Mieturteile in Theorie und Praxis

Dieses Thema im Forum "Mieterhöhung" wurde erstellt von Michel, 19.10.2010.

  1. Michel

    Michel Neuer Benutzer

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    Wir alle kennen das:
    Man ist mit einem Sachverhalt konfrontiert (z.B. Mieterhöhung) und will sich schlau machen, was da zu erwarten ist.
    Man liest die ganzen Mitrechtsurteile und Pamphlete der Mietvereine und glaubt bescheid zu wissen.

    In meinem Beispiel war es eine Mieterhöhung mittels dreier Vergliechsmieten.
    Eine der Vergleichswohnungen hatte Aufzug und Balkon, was meine nicht hatte. Und ich dachte in meinem jugendlichen Leichtsinn: Die Wohnung ist nicht vergleichbar also ist die Meiterhöhung unwirksam und das schreibe ich dem Vermieter.
    Der meint nur, dass die Wohnungen nicht identisch sein müssen und denkt nicht daran, auch nur einen Cent von seiner Forderung abzuweichen.
    Dann kommt noch ein Brief, in dem er mich darauf hinweist, dass es sich ungünstig auf das bisher angenehme Mietverhältnis auswirkt, falls ich nicht zustimme und er klagen müsse.

    Ich stimme nicht zu und er klagt.
    Da ein Anwalt in meiner letzten rechtlichen Auseinandersetzung nicht gerade eine Hilfe war, habe ich mir gedacht: "Die paar Briefe schreiben kann ich selber".

    Der Richter war beeindruckt. Meine Argumentation fand er ganz interessant nur:
    Es juckt ihn nicht.

    Er will nicht darüber entscheiden, ob und wie das zu bewerten sei. Er will einfach einen Sachverständigen beauftragen, eine Vergleichsmiete zu ermittteln. Das würde etwa 2000 € kosten.

    Da wurde mir so langsam unwohl: Die Verfahrenskosten werden bald höher sein, als das was ich in mehren Jahren an Miete sparen würde. Eine Situation, die ich Vermeiden wollte (Man soll gutem Geld kein schlechtes Geld hinterher werfen). Außerdem ist er 1:1 der Argumentation des Klägers gefolgt. Ich hatte den Eindruck, dass ich eine austauschbare Figur in einem Schauspiel bin, das sich immer wieder wiederholt.

    Was lernen wir daraus?

    Ein Richter ist frei in seiner Entscheidung.
    Irgendwelche Gerichtsurteile von Kollegen oder Pamphlete von Mietvereinen jucken ihn nicht.
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    und wenn ihn die Gerichtsurteile jucken, dann nur soweit, dass er als Richter kein Grundsatzurteil sprechen will. Damit ist der Ausgang der Verhandlung in den meisten Fällen klar: Vergleich.
    Wenn also ein Mieter eine Mieterhöhung um insgesamt 100 € erhält und dagegen vor geht, sollte ihm klar sein, dass er seine Gerichtskosten incl 50€ Mieterhöhung bezahlen muss.
     
  4. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    ... dass Mieterrechtsschutz im Rahmen einer RS-Versicherung durchaus sinnvoll sein kann.
     
  5. helaba

    helaba Erfahrener Benutzer

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    Dass man als Mieter nicht immer meinen sollte man ist schlauer als der Vermieter.
     
  6. #5 nobrett, 25.11.2010
    nobrett

    nobrett Erfahrener Benutzer

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    Das war doch klar. Ein Richter ist kein Mietpreisexperte, sondern greift da wenn die Parteien sich nicht einigen können auf einen Fachmann, volkstümlich auch Gutachter genannt, zurück.
    Was hattest Du angenommen? Das der Richter weil die Wohnungen nebst Ausstattung und Lage nicht identisch sind das Mieterhöhungsbegehren komplett ablehnt? Das würde faktisch bedeuten, dass Mieterhöhungen aufgrund von Vergleichsobjekten in 99% der Fälle mangels völlig identischer Objekte unmöglich sind. Also muss da ein Toleranzbereich existieren innerhalb dessen Vergleichbarkeit trotzdem noch gegeben ist. Darüber kann man aber nur im konkreten Einzelfall entscheiden. Und da kennt sich am besten ein Fachmann (=Gutachter) aus.
    Für mich kein überraschender Verlauf. Klar auch, dass die Klärung des Sachverhalts auch Geld kostet. Wenn Du sicher bist dass Du gewinnst kriegst Du das Geld von der unterlegenen Seite ja wieder zurück, wo liegt also das Problem? Vermutlich darin, dass Du gar nicht so sicher bist, dass Du gewinnen wirst. Das ist allerdings allein Deine Entscheidung und Dein Risiko.
     
  7. #6 Max_Headroom, 26.11.2010
    Max_Headroom

    Max_Headroom Erfahrener Benutzer

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    "Auf See und vor Gericht ist man in Gottes Hand"...nun ja, schön, daß es auch mal Mietern so geht!
    Und was noch besser ist: Mieter können Klagen recht einfach vermeiden. Sie können zustimmen oder ausziehen.
    Vermieter müssen klagen. Immer. Überall. Wegen jedem Sch...

    Und da sie genauso oft eines in die Fresse bekommen wie Du hier erleben musstest, wird das teuer. Sehr teuer. Und oft.

    Und dann schreien alle herum daß die Mieten "explodieren" würden.

    Bevor Du das nächste Mal vor Gericht ziehst, schau in den Palandt und in die BGH-Urteile. Das sind die einzigen "Schwergewichte", die etwas Meinungsbildung gestalten können und Dir helfen zu bewerten ob es das Ganze wert ist.
    Anwälte, Mietervereine usw. sind alle Quatsch, sie verdienen an jedem Proueß *egal* wie der ausgeht und man findet nur selten gute Anwälte, die auch mal von einem Przeß abraten.

    Und wenn Du meinst, es sei alles ungerecht, dann geh doch in die 2. Instanz...kann aber noch teurer werden wenn man dort anderer Meinung ist.

    MH
     
  8. #7 Stephan S, 08.12.2010
    Stephan S

    Stephan S Benutzer

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    Guten Tag zusammen

    ein kleiner Hinweis am Rande. Eventuell (sofern vorhanden) kann die Hausverwaltung bei der Ermittlung der Vergleichsmieten behilflich sein. Kürzlich hatte ich eine Hausverwaltung gesehen, die einen eigenen "Pool" von Vergleichsmieten unterhält um bei Mieterhöhungen darauf zurückgreifen/verweisen zu können. Bei der Hausverwaltung nachzufragen könnte also weiterhelfen.

    Viele Grüße

    www.mietoptimierung.de
     
Thema: Mieturteile in Theorie und Praxis
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