaus , in dem beide Wohnungen vermietet sind. Alles lief ganz normal....

  1. Ubbi

    Ubbi Neuer Benutzer

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    Hallo an alle !
    Mein Problem ist folgendes ,

    ich besitze ein Zweifamilienhaus , in dem beide Wohnungen vermietet sind.
    Alles lief ganz normal. Jetzt lebe ich in Scheidung und habe nur die Mieteinnahmen als Einkünfte. Zur Zeit wohne ich bei einem Bekannten , weil ich mir keine eigene Wohnung leisten kann.
    Jetzt habe ich der unteren Mieterin wegen Eigenbedarfs gekündigt. Sie ist 40 Jahre alt , mit einer 6 Jährigen Tochter und leider Harz IV Empfängerin . Sie bewohnt eine 80qm Wohnung mit Garage und einem Garten von 800qm Fläche für eine Warmmiete von 450 Euro. Weit unter der angemessenen Miete.
    Ich habe das darmals so gedreht , daß sie die Wohnung auch vom Amt bezahlt kriegt.

    Die Kündigung ist fristgerecht ausgesprochen und auch schriftlich eingegangen.
    Jetzt hat die gute Frau einen Rechtsanwalt eingeschaltet ( Sie kriegt das ja Bezahlt ) und dagegen Einspruch eingelegt , wegen besonderer Härte.
    Sie wußte auch schon im Dez. Bescheid über mein Vorhaben.
    Im OG wohnt ein älteres Ehepaar , wo die Ehefrau schwer Krebskrank ist.
    Nach Ansicht der gekündigten Mieterin müsste auch eine Kündigung der anderen Mieter augesprochen werden , da Sie doch weniger schutzbedürftig sind , als sie.
    Ist doch lächerlich , oder ?

    Was kann ich jetzt tun ? Was kostet eine Räumungsklage ? Die ja wohl zwingend notwendig ist.
    Bitte schreibt mir schnell , ES EILT !!!

    Gruß Uwe :help
     
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  3. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Wenn das Amt erfährt, daß sie eine aleinstehende Mutter mit einem Kind in einer 80m² Bude finanzieren, wird sich das Problem möglicherweise von selbst lösen.

    Auf der anderen Seite sollte sich doch für 450€ warm irgendwo eine Wohnung finden lassen. Sie muss ja nicht gleich 80m² groß sein.

    Dann erhöhst Du im gesetzlichen Rahmen die Miete bis sie ausziehen muss.
    Das sollte langfristig die billigste Möglichkeit sein.
     
  4. Ubbi

    Ubbi Neuer Benutzer

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    Re

    Hallo ,
    hab aber keine Zeit mehr zu warten !
    Bei mir ist die Finanzielle Luft schon sehr dünn .
    Muss ich denn erst so lange warten , bis ich auf der Straße lande ?
    Die Frau muss raus !!!
    Ich krieg auch keine Hilfe von einem Amt , da ich ja angeblich Vermögend bin.
    Aber mit Backsteine kann ich aber nichts Bezahlen.

    Gruß Uwe :wand:
     
  5. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Sorry, aber wenn Du Mieteinahmen hast wo ist da das Problem?

    Auf der anderen Seite geht in der Immobilienbranche fast nix von Heute auf Morgen.

    Und was hättest Du davon wenn die raus wär und Du einziehen könnstest? 450€ weniger Einnahmen. Also irgendwie verstehe ich die Situation nicht.
     
  6. Ubbi

    Ubbi Neuer Benutzer

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    Re

    Hallo
    Ist doch ganz normal , daß ich nicht ewig bei meinem Bekannten Wohnen kann. Der hat nämlich auch noch eine Freundin und es ist wirklich nicht schön , sich da so aufzudrängen bis es knartsch gibt , oder ?
    Und Kosten entstehen ja auch für mich, ich wohne ja nicht umsonst dort . Die Kosten sind nämlich genauso hoch , als wenn ich in mein Haus einziehen würde. Zudem habe ich ja auch noch andere Sachen , die ich Bezahlen muß . Und warum soll ich mich mit der Situation zufrieden geben , das Haus ist doch meins !

    Gruß Uwe
     
  7. else

    else Erfahrener Benutzer

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    hi,
    kommt mir der gedanke ob du eine qm zahl im mietvertrag der dame angegeben hast???
    wenn ja und es sind weniger als 80qm angegeben, zimmer räumen lassen und abschliessen, oder wohnung teilen,vielleicht sucht sie dann was neues. :D
     
  8. #7 lostcontrol, 05.03.2007
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    also ich versteh das ehrlich gesagt auch nicht so ganz.
    du schreibst dass du keine anderen einkünfte ausser den mieteinnahmen hast.
    also auch kein arbeitslosengeld? kein hartz4? keine sozialhilfe?
    keine alimente vom ex?
    das kann ich irgendwie nicht so recht glauben. falls das aber wirklich so ist, dann solltest du dich schleunigst darum kümmern, dass du die gelder erhälst, die dir zustehen!!!

    und wie heizer zurecht bemerkt hat:

    du hättest dann also künftig € 450,00 monatlich WENIGER geld.
    darüber solltest du dir im klaren sein!
    wenn das ehepaar dann auch noch nur € 450,00 kaltmiete bezahlt, dann müsstest du künftig also mit € 450,00 auskommen. das ist ziemlich wenig. schon für essen und trinken ist das nicht grosszügig, aber du hast ja sicher auch noch sonstige fixkosten, von den monatlichen betriebskosten mal ganz zu schweigen...

    bietet dein bekannter dir auch 80qm für € 450,00 kalt??? wohl eher nicht.
    die einkünfte aus der vermietung dürften da doch höher liegen...

    da gebe ich dir allerdings rückhaltlos recht.
    und ich würde da ebenfalls wegen eigenbedarfs kündigen.
    allerdings solltest du dabei sehr genau auf die richtige form und formulierung achten, siehe z.b. hier:

    wenn du das alles korrekt machst, kann's zwar trotzdem 'ne ganze weile dauern, bis du wirklich da einziehen kannst, aber eine räumungsklage dauert noch länger und kommt wesentlich teurer.
     
  9. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

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    RE: Re

    Nu aber moment mal - die Eigenbedarfsbegründung ist zumindest aus diesem Thread doch so offensichtlich wie nur was. "Keine eigene Wohnung" ist doch wohl der Paradegrund, warum ein Vermieter seine eigene (aber derzeit vermietete) Wohnung in Anspruch nimmt.

    Ansonsten stimme ich überein, dass die Mieteinnahmen aus der verbleibenden vermieteten Wohnung als alleinig verbleibende Einnahmequelle eine etwas sehr dünne Lebensgrundlage sind - das Haus und die selbstgenutzte Wohnung kosten auch einiges an Unterhaltung, und irgendwas essen und trinken muss der Mensch ja auch noch.

    So sehr man über die Hartz-IV-Regelungen streiten kann, würde ich mich hier doch mal schlau machen, ob es nicht trotz "Vermögen" eine Unterstützung geben kann - sofern die Wohnung selbst genutzt wird und damit die Wohnkosten schonmal flach fallen. Das, was dann aus der Miete eingenommen wird, wird sicherlich nach Abzug aller Kosten nicht den Level von Hartz IV erreichen, und dann muss die Differenz doch irgendwie getragen werden. Auf der anderen Seite wäre die Veräußerung der selbstgenutzten Immobilie aber evtl. eine unangemessene Härte.

    Genau kann das aber nur das Amt feststellen und mitteilen. Solcherlei Fragen kosten aber nichts (ausser vielleicht ein wenig Überwindung), eine positive Antwort räumt aber viel Ärger aus dem Weg.
    Ob sich die Frage der "weg-sollenden" Mieterin auf dem Weg gleich mit sortieren lässt - warum eigentlich nicht?

    Nebenbei beneide ich Dich, Uwe, nicht - die Entscheidung zwischen einer Mutter mit Kind und einem älteren Ehepaar mit schwerer Erkrankung nach geringerer oder höherer Schutzbedürftigkeit möchte ich auch nicht treffen müssen. Egal wie Du entscheiden würdest, es würde immer jemanden geben, der Dir erzählt, Du hättest es andersherum machen müssen. Der einzig richtige Aspekt ist in der Tat, dass Du sinnvollerweise eine Deiner Wohnungen selbst nutzen solltest. Eigenbedarf für Angehörige/Verwandte ist eine Sache, aber sein Eigentum für sich selbst nutzen zu können muss einfach in diesem Land noch möglich sein.

    Jerry
     
  10. #9 lostcontrol, 05.03.2007
    lostcontrol

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    RE: Re

    bei mir hier flattert noch ein zeitungsartikel der stuttgarter nachrichten vom 23.12.2006 rum, aus dem hervorgeht, was für algII (also hartzIV) unter "geschütztem vermögen" läuft - vielleicht interessiert das ja in diesem zusammenhang:

    das mit dem zusatz in sachen "angemessenheit" könnte hier zum fallstrick werden: wir hatten eine algII-single-mieterin, die sie von amts wegen eine neue wohnung suchen musste, weil die wohnung mit 60qm und € 350,00 als "nicht angemessen" betrachtet wurde...
    eine echte festlegung gibt es zwar bisher nach wie vor nicht, im allgemeinen wird aber als "angemessen" für hartzIV-empfänger eine wohnungsgrösse von 45qm als richtlinie hergenommen.
    die wohnung um die es hier geht, ist aber fast doppelt so gross.

    punkt 4 könnte jedenfalls ein problem werden: wenn die mieteinnahmen (ich tipp jetzt mal auf insgesamt € 900,00 wenn man selbst nicht drin wohnt) nicht für den lebensunterhalt reichen sollten (von € 900,00 kann man - wenn auch eingeschränkt - eigentlich "über die runden" kommen). bei € 450,00 mieteinnahmen (wenn man selbst eine der beiden wohnungen bezieht) sieht das schon ganz anders aus - ich behaupte dass das zu knapp ist, um davon zu leben (wohlwissend dass hartzIV noch weniger, nämlich nur € 345,00, beträgt).

    ich frage mich allerdings wie das mit punkt 2 ist - ob der ausdruck "eigenheim" auch für ein zweifamilienhaus stehen kann. dann wäre die hartzIV-variante durchaus interessant, da ja die betriebskosten vom staat übernommen würden...

    da müsste man in jedem fall also wirklich gut überlegen, was einem wichtiger ist - die schöne grosse wohnung oder die finanzen...
     
  11. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

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    RE: Re

    Du hast recht, die Wohnungsgröße und der Mieteinnahmen-Passus können hier ein echtes Problem werden.

    Wir haben selber einige Hartz-IV-Mieter, und unsere ca. 60 qm Wohnungen werden vom Amt nur für min. Einzelperson mit Kind oder aber ein Paar bewilligt, die anderen Wohnungen (38 bzw. 48 qm) gehen natürlich problemlos für Singles durch (um 3qm hat sich das Amt dann zum Glück doch nicht - das wär auch ein wenig hart am Rande...)

    "Selbstgenutzte Eigentumswohnung"... da wäre schon fast die Frage interessant, ob das Amt hier eine Teilung und Verkauf der dann noch vermieteten Wohnung als ETW vorschreiben kann, oder ob die "unangemessen große" 80qm-Wohnung für Uwe trotzdem noch ein Problem wird.

    Die Alternative kann in der Tat nur sein, die Wohnungen vermietet zu lassen und sich irgendwo selbst "angemessen" und möglichst preisgünstig Quartier zu suchen. Allerdings war für die freizukündigende Wohnung von 450 EUR incl. NK die Rede - d.h. u.U. sind dann bei beiden Wohnungen unter'm Strich nur 6-700 EUR Nettomieten drin. Das wird dann schon reichlich eng, eigentlich nicht mehr abbildbar.

    Wenn irgendwo unterm Strich noch ein bisschen Lebensqualität bleiben soll, drängt sich vielleicht doch ein Komplettverkauf der Immobilie auf? (Die Spekulationen, ob und mit welcher Aussicht stattdessen zusätzlich eine Arbeit aufgenommen werden kann und sollte, passen hier nicht hin)

    Jerry
     
  12. #11 lostcontrol, 06.03.2007
    lostcontrol

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    RE: Re

    was ich ausserdem nicht bedacht habe bei meinen überlegungen:
    hartzIV bzw. alg2 beträgt ja € 345,00.
    da wird ja vom amt davon ausgegangen, dass das für den lebensunterhalt reicht (was ich nach wie vor für irrwitzig halte - das reicht ja kaum für essen & trinken).
    wenn also bei eigennutzung der einen wohnung zusätzlich noch mieteinnahmen von € 450,00 aus der oberen wohnung vorliegen, könnte es sein, dass hartzIV garnicht genehmigt wird.
    dann hätte ubbi das problem, dass er von € 450,00 seine betriebskosten und seinen lebensunterhalt bezahlen müsste - und das wird dann wirklich ärmlich.

    zumal ich hier sowieso die befürchtung hege, dass mit € 450,00 mieteinnahmen ja auch keinerlei rücklagenbildung fürs haus möglich ist - gewisse probleme sind da vorprogrammiert...
    was wenn das dach undicht wird?
    schon kleinere reparaturen können da ein echtes problem werden.
    es stellt sich also die frage ob ubbi dieses haus überhaupt dauerhaft wird halten können...
     
Thema: Mieterwiderspruch nach Eigenbedarfskündigung
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