Mietschulden einfordern

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von Mira78, 18.07.2016.

  1. Mira78

    Mira78 Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen - ich hoffe mal, ich habe den richtigen Thread hierfür gefunden, ansonsten bitte melden oder verschieben - danke :-)
    Wie der Titel schon sagt, möchte ich Mietschulden bei meinem Ex-Untermieter einfordern, allerdings habe ich keine Ahnung wie das genau funktioniert und was ich dabei beachten muss. Zu erst einmal die Fakten:
    - Die Wohnung wird von mir bewohnt, ich stehe alleinig im Mietvertrag.
    - vor 4 Jahren habe ich mein drittes Zimmer (mit Zustimmung der Vermietungsgesellschaft) an einen Bekannten untervermietet (mit Untermietvertrag)
    - er zahlte solange er Arbeit hatte immer pünktlich die Miete
    - vor 2 Jahren wurde er wg einer psychischen Erkrankung krank geschrieben, ab dem Zeitpunkt kam die Miete sehr unregelmäßig oder es wurd zu wenig überwiesen, was aber innerhalb eines 3-Monat-Zeitraumes ausgeglichen wurde
    - vor einem Jahr spitzte sich die psychische Erkrankung soweit zu, daß er stationär in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste und er selbst seinen Job kündigte - ab dem Zeitpunkt zahlte er überhaupt keine Miete mehr.
    - ich habe ihn 3 mal schriftlich angemahnt und dann die Kündigung des Untermietvertrages ausgesprochen
    - er zog auch fristgerecht aus der Wohnung aus und wollte die Miete in Raten abzahlen (Dokumentiert)
    - ich habe im November und Dezember jeweils eine Rate von ihm erhalten, die die Hälfte der vereinbarten Summe betrug
    - seitdem habe ich nichts mehr von ihm erhalten oder gehört - Adresse unbekannt, Handynummer existiert nicht mehr
    - er hatte schon einmal einen Offenbarungseid abgelegt und war nach der üblichen Zeit 1 Jahr schuldenfrei. Nun scheint er wieder bei mehreren Gläubigern wieder Schulden zu haben.
    Lohnt sich der Gang dann für mich überhaupt noch zum Anwalt? Oder kann ich das Geld gleich abschreiben?
    P.S.: scheinbar hat er bei seinem Auszug beide Exemplare des Untermietvertrages (seines und meines) mitgenommen - welche Konsequenzen ergeben sich hieraus?
    Zusammengefasst: lohnt sich eine Schuldeneinforderung bei scheinbar zahlungsunfähigem Ex-Untermieter? Und wie gehe ich vor?
    Danke schon mal :-)
     
  2. AdMan

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  3. #2 immobiliensammler, 18.07.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Die letzte Frage zuerst beantwortet, es kommt darauf an! Wenn Du einen Titel bekommst (zum Weg dorthin später) dann verjährt Deine Forderung praktisch nie (die immer wieder ins Spiel gebrachten 30 Jahre sind faktisch Quatsch), d.h. Du kannst immer noch darauf hoffen, dass Dein Ex-Mieter wieder zu Geld kommt. Außerdem sind aktuell rund 4 % Zinsen ja immer noch gut. Investition dafür - wenn Du es selbst machst und der Schuldner die Forderung nicht bestreitet meist unter 100 Euro (ich bin jetzt von üblichen Mietschulden ausgegangen).

    Dein Problem ist zuerst, an die Adresse zu kommen. Normalerweise faxt Du den Mietvertrag an das für den letzten bekannten Wohnsitz zuständige Einwohnermeldeamt und machst eine Anfrage nach der neuen Adresse - kostet rund 6 Euro. Problem ist für Dich ,dass Du ja keinen Mietvertrag mehr hast. Ich würde den Fall so schildern und zur Glaubhaftmachung Kopien von Kontoauszügen mit Mietzahlungen des Schuldners mitschicken.

    Sobald Du eine neue Adresse hast würde ich zuerst einmal eine Mahnung mit einfacher Post dorthin schicken, die Adresse muss nämlich auch schon nicht mehr aktuell sein - dann würde das gleiche Spiel beim nächsten Einwohnermeldeamt beginnen -, sofern der Brief nicht zurück kommt dann würde ich einen Mahnbescheid über die offene Forderung beantragen, das geht via Online-Formular, dass Du dann ausfüllen und ans zuständige Gericht schicken musst. Welches das ist hängt von Deinem Wohnsitz ab, wird aber auf der entsprechenden Seite erklärt:

    https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=7505123-1468871191424&Command=start

    Wichtig ist - so mache ich es - den Übergang ins streitige Verfahren nicht automatisch zu beantragen, dann hast Du nämlich im Falle eines Widerspruches gegen den Mahnbescheid 6 Monate Zeit, um ggfs .einen Anwalt zu konsultieren und zu entscheiden, ob hier weiteres Geld investiert werden soll.

    Was meinst Du mit "der üblichen Zeit", woher weißt Du, dass er dann schuldenfrei war. Dass eine Vermögensauskunft (früher eidesstattliche Versicherung, in der Steinzeit Offenbarungseid) nach 3 Jahren gelöscht wird sagt nichts darüber aus, dass die Forderung getilgt wurde.
     
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  4. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    um welchen Betrag geht es eigentlich?
    Bei dem was du schreibst, ist er wohl nicht zahlungsfähig.

    Das kostet dich nur zusätzliches Geld und du wirst damit dein Geld nicht bekommen.

    Du könntest einen Mahnbescheid selbst beantragen. Die Kosten dafür sind nicht sehr hoch und müssen von dir vorgeleistet werden.
    Wenn er nicht widerspricht, bekommst du einen Titel und könntest dann das Geld auch später wenn er wieder zahlungsfähig ist deine Forderung noch bekommen. Wenn er widerspricht, kann es gerichtlich geklärt werden. Da müsstest du dann einen Anwalt mit einschalten.

    Jedoch brauchst du auf jeden Fall dafür die aktuelle Adresse von dem ehemaligen Mieter.

    je nachdem wie hoch der geschuldete Betrag ist, Ja, und als Lehrgeld verbuchen.
     
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  5. #4 Pharao, 20.07.2016
    Zuletzt bearbeitet: 20.07.2016
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    die Frage wirst letztlich nur du dir selber beantworten können!


    Also erstes wäre mein Ratschlag an dich, versuche deinen "persönlichen Ärger" hierbei nicht mit zu bewerten, außer dir geht es hier rein ums Prinzip.

    Ansonsten wäre hier u.a. natürlich Interessant, um was für einen Schuldenbetrag es sich hier letztlich handelt? Je nach dem kann es ggf. sinnvoller sein, das lieber gleich unter Lehrgeld zu verbuchen, statt den ganzen weiteren Aufwand zu betreiben mit Mahnbescheid, Gerichtsvollzieher, ect. Weitere Fragen könnten sein, ob es beim Schuldner ggf. in Zukunft was pfändbares geben könnte? Ich mein, das es beim Schuldner aktuell vielleicht nix zu holen gibt, das bedeutet ja nicht zwangsläufig, das dies für immer & ewig so seinen muss. Natürlich wird keiner Hellsehen können, aber bei zB. einem 95 jährigen Rentner der von Sozialhilfe lebt, da würde ich jetzt eher mal davon ausgehen, das in dem seinem Leben sich geldmäßig nichts mehr großartiges verändern wird und das dem m.E. Schufaeinträge auch letztlich völlig egal seinen werden. Im Gegensatz dazu kann man m.E. aber zB bei einem jungen Student schon annehmen, der sein ganzes Arbeitsleben i.d.R. noch vor sich hat, das sich da durchaus in Zukunft geldmäßig schon mal was ändern könnte und das dem ggf. auch Schufaeinträge mehr "stören" könnten. Ich mein, ein Schufaeintrag bedeutet für manche Leute ggf. schon einen "kleines" Problem, sei es evtl. bei der Wohnungssuche oder bei einem Handyvertrag, ect.

    Ganz wichtig ist natürlich auch die Frage, ob du diesen (ggf. sehr langen) Weg mit bislang ungewissen Ausgang überhaupt gehen willst? Ich mein, ein Mahnbescheid kostet nicht die Welt und ist schnell erstellt (falls du die Adresse des Schuldners kennst, ansonsten macht das natürlich auch nochmals zusätzliche Arbeit). Den Hinweis von "immobiliensammler" (den Übergang ins streitige Verfahren nicht automatisch zu beantragen) würde ich dir auf jeden Fall auch anraten. So lässt du dir einiges noch offen und kannst dann ggf. immer noch entscheiden "hier aufhören" oder "weitermachen" oder "Anwalt aufsuchen", ect. Sollte es evtl. vor Gericht gehen, dann ist natürlich auch interessant, in wie weit du deine Forderungen da durchsetzen kannst, wobei das m.E. kein großes Problem darstellen sollte, aber es verursacht i.d.R. auch Unkosten die du m.E. erstmal vorstecken musst. Wenn es beim Schuldner aktuell nix zu holen gibt, dann wird dieser i.d.R die eidesstattliche Versicherung beim Gerichtsvollzieher (der leider auch nicht umsonst arbeitet. Auch wenn das m.E. keine Unsummen sind, aber es läppert sich) abgeben müssen, sodass du dann erstmal nix weiter machen kannst. Irgendwann läuft aber diese "Schonfrist" auch ab, und dann wirst du ggf. erneut wieder einen Antrag stellen müssen (wie du schon merkst, auch das wird nicht umsonst sein), denn es könnte sich ja mittlerweile dann beim Schuldner sich finanziell was geändert haben. Falls nein, dann geht das Spiel erstmal so weiter, also wieder zurück zur eidesstattlichen Versicherung abgeben und "Schonfrist". Im besten Fall wird irgendwann mal was pfändbares vorhanden sein, sei es durch den Lottogewinn oder ein pfändbares Gehalt, eine Erbschaft, ect, sodass du dann endlich/hoffentlich an dein gesamtes Geld rankommst inklusiv der ganzen "Vorleistungen".

    Bitte das hier aber nicht falsch verstehen, der aufgezeigte "lange" Weg muss hier nicht zwingend so ablaufen! Könnte natürlich auch sein, das der Schuldner etwas "schneller" seinen Schulden bei dir begleicht, sodass du ggf. garkeinen Gerichtsvollzieher benötigst bzw. man nicht ggf. Jahrzehnte dem Geld hinterher laufen muss. Könnte aber im aller schlimmsten Fall auch passieren, das der Schuldner zB irgendwann mal eine Privatinsolvenz anmeldet (was immer dann interessant beim Schuldner seinen kann, wenn er richtig viele Schulden hat, ggf. auch bei anderen Gläubigern) und dann guckst du i.d.R. komplett in die "Röhre" bzw. bleibst i.d.R. auf den gesamten Unkosten sitzen, wenn er diese erfolgreich durchzieht. Wie das Ganze also letztlich ausgehen wird, das kann dir niemand vorab sicher sagen!

    Ansonsten, eine Kaution hast du nicht verlangt? Ich mein, diese ist zwar u.U. auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ....



     
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