Mietwohnungen im Neubaugebiet nicht gewollt

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  1. #1 dabescht, 28.10.2020
    dabescht

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    Hallo zusammen,
    folgendes zur allg. Diskussion:

    In einer kleine, hübschen Gemeinde in BW (2000 Einwohner), nächstes Städtchen ist 18km entfernt, keine S-Bahn, Supermarkt, Metzger o.Ä., kein größerer Arbeitgeber, kein nennenswerter Tourismus wird derzeit ein neues Baugebiet erschlossen. In ca. einem Jahr wohl fertig.
    Bedarf ist da. Auf 30 Bauplätze gibt es momentan 50 Bewerber.

    Das letzte Baugebiet im Ort wurde 2007 erschlossen und damals kostete der qm voll erschlossen 130euro mit nochmals 10euro Rabatt bei min. 2 Kindern. Kein Bauzwang.

    Jetzt kommt der Hammer: Die neuen Bauplätze kosten 210euro/qm, innerhalb von 3 Jahren muss die Hütte stehen und wenn man vermietet in den ersten 5 Jahren muss man 50€/qm nachträglich an die Gemeinde zahlen. Als Ausgleich für den hohen Preis sind die Plätze dafür aber im Schnitt auch 25% kleiner als ortsüblich....;)

    Die Gemeinde selbst hat auf den qm heruntergerechnet Kosten von 128euro/qm für die Erschließung. Auch wenn es anders dargestellt wird, verhält man sich als Gemeinde analog einem privatwirtschaftlichen Unternehmen. Man nimmt so viel wie es nur geht.

    Das ist mal wieder ein schönes Beispiel, dass der Staat (die Gemeinde zähle ich hier dazu) der größte Preistreiber in Sachen Wohnraum ist.

    Angenommen ein Wahnsinniger würde hier tatsächlich Mietwohnraum schaffen wollen ergäbe das folgende Kalkulation:

    500qm Bauplatz = 260euro x 500 x 1,07(Notar, Grunderwerbssteuer) = 139100euro
    200qm Wohnraum x min. 2000euro/qm Gestehungskosten = 400000euro
    insgesamt 539100euro. Bei 5% angestrebter Bruttomietrendite ergibt das einen qm-Preis von 11,23euro.

    Einen Mietspiegel gibt es nicht. Die ortsübliche Miete bei Neubauten beträgt meiner Kenntnis nach ca. 7euro.

    Angeblich will die Gemeinde mit dem Baugebiet Wohnraum für Familien schaffen. Faktisch werden hier aber nur Gutverdiener wohnen können. Und die, die sich bauen nicht leisten können, können sich Mieten hier auch nicht leisten.

    Eine Klausel, dass man bei Vermietung 50euro extra für den Bauplatz zahlen muss, ist mir völlig neu. Ich frage mich auch ob das nicht eine ungerechtfertigte Diskriminierung darstellt und zulässig ist.
    Ganz unabhängig davon, dass ich 210euro viel zu teuer finde.

    Grüße Klaus

    p.s. Ich selbst bin nicht betroffen. Ich habe keinen Bedarf. Für meine Kinder sieht das aber schon anders aus...
     
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  3. #2 phoenix11, 28.10.2020
    phoenix11

    phoenix11 Neuer Benutzer

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    Also kommt dort auch an, was bisher eher in den Speckgürtelgebieten nahe den größeren Städten Gang und gäbe war: Diese Gemeinden haben es immer über ihre Bodenpolitik geschafft, dafür zu sorgen, dass ausschließlich finanzkräftige Familien oder Einzelpersonen zuziehen. Um die finanziell Schwachen mit Wünschen nach Sozialwohnungen sollen sich doch bitte die größeren Städte kümmern.
     
  4. Andres

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    Da mir ähnliche Vorgehensweisen im gleichen Bundesland (aber offensichtlich an anderen Stellen, da die Preise ca. doppelt so hoch sind) bekannt sind, meine ich behaupten zu können: Das ist Absicht. Diese Baugebiete sind auf eher Besserverdiener zugeschnitten, Kinder sind gut, aber nicht zwingend, die Bebauung soll sich in dörfliche Strukturen eingliedern, möglichst EFH freistehend. Infrastruktur jenseits von Straßen, Grundschulen und Geschäften des täglichen Bedarfs sollen die Städte wuppen, Arbeitsplätze auch, Mietwohnungsbau (damit meine ich noch nicht einmal sozialen Wohnungsbau) sowieso.

    Das geht imho genau so lange gut, wie die Wirtschaft brummt und entsprechender Zuzug vorhanden ist.
     
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