Mündliche Vereibarung "Nur Nebenkosten"

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von WSH, 09.01.2014.

  1. WSH

    WSH Gast

    Hallo liebe Forumsgemeinde !
    Bin hier neu und überhaupt als "Vermieter" sehr frisch im Geschäft. Leider aber schon Probleme mit einem Mieter.
    Zur Sache:
    Meine Schwiegermutter und Ihr Bruder haben durch eine Erbschaft Ende 2011 eine Immobilie erworben. Zwei Doppelhaushälften, die allerdings Grunstücksmäßig und baubedingt nicht als einzelne Parteien zu trennen sind, weil eine Seite in den 70er von Scheune zu Wohnhaus aus/ungebaut wurde. (Das nur am Rande)
    Also Besitztum des ganzen: Je zur Häfte zum Halbanteil.
    Eine "Haushälfte" ist ordnungsgemäß vermietet, die andere in einem desolaten Zustand.
    Der Stiefsohn des Bruders meiner Schwiegermutter bietet sich an, die Wohnung zu renovieren und dann die geleisteten Arbeitsstunden unter Zahlung von Nebenkosten= 100€ abzuwohnen. Ermittelter Zeitraum: 2 Jahre Mietfrei. Meine Schwiegermutter stimmt dieser mündlichen Vereinbarung zu.
    Im April 2012 zog der Stiefsohn in die Haushälfte.
    Die anfallenden Materialkosten wurden zu 100% von Ihrem Bruder getragen, der sich diese dann vom Mietskonto (Einkünfte aus der anderen Haushälfte) wiederholt. Ende 2012 überschreibt (wie auch immer) nun meine Schwiegermutter Ihren Halbanteil an meine Frau und zum 01.01.2013 ist Sie auch rechtsmäßige Anteilige Eigentümerin und Vermieterin. Die ganze Vorgeschichte war uns bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nich bekannt. Erst zum Frühjahr 2013 haben wir ein gemeinsames Treffen mit dem Onkel und seiner Frau zwecks "Geschäftsbedingungen" vereinbart, weil das Mietkonto ständig "geräumt" wurde. Dort erfuhren wir das ganze Ausmaß des Mietsverhältnisses vom Stiefsohn. Uns wurde sehr schnell klar, dass die sehr resolute Ehefrau des Onkels das Zepter in der Hand hat. Sie, die Mutter des Mieters !!
    Wir wollten keinen Streit und haben allem logische Verstand zum trotz, stillschweigend die Begebenheiten akzeptiert. Pause !
    Wochen vergingen, bis wir alle Zahlungsabgänge und Zugänge vom Mietskonto hatten und verstehen wollten.
    Zweites Treffen:
    Aussprache, dass das Konto immernoch leergeräumt wird. Frage: Warum ?
    Antwort: Kosten des Materials zur Renovierung in 2012.
    Jetzt der Hammer:
    Stiefsohn arbeitslos und beantragt bereits zum März 2013 Mietzahlung seitens der Stadt, die dem auch nachkommt. Die benötigten Unterlagen wurden vom Onkel und dessen Frau für die Stadt "passend" ausgefüllt.
    Die gezahlte Miete der Stadt aber dem Stiefsohn ausgezahlt, weil dieser ja schließlich 2 Jahre Mietfrei wohnen darf. Mir streubten sich die Haare !!
    Allen Bemühungen zum Trotz, dies unverzüglich zu unterbinden sind gescheitert.
    Einnahmen versteuern zu müssen, die wir nie erhalten haben, wurde nicht verstanden.
    Zum September dann Zahlungseinstellung der Stadt, da Stiefsohn wieder Arbeit hat.
    Nebenkosten werden aber seit dem nun auch nicht mehr bezahlt und bei Kontoprüfung stellte sich heraus, dass für Jan. und Febr.2013 auch schon keine Nebenkosten vom Stiefsohn gezahlt wurden.
    Zum heutigem Tag wird dem Stiefsohn ein Schreiben zur Zahlungsaufforderung der Nebenkosten mit Fristsetzung zukommen, was vom Onkel und meiner Frau unterschrieben ist.
    (Die Ehe des Onkels mit der Mutter des Mieters ist mittlerweile kaputt).
    Wir möchten diesem Mann nun anschließend fristlos kündigen. Haben wir Chancen ??

    Danke für jede Antwort oder Auskunft.

    Gruß WSH
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Eine einzige: Die Sache sollte sofort einem fähigen Anwalt übergeben werden. Der soll sich intensiv damit auseinandersetzen, was hier möglich ist.

    Zunächst sollte geklärt werden, ob hier womöglich Strafbarkeiten seitens deiner Frau vorliegen könnten, und was man dagegen tun kann. Einen Betrug kann man zwar nur vorsätzlich und nicht fahrlässig begehen, aber gerade im Bereich Steuern hätte ich hier erhebliche Sorgen.

    Danach sollte die oberste Priorität haben, wie man das Mietverhältnis schnellstmöglich beendet oder zumindest in geordnete Bahnen lenkt. Danach kommen die ausstehenden Zahlungen und erst zum Schluss kann man sich über Strafanzeigen Gedanken machen ...

    Wie gesagt: Ab zum Profi, hier droht sonst ein enormer Schaden.
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo WSH,

    Wie ist deine Frau Miteigentümerin geworden? Durch Erbe oder durch Schenkung?

    Bei einer Schenkung besteht ggf. die Möglichkeit der Rückabwicklung.

    Dies wird sicherlich nicht zum Familienfrieden beitragen, aber für dich und deine Frau könnte ein solcher radikaler Schnitt von Vorteil sein.

    VG Syker
     
  5. WSH

    WSH Gast

    Hallo Andreas, danke für Deine Antwort !
    Na Du machst mir ja Hoffnungen. Strafbarkeiten meiner Frau ?!?!!
    Wir wussten doch nichts von den Machenschaften und meine Frau war doch zu der Zeit, als die mündliche Vereibarung zwischen Mieter und Vermieter abgeschlossen wurde noch gar keine Teilhaberin. Sie oder sicherlich auch ich hätten niemals zugestimmt, dass der Stiefsohn zur Abgeltung seiner Arbeitsstunden
    ZWEI JAHRE unter Abgabe von 100 € Nebenkosten Mietfrei wohnen darf. Vieviel Stunden will der denn renoviert haben ??
    Das dann ohne unseres Wissens die ergaunerten Mietzahlungen von der Stadt an den Stiefsohn ausgezahlt wurde, dürfte uns hoffentlich nicht strafrechtlich vorgeworfen werden. Wir haben das erst erfahren, als es bereits gemacht wurde. Haben allerdings keine Rechtlichen Schritte unternommen, um dies zu unterbinden, aber unmissverstandlich zum Ausdruck gebracht, das dies nicht richtig sei.

    Eigentlich haben meine Frau und ich uns bereits damit abgefunden, dass wir auf einen Großteil der Kosten sitzenbleiben werden. Wir wollen und können nicht gegen Ihren Onkel in einen Rechtstreit gehen, weil dieser Mann im Grunde genommen unschuldig ist und nur von seiner (Noch-Ehefrau) gelenkt wurde.
    Im Gegenteil, wir stehen Ihm sogar zur Zeit noch bei, weil sich die Trennung gerade ergeben hat.
    Diese Trennung kam unter anderem zu Stande, weil wir Ihm seinen Halbanteil abgekauft haben. Dies führte zum Streit mit der Ehefrau, die nun die Scheidung will. Rein rechtlich hat Sie keinen Anspruch auf das Geld, weil der Onkel lediglich seinen geerbten Halbanteil in eine Geldform ungewandelt hat. (Aussage vom beurkundendem Notar)
    Gestern Morgen waren wir (ohne Rechtschutz) beim Anwalt, der uns dann gegen eine horente Summe das bestätigte, was wir ohnehin vor hatten.
    1. Zahlungserinnerung mit Fristsetzung über die fünf fehlenden Monatsnebenkosten, die als Miete anzusehen sind, sofern wir nicht die komplette Miete einklagen wollen.
    2. Bei keiner fristgerechten Zahlung, Fristlose Kündigung unter Vorgabe nicht gezahlter Miete (Nebenkosten) drei Monate in Folge. (Oktober, November, Dezember)

    Gruß
    WSH



    Hallo Syker, auch Dir Danke für die Antwort !!

    Meine Frau hat Ihren Halbanteil durch einen "Auseinanderdersetzungs -und Übertrags-Vertrag" von Ihrer Mutter erhalten. Habe keine Ahnung, was das bedeutet.
    Wir wollen aber, wie bereits oben erwähnt, wenn möglich nicht gegen Ihren Onkel klagen.
    Ich muss mich allerdings noch mit meiner Steuerberaterin treffen, um zu erfahren, wie hoch die Steuerlast mich für 2013 treffen wird. Wir müssen schließlich Einnahmen von 2013 zum Halbanteil versteuern, die wir (ich) nie bekommen habe. Diese Summe versuche ich höflich vom Onkel zurück zu bekommen.

    Unsere oberste priorität liegt darin, den Stiefsohn aus der Haushälfte zu bekommen.
    Deshalb hier nochmal die Frage in die Runde, ob das mit der fristlosen Kündigung und anschliesender Räumung übers Amtsgericht funktionieren kann. Oder wir die Sache falsch angehen und anders vorgehen müssen.

    VG
    WHS
     
  6. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo WSH,

    Also ich gehe derzeit davon aus, dass deine Schwiegermutter "noch" lebt.
    Der Auseinandersetzungsvertrag ist i.d.R. die Verteilung des Erbes, und betrifft wohl Mutter und Onkel deiner Frau.
    Übertragungsvertrag wäre dann die Schenkung von der Mutter an die Tochter. Beide Verträge lassen sich m.E. problemlos kombinieren.
    Eine Rückabwicklung der Schenkung sollte mal ein Spezialist (Fachanwalt) prüfen, m.E. seid ihr ganz schön übers Ohr gehauen worden.

    Jetzt zur Mietgeschichte:
    Es scheint als ob der "M" einen mündlichen Vertrag hat. Dieser gilt natürlich wie ein schriftlicher, nur ist das alles schlechter zu beweisen.
    Aus den bisherigen Beiträgen liest man das der "M" mietfrei bis zum Tag x wohnt. Hier wäre zu klären wann Tag x ist/war und wie hoch dann anschließend der Mietzins sein sollte.
    Weiterhin hast du von Nebenkosten geschrieben, welche jetzt nicht mehr gezahlt werden. Jetzt muss man natürlich wissen was da genau vereinbart wurde. Pauschale oder Vorauszahlung mit Abrechnung, welcher Betriebskosten. Hierauf eine Fristlose Kündigung zu stützen wird schwer und hängt sehr von der Beweisbarkeit ab.
    Eine weitere Möglichkeit wäre eine Eigenbedarfskündigung, hier musst du dich mal mit dem Thema vorgetäuschter Eigenbedarf befassen.

    VG Syker
     
  7. Andres

    Andres
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    Das ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber nicht ganz undenkbar. Wenn die Geschichte mit dem Leistungsbetrug auffliegt, wird es wohl Ermittlungen geben. Der Staat läßt sich vom einfachen Bürger nicht gerne besch..., daher wird das mit Sicherheit erheblichen Ärger geben. Dabei kann dann auch deine Frau ins Visier geraten, denn schließlich war sie auch Vermieterin und völlige Ahnungslosigkeit wird ihr nicht ohne weiteres abgenommen werden. Aktuell sehe ich zwar noch keine Strafbarkeit, aber erstens ist das meine eigene, laienhafte Einschätzung und zweitens hat das nichts damit zu tun, dass man sich für solche Fälle trotzdem einen Plan bereitlegen sollte.

    Vorsorglicher Hinweis: Nach deutschem Recht gibt es nur in ganz wenigen Einzelfällen eine Anzeigepflicht. Ihr müsst hier also gar nichts tun, wenn ihr nicht wollt.

    Wesentlich kritischer sehe ich eure "Steuerpläne": Ihr gebt Einnahmen an, die ihr nie hattet und lasst euch die daraus folgenden Steuerforderungen vom Onkel erstatten? Das ist zwar steuerlich nicht strafbar (weder als Straftat noch als OWi), aber ich sehe das als Beteiligung an o.g. Betrug bzw. seiner weiteren Vertuschung an. Diesen Plan sollte ein Profi vorab "absegnen" und ich würde es trotzdem und grundsätzlich nicht so machen.


    Das ist sicher eine (für euch) bequeme Ansicht, aber an der Richtigkeit habe ich Zweifel. Du schreibst mehrfach explizit, dass Mietfreiheit vereinbart ist und nur Nebenkosten pauschal verlangt werden. Dann gibt es also keine Kaltmiete und damit kann man mit der Kaltmiete auch nicht in Verzug geraten - und deshalb auch nicht kündigen.

    Dann gibt es natürlich noch ein weites Feld an Möglichkeiten, welche Vereinbarungen der Mieter behaupten könnte. Ohne schriftlichen Vertrag ist ja nichts beweisbar. Nimmt man an, dass keine Pauschale sondern eine Vorauszahlung vereinbart war, seid ihr plötzlich der Pflicht zur Abrechnung nicht nachgekommen. Vielleicht durfte der Mieter die Zahlung dann sogar einstellen ...

    Ob die Vereinbarung einer vollständigen Pauschale überhaupt zulässig war, wäre dann eine weitere Frage.


    Es gibt den schönen Spruch: "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand." Natürlich kann das so funktionieren, aber an einen geradlinigen Ablauf "Kündigung - Räumung" glaube ich nicht so recht. Diesen Weg werdet ihr trotzdem beschreiten müssen. Denn ein Vergleich (irgendein Deal der Art: Auszug gegen Gegenleistung) wird unter diesen Umständen schwer erzielbar sein.
     
  8. #7 Papabär, 11.01.2014
    Papabär

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    Ganz so ausweglos sehe ich die Situation noch nicht.

    Idee (allerdings ohne Erfolgsgarantie): Schnapp Dir Deine Frau, einen Grundbuchauszug, ein Päckchen Kaffee und ein paar € für Kopierkosten und wende Dich an den Leistungsträger des Mieters ("die Stadt" ... vermutl. Jobcenter). Dort erklärt ihr, dass ihr die neuen Eigentümer der Mietsache seid und Euch keine Vertragsunterlagen übergeben wurden - und bittet ganz freundlich, ob ihr nicht eine Ablichtung des dort (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) eingereichten Mietvertrages erhalten könntet.


    Möglicherweise ist die darin festgehaltene Miethöhe sogar höher als jene, die (vielleicht) mündlich vereinbart wurde ... wie der Mieter sich da dann herauswinden möchte, würde ich gerne mal erleben.
    Von irgendwelchen separaten Abreden zwischen dem Mieter und den damaligen Vermietern muss man bei der Anfrage nach den Unterlagen ja erst einmal noch nichts gewusst haben.
     
  9. WSH

    WSH Gast

    Hallo Syker, Andreas und Papabär,

    der letzte Beitrag von "Papabär" gibt uns wieder Hoffnung !!!!
    Wir waren nämlich in der Tat auf der Stadt und haben uns eine Kopie dessen geben lassen, was von Mutter des Mieters ausgefüllt wurde und vom Onkel unterschrieben werden musste. Dieses zweiseitige Dokument ist ein Formblatt mit zum Teil Ankreuzfragen.
    Ersichtlich ist, dass nicht nur bei der Wohnfläche keine korrekten Angaben gemacht wurden. So wurde auch geflunkert, dass bereits drei Monatsmieten vor Ausstellung des Dokuments bezahlt wurden.
    Das war aber nicht der Fall !!
    Kaltmiete wurde mit 350 € festgesetzt und die Nebenkosten mit einer Pauschale von 100 €.
    Dementsprechend zahlte die Stadt 450 €/Monat.

    Wäre ja super, wenn wir mit diesem Schreiben etwas in der Hand haben, was uns die Kündigung fristlos oder fristgerecht sichert.

    Eine Frage noch: Unterliegen Mündliche Verträge einem "Halbarkeitsdatum" ?
    Zum Beispiel nur ein Jahr oder so ??
    Hatte das irgendwie vom Anwalt so vernuschelt mitbekommen.

    LG
    WSH
     
  10. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Was macht Ihr mit den Mieteinnahmen der regulär vermieteten Wohnung. Wird dieses Mietkonto auch leer geräumt? Und was gibt Dein Onkel an Mieteinnahmen beim Finanzamt für die Wohnung ohne Mieteinnahme an?
     
  11. WHS

    WHS Gast

    Hallo Pitty,
    ich/wir gehen mal davon aus, dass wir sowohl die gezahlten aus 2.Haushälfte als auch die nicht gezahlten und natürlich auch die wieder ausgezahlten Einkünfte an den Stiefsohn beim Finanzamt versteuern dürfen.

    Die Einkünfte aus der 2.Haushälfte wurden leider auch komplett vom Onkel entnommen, mit der fälschlichen Begründung, Materialkosten aus 2012 geltend zu machen. Die Materialkosten aus 2012 bzw. deren Belege wurden allerdings bereits mit der Steuererklärung vom letzten Jahr verrechnet, somit hat Onkel keine Belege für die entnahmen 2013. Das habe ich Ihm immer wieder versucht zu erklären, leider nur mit mäßigem Erfolg.


    LG
    WSH
     
  12. #11 Papabär, 13.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 13.01.2014
    Papabär

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    Bei "vernuschelt mitbekommen" kann von hier aus natürlich nur geraten werden, was der RA Euch mitteilen wollte. Ich vermute, er meinte dass der mündliche Mietvertrag automatisch unbefristet ist, wenn eine Mietdauer von mehr als einem Jahr vereinbart wurde (vgl. §550 BGB).

    Bei dem Formular von "der Stadt" dürfte es sich um eine Mietbescheinigung handeln. Damit hat Euer RA doch schon mal einen hübschen Nachweis für die Existenz eines Mietvertrages in der Hand. Das die Wohnfläche darauf nicht angegeben ist, halte ich für unerheblich.



    Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Mieter sich hier Leistungen erschlichen hat (m. E. eine Form des Betruges) und der Onkel hierzu Beihilfe geleistet hat. Es ist also davon auszugehen, dass ein entsprechendes Verfahren nicht spurlos an ihm vorübergehen wird.
     
  13. Pitty

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    Ich würde den Onkel auf Herausgabe der entnommenem Miete verpflichten, notfalls verklagen. Ich denke, das das Verhältnis bestimmt nicht das beste sein wird, was er mit Euch abzieht.
    Und das ich für etwas Steuern zahle, was ich nicht erhalte würde ich auch nicht einsehen oder hinnehmen.
    Die Mieteinnahmen von der 2. Haushälfte müsst Ihr ja beim Finanzamt angeben. Da Ihr keinen Mietvertrag zu der 1. Haushälfte habt würde ich die Bescheinigung für das Amt zugrunde legen. Man könnte jetzt auch davon ausgehen, das der mündliche Mietvertrag mit dem umsonst leben beendet wurde und ein neuer mündlicher Mietvertrag mit der bescheinigten Miete im beidseitigem Einvernehmen geschlossen wurde. Von da an müsste der Mieter der 1. Haushälfte die dem Amt bescheinigte Miete weiter an Euch bezahlen. Tut er es nicht, würde ich ihn wegen offener Mietzahlungen raus klagen. Dann seid Ihr ihn los. Ich denke nicht, das Mieter der ersten Haushälfte dem wiedersprechen würde, weil er sich sonst strafbar für einen Sozialbetrug macht.

    Wie man da jetzt zivielrechtlich gegen vorgeht würde ich einen Fachanwalt fragen.:smile011:

    Das doofe ist wirklich, das es sich um Familie handelt.:unsicher029:
     
  14. WSH

    WSH Gast

    Hallo Papabär,

    mit dem "vernuschelt mitbekommen", wird des wohl so sein, wie Du geschrieben hast.
    ---(Hier möchte ich mal fragen, wie das mit dem zetieren funktioniert)---???

    Ja, es ist eine Mietbescheinigung. Ein Formblatt, welches von der Stadt seinerzeit an den Onkel zum ausfüllen gegeben wurde und unterschrieben zurück gefordert.
    Bin mir jetzt auch sicher, dass dieses Dokument immens wichtig für uns ist.
    Das bei der Wohnungsgröße geschummelt wurde ist nicht ganz unerheblich, weil es m.W. eine Größenbeschränkung an Wohnfläche gibt, für die der Sozialträger (oder was auch immer) Leistungen zahlt.
    Die Haushälfte hat über 100 m² Wohnfläche + Garage + ca.400m² Garten.
    Aber wie bereits oben erwähnt wollen wir von einer Anzeige des Onkels absehen und auch keine Selbstanzeige bei der Stadt tätigen (Warum auch Selbstanzeige, ich/wir sind uns eigentlich keiner Schuld bewusst). *Das ist ja auch nicht das Thema*
    Es geht uns ja darum, den nicht zahlenden Stiefsohn erfolgreich aus der Haushälfte zu bekommen.

    VG
    WSH

    Hallo Pitty,

    Onkel verklagen? --> Nein, wenn eben möglich, dann nicht !!!
    Wir suchen dahingehend andere Lösungen.

    Aber ein interessanter Ansatz, den Du nennst. Ab dem Zeitraum, wo die Mietbescheinigung der Stadt ins geschehen greift, könnte man in der Tat die Miete auch nach der Einstellung der Zahlung seitens der Stadt im September 2013 einfordern. (Zumindest in einem Gespräch -kommenden Donnerstag- diese Variante dem Stiefsohn mal darstellen). Bin sehr gespannt, wie das Treffen verlaufen wird. Das wäre im Vergleich zu den nicht gezahlten Nebenkosten ein ganz schöner Batzen.
    So oder so, diese Person soll ausziehen !!!!!

    VG
    WSH
     
  15. #14 sara, 14.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 14.01.2014
    sara

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    bei dem Beitrag auf den du antworten möchtest findest du unten rechts den Button "Zitieren" den anklicken.

    Dann wird aber der ganze Beitrag erst mal in das Antwortfeld zitiert. Du solltest dann nur den Satz stehen lassen auf den du Bezug nimmst und das andere löschen.

    Wenn du auf weitere Sätze auch antworten möchtest ist es einfach wenn du in der Zeile oberhalb das Zitierfeld den Button ( 4. von rechts) auswählst und dazwischen den Satz reinkopierst.
    Dann kannst du den Anfang
     
  16. #15 Papabär, 14.01.2014
    Papabär

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    N...jein - höchstens beim Wohngeld (:hut030: PHARAO! ... Du weißt so etwas doch bestimmt). Beim ALG II gibt es lediglich für die Berechnung der Miethöhe eine - eher theoretische - Flächenbeschränkung. Solange die Miethöhe in diesem Rahmen ist, spielt die tatsächliche Wohnfläche keine Rolle. Das Ganze nennt sich dann "Produkttheorie" (hierzu gibt es auch bereits mehrere Entscheidungen des Bundessozialgerichts).


    Da hier die öffentliche Hand bzw. der Steuerzahler geschädigt wurde, hast Du darauf nur indirekten Einfluss. Eine solche Anzeige würde vom Leistungsträger ausgehen.

    Rein vorsorglich würde ich sogar mal den RA fragen, ob das Unterlassen einer entsprechenden Meldung Euch evtl. sogar als Verschleierung auf die Füße fallen könnte. Ärgerlich für den Onkel - mag sein - aber in solch einer Situation sitzt mir das Hemd doch näher als die Hose.



    Das ist schon klar - aber selbst wenn Ihr die Leistungserschleichung nicht bei den Behörden meldet ... so ein Gericht ist ja auch ´ne Behörde - zwar blind und taub, aber nicht doof.

    Und ich behaupte ja auch nicht, dass es dann zwingend auf eine entsprechende Anzeige hinausläuft ... aber man sollte eben nicht überrascht sein, wenn es denn so kommt.
     
  17. WSH

    WSH Gast

    Hallo sara,
    danke für deinen Hilfeversuch. Was Du beschreibst, trift aber leider bei mir nicht zu. Da ist niergends ein Button "Zitieren". Möglicher Weise, weil ich immernoch einen "Gastzugang" nutze. Keine Ahnung !!

    Trotzdem Danke ;-)



    Hallo Papabär,
    leider noch keine Antwort von PHARAO.
    Heute haben wir einen Termin in der Mietswohnung mit dem Stiefsohn. Ich werde alles mir Mögliche tun, um die Angelegenheit sachlich und natürlich rechtlich korrekt mit Ihm zu besprechen. Hoffentlich klappt das !!!


    VG
    WSH
     
  18. sara

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    genau, das ist es!
    Ich habe mich gerade mal abgemeldet und das nachvollzogen und da gibt es diese Funktion des "Zitierens" genau so wenig wie die ganzen "Formatierungsmöglichkeiten" über dem Schreibfeld.

    Das ist ein wenig sonderbar, denn zumindest der Zitierbutten sollte bei einem Forum in dem auch nicht Angemeldete schreiben dürfen , (was in den meisten Foren nicht möglich ist) auch zur Verfügung stehen.
     
  19. #18 Papabär, 16.01.2014
    Papabär

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    VORSICHT!!! Solche Termine ohne den eigenen Rechtsbeistand schaden meist mehr als sie nützen.

    Insbesondere, wenn man selber geschädigt ist, kann der Mieter einen ganz leicht in Rage bringen ... und ehe man sich versieht, hat man dem Mieter seine eigenen Karten offengelegt.
     
  20. WSH

    WSH Gast

    Ja, danke Papabär !!

    Ich werde mir diesen gut gemeinten Rat zu Gemüte führen.
    Dass ich meine Karten (noch) nicht offen Legen werde, lass ich auch nicht aus den Sinn. DANKE !!
    Ich denke, ebenso wenig werde ich auch keine Drohungen irgendwelcher Art aussprechen.
    Habe mir soeben ein paar Notizen gemacht, an denen ich mich zwingend halten werde.

    VG
    WSH
     
  21. Andres

    Andres
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    Guter Plan. Wenn ihr zu zweit seid, könnt ihr euch im Ernstfall auch gegenseitig bremsen.
     
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