Mitbewohner kündigen, wie?

Diskutiere Mitbewohner kündigen, wie? im VF - Ankündigungen! Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Guten Tag, als erstes schildere ich glaube ich die Situation. Ich bin Eigentümer eines Reihenhauses. Das hatte ich aus dem Erbe meines Vaters...

  1. #1 SarMike, 24.06.2017
    SarMike

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    Guten Tag,
    als erstes schildere ich glaube ich die Situation.

    Ich bin Eigentümer eines Reihenhauses. Das hatte ich aus dem Erbe meines Vaters gekauft. Mit meiner damaligen Lebensgefährtin. Zu zweit war alles gut geplant und wir hätten hier in Ruhe unser dasein fristen können.
    Leider meinte Sie das es nun doch nichtmehr passt und hat mich mit sämtlichen Kosten alleine sitzen lassen.
    Ich hatte den Kredit nur auf meinen Namen laufen lassen, da es sich um mein Elternhaus handelte und ich falls was passiert (passierte schneller als gedacht...) nicht in irgendeiner Art und weise Probleme mit dem Haus bekommen könnte.

    Um das Haus weiterhin halten zu können, habe ich mir Mitbewohner ins Haus geholt. Mit einem "Standard-Mietvertrag mit 3 Monaten Kündigungsfrist", wie es der Anwalt nannte. Zwei Leute sind also mit eingezogen. Jeweils ein Zimmer wurde vermietet. die beiden Bäder, das Wohnzimmer sowie die Küche und der "Waschkeller" stehen zur gemeinschaftlichen Nutzung im Vertrag.

    ca. 15 Tage im Monat ist mein Sohn ( mittlerweile 2,5 Jahre alt) bei mir. Meine Mitbewohnerin ist Schwanger und wir haben hier eigentlich ein recht gutes miteinander, zumindest mit der Mitbewohnerin....

    Nun ist es, wie es ja häufiger passiert in der WG soweit, das eine Person immer ein wenig "Quer" schlägt. Isst den Kühlschrank leer, bedient sich an Dingen der anderen ohne für Ersatz zu sorgen etc. (Der Typische Idiot in einer WG)
    Soweit ist ja alles OK. Solange ich ihn nicht jeden Tag sehen muss, da ich häufig bei meiner neuen Freundin bin oder er bei seiner Freundin ist, stört mich das nciht weiter... kann man sich ja mit arrangieren. Es wurde schon mehrfach drauf hingewiesen und "Gespräche" geführt, das das so nicht weitergehen kann. Leider hat das bisher keine Wirkung gezeigt.

    Nun habe ich heute in dem Zimmer (ein Leerstehendes bzw. das "Möbellager") gegenüber von meinem Mitbewohner (er ist im Dachgeschoss untergebracht) auf einem kleinen Beistelltisch, ein überschaubares Sortiment an weißen Pülverchen und lustigen "Tabletten" gefunden. Ich glaube jedem dürfte klar sein, das ich hier über Drogen spreche.
    Ich selbst habe kein Problem damit wenn jemand konsumiert. Solange es mir nicht schadet. Aber in einer WG wo es Kinder gibt (Er selbst hat auch einen fast 2 Jahre alten Sohn, der aber extrem selten bei uns ist.), solche Substanzen auf Augenhöhe der Kinder rumliegen lassen. Das geht garnicht. Am liebsten würde ich ihn aus dem Fenster schmeißen... aber zum Glück bin ich ja zivilisiert.

    Wie kann ein Mensch so "Fahrlässig" sein? Neben diesen ganzen Unzulässigkeiten von wegen kein "Gemeinschaftsbewusstsein" bringt das jetzt das Fass zum überlaufen.

    Habe ich eine Möglichkeit diese Person aus dem Haus raus zu bekommen?
    Kann ich nicht soetwas wie Kindesgefährdung als Sonderkündigungs Grund angeben?
     
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  3. #2 anitari, 24.06.2017
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    Du kannst der Mitbewohnerin ganz einfach gemäß BGB § 573a kündigen. Kündigungsfrist jedoch, nach Wohndauer, 6, 9 oder 12 Monate.
     
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  4. #3 SarMike, 24.06.2017
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    Okay, die Option kannte ich tatsächlich noch garnicht. Vielen Dank für den Hinweis.
    Es geht im übrigen um den Mitbewohner, nicht die die Mitbewohnerin. Er wohnt jetzt seit ca. 8 Monaten hier.
    Bei normalerweise 3 Monaten kündigungsfrist, müsste ich demnach mit 6 Monaten Frist kündigen?
     
  5. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Hast Du möbliert an Deinen Mitbewohner vermietet ( § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB)?
    Dann siehe § 573c BGB.

    Kündigung spätestens am 15. eines Monats zum Ablauf dieses Monats zulässig. (Jedoch nur, wenn der Mieter diese Räume allein bewohnt.)

    Möbliert - ganz oder überwiegend durch den Vermieter ausgestattet.
    Neben Möbeln wie Bett, Tisch, Schrank und Stuhl auch Einrichtungsgegenstände, die zur normalen Lebensführung erforderlich sind (Lampen z.B.).

    Ansonsten wäre zu prüfen, ob offen liegende Drogen den Hausfrieden derart stören, dass Du zur außerordentlichen Kündigung berechtigt bist. Könnte aber mit viel Streit, weil interpretationsfähig, verbunden sein. Ergo: Fachanwalt aufsuchen.
     
  6. #5 anitari, 24.06.2017
    anitari

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    Richtig. Ist das Zimmer möbliert oder unmöbliert vermietet?
     
  7. #6 SarMike, 24.06.2017
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    Also erst einmal vielen dank für die extrem schnellen Antworten! Da bin ich positiv überrascht.
    Naja er hat Möbel von mir in dem Zimmer stehen. Das Bett hat er mir mittlerweile abgekauft. Derartiges steht aber nicht im Mietvertrag mit drin.
     
  8. Nanne

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    Kündigung wegen Pflichtverletzung/§ 573 Abs.2 Nr.1 BGB

    Danach ist die Kündigung berechtigt, wenn
    -eine Pflichtverletzung vorliegt / Pflichtverletzung
    -diese Pflichtverletzung erheblich ist / Erheblichkeit,-
    -die Pflichtverletzung schuldhaft erfolgt / Verschulden.

    Die erhebliche Pflichtverletzung muss schuldhaft erfolgt sein, dabei genügt gem.§ 276 GBG jede Art von Fahrlässigkeit; und fahrlässig würde ich es bezeichnen wollen wenn in der Wohnung, in der sich auch Kinder aufhalten, Drogen rumliegen.
    Ob hier nicht auch eine fristlose Kündigung infrage käme?; und eine Abmahnung erforderlich ist/wäre? Bin nicht sicher.
     
  9. Berny

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    Im Zweifelsfalle würde ich immer nachweislich abmahnen.
     
  10. dots

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    Hallo zusammen,

    wie erkennt man, dass das Drogen sind? Warum dürfte jedem klar sein, dass hier von Drogen gesprochen wird?

    Ich würde das ganze Procedere jedenfalls nicht auf der bloßen Vermutung oder persönlichen Einschätzung, dass es sich um Drogen handeln könnte, aufbauen.
     
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  11. #10 Melanie123, 26.06.2017
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    Vor allem aber: wie beweist man, dass es Drogen sind?

    Und da sind Bundesländer in der Handhabung echt unterschiedlich. Bei meiner Mietnomadin (NRW) wurde eine Hausdurchsuchung wegen Verdachts auf Drogenhandel versucht durchzuführen. Die Jungs kamen sonntags morgends um 6 Uhr, haben die Nachbarn (Rentner) kirre gemacht und zogen wieder ab, als in der besagten Wohnung niemand aufmachte, um dann gegen 14 Uhr erneut aufzutauchen und eben nichts zu finden.
    Ein bairischer Anwalt sagte mir, dass das für eine Kündigung reichen würde. In NRW hätte ich den Versuch nicht gewagt (Mietzahlungverzug war meine einzige Begründung), in Berlin hätte ich Angst, deswegen ausgelacht zu werden.
     
  12. dots

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    Was genau? Sonntags morgens um 6 Uhr zu kommen? Die Nachbarn kirre zu machen? Erneut aufzutauchen?
    Was kann der Mieter dafür?
    Und es mag ja sein, dass das in Baiern für eine Kündigung reicht, in Deutschland würde ich aber zunächst mal prüfen, ob sich der Mieter überhaupt (und, wenn ja, wie) falsch verhalten hat, bevor ich dem den Mietvertrag kündige.
     
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  13. #12 SarMike, 26.06.2017
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    Naja, direkt daneben Strohhalm und aufgerolltes Papier mit der "verdächtigen Substanz" darauf deutlich zu erkennen. Dazu das ganze auf einem Glas-Brettchen. Ein Teil des Zeugs noch unter einer der 3 Karten (In dem Fall waren es Payback und Subway Karten) zu einer Linie geschoben. Das war/ist schon recht eindeutig.

    Alles wurde Foto-dokumentiert und anschließend in mein Gewahrsam genommen. Immerhin kam am nächsten Tag mein Sohn wieder nach Hause, dann kann ich sowas ja nicht "rumliegen" lassen.

    Ich denke ich werde heute nochmal einen Anwalt aufsuchen und klären was nun Sache ist. Auf jeden Fall nochmal vielen Dank, ich habe durch eure Antworten wenigstens schon einmal ein wenig Ruhe, das es definitiv möglich ist das Mietverhältnis mit dem Mieter zu beenden.
     
  14. dots

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    Recht eindeutig - oder wirklich eindeutig?
    Und selbst wenn das wirklich eindeutig ist: Kannst du mit 100%iger Sicherheit behaupten (also beweisen), dass das wirklich Drogen sind?

    Nur, weil das Kind der Mieter mit den Plastikkarten gespielt hat, zufällig einen Strohhalm da rum lag und Backpulver-Reste vom Backen kurz vorher auf dem Glas-Brettchen waren ... - deswegen willst du den Mietvertag kündigen?

    Ist Drogenbesitz eigentlich legal?
    Ich hätte die Polizei um Rat gefragt, statt irgendwelche ominösen Dinge in meinen Besitz zu nehmen (und mich deswegen verdächtig zu machen).

    Ich teile deinen Optimismus nicht und behaupte, dass eine Kündigung hier nicht möglich ist - mal von ganz "normalen" Kündigungen mit entsprechender Kündigungsfrist und ggf. gültigem Kündigungsgrund abgesehen - aber die Möglichkeit hat man ja immer, unabhängig von der Drogen-Geschichte.
     
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  15. #14 Melanie123, 28.06.2017
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    Vermutlich auch in Kombi mit Hasch-Geruch (Hören-Riechen-Sagen der Nachbarn) im Treppenhaus.
    Ich muss gestehen, dass ich seine Ausführungen in Bezug auf Drogen sehr schnell abgebrochen habe, vor allem, weil es an meiner Frage völlig vorbei ging. Auch schienen mir seine bis dahin getätigten Aussagen nicht besonders … hmmm…. sagen wir… auf NRW übertragbar.

    Im vorliegenden Fall hätte ich btw. keinesfalls dieses weiße Pulver an mich genommen (und mich damit ggf. selbst strafbar gemacht). In einem zugegebenermaßen konstruierten Fall wäre es möglich, dass der Mieter lt. BtMG völlig rechtmäßig im Besitz der Droge ist (ja, wird manchmal ärztlich verschrieben), derjenige, der es in „Gewahrsam“ nimmt, dafür (für den Besitz) aber belangt werden kann.

    Natürlich sollten Drogen nicht im Einflussbereich eines 2,5 Jahre alten Kindes sein. Das gilt aber auch für ganz normale Medikamente, für Putzmittel, Steckdosen, die unbeaufsichtigte Überwindung von Treppen und vieles mehr.

    Da stellt sich mir schon die Frage, wie dieses kleine Kind in das Dachgeschoss kommen kann…
     
  16. Berny

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    Vielleicht war es high...:047sonst:
     
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