Mietvertrag und Kündigungsfrist

Diskutiere Mietvertrag und Kündigungsfrist im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Dies ist mein erster Fred hier, von daher das obligatorische "Hallo zusammen!" Ich habe eine Frage zu einem Mietvertrag: Ich habe vor mehr als...

  1. #1 Matthias24, 12.07.2010
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    Dies ist mein erster Fred hier, von daher das obligatorische "Hallo zusammen!"

    Ich habe eine Frage zu einem Mietvertrag:

    Ich habe vor mehr als 10 Jahren einen Mietvertrag für eine 2 Zimmer Wohnung (85qm) in einem Mehrfamilienhaus abgeschlossen. Diese Wohnung wurde vorletztes Jahr unbewohnbar (Wasser), woraufhin ich mit dem Vermieter mündlich vor Zeugen besprach, dass ich als Ausgleich dafür eine andere Wohnung in diesem Haus beziehen kann, das zwar 3 Zimmer hat, ingesamt aber etwas kleiner ist (70qm). An der Miete wurde nichts geändert.

    Nun wurde das Haus verkauft und der neue Vermieter will mir ein Zimmer "abziehen", da in dem Mietvertrag nur von 2 Zimmern die Rede ist.

    Nun meine Fragen:

    Beträgt die Kündigungsfrist nun 9 Monate? Oder nur 3, weil wir einen neuen mündlichen Vetrag geschlossen haben?
    Kann mir ein Zimmer abgezogen werden?

    Vielen Dank euch!
     
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  3. #2 Thomas76, 12.07.2010
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    Also wenn man unterstellt, das diese mündliche Absprache einem neuen Vertrag gleichkommt, wäre es für den Vermieter nur eine 3-monatige Kündigungsfrist.Mieter haben seit der letzten diesbezüglichen Gesetzesänderung sowieso nur noch eine dreimonatige Kündigungsfrist, egal wie lange der Vertrag besteht.

    Wenn, wie oben schon geschrieben, diese mündliche Absprache als Vertrag zu werten ist, kann dieser nicht so einfach geändert werden.

    Unabhängig davon, wie stellt sich denn der Vermieter dieses "Zimmer abziehen" in der Praxis vor ? Tür zumauern oder wie ? :? Oder die Miete entsprechend hochsetzen ?

    Aber noch mal kurz zusammengefaßt : der Streitpunkt wird hier offenbar sein, ob diese mit dem Ex-Vermieter getroffene Absprache bezüglich des Wohnungstausches als Mietvertrag, und wenn ja, mit welchem Inhalt zu werten ist.
     
  4. #3 Matthias24, 12.07.2010
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    Hier kann er sich vorstellen die Tür zu dem 3. Zimmer zuzumauern und zu einer nebenliegenden Wohnung hinzuzufügen.... Was ich natürlich auf keine Fall wünsche.
     
  5. #4 Thomas76, 12.07.2010
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    Also in deinem Fall gibt es verdammt viele Details, aufgrund derer man sich wunderbar streiten kann : Wohnungsgröße, Anzahl der Zimmer, etc.

    So wie ich das sehe, kann es nüchtern-rechtlich betrachtet nur zwei Möglichkeiten geben :

    1.Variante : Der ursprüngliche, schriftlich geschlosses Vertrag ist gültig.Wenn das so ein sollte, gilt das natürlich auch für alle darin genannten Details, sprich eben Zimmeranzahl, Größe, Lage der Wohnung, etc.

    2.Variante : Die spätere, mündliche Apsprache über den Wohnungstausch ist gültig.In dem Fall dürften durch den Vermieter auch keine für dich Nachteiligen Änderungen an der Wohnung durchgeführt werden.

    Also hättest du meiner Meinung nach (je nach vetraglichem Inhalt) entweder Anspruch auf 2 Zimmer mit 85 qm oder 3 Zimmer mit 70 qm.

    Wenn keine Größe und/oder Zimmeranzahl im Mietvertrag genannt wurde, wird der Nachweis schwieriger, aber du kannst ja immer auf deine alte Wohnung als Referenz verweisen.

    Auf dieser Grundlage würde ich mit dem Vermieter noch mal ein Gespräch führen.Vieleicht weiß dein neuer Vermiter ja auch gar nichts von dieser Tauschaktion in der Vergangenheit ?

    ich vermute, das deine alte Wohnung mittlerweile saniert wurde, vieleicht kannst du ja mit dem Vermiter einigen, dort wieder einzuziehen ?
     
  6. #5 Matthias24, 12.07.2010
    Matthias24

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    Fein! :lol

    Ich habs ihm erklärt, wie es abgelaufen ist. Die Wohnung ist mittlerweile wieder "bewohnbar". Saniert wäre etwas zu übertrieben. Aber wieder zurück ist für mich eigentlich keine Option, da ich ja in die neue Wohnung auch einiges investiert habe (Bodenbelag, neue Möbel, Tapeten etc.etc. was halt so anfällt.) und sie mir auch wesentich besser gefällt.

    Ach ja: Vielen Dank für Deine ausführliche Antworten!
     
  7. #6 BarneyGumble2, 13.07.2010
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    M.E. ist der ursprüngliche Vertrag einfach mündlich abgeändert worden, bzw. der alte aufgehoben und ein neuer, mündlicher Vertrag geschlossen worden zu den gleichen Konditionen (bis auf die Wohnung) wie der schriftliche.

    Vertrag ist Vertrag, ob nun mündlich oder schriftlich...
    Die Beweiskraft ist halt bei mündlichen Vertragen oft nicht so stark.

    Falls sich der Vermieter stur stellt, geh zu einem Fachanwalt für Mietrecht!
     
  8. malloy

    malloy Erfahrener Benutzer

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    Hm, da der Mieter ja nun wohl schon länger mit Wissen des VM in der 3-Zi wohnt (die er ja wohl kaum aufgebrochen hat und nun gegen den Willen des VM einfach seit Jahren besetzt hält), aber seither immer nur den gleichen Mietzins wie für die 2-Zi bezahlt (ohne dass der VM reagiert hätte), ist das doch wohl schon recht überzeugend, dass das mit mit Wissen und Einvernehmen des Vermieters geschah, mehr noch, Einvernehmlich der Vertrag dahingehend verändert wurde, insb. wenn die ursprüngliche Wohnung ja augenscheinlich unbewohnbar wurde.

    Abgesehen davon sollte der neue Eigentümer vorsichtig sein, das kann nach hinten losgehen. Denn zwar wird die Wohnung vermietet und nicht per se der Quadratmeter, aber auch an offiziellen Stellen und Mietspiegeln wird ja eher der Preis pro Quadratmeter als Hauptrichtwert genommen, und nicht eine vage Anzahl an Zimmern ohne Aussage über deren Raummaß (8qm Kinderzimmer ist demnach genau so viel wert und genauso "groß" wie ein 40qm Wohn-Arbeitsbereich?), wie hier gesehen: die 2Zi-85qm ist flächenmäßig etwa um ein ganzes Schlafzimmer größer (!) als die derzeit zum gleichen Mietzins gezahlte 3-Zi-70qm Einheit!

    Desweiteren gilt noch immer "gemietet wie gesehen", und zwar nicht nur, wenn es gerade dem VM in den Kram paßt. Dass der Mieter schon längere Zeit ohne Beanstandung zu einem gegebenen Mietzins in der Wohnung lebt und vermutlich auch über NK für diese Wohnung (Wohnungsnummer, Stromzählernummer, Telefonsanschlußzuteilung, Klingelzuteilung, Wasserzähler, HKV, Fläche etc.) abgerechnet wird sollte indes Nachweis (wenn auch nur indizseitig) genug sein.

    Anders wäre es, wenn irgendwo ein Blatt auftauscht, in dem steht, dass die Unterbringung in der kleineren Wohnung nur zwischenzeitlich war bis Wiederherstellung der oberen (deutlich!) Größeren.

    Warum eigentlich so kompliziert? Kann der alte Eigentümer und Vermieter nicht den mündlichen, damals geänderten Vertrag für Dich bestätigen?
     
  9. #8 Matthias24, 13.07.2010
    Matthias24

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    Hm.... Eigentlich wohl die beste Möglichkeit. Aber da wird wohl nix draus, da der alte Vermieter gleichzeitig der Makler ist, der das Haus verkauft hat. Und so wie ich das einschätze, wird ihm der Käufer wohl etwas mehr "wert" sein als ich.... Ich werds aber trotzdem mal anfragen, ein Versuch ists ja wert.

    Danke euch allen!
     
Thema: Mietvertrag und Kündigungsfrist
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