Modernisierung - widerspruch durch mieter

Dieses Thema im Forum "Modernisierung und Sanierung" wurde erstellt von Lars, 09.04.2010.

  1. Lars

    Lars Neuer Benutzer

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    hallo,

    ich brauche nochmal einen rat der community:

    auf der eigentümerversammlung schilderte ein miteigentümer folgendes problem:

    wohnung soll umfangreich modernisiert werden. momentan zahlt der mieter für 50 qm 241 euro kalt - momentan 412 euro warm

    es soll ein modernisierungsaufschlag in höhe von 2,80 euro pro qm erhoben werden.

    der mieter hat ein nettoeinkommen in höhe von 920 euro.

    jetzt hat der mieter dem vermieter mitgeteilt, dass er nur bestimmten modernisierungsarbeiten zustimmt, da er sich sonst die miete nicht mehr leisten kann und beruft sich auf die härtefallregelung.

    was meint ihr?
     
  2. AdMan

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  3. RMHV

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    Ich meine, dass der Sachverhalt nicht auf der Grundlage der genannten Zahlen zu beurteilen ist.

    Um festzustellen, ob der Mieter sich zu Recht auf die Härteregelung des § 554 Abs. 2 BGB beruft, muss man sämtliche Umstände des Einzelfalls kennen. Die relevanten Kriterien sind in der genannten Vorschrift nachzulesen.

    Es geht dabei nicht nur darum, ob der Mieter irgendetwas als Härte empfindet. Vielmehr muss eine Härte vorliegen, "die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters und anderer Mieter in dem Gebäude nicht zu rechtfertigen ist" (§ 554 Abs. 2 Satz 2 BGB). Es muss also eine Interessenabwägung durchgeführt werden.

    Bei der Interessenabwägung "sind insbesondere die vorzunehmenden Arbeiten, die baulichen Folgen, vorausgegangene Aufwendungen des Mieters und die zu erwartende Mieterhöhung zu berücksichtigen" (§ 554 Abs. 2 Satz 3 BGB).

    Unabhängig vom Ergebnis einer Interessenabwägung kann sich der Mieter nach Satz 4 nicht auf ein Härte wegen der zu erwartenden Mieterhöhung berufen, "wenn die Mietsache lediglich in einen Zustand versetzt wird, wie er allgemein üblich ist".
     
  4. #3 lostcontrol, 09.04.2010
    lostcontrol

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    nur zwecks verständnis:
    wie kommt ihr auf die 2,80 euro pro quadratmeter?
    ist das das zufällig supergerade ergebnis nach berechnung der üblichen 11% der modernisierungsmaßnahmen oder wie habt ihr das berechnet?
    das les ich zum ersten mal dass jemand eine modernisierungserhöhung nach quadratmetern angibt - bitte klärt mich auf wie das geht!
     
  5. RMHV

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    Zum Verständnis: Aus den geplanten Kosten lässt der Jahresbetrag (11% der Kosten) leicht errechnen. Den Jahresbetrag durch 12 geteilt hat man die Mieterhöhung pro Monat. Diesen Betrag wiederum durch die Wohnfläche geteilt ergibt den Betrag pro m² Wohnfläche. Ist das so schwierig?

    Ob der genannte Betrag von 2,80 €/m² richtig ist oder nicht spielt für die hier zu erörtende Fragestellung keine Rolle.
     
  6. #5 lostcontrol, 09.04.2010
    lostcontrol

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    nö, überhaupt nicht. aber warum die mühe mit dem runterrechnen auf den quadratmeter? ich hab das so noch nie gelesen und das hat mich halt gewundert.
    und da's im vorliegenden fall ja auch absolut keine rolle spielt (anders wärs vielleicht bei 'ner mieterhöhung auf mietspiegel gewesen, der ja meist in euro pro qm angegeben wird), hat mich das jetzt irgendwie irritiert.
     
  7. Lars

    Lars Neuer Benutzer

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    der entsprechende eigentümer hat es halt so ausgerechnet.

    die wohnung befindet sich schon vor der modernisierung in einem ortsüblichen zustand.

    es handelt sich um ein mehrfamilienhaus, das 1965 gebaut wurde.

    gefliestes innenliegende bad mit wc und dusche ist vorhanden ebenso ne separate küche und alle wohnräume sind beheizbar.

    natürlich weiß ich, dass man die lage schwer aus der ferne beurteilen kann.
     
  8. #7 lostcontrol, 09.04.2010
    lostcontrol

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    nun ja - ortsüblich heisst ja nicht zwangsläufig zeitgemäss...

    das war auch 1965 schon standard.

    was will er denn an der wohnung machen für die 15.272,73 euro?

    und warum will er das machen?
    wegen der zu erwartenden höheren mieteinnahmen?
    besteht überhaupt die chance für die 50qm-wohnung einen mieter zu finden, der bereit ist 381 € kalt / 552 € warm zu bezahlen? in münchen sicher kein problem, aber in berlin? da liegt der quadratmeterpreis (nettokaltmiete) für wohnungen dieser grösse mit guter ausstattung bei durchschnittlich 5,36€/qm (sagt zumindest der mietspiegel hier: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/de/download/Mietspiegeltabelle2009.pdf
    das wären dann 42,16% überm mietspiegel. dafür müsste dann schon das super-luxus-bad, die edel-EBK und mindestens parkettboden her wenn nicht gleich marmor, um das irgendwie argumentativ zu rechtfertigen.

    ein haus in schuss zu halten ist eine sache (für mich selbstverständlich) - aber wenn die miete dann letztendlich weit überm mietspiegel liegt und man keine mieter mehr findet, dann ergibt das für mich nicht wirklich sinn...
     
Thema: Modernisierung - widerspruch durch mieter
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