Mündlicher Vertrag, Wohnung dann nicht beziehen. Welche Rechte als Mieter?

Diskutiere Mündlicher Vertrag, Wohnung dann nicht beziehen. Welche Rechte als Mieter? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hey, habe mir vor ein paar Tagen eine Wohnung in meiner Heimatstadt angesehen. Fand die Wohnung auch ganz schön und bezahlbar ist sie auch. Nur...

  1. #1 girl.705, 15.07.2015
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    Hey,

    habe mir vor ein paar Tagen eine Wohnung in meiner Heimatstadt angesehen.
    Fand die Wohnung auch ganz schön und bezahlbar ist sie auch.
    Nur als ich dann mit Freunden und Bekannten über die Vermieter sprach, lief es mir kalt den Rücken runter.
    Sie gehen angeblich einfach in die Wohnung, wenn man nicht da ist und gucken, ob alles aufgeräumt ist.
    Außerdem würden sie wegen jedem bisschen zum Anwalt rennen.
    Am 13.07 habe ich der Vermieterin am Telefon zugesagt und noch nichts unterschrieben. (Sie wollte die Verträge vorbereiten).
    Heute, am 15.07.2015, rief ich Sie an und wollte wieder absagen. Dann schrie sie mich total zusammen, ich sollte dann gefälligst die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten, da der mündliche Vertrag als gültig angesehen würde.
    Aber bei der Besichtigung sagte sie mir, dass sie keine Kündigungsfrist ansetzt.

    Nun meine Frage, wer ist hier im Recht?
    Unwissenheit meinerseits führt mich zwar nicht zur Straffreiheit, aber ich wusste es wirklich nicht, da es meine erste eigene Wohnung wäre und ich mir nicht bewusst war, dass hier ein Vertrag zustande kommt, ohne Unterschrift.

    Morgen habe ich einen Beratungstermin beim Anwalt. Ich hoffe, er kann mich irgendwie rausboxen, ohne Gerichtsverfahren etc. Denn die Vermieterin wollte mir sofort ihren Rechtsanwalt aufhetzen und mich verklagen.

    Danke schonmal für eure Antworten vorab :)
     
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  3. #2 Pharao, 15.07.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.07.2015
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    Hi,

    also das das nicht ohne die Erlaubnis des Wohnungsbesitzers (was i.d.R. ja dann der Mieter ist) geht, das brauchen wir denke ich nicht großartig zu erläutern. Das der Vermieter wegen jedem Mückenschiss zum Anwalt rennt, das ist sein gutes Recht. Allerdings sollte der Anwalt dem Vermieter schon mal erklären, wie das mit Hausfriedensbruch so ist .... :91:

    Wenn hier ein mündlicher Vertrag zustande gekommen wäre, hätte man den MV nicht noch vorbereiten müssen. Das ist m.E. also ein tpyisches Zeichen, das hier kein mündlicher Vertrag zustande gekommen ist. Hier ist lediglich die Absicht geäußert worden, das man gerne einen Vertrag unterzeichen würde. Und das ist nicht das gleiche!

    Zudem ist das größte Problem an mündlich, die Beweisbarkeit. Ich mein, mit Aussage gehen Aussage wird man kein Prozess gewinnen. Ich würde mich hier also entspannt zurück lehnen.
     
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  4. #3 girl.705, 15.07.2015
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    Ja nur in vielen Foren stand, dass der mündliche Vertrag als gültig gilt.
    Die Vermieterin fing sofort mit der gesetzlichen Kündigungsfrist an.
    Aber wir haben ja mündlich abgesprochen, dass es keine gibt.
    Bin etwas verwirrt :(
     
  5. #4 Pharao, 15.07.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.07.2015
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    Pharao Gast

    Ok, noch mal.

    Natürlich kann man mündliche Verträge abschliessen und diese sind auch gültig. Womit das Problem der Beweisbarkeit aber auch nicht gelöst wäre! Alleine hier wird es i.d.R. schon scheitern!

    Desweiteren, wenn du hier schreibst, das der Vermieter die MV nach deine "Zusage" noch Vorbereiten muss, dann liegt hier einfach kein mündlicher Vertrag vor, sondern nur die Absicht einen Vertrag abschliessen zu wollen. Aus der Absicht kann hier aber kein Rechtsanspruch entstehen!

    Das ihr zudem mündlich Vereinbart habt, das es keine Kündigungsfristen gibt, das wird sich auch sehr schwer Beweisen lassen. Zumal ich auch nicht daran glaube, das ein Vermieter sowas freiwillig in einem MV reinschreibt, mal ganz abgesehen davon, das dies nur für euch gelten dürfte und nicht auf Vermieterseite. Und als letztes hier zu noch, wenn dieser Vermieter hier so auf sein "Recht" oder was er darunter so versteht pocht, dann sollte ihm auch der §568 BGB Abs.1 bekannt sein, wo es heißt "Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form". Bevor er hier also auf irgendwelche Fristen pocht, müsste ihm erstmal eine schriftliche Kündigung vorliegen. Bitte komm jetzt aber nicht auf die Idee, vorsichtshalber schriftlich zu kündigen, denn damit würdest du ein Mietverhältnis ja bestätigen!

    Wie schon geschrieben, mach dir hier keine so großen Sorgen, sondern lehne dich entspannt zurück.
     
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  6. #5 lostcontrol, 15.07.2015
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    Ist das bewiesen oder einfach nur 'ne Behauptung?
    Grundsätzlich darfst Du als Mieter übrigens auch das Schloß der Wohnungstüre austauschen - Du musst es nur wieder einbauen wenn Du ausziehst (natürlich bitte alles ohne irgendwas zu beschädigen).

    Zum Anwalt zu rennen bringt nur was wenn man im Recht ist. Aber wenn ich sowas höre frage ich mich ja immer um was es dabei geht, denn erfahrungsgemäss sind es eher die Mieter die zum Anwalt rennen.

    Bisher gab's nur Deinerseits eine Willensbekundung - sie wollte ja erst noch die Verträge vorbereiten - warum wenn's doch angeblich schon gültig gewesen wäre?

    Die Kündigungsfrist ist gesetzlich vorgeschrieben.
    Warum sollte ein Vermieter von den gesetzlich vorgeschriebenen 3 Monaten abgehen? Ist doch eigentlich zu seinem Nachteil?
    Dass ich persönlich durchaus Mieter auch früher aus dem Vertrag lasse, wenn ich einen passenden Nachmieter gefunden habe, ist eine Sache - das ist dann eine individuelle Entscheidung. Dann gibt's aber auch immer einen entsprechenden Mietaufhebungsvertrag.

    DU.

    Es gibt mündliche Mietverträge, keine Frage, aber wenn die Vermieterin hier noch extra drauf hinweist dass sie die Papiere erst noch fertigmachen muss ist sie wohl auch nicht davon ausgegangen dass tatsächlich ein Vertrag zustande gekommen ist.
    Lass Dir nicht bangemachen.

    Vielleicht sind ihr ja nur kurz die Pferde durchgegangen weil sie sich die Mühe mit den Papieren schon gemacht hatte und Du dann noch absagst. Über sowas hab ich mich auch schon geärgert, aber nun gut, das gehört dazu, damit muss man leben dass sowas vorkommt. Mal ganz abgesehen davon dass der Name ja leicht ersetzbar ist.
    Selbst wenn sie den Vertrag von einem bezahlten Anwalt aufsetzen gelassen hätte - das ist IHR unternehmerisches Risiko.

    Ach quatsch, die will Dich nur einschüchtern.
    Ist es bei Euch in der Region schwer Mieter zu finden? Hört sich nämlich so an...
     
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  7. Andres

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    Es gibt wirklich verzwickte Rechtsfälle - das hier ist zum Glück keiner.

    Selbst wenn man sich auf das sehr dünne Brett begeben wollte und in deine Zusage eine Willenserklärung zum Abschluss eines Mietvertrages hineininterpretieren wollte, wäre da noch die Kleinigkeit von § 147 Abs. 1 BGB. Die Vermieterin hätte den Antrag nur sofort annehmen können und die Aussage "Ich mach' dann mal den Vertrag fertig" ist keine Annahmeerklärung sondern das gerade Gegenteil.


    Das ist hoffentlich eine kostenlose Leistung einer Rechtsschutzversicherung o.ä., denn ansonsten wäre das Geld wirklich zum Fenster hinausgeworfen. Soll dich die Vermieterin doch verklagen.
     
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  8. Pharao

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    Hi,

    interessehalber, was hat dir denn dein Anwalt nun gesagt bzw. dazu angeraten :?
     
  9. #8 ImmerPositiv, 26.10.2015
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    schade dass sich der/die TE nicht mehr dazu geäussert hat, wäre schon interessant gewesen was draus geworden ist.

    Wenn RS vorhanden wird sie das Gespräch beim RA nichts gekostet haben, ansonsten kostet ja die Erstberatung 190 Euro ausser man bekommt PKH die das dann übernimmt.

    Wenn die/der TE beides nicht hat dann wären die 190 Euronen so oder so fällig , alles andere ginge dann je nach Lage und Ergebnis zu Lasten des Beklagten oder jeder seine Kosten bei Vergleich z.B.

    LG
     
  10. Andres

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    Rechtsschutzversicherungen sollen gelegentlich auch Selbstbeteiligungen haben.


    Die 190 € sind der Höchstsatz. Außerdem gibt es hier noch keinen Prozess, also auch keine PKH. Wenn überhaupt, dann gäbe es Beratungshilfe.
     
  11. #10 ImmerPositiv, 26.10.2015
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    Hast Recht Andres, Beratungshilfe beim Erstgespräch (Beratungsgespräch) ... Sorry.

    190,00 Euro sind bei uns hier scheinbar in, ich muss selbst jetzt 190 Euro zahlen (Mietsache Zahlung der NK Abrechnung erfolgte nicht, MB raus etc.)

    Bekannte Beratung wg Scheidung 190,00 Euro, Bekannter bzgl. Arbeitsrecht auch 190,00 Euro usw.... Weniger hat bisher noch niemand bezahlt von denen die in unserem Umfeld sich beim RA haben beraten und sich vertreten lassen haben.

    ja gibt es, RS mit SB, es gibt aber auch genug die keine SB haben ;-)

    Gruss
     
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