Minderung wg. fehlendem Heizkörper

Diskutiere Minderung wg. fehlendem Heizkörper im Mietminderung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo liebe Forengemeinde, nun ist es doch soweit. Nachdem ich eine Zeit lang stiller Mitleser war, habe ich mich nun doch angemeldet um mal...

  1. #1 Unzufriedener, 26.01.2011
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    Hallo liebe Forengemeinde,

    nun ist es doch soweit. Nachdem ich eine Zeit lang stiller Mitleser war, habe ich mich nun doch angemeldet um mal eine wichtige Frage loszuwerden.

    Folgende Vorgeschichte: Als wir die Wohnung angemietet haben, wurde die Wohnung grade umgebaut. Es waren noch keine Fußböden, Heizungen, Türen etc drin und die Wohnung war die reinste Baustelle.
    Als wir dann 2 Monate später bei Mietbeginn die Übergabe gemacht haben, war in einem Raum die Heizung noch immer nicht angeschlossen.
    Also haben wir im Übergabeprotokoll, welches Bestandteil des Mietvertrages ist, vermerkt, dass er Vermieter den Heizkörper noch vor Beginn der Heizperiode anbringen läßt.
    Das ist bislang noch nicht geschehen. Ich renne dem Vermieter die ganze Zeit hinherher, fordere ihn auf, dass er es endlich macht, und friere mir den Allerwertesten ab.
    Nun reichts mir. Ich will den Vermieter nun schriftlich auffordern und gleichzeitig die Miete mindern.

    Zu meinen Fragen: Wie viel % sind wohl angemessen? Kann ich auch rückwirkend mindern? (Der Mangel besteht ja seit Beginn der Heizperiode und ist dem Vermieter natürlich bekannt).
    Von welcher Mietsumme wird gekürzt? Meine Miete setzt sich zusammen aus Betrag x für die Wohnung, Betrag y für die Garage und Betrag z für Betriebskostenvorauszahlung.

    Vielen Dank schonmal
     
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  3. #2 Christian, 26.01.2011
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    Hallo (Un-/hoffendlich bald)-Zufriedener,

    Nein.

    Ganz allgemein: So viel wie sich der Gebrauchswert der Mietsache verringert hat. Wenn du ein Zimmer gar nicht mehr nutzen kannst, könnte man über die Quadratmeter irgendwas konstruieren. Aber ich meine, daß man einen unbeheizten Raum immer noch als Lagerfläche nutzen kann.

    Gruß,
    Christian
     
  4. #3 Unzufriedener, 26.01.2011
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    Hallo Christian,

    vielen Dank für deine Turboschnelle Antwort.

    Über die QM des Raums wäre eine gute Idee. Danke.
    Denn auch wenn man den Raum als Lagerfläche nutzen könnte, ist er im Grunde sogut wie garnicht nutzbar. (was soll ich als Privatmensch denn da auch lagern? Höchstens eine Nutzung als Riesenkühlschrank wäre denkbar :lol )
    Schlimmer ist noch, dass die kalte Luft dieses Raums in die anderen Räume zieht (die Türen sind jetzt nicht sooo dicht und ich habe auch Angst habe, dass sich Schimmel dort bildet. Ich kann mich ja nicht an die "Empfehlungen zum richtigen Heizen und Lüften" halten.

    Aber wenn ich dann jetzt in zukunft die Miete mindern möchte (ich fürchte, sonst unternimmt der Vermieter nie etwas), von welchem Betrag aus rechne ich dann?
     
  5. Berny

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    Hallo Unzufriedener,

    "Über die QM des Raums wäre eine gute Idee."
    Ich würde einfach einen Dreisatz rechnen, vom Nettomietpreis ausgehend. Vom Brutto halte ich in Anbetracht der Berechnung der Vorauszahlungen bei der später zu erwartenden Betriebskostenabrechnung (wo's dann nämlich automatisch zugunsten des VM wieder ausgeglichen werden würde) für weniger sinnvoll.

    "Aber wenn ich dann jetzt in zukunft die Miete mindern möchte (ich fürchte, sonst unternimmt der Vermieter nie etwas)..."
    würde ich zur Sicherheit dem VM nachweislich schriftlich noch einmal sein Fehlverhalten vorhalten und ihn auffordern, binnen 14 Tagen den Heizkörper zu installieren und den ordnungsgemässen Zustand der Mietsache herzustellen, wozu er lt. § 535 BGB verpflichtet ist, ansonsten ich die Miete entsprechend kürzen werde.
     
  6. #5 Suzuki650, 26.01.2011
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    Hi Unzufriedener,

    viele Gerichte gehen von der tatsächlich geleisteten Gesamtmiete, also von der Nettokaltmiete einschließlich der Vorauszahlungen Betriebskosten, aus. Andere Gerichte auf der Basis der Nettokaltmiete ausschließlich der Vorauszahlungen Betriebskosten.

    Ich würde die NettoKM als Berechnungsgrundlage nehmen. Die BK haben da meiner Meinung nach eigentlich nichts drin zu suchen.

    Suzi
     
  7. #6 Unzufriedener, 26.01.2011
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    Auch euch beiden. Danke.

    Ja, ich habe in dem Schreiben, dass ich vorbereit habe, denke ich das wichtigste drin. Hab da so ein Muster aus dem Internet, wo schon die grobe Formulierung steht.
    Frist von 14 Tagen hab ich drin. Prozentsatz rechne ich mir gleich anhand der QM aus und als Grundlage nehme ich dann die Kaltmiete.

    Ich hoffe ich hab nun alles richtig bedacht. Will ja schließlich keinen Ärger - nur, dass VM endlichlich "aus den Pötten" kommt
     
  8. Berny

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    Japp, und das schickste ihm per Einwurfeinschreiben oder persönlich mit Zeugen in seinen Briefkasten "einlegen", wie es Postzustellungsneudeutsch so schön heisst.
     
  9. kathi

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    Natürlich kann man rückwirkend mindern und zwar von dem Moment an, von dem der Vermieter von dem Mangel wusste. Miete mindert sich mit einem dem Vermieter bekannten Mangel praktisch automatisch.
    Warum sonst hätte es in letzter Zeit so grosses Geschrei wegen zu geringer Wohnungsgrössen gegeben?
    Man kann nur dann nicht rückwirkend mindern, wenn ein Mangel, von dem nur ein Mieter wissen kann, z.B. seit August 2010 besteht und man diesen Mangel erst im Januar 2011 dem Vermieter meldet.
     
  10. #9 Christian, 27.01.2011
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    Das hört sich logisch an ...

    Das heißt, ich kann, wenn ich als Mieter trotz bekanntem Mangel (und angenommener 10%iger Minderung) 9 Monate die volle Miete zahle, im 10. Monat gar nichts zahlen - so daß in Summe über die 10 Monate im Schnitt 90% gezahlt wurden?
     
  11. kathi

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    Ja, wäre machbar.
    Wenn man sich in den Minderungsbereich von ganzen Monatsmieten begibt muss man halt aufpassen, dass
    1. die Minderung wirklich in ihrer Höhe gerechtfertigt ist
    2. der Vermieter tatsächlich von dem Mangel wusste.
    Aber das ist ja auch so, wenn man regulär von Anfang an 10% mindert und das lange durchzieht.
     
  12. #11 77Carina, 28.01.2011
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    Der Vermieter muß schriftlich vom Mängel informiert werden. So wie ich das sehe, hast du das jetzt ja erst vor. Erst nach schriftlicher Information und Fristsetzung, wobei ich hier jetzt auch zwei Wochen ansetzen würde, kann eine Mietminderung von statten gehen, da der Vermieter ja zuvor "nicht informiert" war.

    Also: lieber Schriftform mit Fristsetzung, als "hinterherrennen".

    Das mit dem qm anteilig des nicht beheizten Raumes in Bezug auf die Nettokaltmiete finde ich die passendste Lösung zur Errechnung der Mietminderung, aber meines Erachtens erst nach Fristablauf.
     
  13. #12 Mieter1962, 28.01.2011
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    So wie ich das verstanden habe, wusste der Vermieter schon bei Übergabe der Wohnung, dass dort ein Mangel vorliegt. Und auch eine Frist zur Behebnung wurde doch schon vereinbart.

    Siehe:
    Daher tritt das Minderungsrecht doch in dem Augenblick ein, indem ver Vermieter mit der Behebnung in Verzig ist und das dürfte wohl seit "Beginn der Heizperiode" sein. (Wann auch immer der Beginn dafür ist...)
     
  14. #13 Christian, 28.01.2011
    Christian

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    Hey Carina,

    bist du dir sicher, daß der Vermieter zwingend schriftlich informiert werden muss?
    M.E. muss der Vermieter lediglich Kenntnis vom Mangel haben bzw. bekommen, egal ob per Anruf, Gespräch oder sonstigem. Eine Schriftform ist m.E. nicht nötig.


    Somit weiß der Vermieter schon vom Mangel.
    Eine Information an den Vermieter ist in Bezug auf die Minderung nicht nötig, taktisch aber vielleicht gar nicht mal so unklug. Aber mindern könnte man in diesem Fall auch ohne Information an den Vermieter.

    Das wäre nicht nötig gewesen.
    Im § 536 BGB - Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln steht ncihts davon, daß man erst eine Frist setzen muss, um die Miete mindern zu können. Man kann also ab dem Zeitpunkt mindern, ab dem der Mangel vorhanden ist (und muss keine Fristen setzen).



    Gruß,
    Christian
     
  15. #14 Klauspanther, 28.01.2011
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    Zitat Themenstarter:
    Also haben wir im Übergabeprotokoll, welches Bestandteil des Mietvertrages ist, vermerkt, dass er Vermieter den Heizkörper noch vor Beginn der Heizperiode anbringen läßt.

    Der entscheidende Passus steht doch im Übergabeprotokoll. Vereinbart wurde, dass ab Beginn der Heizperiode die Heizkörper anzubringen sind.
    Seit Beginn der Heizperiode verstößt der Vermieter somit gegen seine vertraglichen Pflichten. Ich brauche doch nicht mehr zu diskutieren, ob der Vermieter den Mangel kennt oder ob dies dem Vermieter schriftlich mitgeteilt wurde. Oder?
     
  16. Berny

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    Das ist das A und O. :top
     
Thema: Minderung wg. fehlendem Heizkörper
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