Mietkaution einbehalten nach fehlerhafter Sanierung?

Dieses Thema im Forum "Modernisierung und Sanierung" wurde erstellt von IngR, 08.03.2014.

  1. IngR

    IngR Neuer Benutzer

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    Eine Mieterin meiner Sozialwohnung im Rentenalter wollte die hohe Badewanne gegen eine Dusche austauschen. Ihr Neffe, angeblich gelernter Maurer und Fliesenleger, würde die Arbeiten gratis erledigen, wenn ich das Material bezahle. Ich erklärte mich einverstanden, und die Badewanne wurde gegen eine Dusche ausgetauscht.
    Die Renterin ist mittlerweile ausgezogen, und ihr Nachmieter beklagte sich über Wasser, das nach dem Duschen durch die Bodenfliesen kommt. Es wurde festgestellt, dass der Neffe der Vormieterin gepfuscht hat und dadurch ein Wasserschaden entstanden ist, dessen Sanierung das Vierfache ihrer Kaution überschreitet.
    Kann ich die Kaution der Vormieterin zur Schadensregulierung einbehalten?
     
  2. AdMan

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  3. #2 BHShuber, 08.03.2014
    BHShuber

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    Hallo,

    überlege mal was du da tust? Vor allem mit wessem Erlaubnis die Arbeiten ausgeführt wurden? Das auch noch Entgeltlos im Eigentum des Vermieters u. Eigentümers?

    Jede Entscheidung hat irgendwann mal eine Konsequenz!

    Hier der richtige Weg:

    Eigentümer beauftragt Fachfirma, Fachfirma pfuscht, Eigentümer weist Pfusch nach, Fachfirma haftet!!!!!!!!!!!

    Hier der falsche Weg:

    Eigentümer lässt Laien Arbeiten ausführen, Laie pfuscht, Eigentümer versucht sein eigenes Fehlverhalten dem Mieter anzulasten und behält Kaution zurück.

    Folge, Mieter verlangt Herausgabe der Kaution, eventuell klagt diese ein, Eigentümer und Vermieter muss die Hosen runterlassen und die Angelegenheit darstellen, dass ein Laie damit beautragt wurde, der (kostenlos?) Bauarbeiten im Eigentum ausführt und will dafür den Mieter verantwortlich machen.

    Ich hoffe, dass die Abzweigungen in der Wegbeschreibung verständlich waren und man selber darauf kommt, dass man sich verfahren hat.

    Gruß

    BHShuber
     
  4. #3 Bürokrat, 08.03.2014
    Bürokrat

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    Hm, eine Veränderung der Mietsache durch den Mieter mit Einwilligung des VM sehe ich nicht als Schwarzarbeit. Ich meine dass es am besten ist dies erst mal mit dem Mieter zu bereden, vielleicht zeigt dieser sich einsichtig und du darfst die Kaution behalten wenn du damit argumentierst dass es dich ein vielfaches kostet. Ansonsten müsste man mit einem solchen Problem zum RA seines Vertrauens der einen nicht in aussichtslose Klagen führt.

    Generell ändert das aber freilich nichts daran dass es tatsächlich eine blöde idee ist dem Mieter Arbeiten durchführen zu lassen.
    Wenn man dem Gechwätz der Mieter glauben schenken würde wären 30% meiner Mieter Handwerker. Warum muss ich dennoch regelmäßig tage- wochenlang auf die Handwerker meines Vertrauens warten wenn es davon doch so viele gibt?
     
  5. #4 Pharao, 08.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2014
    Pharao

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    Hi IngR,

    naja, wenn man es genau nimmt hat die Vormieterin diesen pfusch aber nicht gemacht, sondern der Neffe, der das erst nach Absprache mit dir ausgeführt hat. Die Vormieterin war hier m.E. nur so eine Art Vermittlerin a`la ich kenne da jemanden der sowas (ganz günstig) machen könnte.

    Mir stellt sich zudem jetzt die Frage, in wie weit der Neffe für seinen pfusch haftbar ist, da er u.a. seine Arbeit ja kostenlos zu Verfügung gestellt hat und hier auch nicht als Firma aufgetreten ist.

    Desweiteren wäre auch interessant, was genau wurde hier fehlerhaft durch den Neffen ausgeführt, das es jetzt zum Wasserschaden kam ? Und wie weit kann man einen Laien für diese fehlerhafte Arbeit haftbar machen ?
     
  6. #5 BHShuber, 08.03.2014
    BHShuber

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    War nie die Rede davon

    Hallo Bürokrat,

    von dem bösen Wort Schwarzarbeit war nie die Rede, wir wissen eben nicht ob hierfür, bzw. den Arbeiten eine Entschädigung oder Aufwandsersatz oder wie auch immer man das nennen möchte, geflossen ist.

    Fakt ist, dass für die Laienarbeit es keine Haftung gibt, dies hätte sich der Vermieter eher überlegen müssen, man besitz dann die Frechheit, das dem Mieter anzulasten. :113:

    So gehts auch nicht! Dabei ist es völlig unerheblich ob die Mieterin das wollte oder irgendjemand die Arbeiten ausgeführt hat, allein die Tatsache, dass der Handwerker mit der Mieterin verwandt ist, reicht nicht für einen Schadensersatzpflicht des Mieters aus.

    Die Entscheidung liegt und lag alleine beim Vermieter und hat eben jetzt eine Konsequenz.

    Gruß

    BHShuber
     
  7. Duncan

    Duncan
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    da gibts aber noch einen "richtigeren" Weg:
    Eigentümer beauftragt Fachfirma, Fachfirma weiß was sie da tut und erledigt die Arbeit ohne Mängel, gemeinsame Abnahme, Eigentümer bezahlt Fachfirma. Mieter, Handwerker und Vermieter sind zufrieden. :15:
     
  8. #7 BHShuber, 12.03.2014
    BHShuber

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    Hallo Duncan,

    vollkommen richtig!

    Gruß

    BHShuber
     
  9. #8 immodream, 12.03.2014
    immodream

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    Hallo Duncan,
    du weist doch " Geiz ist geil " und der Neffe kann doch alles und ist viel billiger als die gierigen Handwerker.
    Und jetzt ist der Katzenjammer da .
    Man kann es auch Lehrgeld oder Lebenserfahrung nennen.
    Ich hasse Mietermodernisierungen und könnte Seitenweise von meinen Erfahrungen berichten . Aber das will ja keiner hören.
    Grüße
    Immodream
     
  10. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    ....heißt aber auch, dass du auch schon selbst betroffen warst.:49:
    Ich allerdings auch einmal und dann nie wieder....

    Ein wenig Lehrgeld muss man wohl im Leben zahlen.. :smile048:
     
  11. TKSW

    TKSW Neuer Benutzer

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    Mietkaution einbehalten - warum nicht

    Hallo Zusammen;
    wenn der Vermieter der Mieterin die Erlaubniss gibt auf Ihren Wunsch die Badewanne gegen eine Dusche auszutauschen, entbindet dies die Autraggeberin und den von Ihr Beauftragten nicht eine ordnungsgemässe Arbeit abzuliefern, vielmehr muss Sie sich die fehlerhafte Arbeit des Neffen zurechnen lassen, vorallem da er ja auf Grund seiner Ausbildung dazu in der Lage gewesen sein müßte diese Arbeit ordnungsgemäß auszuführen.
    Ich würde diese Situation mit einem Umzug vergleichen, bei dem ein unentgeldlicher Helfer z.B. im Treppenhaus etwas beschädigt. Für solche Schäden ist meines Wissens nach, allein die Mieterin haftbar.
    Einem Anspruch gegen die Mieterin dürfte auch nicht entgegen stehn, das der Vermieter das Material gestellt hat.
    Ich würde daher, wenn ich den fehlerhaften Einbau der Dusche nachweisen kann, auf jeden Fall probieren die Kaution der Mieterin einzubehalten ggf. bei entsprechender Finanzkraft der Mieterin den ganzen Schaden ersetzt zu bekommen. -
    Probieren Sie es doch einfach die Kaution einzubehalten, im Notfall nachgeben können Sie immer noch
     
  12. #11 Leipziger82, 09.04.2014
    Leipziger82

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    In der Regel ist es bei solchen Maßnahmen sinnvoll, eine umfassende - und vor allem schriftliche - Vereinbarung zu treffen. Dort kann man auch mögliche Haftungen regeln, bzw. wie die Arbeiten erledigt werden müssen.
    Überspitzt ausgedrückt: Die Genehmigung, dass eine Duschwanne eingebaut werden darf, impliziert längst nicht, dass diese auch fachmännisch angeschlossen werden muss.
    Apropos fachmännisch: Ein Maurer und Fliesenleger ist Experte im Anschließen von Sanitärinstallationen? Mein Fliesenleger würde sich nie an einer Dusche/Wanne vergreifen, genauso wenig, wie mein "Sani"-Handwerker eine Wand fliesen würde.

    Gibt es eine derartige Vereinbarung? Mir ist nämlich nicht klar, wer hier wen beauftragt hat. Wurde der Mieterin die Erlaubnis ausgesprochen und sie musste sich um die Erledigung kümmern? Oder hat der Vermieter direkt den Neffen beauftragt und ihm das Material gestellt?
    Bei letzterem kann keine Entschädigung von der Mieterin verlangt werden. Selbst bei ersterem würde ich zu einem nein tendieren, wenn es nur eine mündliche Absprache gab.
     
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