Mietminderung - formale Voraussetzungen und was ist angemessen?

Dieses Thema im Forum "Mietminderung" wurde erstellt von Andy, 19.03.2015.

  1. Andy

    Andy Erfahrener Benutzer

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    Guten Tag, was wäre bei dieser Mängelliste eine angemessene Mietminderung:

    1) Deckenlicht im Wohnzimmer geht nicht. (Evtl. Lichtschalter kaputt?)
    2) Rollladen an der Terrassentür geht nicht. (Klemmt ?)
    3) In einem von 2 Badezimmern sind Fliesen locker und Fugen undicht.
    4) Evtl. mit Punkt 3 zusammenhängend Feuchtigkeit im Badezimmer.
    5) Alte, teilweise zugige Fenster

    Die Fenster waren schon bei Einzug der Mieter alt und zugig... Eine Modernisierung der Fenster und damit verbunden eine Modernisierungsumlage wurde bisher immer von den Mietern abgelehnt. So langsam kommt jetzt aber ein Umdenken in der Sache...

    Und wie ist es mit den formalen Voraussetzungen:
    Wenn der Mietvertrag nachträglich um eine Person erweitert wurde - also zwei Personen Mieter sind - die Mietminderung aber nur von einer Person kommt... Ist das dann überhaupt formal gültig?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Evtl. Leuchtmittel kaputt? Aber ok, nehmen wir an, es ist der Lichtschalter. Beispiele:
    • Treppenlichtschalter an der Eingangstüre, AG Bremerhafen, 0 %.
    • Umfangreiche Mängel an Verteilerdosen, Lichtschaltern und der gesamten Elektroinstallation, LG Potsdam, 20 %.

    Ein Lichtschalter im Wohnzimmer ist eher bei 0 als bei 20 %.


    Ich würde in Kenntnis einiger Urteile 3-5 % schätzen.


    Welche Folgen hat das für die Nutzung des Bades? Möglicherweise ist das gar kein Mangel.


    Wo bzw. woran?


    Das war dann wohl schon bei Übergabe so, damit kein Mangel.


    Da die Minderung gar nicht erklärt werden muss, ist das völlig Banane. Wichtig ist dagegen, dass der Vermieter Kenntnis vom Mangel erhält - egal wie.
     
  4. Andy

    Andy Erfahrener Benutzer

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    Danke für die Antwort. Man hat es nicht einfach als Vermieter...
     
  5. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Da ich als VM mit handwerklichen Kenntnissen solche Kinkerlitzchen kurzfristig selbst i.O. bringe, gibt es MM bei mir nicht.
     
  6. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    also zu Punkt 1-3: Wenn ein Mieter da mit Mietminderung ankommt (egal ob rechtlich gerechtfertigt oder nicht), dem würde ich als Vermieter nie mehr entgegenkommen! Ich mein, das sind alles keine "große Mängel", sondern Kleinigkeiten die sich i.d.R. sehr schnell & unkompliziert beheben lassen. Wann war die letzte Mieterhöhung gleich noch mal :?

    Zu Punkt 4 & 5: Erstmal wäre zu klären, was im Badezimmer der Mangel seinen soll. Sind zB die Wände feucht nach dem Baden, weil nicht gelüftet wurde oder sind zB die Wände feucht, weil irgendwo Feuchtigkeit hochsteigt? Zu den Fenster wäre die Frage, was genau bedeutet hier "zugig"? Schließen diese nicht mehr richtig oder kann man das ggf. mit einem Dichtgummi beheben, ect?

    Also wenn ein Mieter mir wegen so Kleinigkeiten mit Mietminderung schon ankommt, dann ist das letzte was ich machen würde: neue, bessere Fenster einbauen lassen! Wenn überhaupt dann nur notdürftig reparieren bzw. hier würde ich auch argumentieren mit "das die Fenster nicht neu sind, war dem Mieter bei Anmietung bekannt".
     
  7. Andres

    Andres
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    Wo ist das Problem? Man beseitigt die Mängel, nutzt eine ggf. vorhandene Kleinreparaturklausel und wenn der Mieter dann tatsächlich noch 10 % Minderung für 5 Tage geltend machen will ...


    Möglich. Aber weißt du, wie oft sicher der Mieter schon beschwert hat?
     
  8. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    Ok, das weis ich nicht. Aber ich gehe mal davon aus, das der Fragesteller hier seinen Vermieterpflichten nachkommt und nicht wegen so Pillepalle ein Problem macht.
     
  9. Logos

    Logos Erfahrener Benutzer

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    Hier meine Einschätzungen zu den einzelnen Punkte aus der Sicht Vermieter:

    Falls es der Lichtschalter ist würd ich auch auf die Kleinreperaturklausel tippen.

    Schwer zu beurteilen, ich würde mich als unerfahrener Vermieter hier vorerst verantwortlich fühlen, falls es nicht "nur klemmt".
    Die Beschreibung "geht nicht" ist etwas zu dünn formuliert.
    Ich würde das direkt vor Ort (wenn möglich) anschauen und ggf. einen Reparaturdienst beauftragen. Ist demnach nicht mit Kleinreparatur getan. (In meinen Augen)

    Schwierig und meiner Meinung nach getrennt zu beurteilen:
    Zur Fuge: zält wohl laut mietrecht.org bzw. nicht zur Kleinreparaturklausel.
    Interessant wäre welche Fugen ? Im Falle der Duschfugen wäre mir als Vermieter daran gelegen dass das schnell wieder dicht ist, weil sonst mehr Schäden entstehen.

    Zu den Fliesen: Waren die vorher schon locker ? Wackeln die nur leicht oder sind sie richtig rausgebrochen ?

    Dunkelbad oder Bad mit Fenster ? Wo und was ist genau Feucht ?

    Ich würde dem Mieter keine neuen Fenster einbauen. Allerdings würde ich den Mieter fragen wie die Dichtungen ausschauen.
    ggf. würde ich, um Stress und Mietminderungsgründe zu vermeiden das Geld für neue Dichtungen noch selbst als Vermieter aufbringen.

    In allen Fällen würde ich erstmal nicht von einer Mietminderung ausgehen falls du angemessen auf die Mängel der Mieter reagierst und eingehst.
     
  10. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    also gerade wenn der Mieter "frisch" eingezogen ist, würde ich mich trotzdem noch dafür zuständig fühlen, auch wenn man es rechtlich evtl. schon auf den Mieter abwälsen könnte.

    Hier wäre erstmal die Frage, ist das überhaupt ein Mangel an der Mietsache? Denn letztlich geht es hier um Mietminderung.
     
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