Modernisierungsumlage bei Wechsel von Gas auf Gas-Brennwert?

Diskutiere Modernisierungsumlage bei Wechsel von Gas auf Gas-Brennwert? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Guten Tag! Ich möchte vielleicht meine Heizung modernisieren. Noch ist es so gelöst, dass es einen Gas-Durchlauferhitzer gibt und eine separate...

  1. Andy

    Andy Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    07.01.2010
    Beiträge:
    177
    Zustimmungen:
    1
    Guten Tag!
    Ich möchte vielleicht meine Heizung modernisieren. Noch ist es so gelöst, dass es einen Gas-Durchlauferhitzer gibt und eine separate Gasheizung. Technik beide aus den 1990ern.

    Nun wurde mir von meiner Heizungsfirma ein Angebot gemacht, die beiden Geräte zu einem Gerät zusammenzufassen und gleichzeitig auf Gas-Brennwerttechnik umzustellen. Mit Edelstahleinsatz im Schornstein usw. etc.

    Die Mieter hätten danach etwas mehr Platz und niedrigere Heizkosten (Verspricht jedenfalls der Heizungsbauer).

    Welche Kosten kann ich als Modernisierungsumlage nutzen?

    Die Alternative wäre, die Heizung zu lassen, wie sie ist. Aber in letzter Zeit waren öfter Reparaturen nötig. Wäre schön, wenn da für ein paar Jahre Ruhe wäre...
     
  2. Anzeige

  3. Andres

    Andres
    Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    10.858
    Zustimmungen:
    5.214
    Grundsätzlich die Kosten, die über die bloße Erhaltungsmaßnahme hinausgehen. Ein Gedankengang wie ...

    ... spricht dafür, dass der Austausch eben doch zu einem guten Teil eine Erhaltungsmaßnahme ist. Die Kosten dürfen (plausibel, d.h. begründet) geschätzt werden.

    Sofern die Kosten nicht über 10.000 € liegen dürfte auch das vereinfachte Verfahren aus § 559c BGB angewendet werden: Es werden dann einfach 30 % der Kosten als Erhaltungsaufwand angesetzt. Die übrigen 70 % sind Modernisierung. Wenn dir das reicht (oder eine größere Umlage ohnehin nicht mehr möglich ist, weil der Deckel aus § 559 Abs. 3a BGB schon erreicht ist), ist das ein bequemer Weg.
     
  4. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.11.2015
    Beiträge:
    333
    Zustimmungen:
    144
    OK, ich versuche mich mal:

    Hier findest Du ein paar Hinweise, was die Modernisierung der Heizungsanlage angeht und wie ggf. der/die MieterIn an den Kosten zu beteiligen ist, auch wenn manches darin inzwischen veraltet ist (zB die 11% sind zu 8% geworden).

    Wesentlich wäre erstmal zu schauen, ob das ganze überhaupt eine _Modernisierung_ ist. Offenbar wird hier der Umstieg von einer gewöhnlichen Heizung auf eine Brennwert-Heizung prinzipiell als Endenergie-einsparend angesehen; wäre daher also eine Modernisierung.

    Damit kann die Rechnung bez. der Modernisierung MINUS Erhaltungsmassnahme (!!!) gemacht (bzw. vermieden) werden. Da lohnt es sich § 559c Vereinfachtes Verfahren zu lesen. Kurz: Bleibt die Massnahme unter € 10'000 (pro betroffene Wohnung) kann pauschal davon ausgegangen werden, dass 70% der Kosten der Modernisierung dienen. (Ich gehe mal davon aus, das solche Heizungen diesen Rahmen nicht sprengen).

    Von diesen 70% können dann 8 Prozent auf die jährliche Miete aufgeschlagen werden, nach entsprechenden Ankündigungen, siehe u.a. hier.

    Ob man damit irgendwo mal landet, dass sich das ganze wirklich lohnt, sowohl für Vermieter wie Mieter - mein Gefühl sagt (für Deine Situation): nein. Am Besten ist: Durchrechnen!

    Oh, und noch ganz nett: Wenn die 8% am Ende nur 'unerheblich' die Miete erhöhen (also um weniger als 5% der Kaltmiete), dann bleibt es zumindest recht einfach, man/frau muss nicht mal ankündigen (§ 555c Abs 4, hier: Urteil des Amtsgerichts Rheine
 14 C 54/07 vom 22.07.2008).
    Das kann zB der Fall sein wenn in einem Mehrfamilienhaus die gemeinsame Heizungsanlage erneuert wird und die Verteilung der Kosten den anfänglich 'hohen' Modernisierungsbetrag für das MFH den Betrag für die einzelne Wohnung zu einem Kleinstbetrag schrumpfen lässt.

    Und zuletzt noch, der/die MieterIn hat ein Sonderkündigungsrecht bei Mieterhöhung nach Modernisierung.
     
  5. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.11.2015
    Beiträge:
    333
    Zustimmungen:
    144
    Da war @Andres wohl schneller ...
     
  6. Andy

    Andy Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    07.01.2010
    Beiträge:
    177
    Zustimmungen:
    1
    Ah, OK. Danke ihr beiden! Die Kosten liegen leider ganz knapp über 10.000 € aber die Kaltmiete würde sich um weniger als 5% erhöhen. Muss ich Mal drüber schlafen...

    Ist es eigentlich wichtig, dass die Mieter erst ein paar wenige Monate da wohnen?
     
  7. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.11.2015
    Beiträge:
    333
    Zustimmungen:
    144


    Dann also: € 10'000 für die neue Heizung. Mit § 559c sind 70 % abwälzbar macht € 7'000.
    Von € 7'000 dann 8% (lt. § 559) ergibt € 560 mehr Miete pro Jahr (€ 46,67 pro Monat).
    Damit holst Du die Investition von € 10'000 in genau 17,86 Jahren wieder rein (10'000 / 560).
    Ich würde da nicht viel weiter rechnen / überhaupt nicht mehr 'drüber schlafen wollen ...

    Einzige Ausnahme: Die bisherige Struktur an Heizung und Boiler wirkt so abschreckend auf die Mieter-Kundschaft, das die tatsächlich am Markt erzielbare Miete _dadurch_ deutlich eingeschränkt ist. Oder der Schorni _zwingt_ Dich zum Ersatz der alten Heizung.




    Ich seh' da nichts in § 559 was dies einschränken würde, abgesehen mal Abs 3a (da geht es um Modernisierungs-Erhöhungen in den letzten Jahren und wieviel maximal möglich ist). Aber es mag an dem Vertrauensverhältnis zwischen Vermieter und Mieter rütteln, wenn man da so kurz nach Mietstart neu mit ankommt ...

    Allerdings, _würde_ sich der/die Mieterin die Zahlen oben selbst mal durchrechnen und eine Ahnung von dem eventuellen Komfort-Gewinn haben mag es durchaus interessant für den Mieter sein - erst recht wenn es nicht mal 5% der Kaltmiete wären (die nach Deinen Angaben so bei mindestens € 950 p.M. liegen müsste).
    Ob der Mieter diese Erhöhung über geringere Heizkosten wieder herein bekommt - ist wieder ein Rechenexempel. Fakt ist: Die Heizkosten trägt der Mieter, Du hast von diesen Ersparnissen nichts. (Schade. Und Umwelt-mässig ein riesiger Unsinn, aber so ist es nun mal).

    Es steht Dir und dem Mieter natürlich frei es anders zu handhaben und vielleicht mag er/sie mehr für den Komfort zahlen - Du solltest dann nur schauen, dass der Mieter nicht irgendwann mit § 559 Abs 6 kommt wenn es mal Knatsch hat ("Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam").
     
  8. Andy

    Andy Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    07.01.2010
    Beiträge:
    177
    Zustimmungen:
    1
    Die Kaltmiete liegt bei 1000 €.
    Fast 18 Jahre, bis die Investition wieder drin ist, ist allerdings eine lange Zeit...

    Andererseits: Wenn die Heizung eines Tages irreparabel kaputt ist, kann ich überhaupt keine Modernisierungsumlage machen - oder etwa doch?
     
  9. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.11.2015
    Beiträge:
    333
    Zustimmungen:
    144
    Ich finde nicht das sich das ausschliesst, es bleibt ja bei dem Umstieg von gewöhlicher zur Brennwert-Heizung, also so gesehen weiterhin eine Modernisierung. Dagegen könnte höchstens sprechen, dass es kaum noch solche Heizungsanlagen ohne Brennwert-Technik zu kaufen gibt. Ob das dann juristisch über § 559c BGB durchzuziehen ist wird noch unbekannt sein; der Paragraph ist recht neu.
     
Thema:

Modernisierungsumlage bei Wechsel von Gas auf Gas-Brennwert?

Die Seite wird geladen...

Modernisierungsumlage bei Wechsel von Gas auf Gas-Brennwert? - Ähnliche Themen

  1. Modernisierungsumlage 11% oder 8% bei Jahreswechsel

    Modernisierungsumlage 11% oder 8% bei Jahreswechsel: Hallo, ich habe wirksam den Austausch von Fenstern vor 3 Monaten angekündigt. Die Fenster sollten Ende November ausgetauscht werden. Nun...
  2. 11% Modernisierungsumlage trotz staatlicher Förderung durch KfW-Kredit

    11% Modernisierungsumlage trotz staatlicher Förderung durch KfW-Kredit: Hallo Vermieter-Forum, ich habe eine Frage bezüglich der 11% Modernisierungsumlage auf Mieter. Ich habe einen Kredit über 50.000 € zu 1% von der...
  3. Modernisierungsumlage wegen Einbau von Funkthermostaten für Fußbodenheizung?

    Modernisierungsumlage wegen Einbau von Funkthermostaten für Fußbodenheizung?: Die Fußbodenheizung in meiner vemieteten Wohnung ist mit einer sehr simplen Regelung ausgestattet: Es gibt pro Kreislauf je ein Handventil (eine...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden