Modernisierung Mietwohnung: Finanzamt erkennt Erhaltungsaufwand nicht an

Diskutiere Modernisierung Mietwohnung: Finanzamt erkennt Erhaltungsaufwand nicht an im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo Forum, Ich habe 2018 eine grössere Modernisierungsmassnahme an meinem Haus gestartet, und zwar habe ich das Dach meines Hauses entsprechend...

Herbert_123

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Hallo Forum,

Ich habe 2018 eine grössere Modernisierungsmassnahme an meinem Haus gestartet, und zwar habe ich das Dach meines Hauses entsprechend umbauen und neu eindecken lassen um eine bestehende Mietwohnung (61m2) mit dem ungenutzten Dachboden zu verbinden und auch noch eine Dachloggia zu schaffen. Die neue Wohnfläche umfasst nun 117 m2. Ich habe die Arbeiten (hauptsächlich Zimmermannarbeiten und Austausch von Bestandsfenstern und Fenster für die neue Gaube = Wohnraumvergrösserung! ) aus 2018 als Erhaltungsaufwand in meiner Steuererklärung deklariert und dies wurde vom Finanzamt auch so als Erhaltungsaufwand anerkannt. Im Jahre 2019 wurde das Dach gedeckt, die Fassade des gesamten Hauses renoviert (wir wohnen im selben Haus auf 156 m2), die Heizung der Mietwohnung ausgetauscht (alte Heizung war schon 29 Jahre alt). Dies habe ich ein der Erklärung für 2019 erneut als Erhaltungsaufwand angegeben. Jetzt teilt mir mein Finanzamt aber mit dass sie a) 2018 einen Fehler gemacht haben (sie hätten wegen der Wohnraumvergrösserung meine deklarierten Erhaltungsaufwendungen als Herstellungskosten anrechnen müssen: nachträglich sehe ich dass ein und bin glücklich dass das Finanzamt den Bescheid von 2018 nicht anfechten möchte/ kann) und b) jede "Erhaltungsaufwendung" an der Mietwohnung der Wohnraumvergrösserung von 2018 zuzurechnen ist und nur als Herstellungskosten verrechnet werden kann. Sprich, die Sanierkosten aus 2019 und die neue Heizung nur als Herstellungskosten angesehen werden.

Frage: da ich noch nicht fertig bin mit dem Ausbau der Mietwohnung (hatte diesen für 2020 vorgesehen aber wegen COVID bis jetzt geparkt) stelle ich mir die Frage ob das Finanzamt mit seiner Sicht richtig liegt? Würden alle Massnahmen in einem Jahr umgesetzt werden, könnte ich das irgendwie noch nachvollziehen aber in meinem Fall werden die Massnahmen über einen Zeitraum von 3-4 Jahren umgesetzt, deshalb bin ich mir nicht sicher ob die Massnahmen losgelöst von dem Gesamtprojekt nur jährlich betrachte werden können?

Hatte im Internet recherchiert und finde immer wieder das Beispiel für Modernisierung Mietwohnung: Massnahmen: 1. neue Gaube = Wohnraumvergrösserung = Herstellungskosten und 2. gleichzeitig neue Fenster = Erhaltungsaufwand.

Hat irgendjemand vielleicht einen Rat oder Erfahrung mit dieser komplizierten Sachlage?

Vielen Dank

Herbert
 

taxpert

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Jetzt teilt mir mein Finanzamt aber mit dass sie a) 2018 einen Fehler gemacht haben (sie hätten wegen der Wohnraumvergrösserung meine deklarierten Erhaltungsaufwendungen als Herstellungskosten anrechnen müssen: nachträglich sehe ich dass ein und bin glücklich dass das Finanzamt den Bescheid von 2018 nicht anfechten möchte/ kann)
Das FA muss den Bescheid nicht anfechten, sondern prüfen, ob eine Änderungsvorschrift greift! Grundsätzlich sehe ich es hier nicht als unmöglich an, dass der Bescheid 2018 noch geändert wird. Es hängt aber von einer Vielzahl von Kleinigkeiten ab, ob die Möglichkeit wirklich besteht, so dass es für ein Forum unmöglich ist hier eine "abschließende" Meinung zu haben.

b) jede "Erhaltungsaufwendung" an der Mietwohnung der Wohnraumvergrösserung von 2018 zuzurechnen ist und nur als Herstellungskosten verrechnet werden kann. Sprich, die Sanierkosten aus 2019 und die neue Heizung nur als Herstellungskosten angesehen werden.
Das halte ich für über's Ziel hinaus geschossen!

Frage: da ich noch nicht fertig bin mit dem Ausbau der Mietwohnung (hatte diesen für 2020 vorgesehen aber wegen COVID bis jetzt geparkt) stelle ich mir die Frage ob das Finanzamt mit seiner Sicht richtig liegt? Würden alle Massnahmen in einem Jahr umgesetzt werden, könnte ich das irgendwie noch nachvollziehen aber in meinem Fall werden die Massnahmen über einen Zeitraum von 3-4 Jahren umgesetzt, deshalb bin ich mir nicht sicher ob die Massnahmen losgelöst von dem Gesamtprojekt nur jährlich betrachte werden können?
Grundsätzlich beinhalten die meisten, wenn nicht sogar alle der nach 2018 durchgeführten und naoch durchzuführenden Arbeiten einen gewissen Anteil, der auf den neu geschaffenen Wohnraum entfällt. Ob und wie groß dieser ANteil ist, ist immer eine Einzelfallentscheidung und kann von einem Forum nicht geklärt werden.

taxpert
 

Herbert_123

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Hallo taxpert,

vielen Dank für Deine Antwort. So ähnlich empfinde ich das nämlich auch. Einige Massnahmen sind teilweise bedingt durch die Wohnraumvergrösserung, aber das sollte m.M. nach anteilig verrechnet werden (alte Mietwohnung war 61m2, nach Umbau 117m2).

Denke dass ich gegen den 2021 Bescheid Einspruch einlegen werde.
 
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