Mietvertrag 1980: "besenrein" oder "Schönheitsreparaturen trägt Mieter"

Dieses Thema im Forum "Renovierung" wurde erstellt von familienhaus, 13.12.2012.

  1. #1 familienhaus, 13.12.2012
    familienhaus

    familienhaus Neuer Benutzer

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    Liebes Forum,

    Es geht um folgendes: Wer trägt die Kosten für Tapezieren und kleinere Renovierungsarbeiten?

    Hier der Hintergrund: Ich habe eine Mieterin, die nach ca. 30 Jahren zum 31.12.2012 aus der Wohnung auszieht. Der Zustand der Wohnung ist katastrophal und die Nachmieter können unter diesen Umständen auf keinen Fall einziehen. Wir werden die Wohnung renovieren müssen, da die Mieterin sich weigert irgendetwas in der Wohnung zu machen. Viel mehr noch hat Sie angekündigt, den vor 10 Jahren eingelegten Laminatboden und die Küche rauszureissen und mitzunehmen. Die Mieterin war auch eine sehr schwierige Person (wir durften nach Hauskauf wochenlang nicht die Räume besichtigen, sie hat uns die Türe nicht aufgemacht, erst nach Abmahnung konnten wir Zutritt erhalten). Darüber hinaus hat sie auch einige Beschädigungen im Hausflur zu verantworten: Bei einem Streit mit ihrem damals noch lebenden Ehemann wurde ein Türrahmen irreparabel aufgetreten. Abgesehen von der Beweispflicht, ist sie hierfür in Verantwortung zu ziehen?


    Hier ist was in Ihrem Vertrag bezüglich Renovierung geschrieben steht:

    § 11 Instandhaltung der Mieträume

    1. Schäden in den Mieträumen hat der Mieter, sobald er sie bemerkt, dem Vermieter anzuzeigen.
    2. Der Mieter haftet dem Vermieter für Schäden, die nach dem Einzug durch ihn, seine Familienmitglieder, Hausgehilfen, Untermieter sowie die von ihm beauftragten Handwerker, Lieferanten und dergleichen schuldhaft verursacht werden. Insbesondere haftet er für SChäden, die durch fahrlässiges Umgehen mit der Wasser-, Gas- oder elektrischen Licht- und Kraftleitung, mit der Klosett- und Heizungsanlage, durch Offenstehenlassen von Türen oder durch Versäumnix einer vom Mieter übernommenen Pflicht (Beleuchtung usw.) entstehen.

    3. Dem Mieter obliegt der Beweis dafür, daß ein schuldhaftes Verhalten nicht vorgelegen hat.

    4. Die Kosten der Schönheitsreparaturen trägt der Mieter.




    § 14 Beendigung der Mietzeit

    1. Die Mieträume sind bei Beendigung der Mietzeit besenrein und mit sämtlichen Schlüsseln zurückzugeben.


    Laut ihrer Aussage muss Sie bei Auszug nichts in der Wohnung machen. Stimmt das gemäß dem Vertrag? Muss die Mieterin nicht den ordnungsgemäßen Zustand von vor 30 Jahren wiederherstellen? Verunsichern tut uns der Paragraph §14, denn dort steht nur geschrieben „als besenrein zu übergeben“. Insbesondere Paragraph §5 und §11 beschreiben allerdings etwas anderes. Auch im Internet steht geschrieben, dass die beiden Paragraphen sich nicht entgegenstehen und die Mieterin für Schönheitsreparaturen die Kosten zu tragen hat.


    Zusätzlich gibt es den §5.2 im Vertrag:
    Dem Mieter ist im übrigen der Zustand der Mieträume bekannt, er erkennt sie als ordnungsgemäß zweckentsprechend und zum vertragsgemäßen Gebrauch als tauglich an. Er verpflichtet sich, die Räume pfleglich zu behandeln und in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten und zurückzugeben.

    Die entscheidende Frage ist: Welcher der Paragraphen gibt den Ausschlag? Kann ich von ihr verlangen, dass Sie grobe Schäden beseitigt bzw. ersetzt. Und dass Sie die Wohnung neu streicht? Hattet ihr schon einmal einen ähnlichen Fall?
    Starre Fristen gibt es keine und werden im Vertrag nicht erwähnt.

    Weitere kleine Frage:
    Die Heizung im Bad ist verrostet und muss vor Einzug der neuen Mieter auf jeden Fall gewechselt werden. Muss die Mieterin hierfür aufkommen (Da wahrschl. nicht regelmäßig gestrichen, gelüftet,…)? Der Schaden wurde vorher nicht gemeldet.

    Die Decke im Bad ist beschädigt. Wer zahlt hier?

    Kaution wurde damals nicht gezahlt. Die eigene Verrechnung kommt somit nicht in Frage.

    Danke Euch schon mal sehr, ihr helft uns damit wirklich weiter!
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 13.12.2012
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    schönheitsreparaturenklausel hin- oder her: nach 30 jahren muss doch so oder so mal saniert werden, da wirst du nicht drumrum kommen.

    wem gehören denn laminat und küche?
    wenn das ihr eigentum ist, dann darf sie das auch mitnehmen wenn ihr es nicht gegen entsprechendes geld übernehmen wollt.

    wurde der schaden denn noch nicht repariert?

    ich seh da keinerlei hinweise drauf dass die mieterin irgendwas machen müsste.
    die ganz normale abnutzung in 30 jahren muss sie jedenfalls nicht ausgleichen - dafür hat sie miete gezahlt.
    und "schuldhaft" hat sie ja nichts kaputtgemacht, oder?

    der klassiker. ist dann wohl auch so.

    soweit ich das sehe ja.

    nein, das ist aufgabe des vermieters/eigentümers den ordnungsgemäßen zustand zu gewährleisten (instandhaltung/instandsetzung).

    solange die kosten der schönheitsreparaturen nicht explizit an den mieter delegiert wurden, sind sie vermietersache. aber solange nicht beschrieben ist was unter schönheitsreparaturen zu verstehen ist, wird's wohl recht schwierig werden da irgendwas zu verlangen.

    meiner ansicht nach nicht.

    mehrfach. aber nach 20 jahren oder mehr steht doch eh 'ne generalsanierung an. selbst bei uns hier, wo's eindeutig mehr nachfrage als angebot ist, kannst du eine wohnung in der ausser streichen 20 jahre nichts gemacht wurde nicht mehr zu anständigen preisen vermieten.

    es werden offensichtlich garkeine fristen erwähnt - entsprechend sind auch keine einzuhalten. so würde ich das zumindest sehen.

    naja - nach 30 jahren wundert mich das jetzt nicht weiter, das kommt halt vor.
    ob streichen da was gebracht hätte? ich glaube nicht. entlüften jedenfalls bringt bezüglich rost ganz sicher überhaupt nichts.
    meine güte, wegen so 'nem kleine heizkörperchen im bad zucke ich nicht mit der wimper. hatten wir grad auch (allerdings im klo), die dinger kosten doch kaum was, wo ist das problem? da kommt ein neuer dran und gut ist. streichen lassen vom maler wär teurer als ein neuer - das nur zu deiner info.

    ist das denn tatsächlich ein "schaden"? ich würd das eher als ganz normale alterserscheinung betrachten...

    in wie fern ist sie denn beschädigt?

    wie gesagt:
    nach 30 jahren ist doch eh 'ne generalsanierung mehr als überfällig.
    ich würd mich da nicht so grossartig aufregen sondern die sache in angriff nehmen.
    aber achtung: wenn ihr schon nachmieter habt könntet ihr ein problem mit dem timing bekommen, also rechtzeitig planen, ist manchmal nicht so einfach alle handwerker herzukriegen die man so braucht.
    wie alt ist denn die elektrik?
     
  4. kathi

    kathi Gesperrt

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    Hi losti,
    deine Generalsanierungsansicht nach 30 Jahren ist ja bekannt. Sollte das vor 30 Jahren ein Neubau gewesen sein, oder da bereits generalsaniert worden sein, seh ich aber nicht unbedingt eine Notwendigkeit für eine Generalsanierung. Selbst ein Bad, zeitlos gefliest, muss nach 30 Jahren noch nicht unbedingt erneuert werden.

    Der Satz im Mietvertrag:
    "Die Kosten für die Schönheitsreparaturen trägt der Mieter" dürfte unwirksam sein, da keine Selbstvornahme durch den Mieter vorgesehen ist.
     
  5. #4 Pharao, 13.12.2012
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2012
    Pharao

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    Hi familienhaus,

    also ich finde garkeine Regelung was Streichen, ect hier angeht. Wo stehen den die Schönheitsreparaturen ?

    Ansonsten würde ich auch sagen, nach so einer langen Mietzeit wirst du nicht herum kommen, was an der Wohnung zu machen bzw zu investieren. Du kannst nicht erwarten, das nach so einer langen Zeit alles wie "neu" wieder abgegeben wird.

    Die normale Abnutzung von Gegenständen ist im übrigen in der Miete schon enthalten. Lediglich Schäden die nicht einer normalen Abnutzung zu zuschreiben sind, könnte man dem Mieter anlasten.

    Natürlicht haftet der Mieter für einen Schaden, den er verursacht hat.

    Was bedeutet bei dir eigentlich Hausflur ? Also einen Flur in der Wohnung oder ausserhalb der Wohnung ?
     
  6. #5 lostcontrol, 13.12.2012
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    @ kathi, der TE schreibt doch selbst dass die generalsanierung fällig ist:
    dass ein bad nicht länger als 30 jahre halten könnte, hab ich übrigens noch nie irgendwo geschrieben. das würde auch nicht dem entsprechen was ich selbst weiss und kenne.
     
  7. kathi

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    Unter ner Generalsanierung versteh ich halt: Elektrik, Rohrleitungen, Sanitär etc. Und das alles muss nach 30 Jahren nicht schon zwangsläufig passieren.
    Hätte die TE ne gültige Schönheitsreparaturklausel drin, dann müsste die Mieterin jetzt halt neu tapezieren, streichen etc. Und der Vermieter müsste evtl. dann nur einen neuen Boden legen.
     
  8. #7 lostcontrol, 13.12.2012
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    oh - nö, so extrem muss nicht sein, wollte ich damit auch nicht ausdrücken. die meisten sachen sollten eigentlich schon etwas länger halten als nur 30 jahre.
    aber neu tapezieren, streichen, neuen boden - das wird man nach 30 jahren wohl in jedem falle machen müssen.
    und ich würde auf jeden fall die gelegenheit nutzen und die elektrik und - soweit möglich - auch die installationen checken lassen.
    aber heutzutage sollte man eigentlich froh sein wenn jemand wirklich mal so lange bleibt.
    normalerweise ist doch bei jedem mieterwechsel irgendwas zu machen, und wenn du dann alle paar jahre mieterwechsel hast summiert sich das dann doch gewaltig.
     
  9. #8 Papabär, 13.12.2012
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    Hallo familienhaus, :wink5:
    Die entscheidende Frage hat losti schon gestellt: Wer hat das Laminat damals verlegt bzw. verlegen lassen?
    Sollte es der Vermieter gewesen sein, ist der Belag zum Bestandteil der Mietsache geworden, den die Mieterin natürlich nicht entwenden darf. ABER ... im Streitfall könntet ihr den Zeitwert des Materials sowie die Verlegekosten geltend machen. Als Nachweis für den Wert eignet sich beispielsweise der Anschaffungsbeleg (welchen Du sicherlich vorlegen könntest, oder?). Welcher Abzug ("Neu für alt") bei 10-jährigem Laminat anzusetzen wäre weiß ich ehrlich gesagt nicht - ich würde mich jedoch nicht wundern, wenn´s 100% sind.



    Nö, eine Verpflichtung dazu gibt es nicht.

    Ob´s überhaupt eine Möglichkeit gäbe, hängt aber eben stark von der Beweisbarkeit ab. So kannst Du solche Forderungen beispielsweise bis maximal 6 Monate nach Kenntnisnahme geltend machen, wobei aber vorrangig auch zu überprüfen wäre, ob die Wohngebäudeversicherung u. U. Vandalismus beinhaltet.

    Auf die genannten mietvertraglichen Klauseln will ich hier nicht weiter eingehen ... ohne genaue Bestimmung des Begriffs "Schönheitsreparaturen" wird eine wirksame Verpflichtung zu irgendwelchen Arbeiten ohnehin kaum durchzusetzen sein.


    Nur mal zum Verständnis:
    Wenn es hier keine starren Fristen gibt, von wann bis wann endet dann das Mietverhältnis?
    ... ist doch eigentlich eine sehr starre Frist, oder?


    Nuja ... einmal durchfegen wird sie schon müssen.


    Nö, geschuldet wird der vertraglich vereinbarte Zustand. Übrigens wäre anderenfalls auch die Frage nach dem Laminat obsolet. :91:

    Und stell´ Dir mal vor, die Mieterin hätte vor 20 Jahren mal neu tapeziert und vorher die alten Tapeten von den Wänden gelöst ... soll sie jetzt die Müllsäcke mit den aufgehobenen Tapetenfetzen aus dem Keller holen und die Tapete von vor 30 Jahren wieder an die Wände puzzeln?


    Ob die Mieterin zum regelmäßigen Streichen der Heizkörper bzw. zum Entlüften desselben verpflichtet war, ist hier nicht zu erkennen. In den genannten Absätzen steht jedenfalls nichts davon ... also war sie´s vermutlich auch nicht.

    Im Übrigen kann man wohl davon ausgehen, dass ein Heizkörper der 30 Jahre auf dem Buckel hat, unabhängig von den Anstrichen oder der Entlüftung, seine Lebenserwartung wohl mehr als erfüllt hat.

    Was die Kosten für die Erneuerung des Heizkörpers angeht, würde ich losti ja voll zustimmen, wenn die Wiedermontage des Heizkostenverteilers nicht immer so ins Geld gehen würde. 60,- bis 80,- € sind da keine Seltenheit.



    :74: kathi ... Pharao ... nicht alle vordrängeln.

    Der Satz zu den laufenden Schönheitsreparaturen scheint mir durchaus gültig zu sein, eine Selbstvornahme wird ja dadurch nicht ausgeschlossen ... nur werden die Schönheitsreparaturen eben nicht definiert.
     
  10. kathi

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    Was ist das denn für ne Antwort? Natürlich ist sie zur Verantwortung zu ziehen, wenn ihr damaliger Mann Türrahmen zerstört. Beweisbar muss es halt sein.


    Meiner Meinung nach schon. Es steht schliesslich nur was von den Kosten drin.
    Das hab ich zu den Schönheitsreparaturen gefunden:
    "Was sind eigentlich Schönheitsreparaturen?

    Eine gesetzliche Definition hierzu lässt sich in § 28 Abs.4 S.2 der II. Berechnungsverordnung (kurz 2. BV) finden:


    Demnach umfasst eine Schönheitsreparatur "nur das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper einschließlich Heizrohre, der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen."

    Demnach müsste die Mieterin die Wohnung renovieren, wenn sie 30 Jahre nix gemacht hat und die Wohnung entsprechend aussieht.
     
  11. #10 Papabär, 13.12.2012
    Papabär

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    Zugegeben, vielleicht nicht die Netteste ... aber immerhin eine - entsprechend der Fragestellung - Korrekte. Denn unabhängig, ob die Mieterin zur Verantwortung gezogen werden KANN, ist
    falsch! Bis zum Beweis des Gegenteils sehe ich keine Verpflichtung, dass der/die TE einen Schaden gegenüber der Mieterin geltend machen MUSS.

    Im Übrigen haben weder familienhaus noch ich behauptet, dass der Ehemann dies gewesen wäre ... hast Du Monopolwissen?


    Eben. Auch bei einer Selbsvornahme können Kosten anfallen ... und die Kosten, die nicht anfallen (bei Selbstvornahme z.B. Arbeitsleistung) hat die Mieterin ja auch nicht zu übernehmen.


    Schön und gut ... aber welche dieser Gewerke sind jetzt mietvertraglich vereinbart? Einen Verweis auf die II. BV hab´ ich in dem MV-Auszug jedenfalls auch nicht gefunden.


    Es gibt ja auch gesetzliche Definitionen zu den umlagefähigen Nebenkosten ... trotzdem bedeutet das nicht, dass man alle diese Kosten stets bedingungslos umlegen kann.


    Aah ... woher kommt diese Weisheit? Aus dem Mietvertrag jedenfalls nicht, denn da steht ja
    ...was den Zustand der Mietsache nicht berücksichtigt.

    Du kannst ja gerne mal versuchen, hier eine Renovierung - oder irgendwelche Ersatzforderungen gerichtlich durchzusetzen ... und ich wünsche Dir auch viel Erfolg dabei, aber jammere bitte nicht, wenn´s hinterher heißt:
    "Außer Spesen nichts gewesen"
     
  12. #11 familienhaus, 13.12.2012
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2012
    familienhaus

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    Hallo liebes Forum! :)

    vielen Dank für die schnellen und guten Antworten! wir haben uns sehr darüber gefreut!

    Vielleicht noch ein paar mehr Hintergrundinformationen:
    Wir haben das Haus selbst vor einigen Monaten von einer Eigentümergemeinschaft erworben. Das Haus war ein Streitfall sodass sich die Eigentümer gegenseitig bei Anweisungen gegenüber von einzelnen Mietern über Jahre hinweg blockiert haben. Aus diesem Grunde zahlt die jetzige Mieterin für Ihre wirklich sehr zentral gelegene Wohnung mit ca. 100 qm auch nicht mehr als 280 Euro. Und deswegen konnte der eine Eigentümer die Reparatur des Türrahmens gegen die anderen auch nicht einfordern. Wir haben davon erst vor 2 Monaten durch einen der Nachbarn Kenntnis genommen, dass sie die Tür beschädigt hatte. Die Tür gehört zu einem „Flur im Treppenflur“, welcher zur Wohnung der Mieterin führt. Der Schaden wurde auch nicht mehr repariert, die Kosten dafür wären auch viel zu hoch, da der komplette Rahmen ausgebaut und speziell angefertigt werden müsste. Ich weiß auch nicht ob die Versicherung das übernehmen würde, da die Sache schon Jahre her ist. Allerdings haben wir mehrfach gesehen, wie sie die Tür jedes Mal aufschlägt (nicht übertrieben!), wenn Sie nach Hause kommt, auch wenn wir selbst im Flur sind.
    Grundlegende Veränderungen am Haus sind von der vorherigen Eigentümergemeinschaft allerdings gemacht worden. Die Elektrik in der Wohnung werden wir auf jeden Fall noch in den nächsten zwei Wochen komplett machen lassen. Ein Elektriker meinte er würde 2800 Euro dafür nehmen (ist das gut? Ist das teuer? Wo finde ich einen günstigen Elektriker?). Wir haben das aber auf jeden Fall vor.
    Das Laminat selbst hat die Mieterin verlegt. Vorher war ein PVC ähnlicher Belag drunter. Aber die Decke im Bad, die wurden von den Alteigentümern gemacht. Wie lange das her ist weiß ich nicht. Der Schaden: Eine Panele fehlt vollständig, die anderen sind an einer Stelle beulenartig heruntergekommen.
    Ja, grundsätzlich ist das Ersetzen eines Heizungskörpers kein Problem, nur wenn wir alles summieren, was in der Wohnung beschädigt wurde, wird das richtig teuer. Es ist nur eines der Beispiele, um zu zeigen, dass sich die Mieterin nicht wirklich um die Wohnung gekümmert hat und der Schaden wurde ebenso nicht gemeldet. Auch ist die Tierhaltung im Haus nicht erlaubt und die Mieterin hat jahrelang 2 Katzen gehalten. Ihr war das egal.


    Zu den Schönheitsreparaturen: Eine Regelung zum Streichen steht im Vertrag nicht explizit drin. Nur die beiden genannten Paragraphen, mit dem Inhalt: Die Kosten der Schönheitsreparaturen trägt der Mieter und der Zustand bei Erhalt war ordnungsgemäß und gut. Doch reicht das aus um zumindest das Streichen der Wohnung einzufordern? Allein in der Küche sind mir überall Flecken in Erinnerung geblieben. Was Schönheitsreparaturen sind, ist nicht im Vertrag definiert. Ich wäre jetzt von kathis Definition ausgegangen.

    Ich kann ihr das nicht nachweisen, ich sehe nur den Zustand der Wohnung, wie ich sie erhalte. Und ich weiß, dass die Wohnung damals gut übergeben worden ist.

    Mit dem Paragraph §11. 4 sind sie doch explizit an den Mieter übertragen, oder?
    Was mich natürlich auch ein wenig geärgert hat, ist dass sie z.B. die Badewannentrennwand aus Glas (war ihre eigene, allerdings vor mehreren jahren eingebaut) einfach ohne uns zu fragen abmontiert und mitgenommen hat. Muss Sie die Löcher die dadurch in den Fließen entstehen verdecken? Zumindest sind das die Sachen, die mir aufgefallen sind, bei den wenigen Malen, wo wir in die Wohnung reindurften.
    Nach einem Telefonat mit Haus und Grund heute Morgen konnte ich auch keine klare Antwort bekommen, ob die Mieterin renovieren müsste oder nicht. Der Anwalt meinte nur, es bestehen zu 60-70% Chancen, dass sie renovieren muss und die Paragraphen wären wirksam. Aber er meinte er kann mir das nicht zu 100 Prozent garantieren. Ich selbst wüsste auch nicht welcher der 3 Paragraphen ausschlaggebend ist.

    Vom DMB habe ich folgenden Link gefunden, der diese Paragraphen mit enthält:
    http://www.msb-ez.de/downloads/tipps/Tipps_069.pdf
    Was meint ihr? Was sollen wir machen? Die Vorabnahme ist am Sonntag.

    Danke schon mal!
     
  13. #12 Pharao, 14.12.2012
    Zuletzt bearbeitet: 14.12.2012
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    Hi,

    wenn das Lamitnat der Mieterin gehört, dann darf & soll ggf. die Mieterin das auch wieder mitnehmen. Ich würde mal behaupten, auch wenn vor 30 Jahren der PCV Belag neu verlegt wurde, so hat er seinen Dienst erfüllt. Könnte mir eh gut vorstellen, das der Mieter das Laminat nur drüber gelegt hat. Viel mehr gedanken würde ich mir um die Türen machen ......

    Naja, dann wirst du das ihr jetzt auch nicht mehr in Rechnung stellen können, meiner Meinung nach, wenn das schon Jahre her ist. Zumal das Treppenhaus doch eh allen Eigentümern gehört bzw dazu gehört, oder nicht ?

    Ja, Kleinvieh macht auch Mist, aber das ist keine Begründung warum der Mieter jetzt dafür aufkommen sollte. Wie schon gesagt, normale Abnutzung ist in der Miete enthalten und nach 30 Jahren Mietzeit wird man als Vermieter nicht drum rumkommen was zu machen.

    Und wenn du eh die Elektrik neu machen willst, halte ich es für Schwachsinn die Mieterin jetzt noch die Wände streichen zu lassen. Nach der Verlegung wirst du sehr wahrscheinlich eh neu Tapezieren müssen ....


    Hmmm ? Ich kenn`s leider nur anders, das Schönheitsreparaturen genauer beschrieben sind. Wie das in deinem Fall ist, da müsste ich Raten und das bringt dir nix.

    Warum meinst du, das Sie euch fragen hätte müssen, wenn Sie diese Duschabtrennung jetzt wieder mitnimmt ? Fragen musste die Mieterin höchstens, als Sie das dran montieren wollte ....

    Und nach 30 Jahren würde ich mir hier eh gedanken machen, ob man nicht gleich das ganze Bad neu renoviert. Gab ja mal Zeiten, da waren grüne oder rosa farbene Bäder modern, aber heut zu Tage lockst du damit keine Mieter mehr an ....
     
  14. #13 Papabär, 14.12.2012
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    Eine angemessene Anzahl von Bohrlöchern hat der Vermieter zu akzeptieren. Was hier konkret als angemessen gilt, wird im Streitfall ein Richter zu entscheiden haben.

    Ich persönlich würde mir aber den Stress (und ggf. den finanziellen Mehraufwand) lieber klemmen und die Löcher nicht beanstanden. Ein unbeholfener Mieter macht aus einem 8mm Bohrloch schnell mal ein 5-Markstück großen Hügel.
     
  15. #14 lostcontrol, 14.12.2012
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    also wir haben gerade erst die elektrik einer 125qm-wohnung neu machen lassen, und der preis den du da nennst ist ein absoluter witz im vergleich zu dem was wir bezahlt haben.
    allerdings weiss ich natürlich nicht was da alles zu machen ist - bei uns hat's ja auch gleich 2 komplett neue sicherungskästen gebraucht, ausserdem verkabelung für durchlauferhitzer, fernsehkabel und ähnliches - also mehr als einfach nur ein paar steckdosen, lampen usw.
    wichtig auf jeden fall: erstmal abchecken ob ihr überhaupt die alten zähler am bisherigen ort übernehmen dürft - hat der elektriker das geprüft? bei uns hätte das nochmal rund 10.000 euro gekostet wenn wir den zähler wirklich hätten in den keller verlegen müssen...
    hat der elektriker das angebot nach einer besichtigung und prüfung der wohnung gemacht? falls nicht, würd ich den genannten preis lieber nicht ernst nehmen.

    und natürlich ist das hauptproblem, wenn man die elektrik neu macht, dass hinterher natürlich auch entsprechend alles verspachtelt werden muss, meist muss man komplett neu verputzen, neu tapezieren wird dann auch fällig sein (sofern man nicht filzputz oder ähnliches als oberfläche nehmen will) und ums streichen kommt man dann auch nicht drumrum... das kann dann locker auch nochmal 'ne 5stellige summe kosten.
    und die elektrik im bad neu zu machen wird, wenn man das bad nicht gleich auch neu macht, wohl nur auf putz möglich sein - und das kannste heutzutage fast nicht mehr bringen.

    dann wird sie das laminat auch mitnehmen dürfen. ich kann's mir aber nicht vorstellen dass jemand ernsthaft 10 jahre altes laminat mitnehmen möchte.

    dann wäre das wohl vermieter-sache, wenn das zur mietsache gehört, das in ordnung zu bringen. da müsst ihr eigentlich froh sein dass die mieterin das noch nie beanstandet hat bei euch.

    glaub's mir - der heizkörper ist ein witz im vergleich zu den restlichen kosten.
    ich hab sowas grad erst frisch hinter mir wie gesagt.
    anm schluss wirst du nur noch lachen und sagen "auf die paar kröten kommt's nun wirklich nicht mehr an, das sind peanuts..."

    also ich würde einen angerosteten heizkörper jetzt nicht unbedingt als schaden sehen, so lange der nicht tropft.
    aber klar, du hast recht, ich werde jetzt sofort unserem ex-mieter, einem arzt, eine saftige rechnung über den heizkörper schicken den wir austauschen mussten, weil er sich nicht gekümmert hat *augenroll*.

    ja und? habt ihr's abgemahnt? nein? wollt ihr's jetzt noch abmahnen? oder warum hälst du das für erwähnenswert?

    meiner meinung nach nicht.
    wir vermieten regelmässig unrenoviert, und da steht auch regelmässig im übergabeprotokoll dass alles bestens in ordnung ist. da interessiert uns doch nicht ob die farbe auf den wänden fleckig ist oder nicht - das ist ja mietersache.

    und die küche wollt ihr nicht renovieren oder wie?
    mal ehrlich: 'ne 30 jahre alte küche mietet euch eh niemand, soviel ist sicher. es sei denn ihr lasst die miete so niedrig wie gehabt.

    in EUREM vertrag ist aber nichts definiert, entsprechend kannst du auch von nichts ausgehen.
    was macht dich eigentlich so sicher dass die wohnung überhaupt renoviert vermietet wurde?

    woher weisst du das? ist ja immerhin 30 jahre her...

    ihr eigentum wird sie ja wohl mitnehmen dürfen! warum ärgert dich das?

    bezüglich dübellöchern gibt's jede menge urteile. du würdest dich wundern wieviele dübellöcher mieter hinterlassen dürfen, leider AUCH in fliesen...

    ihr wollt doch ohnehin die elektrik neu machen lassen, warum soll die mieterin da noch grossartig renovieren?
    sorry, aber das wäre reine schikane, nicht mehr und nicht weniger - wird doch ohnehin alles vom elektriker aufgerissen...
    und um diese schikane umzusetzen müsstet ihr dann auch noch endlos rumstreiten. mir wär's das nicht wert.
    zumal ich euch nicht im recht sehe, nach wie vor nicht.
     
  16. #15 Papabär, 14.12.2012
    Papabär

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    Zudem wast Du zu dem Zeitpunkt ja noch nicht Eigentümer der Wohnung.

    Und selbst wenn in Mietvertrag oder Übergabeprotokoll ein "guter" Anfangszustand bescheinigt wird, würde hier wieder die Frage nach der genauen Definition von "gut" aufkochen.

    Ich erinnere mich gerade an eine Definition meines damaligen Hauptfelswebels: "Es ist geheizt, regnet nicht rein und der Mülleimer wurde entleert - die Stube ist gut! Wenn sich ein Kamerad über die Haustierchen oder den Geruch beschwert, darf er gerne sein Zelt neben dem HuLaPla aufschlagen."

    Die Frage nach dem Anfangszustand ist jedoch bereits insoweit obsolet, da die Mietsache im vertraglich vereinbarten Zustand zurückzugeben ist.




    Anm.: HuLaPla = Hubschrauberlandeplatz (und wer mal versucht hat, in der Nähe einer startenden CH-53 stehen zu bleiben, wird die "Schwups"-Energie eines BW-Zeltes wohl erahnen.)
     
  17. Berny

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    Tja, Papa, wer, so wie wir, gedient hat, ist sowieso aus einem anderen Holz geschnitzt...:brille002:
    Zu der beschriebenen Wohnung meine ich, dass die Noch-Mieterin die Türbeschädigung zu beheben hat, ferner die Fliesen- und evtl. Wandlöcher zuzuspachteln hat. Dann noch Laminat entfernen, Fussboden kehren, Fenster putzen.
    Bzgl. der Elektrosanierung würde ich ... na, Du weisst es ja schon... eine Ausschreibung machen und Angebote anfordern.
     
Thema: Mietvertrag 1980: "besenrein" oder "Schönheitsreparaturen trägt Mieter"
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