Miteigentümer ruiniert den Wohnwert.

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von X57, 13.02.2014.

  1. X57

    X57 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Ich muss hier mal meinen Frust loswerden.

    Vor 6 Jahren kauften wir eine ETW die seither stabil vermietet ist. Vor nunmehr drei Jahren fingen aber innerhalb der WEG die Probleme an.

    Stein des Anstoßes war die Entdeckung eines Feuchteschadens. Hier wurde sich die WEG schnell einig - fast. Einer stellt sich quer. Während der Rest Gutachten und Angebote einholte und schnell tätig werden wollte, blockiert dieser eine alles. Kleiner Exkurs: dieser ET hat ursprünglich das Haus sanieren lassen, teils mangelhaft und man munkelt auch über Unregelmässigkeiten bei damals vergebenen Fördergeldern. Gut, die Gerüchte will ich mal raushalten, das bringt nix. Jedenfalls hat er die WE exakt so verkauft bzw. behalten dass er die entscheidende Mehrheit behält. Der Besitz ist dabei auf einen (ziemlich ahnungslosen) Angehörigen überschrieben, die faktischen Entscheidungen trifft aber immer noch der Alteigentümer.

    Es ist ganz klar, dieser Mann will (und kann?) keinen Cent in das Haus stecken. Der Schaden wird schlimmer und die damit befassten Versammlungen waren geprägt von zahllosen Winkelzügen und Verzögerungen. Eins muss man ihm lassen, der weiß wirklich Bescheid übers Bescheißen und Aussitzen. Ich halte das in dem gezeigten Ausmaß schon für kriminelle Energie, worauf bestimmte Nachforschungen zur Person ebenfalls hinweisen. Eine harte Nuss also.

    Das neueste ist jetzt, dass er eine Wohnung an einen jungen Mann verkauft haben will, also faktisch die Mehrheit verloren hat. In der Wohnung läuft permanente krasse Ruhestörung, auch gab es schon eine Durchsuchung der Polizei (Drogenverkauf). Auf Nachfrage hat sich herausgestellt dass der angebliche Neueigentümer aber nicht im Grundbuch steht, sondern immer noch der alte bzw. sein Strohmann. Wer hat nun also die Stimme? Zweitens hat besagter junger Mann einen Kumpel als Mieter einer weiteren Whg. des Alteigentümers lanciert. Dort wird offenbar regelmäßig heftig gefeiert und gestritten, häusliche Gewalt kam auch schon vor.

    Insgesamt ein echter Albtraum, das Haus rottet und wird mit schwieriger Klientel bestückt.

    Fragen:

    - kann man den Alteigentümer irgendwie umgehen und nur noch den verwandten Strohmann angehen? Ich glaube dass dieser leichter zu händeln ist. Oder kommt man gegen eine Vollmacht nicht an?
    - was hat es mit diesem Scheinverkauf(?) auf sich, kann man das irgendwie nutzen? Denke hier auch an ein eventuell anstehendes Urteil nach Betäubungsmittelgesetz.
    - wie kann man dagegen vorgehen dass lauter Querulanten ins Haus gesetzt werden?
    - aus Eurer Erfahrung: wie lange dauert ein voll ausgereiztes Verfahren in Sachen Gemeinschaftseigentum? Sprechen wir von 3, 5 oder noch mehr Jahren, wenn die sich querstellen? Das Haus hat mittlerweile einen echten Schaden, nachweislich nur wegen dem Stimmverhalten der einen Partei noch nicht behoben.

    Sehr ihr noch irgendwas anderes in dieser Sache was ich vielleicht übersehe? Welche Themen würdet Ihr zuerst angehen, welche eventuell weglassen, oder volle Breitseite fahren?

    Bin sehr ratlos, ich kann nur deutlich riechen dass das sehr sehr schwer wird. :sauer022:
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.709
    Zustimmungen:
    1.248
    Woher kommt jetzt plötzlich diese Vollmacht? Davon lese ich zuvor in deinem Beitrag nichts.

    Jedenfalls hat derjenige das Stimmrecht, der im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist. Er kann andere bevollmächtigen, von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen.


    Auch nach einigem Nachdenken kann ich den Zusammenhang zwischen dem Verkauf von BTM und den MEA bzw. den damit verbundenen Stimmrechten und den Eigentumsverhältnisses in der WEG nicht erkennen. Vielleicht möchtest du mal deine Gedanken etwas genauer darlegen ...


    Gar nicht. Der Eigentümer bzw. sein Beauftragter entscheiden, welche Mieter sie in welchen Wohnungen platzieren.


    Verfahren wegen was? Soll ein Beschluss angefochten werden? Welcher und warum? Dafür würde ich zur groben Orientierung 6-18 Monate einplanen.


    Ja, aber das hilft dir jetzt nicht mehr. Es hat schon einen Grund, warum ich jedem, der hier mit der Idee, eine ETW zu kaufen, aufschlägt, den Rat gebe, die Mehrheitsverhältnisse in der WEG sorgfätig zu prüfen. Unter solchen Umständen hätte man die Wohnung niemals kaufen sollen. Ich würde jedenfalls nach einem Kaufinteressenten suchen, der die Sache ebenso blauäugig angeht, wie ihr das gemacht habt.

    Wer ist eigentlich der Verwalter? Der Mehrheitseigentümer? Ein anderer Eigentümer? Ein externer Verwalter?
     
  4. XY57

    XY57 Gast

    Wenn ich Deine Nachfragen beantworte, kriege ich weitere Halbantworten dann auch mit soviel genervten Bemerkungen gespickt? Wenn Du einfach nur schreiben wolltest dass Du Ahnung hast und wir Idioten sind dann tu das doch mit weniger Buchstaben. Danke.
     
  5. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    Hallo xy57

    Du weißt aber schon das du hier in einem Forum bist, oder?
    Die User hier beantworten in ihrer Freizeit die Fragen, wenn du also eine Rechtsberatung suchst geh einfach zu einem Anwalt.

    Also wenn ich dich richtig verstehe hat der alt Eigentümer eine Wohnung an den Strohmann verkauft und dieser wiederum den alt Eigentümer bevollmächtigt.
    -du könntest versuchen den Strohmann davon zu überzeugen das der bevollmächtigte nich geeignet ist. Solange die Vollmacht besteht kommst du nicht um den alt Eigentümer herum.

    Scheinverkauf? Was ist das?
    Evtl. solltest du mal deine TE näher ansehen ob da was zum Entzug des SE geregelt ist.

    Am besten Ausziehen

    Hierzu zum Glück noch keine Erfahrung.


    VG Syker
     
  6. #5 BHShuber, 14.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 14.02.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    2.393
    Zustimmungen:
    679
    Ort:
    München
    nanana,

    Hallo X57,

    die Sache wie von dir geschildert ist schon ernst genug, wir sind hier alle keine Juristen, selbst die haben so Ihre Probleme mit WEG-Recht.

    Deshalb werden eben Nachfragen kommen hier im Forum, wer erwartet, dass er zu 100%bekommt was er grade wissen will, der muss dann eben zu einem Juristen und da ist es nicht sicher, ok.

    Jetzt hab auch ich eine Frage, was steht zum Thema Haftung der Gemeinschaft untereinander und Haftung des einzelnen Sondereigentümers gegenüber der Gemeinschaft in der Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung?

    Noch ein Ansatz ist, neben gemeinschaftsbezogener Ansprüche, die die Wohnungseigentümergemeinschaft nach entsprechender Mehrheitsbeschlussfassung geltend machen kann, gibt es auch die Individualansprüche der einzelnen Wohnungseigentümer. Ihre Geltendmachung unterliegt nicht der Beschlusskompetenz der Wohnungseigentümergemeinschaft.

    Zu diesen Individualansprüchen zählt:

    Beschlussanfechtung nach § 46Abs. 1 WEG
    Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche § 1004 BGB soweit diese nicht vorrangig der Gemeinschaft zusteht oder durch Beschlussfassung übertragen wurden.
    Schadenersatzansprüche gegen Miteigentümer oder Dritte
    Ansprüche auf ordnungsgemäße Verwaltung im Sinne von § 21 abs. 4 WEG
    Schdensersatzansprüche gegen den Verwalter.

    Durch das permanente blockieren der Beschlüsse zur Schadensbeseitigung und Beseitigung der Schadensursache könnte hier bereits ein Schadenersatzanspruch entstanden sein.

    Das allerdings geht nicht ohne Juristen für WEG-Recht, denn die Blokade eines einzelnen kann durchaus willkürlich schon daraus entstehen, dass dieser die meisten Stimmrechte hat und diese Machtposition gegenüber der restlichen Gemeinschaft ausnutzt.

    ACHTUNG, wer eine Behauptung aufstellt, muss diese auch beweisen, das sollte in geschilderten Fall aber möglich sein, wenn zur Schadensbeseitigung oder Beseitigung der Schadenursache permanent willkürlich blockiert wird und dadurch der Schaden sich unter Umsänden auch noch vergrößert!

    Wäre einmal ein Ansatz, oder?

    Gruß

    BHShuber
     
  7. #6 Martens, 14.02.2014
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    moin,

    eine WEG handelt immer durch ihren Verwalter, dieser hat die Beschlüsse der Eigentümer umzusetzen.
    Es stellt sich also in der Tat die Frage, wer verwaltet diese WEG auf welche Weise und wie beschließen die Eigentümer zu den fraglichen Punkten.
    Sofern ein Eigentümer die Entscheidungen zum Nachteil der WEG majorisiert, kann und sollte man die Beschlüsse gerichtlich anfechten. Zur Strategie hierzu ist ein erfahrener WEG-Anwalt empfehlenswert.
    Solche Gerichtsverfahren können Monate bis Jahre dauern, abhängig auch davon, durch wieviele Instanzen man sie treibt / teiben muß. Sie stellen jedoch den einzigen formalen Weg dar, die ungewollte Mehrheitsentscheidung der WEG zu überprüfen und möglichst zu verändern.

    Die anderen Probleme mit lauten Mietern, BTM-Verkäufen etc. sollte man separat betrachten und die Kräfte auf die wichtigsten Aspekte konzentrieren.

    Christian Martens
     
  8. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    26.02.2010
    Beiträge:
    1.297
    Zustimmungen:
    91
    wollte nur mal anmerken dass der Tread Ersteller X57 ist und die Antwort


    von einem XY57

    ob es sich da um die gleiche Person handelt oder hat sich nur einer einen Spaß erlaubt?
     
  9. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.388
    Zustimmungen:
    1.418
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Wer bösartig ist, könnte eine gewisses System vermuten. Erst die Wohnungen optisch aufhübschen. An etwas blauäugige/unerfahrene Neueigentümer verkaufen, den (Wohn-)Wert der Anlage deutlich abfallen lassen, bis genervte Eigentümer unter deutlichem Preisabschlag verkaufen wollen. Dann ggf. mittels Zwischenspieler günstigst zurückkaufen und ab von vorn. :brille003:
     
  10. #9 BHShuber, 15.02.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    2.393
    Zustimmungen:
    679
    Ort:
    München
    Interessante These

    Hallo Duncan,

    interessante These, gerade in Anbetracht, dass der Querulant, wenig bis gar nichts an der Immobilie hat machen lassen, evtl. aus Geldmangel.

    Dann verkauft man einige Wohnungen, lässt die Gemeinschaft das Gemeinschaftseigentum wieder in ordentlichen Zustand bringen, macht einen auf Meuterei und kauft die Wohnungen dann wieder vergünstigt zurück, wenn die genervten Neueigentümer aus verschiedensten Gründen verkaufen oder verkaufen müssen.

    Könnte man durchaus mal zuende denken!

    Gruß

    BHShuber
     
  11. #10 kassandra, 06.03.2014
    kassandra

    kassandra Benutzer

    Dabei seit:
    07.05.2011
    Beiträge:
    38
    Zustimmungen:
    0
    Mehrheit eines Einezlenen??

    Ich lese hier immer was von Mehrheit eines Einzelnen. Mir wurde gesagt, dass jeder Eigentümer eine Stimme hat, egal ob er 1, 2 viele Wohnungen hat.
    Wie kann dann ein einzelner ne Mehrheit haben?
     
  12. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.709
    Zustimmungen:
    1.248
    Indem in der Gemeinschaftsordnung andere Stimmgewichte festgelegt sind (MEA) und ein Einzelner in diesem Modus durchaus alleine eine Mehrheit haben kann.
     
  13. #12 Uhu, 10.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 10.03.2014
    Uhu

    Uhu Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    08.06.2012
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    6
    Du solltest mal prüfen oder prüfen lassen, ob eine solche Regelung in einer Gemeinschaftsordnung rechtlich überhaupt Bestand hat. Soweit ich mich erinnere kann man in der Gemeinschaftsordnung viele Sonderregelungen treffen, soweit sie dem WEG-Recht nicht widersprechen (d.h. sie können anders geregelt sein, müssen aber im Einklang mit dem WEG stehen). Die Stimmenmehrheit eines Einzelnen widerspricht in meinen Augen aber dem WEG und würde dieses ja sogar außer Kraft setzen. Praktisch ist damit ja jede Abstimmung auf einer Eigentümerversammlung nur von der Entscheidung eines Einzelnen abhängig. Das ist praktisch eine scheindemokratische Diktatur :smile026: Damit wäre diese Regelung in der Gemeinschaftsordung juristisch nichtig und unwirksam. Ich hab das mal irgendwo gelesen, müsste aber erst mal suchen wo das war.

    Das Stimmrecht im WEG ist kopfbezogen, d.h. jeder Miteigentümer hat eine Stimme. Dieses Recht ist abdingbar, d.h. man kann in der Gemeinschaftsordnung das Stimmrecht auch nach Miteigentumsanteilen regeln, ohne dass es dem WEG widerspricht. Wenn ich Dich bisher richtig verstanden habe wird das bei Euch durch Miteigentumsteile festgelegt. Das bedeutet aber, dass ein Miteigentümer allein über 50% der Miteigentumsanteile bei Euch haben muss, damit er allein eine Stimmenmehrheit hat. Wenn dem tatsächlich so ist dann kann der mit Euch machen was er will.

    Gruß, Michael
     
Thema: Miteigentümer ruiniert den Wohnwert.
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. Wohnwert Miteigentumsanteil

Die Seite wird geladen...

Miteigentümer ruiniert den Wohnwert. - Ähnliche Themen

  1. Miteigentümer als Minijobber (Hausmeister)

    Miteigentümer als Minijobber (Hausmeister): Hallo, ein ME hat der WEG ein Angebot als Minijobber vorgelegt, 11 WE Haus, kleine Grünfläche hinter Haus (zum Wäschetrocknen) und kleines...
  2. miteigentuemer ueber uns terroriesiert

    miteigentuemer ueber uns terroriesiert: Hallo,haben uns vor ca. 4jahren eine eigentumswohnung in einen netten nest gekauft. das haus beherbergt noch 2 weitere eigentuemer, nein,sprich...
  3. Miteigentümer zum Verkauf anregen

    Miteigentümer zum Verkauf anregen: Hallo zusammen, leider habe ich durch ein Erbe eine WE in einem ZFH vor vielen Monden geerbt. Ich selbst mache über WEG immerv einen großen...
  4. Preisfindung bei Verkaufsangebot an Miteigentümer

    Preisfindung bei Verkaufsangebot an Miteigentümer: Hallo allerseits, Folgende Situation: Ein Doppelhaus (zwei separate Haushälften, getrennte Grundstücke) in Wohnungseigentümergemeinschaft. Wie...
  5. Miteigentümer wird von Mieter belästigt

    Miteigentümer wird von Mieter belästigt: Folgender Fall: Miteigentümer, die in der Wohnanlage selbst wohnen, berichten einem anderen Miteigentümer, der nicht in der Wohnanlage wohnt,...