Mietflüchtling - Was mache ich mit dem Inventar?

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Hrothgar, 30.12.2007.

  1. #1 Hrothgar, 30.12.2007
    Hrothgar

    Hrothgar Neuer Benutzer

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    Hallo an alle. Ich hoffe ihr habt angenehme Weihnachtstage verbracht. Mein erster Beitrag hier und ich hoffe er ist in der richtigen Kategorie eingestellt.

    Ich habe folgendes Problem. Ich bin Student und zeitgleich Mitbesitzer eines Mehrfamilienhauses. Seit sieben Jahren bewohne ich mit einem ehemaligen Kommilitonen eine der Wohnungen und zahle zwangsweise auch selbst monatlich meine Miete (Hypothek). Seit Anfang November ist bei uns die Situation aufgetreten, daß mein Mitbewohner plötzlich verschwunden ist. Er zahlt keine Miete mehr, zahlt gar nichts mehr was mit der Wohnung zusammenhängt. Das Zimmer ist jedoch wie unberührt. Alles wurde stehen und liegengelassen und die Schlüssel wurden mitgenommen. Inzwischen sind zwei Monate vergangen und es ist unmöglich eine Reaktion zu erhalten. Der (ehemalige) WG-Partner reagiert weder auf Anrufe, SMS, Emails, etc. Normalerweise würde man sich jetzt schlimme Befürchtungen ausmalen. Ich kann diese aber 100%ig ausschliessen. Das zu erklären, würde jetzt auch vom Thema abweichend sein.

    Meine Frage zielt in die Richtung: Das Mietverhältnis kann, meines Wissens nach, doch nach mangelnder zweimonatiger Mietzahlung fristlos gekündigt werden. Wie verhält sich das allerdings mit dem verbliebenen Inventar? Es sind noch Möbel, wie Bett, Schrank, Schreibtisch, Nachttisch, Drucker, Klamotten, etc. unberührt vorhanden. Ab wann können diese Gegenstände entsorgt bzw. verwertet werden? Gibt es Aufbewahrungsfristen? Wenn ja, ab wann laufen diese Fristen und wie lange laufen diese Fristen? Ein weiteres Problem ist nämlich, daß ich keinerlei Anschrift ausfindig machen kann, an welche ich die Kündigung postalisch zusenden kann.

    Ich danke für jede konstruktive Antwort und wünsche schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr 2008.
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Die Aufbewahrungsfrist ist 6 Monate. Die Kü Frist bei 2 Monaten ausstehender Miete ist 3 Monate...

    Vielleicht hilft dir auch das Vermieterpfandrecht weiter. Einfach mal Googlen.
    Ist jetzt zu spät fürs denken..
     
  4. #3 Hrothgar, 30.12.2007
    Hrothgar

    Hrothgar Neuer Benutzer

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    Danke für die so schnelle Antwort zu so später Uhrzeit. Bzgl. des "Vermieterpfandrecht" habe ich mal gegoogelt. Da sich in dem Zimmer praktisch ausschliesslich Bett, Schreibtisch, Klamotten, etc. befinden, handelt es sich laut http://bundesrecht.juris.de/zpo/__811.html um ausschliesslich unpfändbare Gegenstände. Nichtsdestotrotz muss dieses Zimmer doch irgendwann leergeräumt werden können, denn der Mieter nutzt diese Gegenstände offensichtlich nicht und ich muss diesen Raum irgendwann nutzen können.

    Hinzu kommt die Tatsache, daß es sich beim Vermieterpfandrecht wohl um eine Geschichte handelt, wo es zwar auch um offene Forderungen geht, allerdings der Mieter in gewisser Weise noch kontaktierbar ist. In meinem Fall habe ich nur das beobachtete Verhalten: Verschwinden und Einstellung von Zahlungen!

    Zu den anderen Punkten:

    Ist also keine fristlose(!) Kündigung nach zweimonatigem Zahlungsverzug möglich (weil du von drei Monaten KüFrist sprachst)?

    Und gelten die sechs Monate Aufbewahrungsfrist ab Zustellung der Kündigung oder ab Beginn der Einstellung von Mietzahlungen?
     
  5. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Dass irgendwelche Gegenstände nicht pfändbar sind, ist erst mal unwichtig. Der Mieter kann die Herausgabe der nicht pfändbaren Gegenstände verlangen und bekommt diese dann auch ausgehändigt. Damit wäre der Fall erledigt.

    Das hat zunächst nichts mit dem Vermieterpfandrecht zu tun. Will man sich unanggreifbar rechtmäßig verhalten, bleibt nur der Ablauf von der fristlosen Kündigung über die Räumungsklage bis zur Zwangsräumung.
    Allerdigns gibt es auch dabei ein Problem. Eine Kündigung ist eine einseitige zugangsbedürftige Willenserklärung. Als Zustelladresse müsste wohl die Anschrift der Wohnung verwendet werden. Es bleibt damit das Risiko, dass irgendein Richter feststellt, die Kündigung wäre nicht zugegangen und das Mietverhältnis daher auch nicht beendet.


    Es geht doch letztlich überhaupt nicht um das Vermieterpfandrecht, sondern um die Herausgabe der Mietsache.
    Der Vermieter kann sein Pfandrecht ausüben zur Sicherung von Forderungen aus dem Mietverhältnis. Ob der Mieter nun zufällig kantaktierbar ist oder nicht ändert nichts am Recht des Vermieters.


    Nicht alles, was Capo so schreibt, trifft auch zu.
     
  6. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Ist natürlich richtig, dass die Kü fristlos ist. Sorry
     
  7. #6 Hrothgar, 30.12.2007
    Hrothgar

    Hrothgar Neuer Benutzer

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    Hm.... ok,also bleibt mir nix anderes übrig als irgendwie eine Adresse rauszufinden und per Einschreiben Rückschein die Kündigung zukommen zu lassen. Bzgl. der Sachen komme ich um eine Räumungsklage nicht rum, wenn ich das rechtlich sauber abwickeln möchte? Was passiert, wenn der Mieter nicht mal auf die Räumungsklage reagiert?
     
  8. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Dann wird das Schloss gewechselt und das Inventar untergestellt.
    Da eine Klage vorliegt, wird der Rechtspfleger dann aktiv und da wird sich schon jemand melden..
     
Thema: Mietflüchtling - Was mache ich mit dem Inventar?
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