Mietminderung wegen Lärmbelästigung - jetzt ist es ruhig

Diskutiere Mietminderung wegen Lärmbelästigung - jetzt ist es ruhig im Mietminderung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Guten Morgen an alle! Ich brauche bitte Euren Rat: Eine Mieterin hatte die Miete gemindert, weil die Leutchen über ihr immer so laut waren, seit...

  1. #1 Katharmo, 27.11.2019
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    Guten Morgen an alle!

    Ich brauche bitte Euren Rat:

    Eine Mieterin hatte die Miete gemindert, weil die Leutchen über ihr immer so laut waren, seit Monaten schon, also auch bevor wir hier Vermieter wurden. Wir hatten dafür Verständnis und waren mit der Minderung einverstanden.

    Am letzten Samstag sagte sie mir persönlich, dass nun Ruhe herrscht, bis auf gelegentliche Wutausbrüche des Mannes (sozialadäquates Verhalten, oder?). Es ist ruhig, seitdem die Abmahnung durch den Gerichtsvollzieher am 16.11. zugestellt wurde. Reicht diese mündliche Aussage von ihr und der "ruhige" Zeitraum von 11 Tagen, dass ich ab sofort wieder die volle Mieter zu Recht einfordere?

    Parallel dazu beschwert sie sich immer wieder über Geruchsbelästigung durch Zigarettenrauch, hat aber Ihre Mietminderung nicht darauf bezogen.

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen!
     
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    Der Mieter darf(!) die Miete mindern, wenn die Mietsache mangelbehaftet ist UND der Vermieter Kenntnis von dem Mangel hat.
    Niemand muss eine Mietminderung anmelden oder genehmigen oder (zunächst) begründen oder rechtfertigen oder mitteilen, worauf irgendwer irgendwas bezieht.
    Es dürfte also egal sein, ob und worauf sie ihre Minderung bezieht. Du weißt, dass ein eventueller(!) Mangel (Laute Nachbarn und/oder Geruchsbelästigung durch Zigarettenrauch) vorliegt.

    Eine Alternative zur "Einforderung der vollen Miete" wäre, einfach abzuwarten, bis genug Rückstand aufgelaufen ist, um eine Kündigung damit zu begründen. Das setzt aber voraus, dass man selbst aktiv wird und prüft (und entscheidet), ob es sich wirklich um einen Mangel handelt - und feststellt, dass es wirklich ein Mangel ist.
    Ich persönlich sehe da die volle Bandbreite (von "kein Mangel" bis "auf jeden Fall ein Mangel") - sowohl bei den lauten Nachbarn als auch beim der Geruchsbelästigung durch Zigarettenrauch, jedenfalls aufgrund der hier verfügbaren Infos.

    Wenn es sich wirklich um einen Mangel handelt, solltest du der Einfachheit halber schnellstens dagegen vorgehen, also den Mangel möglichst sofort beseitigen. Oder gibt es konkrete Umstände, die dagegen sprechen?

    Zusammenfassung:
    1. Prüfen, ob es sich um einen Mangel handelt.
    2a. Wenn es ein Mangel ist: Schnellstmöglich abstellen.
    2b. Wenn es kein Mangel ist: Warten, bis Kündigung gerechtfertigt ist, dann kündigen und neu vermieten.
    3. Ruhe
     
  4. #3 Katharmo, 27.11.2019
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    Das war zutreffend.

    Da der Mangel tatsächlich bestand und persönliche Gespräche keine Besserung bewirkten, wurde die o.g. Abmahnung geschrieben und nachweisbar durch den Gerichtsvollzieher zugestellt, offensichtlich ja mit Erfolg.

    btw: es handelt sich bei der abgemahnten Mietpartei um ausgesprochene Problemkandidaten, aber um die Angelegenheiten geht es ja hier nicht. Es kommt uns nur langsam so vor, als würde sich die beschwerende Mieterin in ihre Abneigung gegen ihre Nachbarn reinsteigern und sich zu einem "Beschwerdefließband" entwickeln.

    Das Treppenhaus müffelt tatsächlich immer etwas, aber: diese Mieterin muss da gar nicht durchgehen, sie hat einen separaten Wohnungseingang von der Straße aus. Ich war schon oft in ihrer Wohnung, um etwas zu besprechen, konnte aber nicht ein einziges Mal Zigarettengestank in ihrer Wohnung feststellen.
     
  5. dots

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    Nicht jede Beschwerde beinhaltet einen Mangel an der Mietsache, und nicht jeder Mangel an der Mietsache führt zu einer Beschwerde.

    Daher immer erst prüfen, ob es sich wirklich um einen Mangel handelt. Dazu gehören meist viel mehr Infos, wie z. B. die Info, was die Mieterin denn genau gemietet hat.

    Argumente wie dieses ...
    ... scheinen mir lediglich dazu geeignet, sich lächerlich zu machen.
    Sie muss da nicht durchgehen - das mag ja sein. Aber sie kann (und darf vermutlich).

    Wenn die Mieterin ein nicht müffelndnes Treppenhaus (mit-)gemietet hat, steht ihr auch ein nicht müffelndes Treppenhaus zu. Schließlich bezahlt sie dafür Miete!
    Wenn sie ein Treppenhaus (mit-)gemietet hat, welches schon immer gemüffelt hat und sie das auch vor Vertragsabschluss wusste, dann ...

    ---

    Ja, es war zutreffend - und es ist auch solange zutreffend, wie sich die Gesetzeslage nicht ändert.
     
  6. #5 Katharmo, 27.11.2019
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    Vielen Dank @dots für deine Einschätzung und deine klaren Worte :danke
     
  7. #6 Katharmo, 08.12.2019
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    Ihr Lieben,
    die Situation hat sich wieder neu gestaltet.
    Es besteht weiterhin Lärmbelästigung, letzte Nacht gab es deshalb mal wieder Polizei hier im Haus und ich habe ein aktualisiertes Lärmprotokoll erhalten.
    Nun wünscht sich die belästigte Mieterin ein konsequenteres Vorgehen durch uns, andernfalls würde sie sich anwaltlich beraten lassen mit dem Ziel, die Mietminderung zu erhöhen, da der Mangel noch besteht. Ich erkläre ihr immer und immer wieder, dass wir nicht von den gesetzlichen Möglichkeiten abweichen werden und ich habe keine Ahnung, was sie eigentlich erwartet. Vielleicht sollte ich sie mal fragen. Leider wird ihr Lärmprotokoll immer unsachlicher und ich befürchte, ein Richter könnte sich totlachen. Deshalb ziehe ich in Betracht, zunächst eine zweite Abmahnung zu schicken, statt direkt eine Kündigung.

    Im Internet habe ich nur Fälle gefunden, wo es um Schimmel ging und der Mangel sich also vergrößert hat, so dass eine höhere Mietminderung auch von Gerichten anerkannt wurde. Nicht aber aufgrund Fortbestehens eines Mangels in unveränderter Art und Ausmaß.

    Es wird außerdem damit argumentiert, dass aufgrund der angespannten Wohnungsmarktsituation (für 1 Person mit ALG 2) keine passende andere Wohnung zu finden sei.

    Aufgrund der Beschwerde über das müffelnde Treppenhaus hatten wir dort so ein automatisches Raumduftsprühgerät installiert, nun meint sie, es zöge billiges Parfum in ihre Wohnung. Da wir planen, das Treppenhaus professionell durch eine Firma reinigen zu lassen, bin ich jetzt schonmal gespannt über die dann folgende Beschwerde, da es ja nach Reiniger riechen könnte.

    So, nun habe meinem Ärger etwas Luft gemacht. Ich möchte dieser Dame nun etwas entgegnen (geht alles per Mail bei uns) zum Thema Mietminderung. Den Wind aus den Segeln nehmen und ihr mitteilen, dass bereits ihre aktuelle Mietminderung unangemessen hoch zu sein scheint und so nicht als Dauerzustand geduldet wird. Dies vor allem für eventuelle gerichtliche Zwecke.

    Oder besser gar nicht mit ihr über die Mietminderung diskutieren und zu gegebener Zeit MIetrückstände abmahnen?
    Wir würden diese Mieterin nicht vermissen.

    LG
    Katharmo
     
  8. #7 ehrenwertes Haus, 08.12.2019
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    Was spuckt denn das Internet zur Höhe der Mietminderung für ähnliche Fälle aus?
    Keine Absolutwerte, aber als Orientierung kann man das nehmen.
    Bei konstantem Beeingträchtigungsgrad, bleibt auch der berechtigte Mietminderungssatz konstant. Es kann aber zusätzlich zur Mietminderung u.U. von einem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch gemacht werden. Zurückbehaltene Miete muss nach Wegfall des Minderungsgrund sofort an den VM gezahlt werden. Das wird von Mietern gerne übersehen und zu einem Mietrückstand mutieren.

    Nicht diskutieren, nur warten und hoffen, dass die Mietminderung bis in den überzogenen Bereich erhöht wird.
    Anwalt mit ins Boot nehmen und sobald der Mietrückstand aus der Differenz angemessener (Sicherheitspolster einplanen!) und überzogener Mietminderung für eine Kündigung ausreicht, dein heißersehnten Schrieb losschicken. Am Besten vom Anwalt formuliert, wegen evt. Form- und Fristenfehlervermeidung und dich mental auf eine Räumungsklage oder Bakschischvorrat plündern einstellen.

    Leute die jammern, es gäbe keine Alternativwohnungen für sie, ziehen nur selten freiwillig nach einer vermieterseitigen Kündigung aus.
     
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  9. #8 Papabär, 09.12.2019
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    Dann würde ich auf die Vorwarnung (Abmahnung) verzichten.

    Mietschulden müssen nicht angemahnt werden.
     
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  10. #9 Katharmo, 10.12.2019
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    Wenn ich mittlerweile aufgrund mehrerer Faktoren die Aussagen und das Lärmprotokoll anzweifle, wie geht man da üblicherweise vor? Ihr das mitteilen und der laufenden Mietminderung widersprechen, damit sie bei Fortsetzung in Zahlungsverzug gerät?

    Sie mindert momentan 15%, denkt aber, es sind 20%, weil sie von der Kaltmiete ausgeht. 15% ist bei dieser Art der angeblichen Lärmbelästigung schon sehr hoch angesetzt, ich habe etliche Urteile im einstelligen Bereich gefunden.

    Wir sind bisher per E-Mail in Kontakt. Ich bemühe aber auch gegebenfalls den Gerichtsvollzieher, ist ja unkompliziert.
     
  11. #10 Papabär, 11.12.2019
    Zuletzt bearbeitet: 11.12.2019
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    Mal so als Idee: Kommuniziere das mit dem "Störenfried". Erkläre ihm freundlich Deine Vermutung, aber auch dass Du den Dir entstehenden wirtschaftlichen Schaden ihm ggü. geltend machen müsstest*, wenn seine Nachbarin damit durch kommt. Frage ihn, ob er ein Anwesenheitsprotokoll führen könnte, welches Du dann mit den Angaben der Nachbarin abgleichen kannst. Wenn Sie widerholt Lärm meldet, obwohl der "Störenfried" garnicht zuhause war, macht das ihre Angaben zumindest unglaubwürdiger. Evtl. kann man ihm auch erklären, dass er im Falle eines Prozesses gegen die Mieterin vermutlich als Zeuge auftreten müsse (stimmt zwar nicht so ganz - aber vlt. schluckt er´s ja) und ihm so ein Protokoll dann auch selber helfen würde. V. a. aber darf er sich von der Mieterin nicht provozieren lassen (und wenn Deine Vermutung stimmt, wird sie früher oder später provozieren)

    Der Mieterin ggü. würde ich meine Vermutung nicht mitteilen - lediglich der Mietminderung schriftlich widersprechen (nicht dass es hinterher heißt, man habe die Minderung ja einfach so hingenommen). Weitere Mietminderungen können meiner im stillen Kämmerlein vorzubereitenden fristlosen Kündigung dann ja nur zuträglich sein.

    Ein Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht hat da übrigens meist viel bessere Tricks auf Lager. Um dem Schrecken ein Ende zu bereiten, kann die rechtzeitige Beratung sich durchaus lohnen.



    * Als Verwalter ist es natürlich immer einfacher einem Mieter zu erklären, dass man etwas gegen seine Interessen machen müsse. Man ist dann nur "der nette Handlanger des Bösen". Als selbstverwaltender Eigentümer ist das schon schwieriger ... da ist man quasi das personifizierte Böse per Grundbucheintrag.
     
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  12. #11 Katharmo, 12.12.2019
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    Ich hatte ja ein langes Gespräch mit der angeblich störenden Partei, das war gar nicht geplant, wir sind uns auf der Straße begegnet, niemand von uns war auf dieses Gespräch vorbereitet. Sie sagten, dass sie mittlerweile gar keine Musik mehr hören und auch sonst nicht absichtlich laut sind. Sie sagten ausdrücklich, dass sie niemanden stören wollen und an einem friedlichen Wohnen interessiert sind. Durch die ständigen Polizeieinsätze fühlen sie sich schikaniert. Dass sie es mit der Musik zeitweise übertrieben hatten, gaben sie zu. Man muss dazu sagen, es ist ein Altbau aus dem Mittelalter und sehr hellhörig, natürlich hört man jeden Schritt. Jedenfalls hatte das Pärchen den Wunsch geäußert, mit der Mieterin und mir zusammen ein persönliches Gespräch zu führen, um diesen Konflikt zu lösen. Ich habe ihnen auch von der Mietminderung erzählt, das tat ihnen sehr leid.

    Dann habe ich der Mieterin geschrieben, dass ich mit den Nachbarn gesprochen habe und sie einsichtig und kooperationsbereit sind. Ich habe ihr auch geschrieben, dass sie ab sofort wieder die volle Miete zahlen soll, da erhebliche Zweifel am Lärmprotokoll bestehen und wir zu dem Schluss gekommen sind, dass aufgrund ihrer persönlichen Abneigung gegen die Nachbarn nun jedes Geräusch, jeder Geruch, alles Mögliche im und am Haus als Belästigung durch die Nachbarn gewertet wird. Das von den Nachbarn vorgeschlagene Gespräch zusammen mit den Nachbarn habe ich ihr angeboten.

    Sie hat einen wirklich sehr langen Text von mir bekommen. Ich habe sie gebeten, von weiterem Hetzen gegen die Nachbarn abzusehen, da sie sich immer wieder extrem abfällig äußert und kriminelle Handlungen unterstellt, für die es keinen Anhaltspunkt gibt. Außerdem habe ihr gesagt, dass sie mir nicht jedesmal auflauern soll, wenn ich mit dem Kinderwagen nach Hause komme, weil ich mich dadurch belästigt fühle und das weit über eine gewöhnliche Mängelanzeige hinausgeht.

    Als Antwort kam dann genau ein Satz, und zwar dass sie sich mit ihrem Anwalt beraten wird.

    Dann habe ich ihr geschrieben, dass ich den Nachbarn laute Musik ausdrücklich untersagt habe und sie zusagten, dass es nicht wieder vorkommen sollte und ich davon ausgehe, so in ihrem Interesse gehandelt zu haben.

    Nun lese ich heute früh die nächste Beschwerde, die Nachbarn hätten nachts "gepoltert" und Weihnachtsdeko aufgebaut. Sie könne deshalb nicht schlafen. Das persönliche Gespräch möchte sie erstmal nicht, sie möchte sich von Anwalt und Mieterschutzbund beraten lassen. Da frage ich mich, woher sie das mit der Deko weiß und genau das meine ich damit, dass sie Geräusche nicht einfach hört, sondern immer direkt zu wissen glaubt, was da passiert und immer ist es ein Skandal.
     
  13. #12 Katharmo, 12.12.2019
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    Ich muss noch etwas hinzufügen: in meiner langen Mail an die Mieterin hatte ich auch erklärt, dass wir hier niemanden bevorzugen werden und bei sämtlichen Sachverhalten unparteiisch bleiben und unabhängig von persönlichen Hassgefühlen von Mietern dem Mietrecht entsprechend handeln werden. Ich denke, dass es dieser Satz war, der bei ihr die Stimmung so gekippt hat, dass sie plötzlich mit ihrem Anwalt droht. Sie hatte uns wohl als Verbündete betrachtet und den Zahn wollte ich ihr ziehen.
     
  14. dots

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    Das musst du ihr nicht extra schreiben - wenn kein Mangel besteht, ist die volle Miete zu zahlen. Das ergibt sich aus dem Vertrag. Ich würde mich als Vermieter hüten, dem Mieter die Entscheidung, ob ein Mangel besteht oder nicht, abzunehmen. Das wäre im besten Fall neutral, ansonsten negativ, aber nie positiv. Also kann man sich da auch (erst mal) komplett raushalten.
    Das ist alles letztendlich irrelevant. Relevant ist einzig und alleine, ob die Mietsache mangelbehaftet ist.
    Wenn du nun anfängst mit "persönlichen Abneigungen", bleibt eigentlich nur zu sagen: Das hat absolut nichts mit dem Mietvertrag zu tun.
    Auch das wirkt auf mich sehr unprofessionell. Langer Text = Viele Informationen? Eher nicht, oder? Weil sooo viele Infos gibt es ja gar nicht. Also viel unwichtiges BlaBla?!?! Wozu?
    Das empfinde ich schon als extrem viel Reaktion. Ich hätte (als dein Mieter) vermutlich gar nicht auf dieses "lange Schreiben" reagiert. Wozu auch? Zumal auch überhaupt kein Anspruch auf Brieffreundschaft besteht.
    Ob die Nachbarn laut oder leise oder gar keine Musik hören, interessiert nicht. Es interessiert einzig und alleine, ob/dass du den Vertrag erfüllen kannst. Wenn du das trotz lauter Nachbarmusik schaffst, ist alles okay. Dem einen Nachbarn kann und sollte egal sein, wie der andere Nachbar sein Leben gestaltet.
    Okay, so weit, so gut. Das ist ja zunächst eine einfache Tatsachenbeschreibung:
    - Nachbarn haben gepoltert.
    - Sie konnte nicht schlafen.
    Toll, danke für die Info. Als normaler Vermieter schreibt man jetzt nicht einen möglichst langen Brief zurück, sondern prüft erst mal, wie das mit dem Vertrag zusammenhängt. Muss dich das Poltern interessieren? Hat das Poltern Auswirkungen auf die von dir vertraglich geschuldeten Leistungen? Nein? Also kann die Tatsachenbeschreibung im Papierkorb bleiben.
    Ja und? Lass sie es doch wissen! Oder steht im Mietvertrag sowas wie "Der Vermieter garantiert, dass der Mieter während der Mietzeit komplett von Skandalen verschont bleibt"?
    Ja, das glaube ich auch. Du hast einen (Miet-)Vertrag zu erfüllen. Steht in diesem Vertrag, dass irgendwer unparteiisch sein muss? Steht da drin, ob irgendwer bevorzugt werden soll/darf/muss oder einen Anspruch darauf hat, dass dem gerade nicht so ist?

    Wenn ich jetzt ganz gemein wäre, würde ich schreiben, dass du eigentlich nur über Dinge schwafelst, die total irrelevant sind. Dafür schreibst/sagst du gar nichts zu den Sachen, die wirklich entscheidend sind.

    Sorry, wenn das hart klingt, aber ich denke, es nützt dir am allerwenigsten, dir nach dem Mund zu reden oder das schönzureden.
     
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  15. #14 Katharmo, 12.12.2019
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    Das sehe ich ganz genauso, deshalb hatte ich jetzt auch nicht vor, ihr darauf zu antworten.


    Was ich hierzu vergessen hatte, zu schreiben: dass ich ihr mitgeteilt habe, dass dieses ganze Verhalten von ihr als Störung des Hausfriedens gewertet werden und eine Abmahnung bzw. Kündigung mit sich ziehen kann. Dies aber nur als vorsorglichen Hinweis, nicht als konkrete Drohung. Ich weiß, das ist ebenfalls unnötig, aber der gewünschte Effekt ist eingetreten. Es wurde eine Distanz geschaffen.


    Klingt gar nicht hart und ist die ehrliche Kritik, die ich mir hier wünsche.

    Ich habe nicht vor, mich nun immer so lang und breit mit der Dame auseinanderzusetzen, nur dieses eine Mal. Damit sie meinen Standpunkt versteht, auch wenn das rein rechtlich keine Rolle spielt, und vor allem, damit sie mich nicht mehr stalkt.
     
  16. #15 ehrenwertes Haus, 12.12.2019
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    Der inhaltlich bis auf das Angebot für ein gemeinsames Gespräch beider Mietparteien + VM überflüssig war.
    Das Angebot als Streitschlichter zu fungieren reicht, um die VM-Pflicht eine friedliche Lösung zu finden zu erfüllen.
    Wobei ich dich persönlich als Streitschlichter nicht für geeignet empfinde, weil du dich zu leicht auf Nebenschauülätze einläßt.

    Du lässt dich zum Spielball der Mieterin machen und mutierst zum neuen Hobby der Mieterin.
    Lass sie doch auflaufen und mach dich nicht zum Opfer eines Aufmerksamkeitsdefizitempfindens deiner Mieterin.

    Lass sie dir massenhaft Briefe schreiben mit Beschwerden. Auch das kann ein Kündigungs sein.
    Protokolliere die "zufälligen" Treffen, wenn die Mieterin dich abfängt.
    Schikane hat viele Gesichter. Auch Mieter können ihre VM schikanieren.

    Meine Prognose:
    Das läuft auf einen Rechtsstreit hinaus. Daher such dir ohne Zeitdruck einen Anwalt mit dem du das Thema durchziehen willst.

    Das läßt sich evt. noch vermeiden, wenn mit beiden Mietparteien ab sofort wirklich professionell umgegangen wird.
    Überleg dir bitte, ob du die Verwaltung nicht doch besser in professionelle Hände gibst und dich vorerst auf Lernen beschränkst.
    Das ist keine Schande und kein Makel, wenn man gerade als VM-Neuling mit schwierigen Mietern erst mal überfordert ist.


    Woher die Mieterin weiß was ihre Nachbarn wann machen oder gemacht haben, kann dir egal sein. Das interessiert u.U. einen Richter. Der fragt evt. ob die Mieterin gefensterlt hat, oder sonstwie in die Wohnung ihrer Nachbarn direkten Einblick hat.
     
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  17. #16 Katharmo, 12.12.2019
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    Ach ja, Ihr habt ja soo Recht und bin gar nicht überrascht über eure Beiträge.

    Ich hatte ja selbst gemerkt, dass die Mieterin es geschafft hat, mich emotional aufzuwühlen. Nachdem ich sie ( oder mich?) in dieser Hinsicht auf Abstand gebracht habe, also indem ich ihre Zuneigung zerstört habe, fühle ich mich in der Lage, ab sofort angemessen zu reagieren.

    Ich werde die Angelegenheit auf jeden Fall mit einem Anwalt besprechen, damit mir solche Fehler nicht wieder passieren.
     
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    Aha ... ich glaube, wir kommen dem Problem näher.
    Sie stalkt dich also?
    Gut, kann sein - kann ich nicht beurteilen.
    Aber höre BITTE BITTE BITTE auf, deine Rechte (UND Pflichten!) aus dem Mietvertrag mit der Stalker-Geschichte zu vermischen. Das machst du nämlich quasi ununterbrochen, wenn man das, was du hier schreibst, als Basis nimmt.

    Nicht antworten ist ja gut, aber das mit der Prüfung auch sein lassen, ist nicht so schlau. Oder hast du das schon geprüft? Mach das ruhig mal ganz bewusst hier im Forum. Vielleicht hilft es (dir) ja, wenn du das mal ganz bewusst niederschreibst und wir dir bei Bedarf helfen können.
    Jajaja, viel Blabla. .. könnte ... ja, morgen könnte die Welt untergehen. Willst du ihr das auch schreiben? Könnte auch Distanz schaffen. Aber warum? Dem Mietvertrag ist es sowas von egal, ob und wieviel Distanz wer auch immer zu wem hat.
    Entweder willst du abmahnen - dann tu' es. Oder lass es - und - ganz wichtig: teile NIEMANDEM mit, dass du NICHT abmahnst.
    Das ist dann in Summe schon 1,333 mal zu viel.
    Es sei denn, du schreibst in der Freizeit gerne Briefe und kannst damit leben, dass diese Briefe niemanden interessieren und absolut keine positiven Auswirkungen haben, sondern nur negative: Der Empfänger ist (zu Recht) genervt.

    Nimm dir doch mal ein Beispiel an deiner Mieterin (die vermutlich ein besserer Vermieter wäre, als du es bist):
    ---


    Ich würde an deiner Stelle noch weiter gehen:
    Lass' den Anwalt alles (ALLES!!!) machen/regeln/steuern/....
    Sowohl die Vermieterei, als auch ALLES bzgl. Stalking.
    Weil ich nicht glaube, dass das ...
    ... stimmt. So leid es mir für dich auch tut.
     
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  19. #18 Katharmo, 12.12.2019
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    Zumindest kann mir die Mieterin keine Untätigkeit vorwerfen, und darauf wollte sie schon beim Vorvermieter hinaus. Der hat auch nie das gemacht, was sie sich so vorgestellt hatte, nämlich das Pärchen an den Haaren aus der Wohnung ziehen und die Wohnungstür verbarrikadieren. Das wurde natürlich so nicht wörtlich kommuniziert, ihr versteht schon, was ich meine.

    Weniger ist manchmal mehr, schon richtig. Dieser ganze bisher gelaufene Schriftverkehr liefert dennoch zahlreiche - ich möchte fast sagen Beweise, dass diese Frau mich immer wieder dazu "zwingen" wollte und will, den Nachbarn zu kündigen. Und jeder, ich bin sicher, JEDER Richter erkennt an ihren Texten, dass sie sich in Hass reingesteigert hat und irrational eine Beschwerde nach der nächsten raushaut.

    Ehrlich gesagt, verstehe ich diesen Absatz nicht. Was soll ich prüfen? Ob die Nachbarn vertraglich dazu berechtigt sind, ihre Wohnung zu Wohnzwecken zu nutzen und durch die Zimmer zu gehen?

    DAS sind klare Worte, die ich auf jeden Fall verinnerlichen werde.

    KEINE Auswirkung trifft nicht zu. Wenn auch mietrechtlich nichts dadurch erreicht wurde, so konnte ich zumindest gestern und und heute in Ruhe nach kommen, ohne dass sie plötzlich hinter mir steht.

    Muss dir nicht leidtun, deine Meinung steht dir zu. Und da wir uns nicht "kennen", habe ich kein Problem mit deiner Aussage.
     
  20. dots

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    Das kann sie auch nicht, wenn du jeden Tag um 6, 12 und 18 Uhr einen Handstand machst.
    Deine "Tätigkeit" ist genau so sinnvoll wie die Handstände.
    Hast du einen Vertrag mit dem Vorvermieter oder stehst du in irgendeiner Beziehung zu ihm?
    Hat deine Mieterin (noch oder wieder) einen Vertrag mit ihm?
    Siehste.
    Und selbst wenn der Vorvermieter ein verurteilter Drogendealer ist - was hat das mit dem Thema dieses Threads zu tun?

    Wenn man das mal auf deine Beiträge hier bezieht, könnte man ja fast meinen, dass dem da auch so ist.

    Lies' dir das hier noch mal in Ruhe durch:

    Du schreibst:
    Meine Antwort darauf:
    Deine Antwort darauf:
    Und dann habe ich das dazu geschrieben:
    Vermutlich hast du bisher noch gar nicht geprüft, ob der "Tatsachenbericht" deiner Mieterin einen Mangel an der Mietsache beschreibt.

    ---
    Nein, das sollst du gar nicht prüfen. Du wirst es vermutlich auch gar nicht prüfen können. Oder weißt du, wie der Vertrag zwischen der Nachbarin und deren Vermieter aussieht? Vielleicht gibt es ja auch keinen Vermieter und die Nachbarin ist Eigentümerin der Wohnung.
    Aber da sieht man es mal wieder ganz schön: Du verzettelst dich an/mit Nebensächlichkeiten bzw, Sachen, die völlig irrelevant sind.
     
  21. dots

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    Du solltest besser nicht vermieten.
    Wenn man vermietet, kann es immer mal wieder vorkommen, dass man - völlig zu Recht! - von seinem/-n Vertragspartner(-n) daran gehindert wird, irgendetwas in Ruhe zu tun.

    Einen Anspruch, in Ruhe nach Hause kommen zu können, ohne dass jemand plötzlich hinter dir steht, hast du nicht. Schon gar nicht mietrechtlich.
     
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Mietminderung wegen Lärmbelästigung - jetzt ist es ruhig

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