Möglichkeiten der Heizkostenberechnung

Diskutiere Möglichkeiten der Heizkostenberechnung im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo Forum, ich habe eine Wohnung auf einem Gestüt. Es handelt sich um eine alten Vierkant Hof mit Pferden etc. Die Anlage besteht aus einem...

  1. #1 vocaris, 15.12.2020
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    Hallo Forum,
    ich habe eine Wohnung auf einem Gestüt. Es handelt sich um eine alten Vierkant Hof mit Pferden etc.
    Die Anlage besteht aus einem Haupthaus, Ställen, gewerblich genutzten Räumen etc. Der ganz Hofe wird mit einer Pellet Heizung betrieben. Keiner der Räume besitz eine Möglichkeit einer Verbrauchsmessung. Mich würde interessieren, wie der Vermieter eine zulässige Heizkostenabrechnung erstellen kann. Welche zulässigen Möglichkeiten gäbe es hier.
     
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  3. Andres

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    Was bedeutet das genau? Gibt es bisher einfach keine Verbrauchserfassung oder gibt es technische Hindernisse, wegen denen eine Erfassung nicht möglich oder deutlich erschwert ist?


    Die gleichen, die es auch sonst gibt:
    • Montage von Heizkostenverteilern an allen Heizkörpern.
    • Montage von Wärmemengenzählern in den entsprechenden Heizkreisen.
    • Eine Kombination dieser beiden Verfahren.
    • Finden einer Ausnahme, die von der Pflicht zur Verbrauchserfassung befreit, dazu § 2 und § 11 HeizkostenV lesen.
    Um dazu mehr schreiben zu können, müsste man deutlich genauer wissen, wie die technischen Gegebenheiten sind, mit wem eigentlich abzurechnen ist (welche Mieter gibt es), was selbst genutzt wird (d.h. inwiefern die Kosten der Verbrauchserfassung eine Rolle spielen, weil man sie selbst tragen muss), woher das Warmwasser kommt und so weiter. Grundsätzlich gilt die HeizkostenV aber ganz unabhängig davon, ob das nun ein Reiterhof, ein Bürogebäude, ein Wohnhaus oder irgendeine Mischform ist.
     
  4. #3 vocaris, 15.12.2020
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    @Andres Vorab Danke für deine Antwort.
    Der Vermieter will keine "Zähler" einbauen. Ich habe ein lebenslanges Wohnrecht und er will mir einfach basierend auf seiner jährlichen Pelletrechnung x % aufs Auge drücken. Keiner kann aber nachvollziehen ob das mit Bezug auf alle anderen "Verbraucher" korrekt/gerecht ist. Das ist der Hintergrund. Ich sträube mich ja nicht für das Heizen zu bezahlen. Jedoch auf einer gerechten Basis und nicht nach Willkür.
    Laut den Vorschriften der Heizkostenverordnung ist es gemäß § 2 HeizkostenV „zwingendes“ Recht und kann mietvertraglich nicht abbedungen werden, auch nicht, wenn sich Vermieter und Mieter darüber einig sind. Hier gibt es lediglich eine Ausnahme bei einem Zweifamilienhaus.
    Du sprichst jetzt von einer Befreiung. Welche wäre das (werde § 2 und 11 mal lesen)
    Im übrigen bekommt keiner auf "dem Hof" je eine richtige NK Abrechnung.
     
  5. Andres

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    Im Idealfall wäre mit der Einräumung des Wohnrechts auch das geregelt, was ansonsten im Mietvertrag stehen würde: Wie Betriebskosten umgelegt werden.


    Das klingt für mich nach einer Abrechnung nach Fläche. Das muss nicht prinzipiell unzulässig sein, aber es muss dafür eben eine Begründung geben.


    Ok, aber aus der Mieter- oder Nutzerperspektive ist die Ausgangsfrage kaum zu beantworten. Der Vermieter bzw. in deinem Fall der Verpflichtete muss eine korrekte Abrechnung erstellen. Diese Abrechnung kann man dann angreifen.


    Nein, bei einem Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen. Hat der ganze Bauernhof nur zwei Wohnungen (und vielleicht noch viele, viele Nutzflächen, Lagerräume, Stallungen, ...) und bewohnt der Vermieter selbst in einer dieser beiden Wohnungen, kann diese Ausnahme zur Anwendung kommen. Wie du richtig festgestellt hast, ist dafür aber eine Vereinbarung erforderlich und die scheint es hier nicht zu geben.

    Damit bleiben die Ausnahmen in § 11 HeizkostenV. Bei einem weitläufigen Bauernhof könnte man dabei zuerst an Unwirtschaftlichkeit denken. Letztendlich gilt aber auch hier das bereits Geschriebene: Der Vermieter muss eine korrekte Abrechnung vorlegen. Er muss einen Plan entwickeln, wie die Abrechnung ablaufen soll, und ist in der Beweispflicht für die Umstände, die seiner Abrechnung zugrunde liegen.

    Ob man den Rechtsweg beschreitet, sollte man entscheiden, wenn die Abrechnung vorliegt. Bis dahin ist es vielleicht ein Zeichen von Fairness, dem Vermieter bereits vorab zu signalisieren, dass man mit einer Pauschalierung Pi mal Daumen nicht einverstanden ist. Grundsätzlich liegt der Ball aber im Feld des Vermieters. Wenn man sich mit der dann vorgelegten Abrechnung nicht arrangieren kann, sollte man auch im Blick behalten, ob das Bestehen auf eine korrekte Abrechnung überhaupt zu einem finanziellen Vorteil führen würde. Es kommt durchaus vor, dass am Ende die Kosten der Verbrauchserfassung, die für eine korrekte Abrechnung erforderlich ist, so hoch sind, dass man trotz geringerem Anteil an den Brennstoffkosten plötzlich sogar noch mehr zahlt. Und ob man bis an sein Lebensende Ärger mit dem Eigentümer seiner Wohnung haben will, möchte man vielleicht auch abwägen ...
     
  6. #5 vocaris, 15.12.2020
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    Nehmen wir mal an, wir könnten §11 bzgl. Unwirtschaftlichkeit "ziehen". Wie müsste er dann vorgehen?
    1) Wie bekommt man den Verbrauch von Pelletes im Zeitraum 1.1. - 31.12. überhaupt hin? (Einfach Kaufrechnungen darlegen wäre ja quatsch. Da könnte er ja wer weiß was Pelletes gekauft haben)
    2) müsste er ja die gesamte beheizbare Fläche des Hofes ermitteln. Diese gesamte beh. Fläche würde er dann durch die unter 1 ermittelten Kosten teilen.
    3) und hier hätte jeder Mieter dann wohl noch das Recht die Kosten um 15% zu reduzieren.

    Was meinst du?
     
  7. Andres

    Andres
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    Das kommt ganz wesentlich darauf an, ob nun etwas vereinbart ist oder nicht.


    Sollte tatsächlich eine Ausnahme von der HeizkostenV vorliegen, gibt es keine Pflicht mehr, den Brennstoffverbrauch periodengenau zu erfassen. Das ist zwar nicht unbedingt im Sinne des Erfinders, aber grundsätzlich sehe ich nicht, warum hier keine Abrechnung nach Abflussprinzip (also nach "bezahlten Rechnungen") zulässig sein sollte.

    Wie auch immer, man würde dann den Bestand im Lagerraum am Jahreswechsel ermitteln und ein Verbrauchsfolgeverfahren anwenden, um den Preis der verbrauchten Brennstoffe ermitteln. Das ist grundsätzlich problemlos umsetzbar, aber natürlich nicht mehr nachträglich. Wenn ich Anfang 2020 den Bestand an Pellets nicht abgelesen habe, kann ich das eben nicht mehr nachholen, egal wie einfach es gewesen wäre ...


    Genau genommen ist nun ein Vorwegabzug für Nicht-Wohnflächen vorzunehmen, aber effektiv ist das genau das, was du beschreibst: Die Heizkosten (und zwar alle Heizkosten, nicht nur die Brennstoffe, sondern auch Wartung, Reinigung, Verbrauchserfassung, Berechnung, ...) werden dann nach beheizten Flächen verteilt.


    Nein, das gilt nur, wenn gegen die Pflicht zur Verbrauchserfassung verstoßen wird. Du wolltest ja davon ausgehen, dass tatsächlich Unwirtschaftlichkeit (oder eine andere Ausnahme) vorliegt.
     
  8. Ferdl

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    Wenn man an einer gütlichen Lösung Interessiert wäre, könnte man sich aufschlauen wie hoch die üblichen Heizkosten für eine eine vergleichbare Wohnung wären.
    Heizspiegel.de wäre dafür eine mögliche Adresse
    Wenns passt, dann passts, wenn nicht hat man eine Gesprächsbasis.
     
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