Mietpreisbremse soll verschärft werden

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Pitty, 21.07.2015.

  1. Pitty

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    bitte einmal die Petition abstimmen.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Erstens ist eine Petition keine Abstimmung, zweitens bin ich gar nicht so sicher, ob das nicht wirklich zur Abwechslung mal eine gute Idee ist. Drittens ist die Wortwahl mindestens von Ahnungslosigkeit geprägt - Absicht will ich nicht unterstellen, kann sie aber auch nicht ausschließen.

    Ohne dass ich eine konkrete Vorlage kennen würde: Wenn sich die Berechnungsgrundlage der ortsüblichen Vergleichsmiete von 4 auf 10 Jahre verlängert, bremst das tatsächlich (vorübergehend) die Mietentwicklung in den Städten mit "legendärem" Mietanstieg. Gleichzeitig werden Mieterhöhungen überall dort drastisch erleichtert, wo es gar keinen Mietspiegel gibt oder Wohnungen in Mietspiegeln nicht einzuordnen sind - man wäre ja nun nicht mehr auf die letzten 4 Jahre festgelegt, sondern könnte deutlich großflächiger suchen. Ich sehe gute Chancen, dass diese Änderung die Mieter treffen würde, die irgendwo auf dem Land auf dem Mietniveau von 1960 leben, weil der Vermieter eine Erhöhung bisher nicht begründen konnte.
     
  4. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Klar, ich meinte unterzeichnen.
     
  5. AJ1900

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    Ehrlich gesagt, kann man da durchaus kühlen Kopf behalten, denke ich. Das der Mietspiegel in weiten teilen schlicht Unsinn ist, und in keinem Fall die Realität abbildet, ist eigentlich wohl hinlänglich bekannt. Insofern bleibt 10 jähriger Unsinn wohl das gleiche wie 4 jähriger Unsinn. Davon abgesehen hält sich in den Bereichen der Miethöhe die darüber dann am liebsten gedämpft werden sollten doch eh kein Mensch an den Mietspiegel, bzw. kommt der gar nicht zum tragen.
     
  6. #5 Glaskügelchen 2, 22.07.2015
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    Wieso sollte das die Mietentwicklung bremsen? Ich nehme an das bezieht sich diesen Teil vom 558 BGB:
    Und da sollen die vier Jahre auf zehn Jahre verlängert werden, wenn ich das richtig verstehe.
    Das heisst doch, dass die Ersteller der Mietspiegel erstmal Wohnungen finden müssten, bei denen die letzte Änderung vor 10 Jahren stattgefunden hat. Bei uns würden sie da schonmal nicht fündig werden.
    In der H&G Zeitschrift stand neulich, dass sich die Nachfrage nach Hilfe bei Mieterhöhungen im letzten Jahr drastisch erhöht hat (verdreifacht glaube ich). Das sagt doch schon alles. Und je mehr reglementiert wird, desto mehr eher werden Vermieter bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Miete erhöhen.
    Und so langsam vermute ich, dass genau das sogar gewollt ist, denn höhere Mieteinnahmen bedeuten auch mehr Steuereinnahmen.
     
  7. Andres

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    So verstehe ich das auch.


    Nein, genau das heißt es nicht. Dass die vereinbarte oder geänderte Miete derzeit noch gezahlt wird, ist gar nicht gefordert.
     
  8. AJ1900

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    Auf die Idee könnte man tatsächlich kommen. Jedenfalls muß ich sagen das ich, seitdem die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip in kraft ist, noch nie so teuer vermieten konnte wie heute.
    Eine erstaunliche Differenz zu den offiziellen zahlen, wonach ja angeblich die Mietpreise in Berlin gesunken sind, muß ich sagen.
     
  9. #8 Glaskügelchen 2, 22.07.2015
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    Also mal ein Zahlenbeispiel. Daran kann man das dann besser nachvollziehen.
    Angenommen ich würde zu der Stichprobe gehören, und die würden mich nach den vereinbarten/veränderten Mieten befragen.
    Dann würde ich z.B. für Wohnung A folgendes angeben.
    Neu vereinbarte Miete lag
    im Jahr 2004 bei 480€,
    im Jahr 2005 bei 500€,
    im Jahr 2008 bei 550€,
    im Jahr 2011 bei 580€,
    und liegt seit Februar 2015 bei 640€.
    Da kann man doch nicht hingehen und sich die Miete aus dem Jahr 2005 rauspicken, die schon längst nicht mehr bezahlt wird, und behaupten das sei eine aktuelle Vergleichsmiete.
    Die Änderung von 4 auf 10 Jahre würde lediglich bedeuten, dass alle Mieten, die länger als 10 Jahren unverändert sind, nicht mehr erfasst werden. Hätte meine Miete also im Jahr 2004 480€ betragen, und wäre seither unverändert, würde die Miete für diese Wohnung gar nicht mehr erfasst werden.
    Die Wohnung würde also komplett aus der Statistik rausfallen. Würde man es bei den 4 Jahren belassen, würde eine im Jahr 2011 vereinbarte Miete in Höhe von 580€ noch mit einfliessen, wenn diese seither unverändert geblieben ist. Jede andere Vorgehensweise wäre komplett unwissenschaftlich.
    Mieten in einen aktuellen Mietspiegel einfliessen zu lassen, die längst der Vergangenheit angehören, macht keinen Sinn.
     
  10. AJ1900

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    Wenn man alles aufzählen wollte was an dem Mietspiegel heute schon keinen oder wenig Sinn macht, hätte man viel zu tun. Da würden die 10 Jahre wohl auch kaum noch was dran ändern.
    Am Ende baut man halt den Unsinn ein der einem Mieterhöhungen ermöglicht, und ansonsten schaltet man sein Gehirn möglichst aus, ist jedenfalls meine Erfahrung.
     
  11. #10 Glaskügelchen 2, 22.07.2015
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    Es gibt in vielen Mietspiegeln noch mehr Blödsinnigkeiten, aber diese Blödsinnigkeit beträfe die komplette Erstellung sämtlicher Mietspiegel in ganz Deutschland, und wird definitv so nicht durchgeführt.
    Hier mal eine höchstwahrscheinlich sehr seriöse Quelle:
    http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Ver...ietspiegel_neu.pdf?__blob=publicationFile&v=3

    Seite 12 unter b.)

    "Maßgeblich für die Erstellung des Mietspiegels sind Mieten, die an einem konkreten, vom Mietspiegel
    ersteller festgelegten Stichtag, dem Stichtag der Datenerhebung, bezahlt werden."
    Das ist ganz eindeutig.
    Es wird also definitiv die im Juli 2015 bezahlte Miete in Höhe von 640€ erfasst, und nicht die im Jahr 2005 gezahlte Miete in Höhe von 500€, die längst passé ist.
     
  12. Andres

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    Man kann sich gar nichts "herauspicken", weil zu den "wissenschaftlichen Grundsätzen" gehört, dass die Stichprobe ausreichend breit gestreut sein muss. Auch wenn vielleicht nicht die neueren Werte dieser Wohnung in die Statistik einfließen, fließen dafür die Mieten anderer, ähnlicher Wohnungen ein.


    Unwissenschaftlich ist nur deine Argumentation mit "gesundem Menschenverstand". Dass die Miete unverändert geblieben ist, wird nirgends gefordert.
     
  13. #12 Glaskügelchen 2, 22.07.2015
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    @Andres
    Bitte mal meinen link anklicken.
    Es geht um die Erfassung der ortsüblichen Vergleichsmiete, und das ist eine Miete aus der Vergangenheit nunmal nicht.
     
  14. Pitty

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    Trotzdem würde eine geringe Miete, welche sich einmalig vor 8 Jahren verändert hat (von 2,95 auf 3,39 ) mit in die Berechnung mit einfliessen. Das heisst, dass es den Mietspiegel wegen der 3,39/m2 nach unten ziehen würde.
     
  15. Duncan

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    Anno dazumal hat man vor in Krafttreten von Gesetzesänderungen oder Folgeaussprüchen gerne mal Jahr und Tag vergehen lassen. Wäre vielleicht sinnvoll die kürzlich erfolgte Änderung mal zu evaluieren und die Auswirkungen festzustellen, bevor man schon wieder blind im Nebel herum stochert. Faktisch würde eine solche Regelung dafür sorgen, dass die Mieten deutlich unterhalb der allgemeinen Inflation steigen, damit also langfristig nach Kaufkraft betrachtet eine negative Rendite entsteht wie derzeit bei den meisten Spareinlagen.
    Ich bemerke nur, dass Vermieter die jahrelang sich um die Miethöhe in laufenden Mietverhältnissen gar nicht gekümmert haben auf einmal höchst aktiv werden. "Du vermietest doch auch, wie machst nen du das mit...?" ist nach allgemeinen Grußfloskeln bei mir mit die meistgehörte Frage derzeit.
     
  16. #15 Glaskügelchen 2, 24.07.2015
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    Das ist schon wahr, aber irgendwie ist es auch gelebte Demokratie, denn die Vermieter haben es selber in der Hand, ob sie ihre Mieten erhöhen.
    Wenn bei der nächsten Stichprobenerhebung nur noch Mieten gefunden werden, die in den letzten 2 Jahren angehoben worden sind, hätten sich die Vermieter erfolgreich und basisdemokratisch dagegen gewehrt.
     
  17. Duncan

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    noch nicht mal das. Viele Vermieter bzw. einige Vermieter mit sehr vielen Wohnungen sind institutionelle Anleger, die haben Renditeversprechen zu erfüllen, da wird erhöht was sich umsetzen lässt. Da ist wirklich alle 12 bzw. 15 Monate die Mieterhöhung auf Wiedervorlage gelegt. Wenn den Hausmeister mit ner großen Kiste mit Briefen seine Runde machen siehst, weißt was da wieder kommt. Da die gleich etliche (zig)tausend Wohnungen betreuen, haben die durchaus auch statistisches Gewicht.
     
  18. #17 Glaskügelchen 2, 24.07.2015
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    Über die hatte ich in dem Zusammenhang aber nicht gesprochen, denn das sind ja nicht die, über die Pitty sich Sorgen macht.
     
  19. Pitty

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    Ich habe diese gemeint, die klein sind, nur wenige Wohnungen haben. Die müssen viel einnehmen, damit einmal der Kredit abbezahlt wird und dann etwas übrig bleibt. Die großen Hausverwaltungen haben wohl nicht so stark das Problem mit niedrigen Mieten oder gar Mietausfällen. Das wird durch die Anzahl der Wohnungen kompensiert.
     
  20. #19 Glaskügelchen 2, 25.07.2015
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    Du verstehst nicht was ich meine. Statt hier eine Petition einzureichen, würde es mehr Sinn machen, wenn Interessensverbände wie z.B. H&G ihre wohlhabenden Gutmenschvermieter mal darüber aufklären würde, was es langfristig für negative Auswirkungen auf alle Vermieter haben wird, wenn sie mit ihren Mieten unten bleiben.
    Abgesehen davon glaube ich aber nicht, dass es so viele Mietverhältnisse gibt, bei denen die Miete sich seit 10 Jahren nicht verändert hat.
     
  21. Pitty

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    Ich habe alleine 6, wo sich in den letzten 10 Jahren nichts geändert hat. Ohne Mietspiegel ist es schwer zu erhöhen. Bei zwei gab es vor 1,5 Jahren eine Erhöhung, die aber kaum Auswirkung auf die Höhe der Miete hatte, falls Du weißt was ich meine.
     
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Mietpreisbremse soll verschärft werden

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