Mindestlaufzeit

Diskutiere Mindestlaufzeit im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Nachdem mir die letzten Mieter immer relativ schnell ausgezogen sind, möchte ich nun den Mietvertrag auf 2 Jahre festlegen als Mindestlaufzeit....

  1. I123

    I123 Benutzer

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    Nachdem mir die letzten Mieter immer relativ schnell ausgezogen sind, möchte ich nun den Mietvertrag auf 2 Jahre festlegen als Mindestlaufzeit. Darf ich das einfach oder sind hier Vorgaben zu beachten?

    Besten Dank im Voraus für die Hilfe
     
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  3. Andres

    Andres
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    Das vereinbart man als wechselseitigen Kündigungsverzicht. Die Vereinbarung muss für beide Seiten gelten (d.h. für den Vermieter ist dann die ordentliche Kündigung z.B. wegen Eigenbedarfs ebenfalls ausgeschlossen) und das Ende des frühesten Beendigungszeitpunkts des Mietverhältnisses darf nicht mehr als 4 Jahre nach seinem Beginn liegen. Wenn man also die Kündigung für 4 Jahre ausschließt, ist das unwirksam - beendet wäre der Vertrag ja erst 3 Monate später.

    Auf eine sprachlich saubere Formulierung des Unterschieds zwischen Ausschluss des Kündigungsrechts und Beendigung des Mietvertrags sollte man besonders achten, auch wenn man (weit) unter den 4 Jahren bleibt. Hier treten sonst gerne größere Unklarheiten auf.


    Von der rechtlichen Seite abgesehen, halte ich von solchen Vorgaben nichts. Wenn der Mieter nach kurzer Zeit auszieht, gibt es dafür Gründe. An diesen Gründen ändert sich nichts, nur weil man einen Kündigungsausschluss vereinbart. Sofern die Gründe eher zwingend sind, d.h. der Mieter in berechtigtes Interesse hat, könnte er zur Überbrückung der Restlaufzeit auch die Erlaubnis zur Untervermietung verlangen. Daran hat man als Vermieter auch nicht unbedingt ein Interesse. Von drastischeren Maßnahmen, um aus dem Mietverhältnis zu kommen, wollen wir mal gar nicht anfangen ...

    Stattdessen würde ich bei der Mieterauswahl darauf achten, gerade solche Kandidaten auszusortieren, die erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit wieder ausziehen. Auf meiner Liste stehen da vor allem frisch Zugezogene (erste Wohnung in der neuen Stadt) und frisch Getrennte. Man erfährt ja ohnehin ein bisschen über die privaten und beruflichen Umstände der Interessenten und dann muss man ggf. ein bisschen gesunden Menschenverstand anwenden. Erfordert halt, dass man genügend Interessenten hat, um sich eine solche Auswahl erlauben zu können.

    Bei manchen kleineren Wohnungen ist häufiger Mieterwechsel schwer vermeidbar. Ist dann halt so.
     
  4. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

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    Ich mache schon mal den gegenseitigen Kündigungsverzicht für ein Jahr, wenn da der potentielle Mieter zuckt, denke ich mir meinen Teil.
     
  5. Andres

    Andres
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    Naja, will ich die, die nicht zucken (aber trotzdem Bauchschmerzen haben!), unbedingt als Mieter? Aber mindestens bei der Laufzeit gebe ich dir Recht: Dass man sich für 1 Jahr festlegt, kann man wohl schon erwarten. Wer das nicht möchte, kann sich ja bei den "Wohnen auf Zeit"-Jüngern umsehen, die hier im Forum regelmäßig aufschlagen.

    Der Grund, weshalb ich normalerweise keinen Kündigungsausschluss mehr vereinbare, ist auch eher persönlicher/organisatorischer Natur: Ich habe keine Lust auf diese unvermeidlichen Diskussionen, wenn dann eben doch eine Veränderung ansteht. Das kostet mich ebenso Zeit, wie die Suche nach einem neuen Mieter. Ist aber selbstverständlich Ansichtssache. Mit weniger Wohnungen sieht man das wahrscheinlich anders, als wenn man sowieso regelmäßig neue Mieter sucht.
     
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  6. #5 anitari, 21.02.2020
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

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    Ich habe nur 2 Wohnungen. Hab aber noch nie einen Kündigungsverzicht vereinbart und werde das auch nie tun.

    1. wegen der von dir erwähnten möglichen Diskussionen

    und

    2. weil ich mit meinen Mietern auf dem selben Grundstück wohne.

    Den Leuten täglichen begegnen zu müssen denen man nicht ordentlich kündigen kann oder die "stinkig" sind weil sie nicht kündigen können wäre mir einfach zu blöd.
     
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  7. #6 FMBerlin, 21.02.2020
    FMBerlin

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    So ein Kündigungsausschluß ist ein zweischneidiges Schwert - er bindet auch den Vermieter. Die Hürde einer außerordentlichen Kündigung wegen vertragswidrigen Verhaltens ist sehr hoch und eine leichter zu begründende ordentliche Kündigung deswegen wird gerade ausgeschlossen.
     
  8. Duncan

    Duncan
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    Ich nutze die Variante des gegenseitigen Kündigungsverzichtes für ein Jahr, weil ich die Kandidaten abschrecken möchte die nur für 3 oder 6 Monate eine Wohnung suchen. Davon haben wir hier einige, weil der örtlich größte Arbeitgeber oftmals solche Verträge macht bzw. die Personaldienstleister die dann... ihr wisst schon. Nun hab ich auf eine solch kurzfristige Vermietung in dieser Wohnanlage so gar kein Interesse, da möchte ich langfristige, möglichst harmonische Mietverhältnisse mit gefestigter Nachbarschaft, die sich auch gerne mal gegenseitig unterstützt mit gemischter Altersstruktur. Problem: die Stadt macht eine Kurzzeitvermietung außerhalb von Hotels nahezu unmöglich. Ansonsten hätte ich schon längst einen Plattenbau hier gekauft und fertig gemacht, ein ehemaliges "Kubanerwohnheim". Also schon von Anbeginn der Zeiten für die kurzzeitige Nutzung geplant und gebaut, ursprünglich also kubanischen Werksstudenten die hier im Rahmen von gegenseitiger "Bruderschaftshilfe" oder auch der DDR-Variante von Entwicklungshilfe für 3 bis 12 Monate lebten, arbeiten und in den Fachhochschulen und Betriebspraktika ihrer Ausbildung nachgingen (und allem was man auch heute noch gerne bei solchen Auslandsaufenthalten macht).
     
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