Mir reicht mit meinen Mietern

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NicBo

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Mir gehört seit einem Jahr ein 2-Familienhaus. Vorher hat es meinem Vater gehört. Ich wohn wieder seit 8 Jahren in einer der Wohnungen (bin als Kind schon dort groß geworden, mein Opa hat das Haus erbaut). Die Mieterin leben seit 15-20 Jahren in dem Haus (zwischendurch mal Wohnungswechsel, Alleinerziehende Mutter von 3 Kindern, die älteste Tochter war bereits ausgezogen) Den Mietvertrag hab ich von meinem Vater übernommen, da ich zu dem Zeitpunkt krank war und andere Sorgen hatte. Die Mieterin hat es nie so genau mit Ihren Pflichten genommen (Räumdienst, Treppenhaus reinigen,...), der Mietvertrag aber zu schwammig formuliert, als dass man was einklagen könnte.

Jetzt ist vor 4 Woche die älteste Tochter zurückgezogen und der Ärger eskaliert seit dem. Angefangen beim Einzugstag: Sie kam mitten in der Nacht an, als ich morgens um 06:30 an mein Auto wollte, war meine Garage mit dem Umzugswagen zugeparkt (durfte dann erstmal die Mieter aus dem Bett klingeln). Als ich in der Mittagspause nach Haus kam, war meine Garage offen und zugestellt mit Umzugskartons. Da es durch meine Garage einen direkten Zugang zu meinem Keller (und darüber hinaus in den restlichen Keller) gibt wurde dieser ungefragt genutzt. (In der Vergangenheit wurde auf nachfragen die Genehmigung erteilt, beim Anliefern einer neuen Waschmaschine oder Sperrmüll). Statt einer Entschuldigung, oder ähnliches konnten Sie meine Aufregung gar nicht nachvollziehen. Abends dann waren sie gerade dabei Gegenstände in die Waschküche einzulagern. Auf meinen Hinweis, dass dass so nicht gehe, wurde mir die Aufgabe erteilt, ich soll eine Lösung finden, ihr Keller wäre ja voll und mein Keller ja viel größer. Hab zwar gleich abgewiegelt, dass es nicht mein Problem wäre, wenn Sie nicht mit dem Platz auskommen, aber sie meinten, sie gäben mir Bedenkzeit für eine Lösung. Seit dem gerate ich laufend mit der Tochter aneinander: Der Post wird Genehmigungen erteilt in meiner Garage Pakete abzustellen (Mieter haben keine, da sie auch kein Auto besitzen), Die leeren Umzugskartons werden einfach draussen abgestellt (bei den Stürmen in den letzten Wochen fliegen diese dann übers ganze Grundstück), die Tochter hat 2 Fahrräder mitgebracht, die sie auf den Hof abstellt, da ja der Fahrradschuppen zu kein sei, weil ich da ja auch noch den Rasenmähertraktor reinstelle,... Ich weiss, alles nur Kleinigkeiten, aber mir reicht es jetzt einfach. Ich bin auch alleinerziehnde Mutter, voll Berufstätig und ich möchte daheim nicht auch noch den Ärger. Ich weiss, es gibt da eine Klausel für selbstbewohnte, kleine Miteinheiten, eine Sonderkündigungsregel (ich find den Paragraphen aber gerade nicht) gibt, aber reicht das schon dafür. Anderseits weis ich auch noch nicht ob ich das ausreizen möchte, weil ich genau weiss mir dann noch mehr Ärger einhandle. Freiwillig ziehen die nicht aus (bezahlbar Wohnraum in spitzen Lage, außerdem herrscht Wohnungsmangel bei uns). Es würde dann auf eine Räumungsklage hinauslaufen. Aber welche Möglichkeiten hab ich ansonsten noch?
 
sara

sara

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eine Sonderkündigungsregel (ich find den Paragraphen aber gerade nicht) gibt, aber reicht das schon dafür.

Du brauchst überhaupt keine Gründe anzugeben wenn du dich auf die erleichterte Kündigung im Zweifamilienhaus in dem du eine Wohnung selbst bewohnst nach §573a stützt.


Nur solltest du die Kündigung von einem Fachanwalt für Mietrecht formulieren lassen.
 
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Ich-bin-es

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Die Mieterin lebt seit 15 bis 20 Jahren dort, Du hast das Haus erst später übernommen, bist selber erst später eingezogen ..... gerade bei so alten Mietern können sich leicht "gefühlt" andere Eigentumsverhältnisse entwickeln.

sie gäben mir Bedenkzeit für eine Lösung.
spätestens da würde es mir auch zu bunt.

Immer erstmal Gespräch suchen. Mit der Mutter als Mieterin und nicht den Kindern. Wenn das nicht geht, wie offensichtlich, würde ich eine Abmahnung über einen Anwalt machen. Dub musst mal klare Kante zeigen und die gefühlten Eigentümer auf den Topf der Tatsachen setzen.
 

klinkerstein

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Ja, in Summe sind das alles Kleinigkeiten, die sich hochgeschaukelt haben und sicherlich auch emotional belastend für dich sind.

1. Entweder du kündigst gleich mit §573 und Unterstützung eines Fachanwalts.
2. Du suchst nochmal das Gespräch, ggf. mit einem Mediator, und ihr vereinbart verbindliche Regeln für ein besseres zusammenleben unter dem selben Dach. Wenn die Regeln gebrochen werden, bleibt dir immer noch die Möglichkeit den §573 zu ziehen.
 

Tinnitus

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Nach dem hier geschriebenen hätte ich persönlich kein Interesse daran, eine solche Mieterin zu haben. Hier scheint die Mentalität der Tocher so unterschiedlich/kompromisslos zu sein, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es dauerhaft eine Lösung gibt. Ich würde somit auch zum Fachanwalt raten (dieser Punkt ist für Anfänger wichtig). Die Kosten können Sie ggf. über eine marktgerechte Miete wieder reinholen und das eigene Wohlbefinden ist unbezahlbar.

Ganz Vorsichtige könnten vorher eine Rechtschutzversicherung für Vermieter abschließen und die Wartezeit (3-6 Monate) abwarten...
 

klinkerstein

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Ganz Vorsichtige könnten vorher eine Rechtschutzversicherung für Vermieter abschließen und die Wartezeit (3-6 Monate) abwarten...
Manche Rechtsschutzversicherungen übernehmen nur die Kosten, wenn diese bei der Mieterauswahl involviert waren und nicht, wenn man die Mieter vom letzten Eigentümer übernommen hat.
 

Ferdl

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Natürlich gibt es Möglichkeiten zu Versuchen den Mietern auf die Füße zu treten und ein Vertragskonformes Verhalten zu erzwingen. Wobei fraglich ist ob ob das nervende Verhalten nicht doch im Rahmen der Vereinbarungen Zulässig wäre.
Ich hätte da keinen Bock drauf. Entweder ich erreiche mit einer klaren Ansage sofort eine Änderung (die in deinem Fall wohl bedeuten würde dass die Mutter ihre Tochter wieder vor die Türe setzt) oder ich nutze meine rechtlichen Möglichkeiten.
Wenn du die Mieter rausschmeißen möchtest, dann tu es! Kein langes rumgeeiere, keine Selbstversuche!
Gib das einem Anwalt für Mietrecht, mit dem Auftrag die Wohnung schnellst möglich wieder in deinen Besitz zu bringen.
Wenn du die M nicht kündigen willst, dann lass es und lerne mit dem Zustand zu leben, Ändern wirst du die Mieter nicht mehr.
 

Hutchinson Hatch

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Solange der Gesprächsfaden noch nicht völlig abgerissen ist, würde ich ebenfalls den Vorschlag von @Ich-bin-es unterstützen und mit der Mutter alleine reden. Bei manchen Mietern kann es auch helfen, den Text § 573a BGB - Einzelnorm auszudrucken und Ihnen mit diesem Zettel klarzumachen, dass man auf jeden Fall ein gültiges Kündigungsrecht hat. Genau mit dieser Vorgehensweise habe ich mal einen Streit befriedet, da der Mieter im festen Glauben war, ich hätte keinen Kündigungsgrund.

Manchmal ist es auch so, dass Eltern gegen Ihre eigenen Kinder wehrlos sind. Dann gibt es wohl keine Alternative zur Kündigung, da ein befriedetes Wohnverhältnis bei dieser Historie ohne Auszug der Tochter schwer vorstellbar ist.

Also kurzum: Mediation, Abmahnung, Kündigung, alles eine Frage des Fingerspitzengefühls...
Die Kündigung würde ich dann aber mit anwaltlicher Hilfe schreiben!
 

laser

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Solange der Gesprächsfaden noch nicht völlig abgerissen ist, würde ich ebenfalls den Vorschlag von @Ich-bin-es unterstützen und mit der Mutter alleine reden. Bei manchen Mietern kann es auch helfen, den Text § 573a BGB - Einzelnorm auszudrucken und Ihnen mit diesem Zettel klarzumachen, dass man auf jeden Fall ein gültiges Kündigungsrecht hat.
Vergewissern ob die erleichterte Kündigung hier zutrifft! Aber ich würde mich anschließend eher bedeckt halten. Man muss seinen "Gegnern" ja nicht gleich sein "Waffenarsenal" offenlegen.
Außerdem wäre unter den beschriebenen Zuständen es mal Zeit über einen Mieterwechsel und den sich daraus erzielbaren Vorteilen nachzudenken.
Du erwähnst "Spitzenlage", "bezahlbarer Wohnraum", "Wohnungsmangel"... bestimmt lassen sich neue Mieter finden die dies auch zu schätzen und entsprechend zu bezahlen wissen/können und als unmittelbare Nachbarn besser zu dir passen.
 
taxpert

taxpert

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Der entscheidende Satz für Dich muss sein ...
aber mir reicht es jetzt einfach.
Es ist jetzt ganz allein deine Entscheidung, ob Du ein Ende mit Schrecken (= Kündigung nach §573a BGB) oder lieber einen Schrecken ohne Ende (= weiter zuwarten) haben möchtest!

Natürlich ist die Zeit bis zum Auszug dann häufig nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, aber ist sie das jetzt ... ?

taxpert
 

Hutchinson Hatch

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Vergewissern ob die erleichterte Kündigung hier zutrifft! Aber ich würde mich anschließend eher bedeckt halten. Man muss seinen "Gegnern" ja nicht gleich sein "Waffenarsenal" offenlegen.

Ich habe das auch nur als Option angeboten, da das Zusammenleben VOR Wiedereinzug der Tochter zumindest einigermaßen in Ordnung schien. Den Mustermieter zu finden ist sowieso unmöglich, in einer 2-Familienhauskonstellation wird es keinen 100% Mieter geben. Es kann allerdings beim nächsten Mieter auch wesentlich schlimmer kommen! Zusätzlich gilt es zu bedenken, dass die Kündigungsfrist nach §573a BGB in diesem Fall 12 Monate beträgt. Wenn also ohne Vorwarnung und Gespräch nach einer so langen Mietzeit eine Kündigung ausgesprochen wird, dürfte es dem Haussegen nicht unbedingt förderlich sein.

Wenn man das Mietverhältnis retten möchte, ist meines Erachtens der einzige Weg, mit einer Kündigung zu drohen; gerne in Form einer Abmahnung. Endlose Streiteren werden da zu nichts führen und es auf Dauer nur schlimmer machen. Aber @NicBo ist die einzige Person, die das beurteilen kann, welche Option die sinnvollste für sie selbst ist, wieder zu einem Hausfrieden zurückzukehren.
 
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