Mietkosten für Wärmemengenzähler umlegbar obwohl keine Abrechnung nach Verbrauch?

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von MacSassi, 28.04.2016.

  1. #1 MacSassi, 28.04.2016
    MacSassi

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    Hallo,

    darf der Vermieter die Mietkosten für Wärmemengenzähler in der Heizkostenabrechnung umlegen, obwohl er dort dann nicht nach Verbrauch, sondern nach Wohnfläche abrechnet?
    Sprich, er hat die Zähler zur Abrechnung gar nicht benutzt.

    Aussen vor lassen wir jetzt mal, dass der Vermieter die nach HeizKV notwendige Zustimmung zur Miete der Zähler vom Mieter nicht eingeholt hat.
     
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  3. #2 Papabär, 28.04.2016
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    Ohje, ... ich fürchte hier müsse mer beim Urschleim anfangen!

    Bitte nicht Heizkostenverteiler und Wärmemengenzähler in einen Topf schmeißen.

    Wie wurden denn die Warmwasserkosten abgerechnet?


    Bitte um Erläuterung. In welchem § der HeizKV steht konkret, dass der Mieter hier zustimmen muss?
     
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  4. #3 MacSassi, 28.04.2016
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    Nö, ist nicht nötig, kenne mich in der Materie schon (ganz ordentlich) aus, nur bei dieser Frage nicht.

    Es wurde der Anteil der Warmwasserkosten an den Heizkosten mithillfe eines eigenen Wärmemengenzählers ermittelt und diese wurden dann 70/30 nach Verbrauch (Zähler in den Wohnungen) und Wohnfläche umgelegt. Das ist also korrekt.
    Für den Heizenergieverbrauch hat(te) jede Wohnung einen eigenen Wärmemengenzähler, diese wurden aber nicht benutzt, sondern die Abrechnung rein nach Wohnfläche gemacht. Trotzdem wurden die Mietkosten derselben umgelegt.

    Es gab wohl technische Schwierigkeiten, deswegen ist für den laufenden Abrechnungszeitraum auf Heizkostenverteiler umgestellt worden. Irgendwo ist wohl ein Leck, das aber nicht gefunden werden kann, und der Mieter der betroffenen Wohnung hat sich über die exorbitanten Kosten bei null Heizleistung wohl beschwert. Mit den Heizkostenverteilern wird das nun auf alle umgelegt, da hier ja nur gemessen wird, was wirklich am einzelnen Heizkörper ankommt.

    §4 Abs. 2. Es muss bei Umstellung auf Miete vor Beginn des nächsten Abrechnungszeitraums zumindest angekündigt werden und die Mieter können widersprechen. Wenn die Ankündigung gar nicht erfolgt, dann darf auch nicht umgelegt werden.
     
  5. #4 BHShuber, 29.04.2016
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    Hallo,

    den Anschein hat das aber nicht?!?

    Gruß
    BHShuber
     
  6. #5 anitari, 29.04.2016
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    Dann lies doch mal § 12 Abs. 1 der Heizkostenverordnung:068sonst:

    Bei angenommen 1000 € Heizkosten hast Du die Gerätemiete locker raus.
     
  7. #6 MacSassi, 29.04.2016
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    Ist mir bekannt. Das sind aber aus meiner Sicht zwei verschiedene Dinge. Über den §12 soll der Vermieter ja angehalten werden, nach Verbrauch abzurechnen.
    Meine Frage war aber, ob er überhaupt Mietkosten für Erfassungsgeräte ansetzen kann, die gar nicht verwendet werden.

    Ist leider nicht so, zumindest nicht locker, Heizkosten sind ca. 500 €, die Mietkosten sind aber über 100 €
     
  8. #7 Papabär, 29.04.2016
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    Ah! Diese nicht unerhebliche Information muss ich vorher wohl übersehen haben. So wie ich das bislang sehe, liegt der Fehler aber nicht in der der Umlage der Gerätemiete - sondern am Verteilerschlüssel (hier Wohnfläche). Aus welchem Grund wurde gleich noch von einer verbrauchsabhängigen Umlage abgesehen?

    Handelt es sich um eine WEG (ggf. vermietete Eigentumswohnung)?
     
  9. #8 MacSassi, 29.04.2016
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    Kann auch sein, dass ich das im Eingangsbeitrag nicht gut formuliert hatte.
    Für den Grund können wir nur Vermutungen anstellen, da sich der Vermieter hier sehr bedeckt hält. Wir wissen jedenfalls, dass in einer der anderen Wohnungen die Heizkörper nur unzureichend warm wurden, gleichzeitig der über den Zähler ermittelte Verbrauch für diese Wohnung sehr hoch war. (Auch wenn das Heizverhalten natürlich eine große Rolle spielt und Vergleiche etwas hinken, der Verbrauch war bei ca. der Hälfte der Wohnfläche dreimal so hoch wie bei uns).
    Und es war ein Lecksucher da, das Leck konnte aber nicht gefunden werden.
    Unsere Vermutung ist, dass der Mieter der anderen Wohnung sich über die hohen Kosten und nichtfunktionierende Heizung beschwert hat und nun der Vermieter für alle Mieter die Rückfalloption Abrechnung über Wohnfläche genommen hat, da er ja sonst die zu hohen Kosten der anderen Wohnung selber hätte tragen müssen. In der unserer Abrechnung (kommt von einem externen Abrechnungsdienst) hierzu ist aber nichts erwähnt. Trotzdem sind die Mietkosten der Wärmemengenzähler eingeflossen.

    Nein, keine WEG. Gehört alles demselben Vermieter.
     
  10. Andres

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    Dabei dürfte es sich um einen der "zwingenden Gründe" aus § 9a HeizkostenV handeln. Die Frage zielte auch nicht auf zulässige Umlagemaßstäbe ab.

    Die Umlage der Kosten für die WMZ dürfte nach meinem Verständnis wenigstens für den "kaputten" Abrechnungszeitraum noch auf die Mieter umgelegt werden. Sollten zur Verbrauchsermittlung zukünftig aber HKV eingesetzt werden, dann sind die WMZ ab dem ersten Zeitraum mit neuer Erfassung nicht mehr umlagefähig - eine nutzlose Verbrauchserfassung vorzuhalten gehört kaum zum "bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes", § 1 BetrKV.
     
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  11. #10 MacSassi, 29.04.2016
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    Ein zwingender Grund könnte also auch ein Leck sein oder sonstiger Defekt an der Heizungsanlage?

    Entscheidend dafür ist vermutlich auch, ab wann der Vermieter davon wusste, oder? Es ist jetzt schon die zweite Abrechnung, wo so verfahren wurde. Erst für die jetzt laufende Abrechnungsperiode wurden die HKV angeschafft (allerdings mit der Begründung, dass das wirtschaftlicher sei - was ja auch stimmt).
    Wir wollen halt auch keinen unnötigen Streit wegen geringer Beträge, aber gewisse Vorbehalte gibt es durch ein solches stillschweigendes Vorgehen dann halt doch...
     
  12. Andres

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    Ja. Wenn die Ablesewerte offenkundig Unsinn sind, muss (eigentlich: darf) man nicht nach diesen unsinnigen Werten abrechnen. Der Defekt der Erfassungsgeräte ist ausdrücklich genannt, aber die Aufzählung ist nicht abschließend.


    Ja, irgendwann kommt man mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot in Konflikt. Das soll jetzt bitte nicht heißen, dass die Kosten für die WMZ im zweiten Jahr der Kenntnis von diesem Problem automatisch als unwirtschafltich gelten würden.
     
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  13. Berny

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    MacSassi,
    in meinem MFH dienen die zwei WMZ dazu, zu ermitteln, wie die prozentualen Anteile der Heizung bzw. Warmwasserbereitung sind.
     
  14. Syker

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    Hallo Berny,

    Abgesehen davon das es grad relativ uninteressant was in deinem MFH verbaut ist, könnte dir diese Geschichte auch mal um die Ohren fliegen.
    Du benutzt für die WW-Abgrenzung zwei WMZ anstatt einem was unnötigerweise zusätzliche Kosten verursacht, und dies widerspricht m.E. dem Wirtschaftlichkeitsgebot.
    Desweiteren widerspricht das der in der HeizkostenV vorgesehenden Formel.

    VG Syker
     
  15. #14 anitari, 29.04.2016
    anitari

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    Formel? Du meinst 2,5 x WW-Verbrauch x 60 (60 - 10)?/1 o. s. ä. (hab die grad nicht exakt im Kopf)?

    Die Berechnung der WW-Kosten danach ist seit dem 1.1.2014 unzulässig. Statt dessen ist ein WMZ für die WW-Aufbereitung vorgeschrieben.
     
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  16. #15 Papabär, 29.04.2016
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    Wundere mich auch gerade. Und ich kenne auch Heizanlagen, die für die WW-Bereitung mehr als nur je einen Vor- bzw. Rücklauf haben. Eine Kollegin hier betreut u.a. eine Anlage, die fünf Speicher (Ich glaube je 1000Liter - bin mir aber nicht sicher) gleichzeitig beschickt ... da ist ein WMZ pro Speicher verbaut.

    Was mich im vorliegenden Fall wundert - vielleicht habe ich das aber auch nur falsch verstanden - warum die Heizkosten des gesamten Hauses nach Fläche verteilt werden, wenn ein WMZ offensichtlich defekt ist. Ich meine, wenn da 10 Wohnungen je einen WMZ haben, müsste doch zumindest für die restlichen 9 Wohnungen eine verbrauchsabhängige Abrechnung möglich sein. Oder täusche ich mich?
     
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  17. #16 MacSassi, 29.04.2016
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    Ich denke, wir werden den Vermieter erstmal auffordern, darzulegen, welcher zwingende Grund vorgelegen hat um nach Wohnfläche abzurechnen.

    Nö, das ist schon klar.
    Wäre ja alles auch kein Problem, wenn man sich normal austauschen könnte, wobei ich aus eigener Vermietung natürlich auch weiss, dass der Vermieter nicht für alles Rechenschaft ablegen muss.
    Was die Mietkosten betrifft, werde ich nochmal ausrechnen, wieviel das für uns ausmacht und ggf. halt darauf hinweisen, dass die Umlegung nicht geht, weil wir vorher nicht wie von der HeizKV gefordert über die Umstellung auf Miete in Kenntnis gesetzt wurden.

    15% abziehen geht ja auf jeden Fall.
     
  18. #17 MacSassi, 29.04.2016
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    Da täuscht du dich vermutlich nicht.
    Ich denke aber, dass der WMZ in Ordnung ist und es ein anderes Problem mit der Heizungsinstallation gibt. Da wird aber ziemlich Geheimniskrämerei darum betrieben.
    Wenn der Vermieter nun alles nach Verbrauch und nur die Wohnung mit dem Problem anders abrechnen würde, dann müßte er ja den Fehlbetrag aus eigener Tasche kompensieren, daher vermutlich die Idee, alles nach Fläche abzurechnen. Die betroffene Wohnung ist jedenfalls weniger als 1/4 der Gesamtfläche.
     
  19. #18 Papabär, 29.04.2016
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    Schon klar ... aber so muss er damit rechnen, zumindest 15% aus eigener Tasche zu zahlen. Rechnet sich das?

    Ist von mir jetzt natürlich nur Spekulatius, dass der WMZ defekt ist. Wir hatten selber mal das Problem, dass einer der Sensoren nicht richtig gearbeitet hatte und der Wärmerückfluss somit nicht komplett gemessen/abgezogen wurde. Das gab´ dann halt auch einen enorm hohen Verbrauch (lt. Anzeige) und die Suche nach dem Fehler in der Heizanlage blieb erfolglos. Die Symtome deuten hier halt auf Gemeinsamkeiten hin. Und wenn es sich um einen Defekt der Heizanlage handeln würde, dann würden sich die restlichen WMZ doch ähnlich verhalten. oder?
     
  20. Syker

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    Hallo anitari,

    Nein ich meine B=Q/Hi (steht im Abs.3). Ich hab Berny so verstanden, dass er die WW-Kosten so berechnet:
    WW-K = Ges.K / (WMZ-H + WMZ-WW) * WMZ-WW

    VG Syker
     
  21. Syker

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    Hallo Papabär,

    Das mag bei deiner Kollegin ja sein, ich glaube aber nicht bei Berny's 5 oder 6 Parteien Haus. Ausserdem schrieb er das er prozentual verteilt.

    So und nun genug mit Berny's OT

    VG Syker
     
Thema: Mietkosten für Wärmemengenzähler umlegbar obwohl keine Abrechnung nach Verbrauch?
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