Muss ein Vermieter einen altergerechten Badumbau für ältere Mieterin dulden?

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  1. SaMaa

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    Hallo,

    eine Freundin vom mir hat vor ca 18 Monaten ein Haus mit einer Einliegerwohnung gekauft.
    In dieser Wohnung wohnt seit vielen Jahren eine 76 jährige Mieterin.
    Nun bekommt sie als Eigentümerin von verschiedenen Ämtern Aufforderungen, Veränderungen für die Mieterin in und am Haus vor zunehmen. Vermutlich hat die Mieterin das beantragt.

    Folgende Forderungen wurden gestellt:

    1. zu der Wohnungstüre der Mieterin soll ein Geländer am Haus inkl. der Weg bis zur Straße angebracht werden, damit die Dame besser in Ihre Wohnung kommt
    2. Im Bad in der Wohnung soll die Dusche umgebaut werden dh eine normale Duschtasse soll gegen eine niedrigere Duschtasse - zum besseren Einstieg für die ältere Dame - ausgetauscht werden.

    Angeblich werden die Kosten übernommen.

    Nun ist es so das sie (die Eigentümerin) von diesen Vorgaben ( Umbau Bad und Anbringung an der Hauswand etc) überhaupt nicht begeistert ist. Zumal sie für diese Wohnung kurz nach dem Kauf schon Eigenbedarf angemeldet hatte, die ältere Dame aber sofort über ihren Anwalt Härtefallgründe ( tolle Wohnung, zu alt zum Umziehen etc) geltend gemacht hat. Somit hat sie als Eigentümerin den Eigenbedarf nicht weiter verfolgt.

    Nun meine Frage:

    Ist man als Vermieter verpflichtet, einer Mieterin im Laufe des Mietverhältnis, die Wohnung und die Aussen-Gegebenheiten altersgerecht um zubauen bzw. da ja die Kosten angeblich übernommen werden, zu dulden?
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 12.09.2019
    ehrenwertes Haus

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    Du kennst die ultimative Antwort?

    Es kommt darauf an...

    Einen Umbau, der besonderen Bedürfnissen des Mieters (z.B. barrierefrei) innerhalb der Wohnung muss man als Vermieter u.U. dulden, wenn der Mieter die Kosten dafür übernimmt. Eine Pflicht zu solchen Umbauten auf Vermieterrechnung gibt es nicht.
    Eine Duldung von Umbauten in Gemeinschaftsbereichen (z.B. Treppenhaus) ist schon schwieriger vom VM einzufordern, ebenfalls nur unter der Prämisse, dass dies auf Mieterkosten erfolgt.
    Im Außenbereich (z.B. Vorgarten, Weg zum Haus) ist mir Nichts konkret (aus Bekanntenkreis, Urteile) bekannt, ich denke aber da gilt im Prinzip das Gleiche. Als VM muss man nur die Verkehrssicherheit für "normale" Leute ohne besondere Einschränkungen gewährleisten.
    Man kann die Zustimmung zu derartigen Umbauten aber davon abhängig machen, dass der Mieter eine Sonderkaution leistet, die den vollständigen Rückbau deckt.

    Deiner Bekannten kann man nur anraten sich anwaltlich beraten zu lassen.
    In der Konstellation mit Eigenbedarfskündigung kann ich mir vorstellen, dass eine Zustimmung für diese speziellen Umbauten für diesen Mieter auch vom Ausgang dieser Kündigung abhängig gemacht werden kann.
    Evt. erleichtert sogar der für die Mieterin erforderliche Umbau eine Eigenbedarfskündigung, abhängig vom Ausmaß der erforderlichen Umbauten. "Altersgerecht" ist ein extrem dehnbarer Begriff, bei dem ich nicht annehme, dass es sich nur um die von dir genannten Dinge handelt. Meist kommen noch weitere Änderungen dazu, wie z.B. Versetzen der Steckdosen und Lichtschalter, automatische Türöffner bzw. -schließer, Türverbreisterungen, usw.
    Genau das könnte aber auch für einen echten Härtegrund sprechen, wenn es keine andere Unterkunftmöglichkeit für die Mieterin in der Region gibt.
     
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  4. #3 Melanie123, 12.09.2019
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    Hallo SaMaa,

    ich glaube, dass Deine Fragestellung viel zu kurz greift.

    Ist das Haus mit der Einliegerwohnung ein 2-Fam-Haus? Falls ja, wäre auch eine erleichterte Kündigung in Betracht zu ziehen.

    Mir ist das Interesse Deiner Freundin völlig unklar, Will sie
    -die Mieterin heraus haben, weil die Wohnung wirklich eigenbedarfsmäßig genutzt werden soll?
    -einfach nur DIESE Mieterin heraus haben?
    -einen Umbau verhindern, weil ...warum genau? Das evt. auch für jede Maßnahme.
    -sicher gehen, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben? (Eine behindertengerechte Badsanierung auf Kosten des Mieters und Behörden kann ja auch eine Chance darstellen)

    Im ersten Schritt würde ich abklären, was Deine Freundin will, womit sie evt. leben könnte usw.

    Im zweiten Schritt wäre zu fragen, welche Behörde genau welche Aufforderung mit welcher Rechtsgrundlage geschickt hat.

    Dies auch in dem Wissen, dass einige hier genau anders herum handeln würden.
    Ich sehe halt in dem Abgleich zwischen diesen zwei Aspekten eine mögliche Chance.

    LG, Melanie
     
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  5. Andres

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    § 554a BGB. Lesen und verstehen. :wink1:

    Diese Duldungspflicht betrifft die behindertengerechte Nutzung (das ist nicht vollständig deckungsgleich mit altersgerecht) der Wohnung und des Zugangs zur Wohnung. Wenn die Mieterin wirklich entschlossen ist, klagt sie die Zustimmung ein. Daher ist hier anwaltlicher Rat wirklich empfehlenswert. Das auch mit dem Hintergedanken, dass die nicht weiter verfolgte Eigenbedarfskündigung die Sache nicht einfacher macht.
     
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  6. #5 Papabär, 12.09.2019
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    Ist da eine Treppe? Dann wäre ein Handlauf nach einigen Landesbauordnungen (ich kenne halt nicht alle) ohnehin vorgeschrieben.
    Ansonsten wurde ja bereits alles dazu gepostet.
     
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  7. #6 ehrenwertes Haus, 12.09.2019
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    Ich vermute, dass behindertengerechter Umbau gemeint ist und @SaMaa (oder ihre Freundin) in die Umgangssprachenfalle getappt.
    Mit Ämter (welche genau?) fordern diese Umbauten, tippe ich auf die Mieterin hat mindestens eine Pflegestufe, evt. auch einen Behindertenausweis und bezieht staatliche Leistungen zum Lebensunterhalt außer einer Altersrente.


    Zum Hauseingang fällt mir nur LBO prüfen ein.
    Länderspezifisch sind Handläufe ab 3? Treppenstufen in Gemeinschaftsbereichen (auch vor der Haustür) vorgeschrieben. Da könnte eine Nachrüstpflicht bestehen.

    Das kann man ohne Anwalt selber prüfen.
    Alle anderen Punkte, bitte Anwalt befragen.
     
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  8. #7 SaMaa, 13.09.2019
    Zuletzt bearbeitet: 13.09.2019
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    Zuerst ein Mal die noch fehlenden Informationen:

    Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus. Meine Freundin( Mutter meines Patendkindes) ist die Eigentümerin und wohnt auch selbst darin dh. linke Seite des Hauses sie und auf der rechten Seite die Mieterin - fast wie ein Doppelhaus

    Die Mieterin ist 76 Jahre und erhält eine kleine Rente und erhält - weil sie keine Pflegestufe hat - ein Pflegegeld für eine Haushaltshilfe. So lautet zumindest die Erklärung der Mieterin

    Die "soziale Wohnberatung" ist die Stelle die immer mit meiner Freundin Kontakt aufnimmt. Die soziale Wohnberatung führt an, das die Mieterin eine kleine Frau (ca 1,50m groß) ist und somit die Stufe vor der Haustüre der Mieterin Angst macht. Aus diesem Grund sollte ein Geländer von der Haustüre bis zur Straße angebracht werden. - siehe Foto

    Die Dusche im Bad ist angeblich auch zu hoch - für diese kleine Frau.

    Meine Freundin möchte/ wollte auch schon direkt am Anfang aus mehreren Gründen gerne den Mietvertrag lösen

    • die Wohnung konnte zum damaligen Zeitpunkt besser innerhalb der Familie gebraucht werden. Schwiegermutter war/ist auch sehr alt und benötigt(e) Aufmerksamkeit und Unterstützung im täglichen Leben. Wenn sie eingezogen wäre, wäre das einfacher zu realisieren gewesen. Nun hat die Familie schon andere Lösungen gefunden.
    • Die Mieterin ist nicht einfach. Somit bestehen seit Anfang an Spannungen zwischen meiner Freundin und der Mieterin.
    • Meine Freundin wollte auch schon den Umzug der Mieterin bezahlen. Aber die möchte - obwohl sie jetzt auf dem Land wohnt - nur einem Umzug in die Stadt zu ländlichen Mietkonditionen zu stimmen.

    Mittlerweile ist meine Freundin hin und hergerissen zwischen Eigenbedarfskündigung weiter verfolgen oder aber den Umbauten mit Einschränkungen zustimmen.

    Zur Disskussion steht nun auch anstatt ein Geländer eine Rollstuhlrampe - obwohl kein Rollstuhl benötigt wird - mit ganz langen Weg damit sie keine Stufe mehr hat.

    Einen Rollator - der mit Sicherheit als Stabilität bzw. Stüzte als Alternative zum Geländer oder Rampe genommen werden kann, wenn man die Stufe herunter geht - lehnt die Dame ab.

    Aber die größten "Bauchschmerzen - bereitet der Gedanke. Wenn man einem Umbau zustimmen würde, wo ist denn dann das Ende wie @ehrenwertes Haus auch schon beschrieben hat :(

    Dann....Die soziale Wohnberatung erwähnt zwar immer das ggf ein Rückbau übernommen wird. Aber wie sicher ist denn so eine Zusage? Gilt die auch im bzw. nach dem Todesfall der Mieterin noch?

    @Melanie123 vielen Dank für Deinen "Stubbser" in diese Richtigung. Genau da liegt der Hase auch im Pfeffer ;) Sie zahlt pünktlich die Miete, ist aber sehr sehr anstrengend.
    Was ist nun besser.... kündigen oder nicht?
    Was kommt als Nachfolge Mieter?Kommt man vom Regen in die Traufe?
    Leider ist die Glaskugel zur Zeit ein bisschen beschlagen ;)

    @Andres
    Vielen Dank für die Gesetzesgrundlage. Ich habe ihr empfohlen einen Anwalt nun im Vorfeld auf jeden Fall ein zu holen. Sofern irgendwas in Gang gesetzt wurde ist es vielleicht schon zu spät.

    @Papabär
    Eine Treppe ist es ja nicht. Wie man auf dem Bild sieht - leider ist die Haustüre der Mieterin rechts nicht ganz zu sehen.
    Ist aber genau wie links - nur ein bisschen niedriger, da das Haus Gefälle hat - und wenn man dann dort ein Geländer machen könnte - kann man den Weg am Haus vorbei ja nicht mehr nutzen, da hinter der Wohnung der Mieterin die Doppelgarage inkl. der Garagenauffahrt des Hauses anschliesst
    Somit müsste meine Freundin ja immer über den öffentlichen Bürgersteig nutzen um in ihr Haus zu kommen, da der geplasterte Weg am Haus entlang, ja durch das Geländer versperrt wäre - Mal ganz abgesehen von der optischen Einschränkung.



    Fragen über Fragen.....

    Aber nochmals ein grosses Danke schön an alle die geantwortet haben. Sollte noch jemandem etwas einfallen freue ich mich...

    Bild - Mieterin - Angela 2.JPG
     
  9. #8 QuietscheEnte, 13.09.2019
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    Es ist egal ob man per Eigenbedarf oder per Sonderkündigung 2 Familienhaus kündigt. Beides sind ordentliche Kündigungen und in beiden Fällen gilt auch die Härtefallregelung.
    Anders sieht es bei fristlosen Kündigungen aus.
     
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  10. #9 ehrenwertes Haus, 13.09.2019
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    Das ganze Umbauprojekt ist also nur Wunschdenken der Mieterin als Forderung formuliert.
    Und weil man vermutlich weiß, dass man als Mieter keinen Anspruch auf Wunschkonzert vom Vermieter hat, schickt man Ämter und/oder Beratungsstellen vor, weil das dann den Anschein "du musst aber" erwecken soll.

    Es kann aber längerfristig im Interesse deiner Freundin sein, dem zumindest teilweise zuzustimmen.
    Ein Umbau in Richtung erleichterte Alltagsbewältigung im Alter kann Pluspunkte bei der Nachmietersuche irgendwann ergeben. Wir werden ja Alle nicht jünger, unsere Zipperlein werden mehr. Junge Menschen haben dadurch keinerlei Nachteile, aber Vorteile durch weniger Stolperstellen. Wobei ich dann einen Umbau zu wirklich barrierefrei bevorzugen würde. Für Umbau auf barrierefrei gibt es Fördermittel.


    Auf welcher Rechtsgrundlage mischt sich diese Wohnberatung ein?
    Vertragspartner ist die Mieterin. Mit anderen Stellen (Personen, Behörden) braucht deine Freundin nicht reden, solange ihr keine Vollmacht vorliegt, dass diese Stellen für die Mieterin agieren dürfen.
    Die Begründung Körpergröße finde ich sehr an den Haaren herbeigezogen. Andere Begründungen wie z.B. Osteoprose oder Arthrosen oder Diabetesfolgeerkrankungen und dadurch erhöhes Risiko bei Stürzen, wäre für mich einleuchtender. Aber ich bin kein Arzt und darf da Wissens- und Verständnislücken haben.


    Das kommt ganz darauf an was genau vertraglich vereinbart wird.
    Mieterumbauten können mit einer Rückbaupflicht verbunden sein. Das ist kein absolutes Muss und bietet viel Verhandlungsspielraum.
    Sollte deine Freundin diesem Umbau zustimmen, wäre anwaltlicher Rat zur Regelung der Rückbaupflicht, Wer beauftragt und beaufsichtigt Handwerker (Haftung und Gewährleistung), evt. Forderungen nach Mietminderungen während der Umbauphase, usw. sinnvoll.
    Besser 1x mehr zum Anwalt und mit einer vielleicht lächerlichen Frage ankommen, als dabei Fehler machen.

    Nur bitte nicht so wie mein ehemaliger Verwalter jeden Mieterumbauwunsch regelte: Verzicht auf Rückbaupflicht + absolut freier Hand für die Mieter bei ihren Umbauprojekten + Verzicht auf alle evt. erforderlichen Genehmigungen, Statiker... Kurzum ein Paradis für DIY-Mauerschubbser...
    (Im Verwaltervertrag war das irgendwie anders vereinbart...)
     
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  11. #10 Papabär, 13.09.2019
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    Wie bereits gesagt. Schaut in die LBO, ob hier ein Handlauf erforderlich ist. Kann sein, dass das erst ab 3 Stufen so ist ... muss aber nicht. Bei nur einer Stufe hätte so ein Teil dann eher die Ausmaße eines Griffes, der am Haus angebracht ist. Am besten einen schönen Großen - und den platziert man dann punktgenau auf Höhe des Schlüsselloches. Mal schauen, wie sie dann
    wenn das Schlüsselloch durch den Handlauf verdeckt ist. :91:


    Ein wie auch immer geartetes Geländer bis zur Straße kann die Mieterin ohnehin knicken.
    Nenee, die Straße! Denn das Geländer würde nach den Wün... Träumen der Mieterin ja auch den Bürgersteig kreuzen. Da darf der Verein Deiner Freundin gerne mal erklären, wie sie gedenken eine Baugenehmigung zu erhalten.


    Bei 1,50m Körpergröße ... ist da nicht ohnehin ein Bademeister am Beckenrand erforderlich? Wird der von dem Verein gestellt oder muss der unter "sonstige Betriebskosten Direktzuordnung" abgerechnet werden.
     
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  12. SaMaa

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    Vielen Dank für die Info. Uns beiden war nicht bewusst, das es nicht um eine offizielle Stelle mit Befugnis handelt.

    Ja so sieht sie das auch. Aber wie Du ja schon im oberen Beitrag geschrieben hast. Wo fängt man an, wo hört man auf.


    Sehr guter Tipp. Jeden Tag kommt näcmlich irgendein Anruf mit der Bitte um irgendeine Veränderung. Mal baulich, mal eine Veränderung der Heizkosten weil sie sonst keine Zuschüsse mehr bekommt. etc etc

    und bzgl. Rückbau. Da muss sie dann doppelt und dreifach und mit anwaltlicher Unterstützung formulieren.


    @Papabär

    You made my Day :037sonst:

    Das mit dem Schlüsselloch und dem Bademeister ist super gut. Vorallem hoffe ich doch, das meine Feundin auf einen äusserst attraktiven Bademeister bestehen kann . Eventuell besuche ich sie dann auch öfters ;)
     
  13. dots

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    Grundsätzlich würde ich als Vermieter die Umbauten auf meine Rechnung durchführen (lassen) - aber nur, wenn ich diese Umbauten selbst wirklich haben wollen würde.

    Wenn der Mieter das selbst umbaut (oder umbauen lässt) gibt das mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit Pfusch. Und Konflikte beim Auszug. Mieter will nicht rückbauen oder die Spuren nach Rückbau nicht beseitigen oder Ablöse für "seine" Verbesserungen etc.

    Selbst umbauen, vorher Mieterhöhung ankündigen - meist hat sich das dann schon erledigt. Und wenn nicht, gibt es halt mehr Geld (Miete) dafür. Muss man ausrechnen, ob sich das lohnt.

    Vielleicht kann man auch mit den Umbauten bei der nächsten Mietersuche irgendwo punkten.
     
  14. SaMaa

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    @dots

    das ist ja gerade der " Streitpunkt". Als meine Freundin dieses Haus gekauft hat, und klar war, das das erste Vorhaben die "Schwiegermutter" in die Wohnung zu bringen
    an hand des Widerspruchs der Mieterin gescheitert ist, hatte sie aber weiterhin die Absicht- die Mietwohnung - genauso wie in ihrem Haus - zu modernisieren.

    Der Grund war :
    Da diese Wohnung und das Haus schon sehr sehr lange keine Modernisierungsmaßnahmen mehr erhalten hatten und in vielen Bereichen Defizite vorhanden waren. zb. Holzfenster nie gestrichen, Dichtungen nie überprüft. Abflussrohre mit weniger Gefälle als nötig vorhanden - Kücheanabfluss verstopft regelmässig ,da Mieterin viel Fett aber wenig warmes Wasser benutzt, etc etc. war der Zeitpunkt einer Modernisierung leider schon lange überfällig.

    Unter die Planung fiel auch ein neues Bad. Dem hat die Mieterin genauso wie der Kündigung, mit der Aussage ihres Anwalts - zu alt für Umzug und Modernisierung widersprochen.

    Nun 18 Monate später will die Mieterin auf einmal Modernisierung ( aber auch nur das was sie will) unter dem Deckmantel "ich bin alt und gebrechlich". Somit nicht das gesamte Bad sondern NUR die Dusche soll gemacht werden.
    Aber halbe Sachen zu machen bringt doch nichts. Deswegen der Gedanke, erst ein Mal nichts zu machen und zu warten bis das Problem Mieterin sich durch den Faktor... selber kündigt oder (bitte verzeiht die Aussage) natürliche Auslese, von selbst erledigt.

    Aber ob dieser Weg aber wirklich so bestritten werden kann, wollte ich hier schonmal so leicht "ausloten" ;)
     
  15. Andres

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    Naja, 18 Monate abwarten hat die Sache von "ich mache nicht, was der Vermieter will" zu "der Vermieter hat zu machen, was ich will" eskalieren lassen. Und die Frau hat eine statistische Lebenserwartung von 12 Jahren. Will man das wirklich aussitzen? Erst eine Modernisierung (wohl eher eine Erhaltung, aber das soll für den Moment egal sein) des Bads aus Härtegründen abzulehnen und dann einen Umbau des Bads zu fordern, zeigt mir auch ausreichend deutlich, wie die Mieterin gestrickt ist. Muss man nicht haben.

    Wohnt die Freundin eigentlich selbst im Haus? Dann käme ja zusätzlich zur Eigenbedarfskündigung noch die erleichterte Kündigung ins Spiel. Ich würde das wahrscheinlich versuchen. Das bloße Alter stellt keine Härte dar und wegen irgendetwas wird man sich früher oder später sowieso mit der Mieterin anlegen müssen.
     
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  16. #15 ehrenwertes Haus, 13.09.2019
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    Aussitzen ist vermutlich gar keine schlechte Idee, abhängig vom wirklichen Gesundheitszustand der betagten Dame, nicht von Statistiken.
    Irgendwann ist die Wohnung leer, damit der wirkliche Sanierungsbedarf besser erkennbar und leichter umsetzbar.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, wohnen deine Freundin und die Mieterin Tür an Tür.
    Aussitzen kann da ziemlich Nerven kosten, umgänglicher wird diese Mieterin deswegen ziemlich sicher nicht.

    Was ist eigentlich der Grund, warum eine Badsanierung erst abgelehnt wurde und jetzt in Teilen gefordert wird?
    Kann es sein, dass da eine Form von Demenz eine Rolle spielt? Steht diese Mieterin vielleicht unter Betreuung oder benötigt und erhält Hilfe für die praktischen Alltagserledigungen? Das kommt mir so in den Sinn, wegen dem Ämterthema. Das was hier als "Amt" ankommt, könnte auch im weitesten Sinn eine Art Familienhelfer sein. Bei der Methode "Stille Post" gehen ja gerne Infos unter oder verändern sich, ohne dir Absicht zu unterstellen. Ist natürlich rein spekulativ.
     
  17. #16 Papabär, 13.09.2019
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    Soweit richtig, aber eigentlich auch unerheblich. Früher hatten die schriftlichen Aussagen on Behörden Hand und Fuß. Mittlerweile kriegst Du die kuriosesten Aufforderungen auch von Ämtern.

    Ganz krass und mit Sicherheit keine Einzelfälle mehr sind die Jobcenter. Da frage ich die MA gelegentlich auch schon mal, ob sie das Gesetz auf welches sie sich beziehen, denn überhaupt schon mal gelesen haben (also natürlich nicht so offen formuliert). Aktuell kommt bei mir das Wohnungsamt gleich an zweiter Stelle (hier v.a. weil die verschiedenen Dezernate derselben Behörde offenbar nicht miteinander kommunizieren).
     
  18. #17 SaMaa, 13.09.2019
    Zuletzt bearbeitet: 13.09.2019
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    Ja sie wohnt im Haus. Das macht die Sache ja leider so anstrengend und um auch @ehrenwertes Haus zu antworten:
    Nein, leider ist die Dame nicht demenz. Aber sie schickaniert gern.
    Das begründet sich in der Tatsache, das der vorherigen Eigentümer in ihren Augen viel netter, besser, komunikativer und auch in allen anderen Sachen besser waren.
    Der Grund war, das der Ehemann ( Eigentümer) seine Frau verlassen hatte. Seine Frau dann ca 5 Jahre mit der Mieterin allein im Haus wohnte und die beiden sich gegenseitig rund um die Uhr das Leid geklagt haben/konnten. Dafür hat meine Freundin leider keine Zeit und auch keine Lust.

    Somit möchte die Mieterin gern ihre vorherigen Eigentümer zurück und die beiden agieren im Hintergrund auch - damit sie ihre Ruhe haben - gegen meine Freundin. indem sie ihr immer wieder bei Anrufen ihrerseits recht geben und bestätigen wie schlecht es ihr doch bei meiner Freundin geht. Da sie keine Zeit für die Mieterin hat.

    Auch wenn es ein Problem gibt, zb. der Abfluss in der Spüle ruft sie erst denn alten Eigentümer, dann seine Exfrau und dann erst dann meine Freundin mit den Worten an, das der alte Eigentümer das auch so sieht und sagt, das sie sofort reagieren bzw. funktionieren muss, manchmal erfolgt sogar noch, das wie meine Freundin reagieren soll.

    Ich denke das Problem begründet sich in der Tatsache, das es ältere Menschen gibt die einfach zu viel Zeit haben um sich zu überlegen wie sie anderen Menschen das Leben schwer machen können.

    Da es die erste Wohnung war, die meine Freundin vermietet hat, ist sie sehr blauäugig an die Sache heran gegangen, hat sie den wahrscheinlich häufig gemachten Anfängerfehler gemacht.

    In Gedanken war die Eigenbedarfskündigung einfach durch zu setzen und auch schnell abgeschickt. Somit war kein Anwalt nötig ;)

    Dann kam das Schreiben vom Anwalt der Mieterin zurück und dann war man erst ein mal erschrocken und hat sich dann mit der Situation halbwegs angefreundet.

    Nun meint aber die Mieterin, sie hat Oberwasser und das " eigentlich selber eingestieltes" Übel nimmt täglich seinen Lauf :(

    Manchmal weiss man leider erst zu spät wie wichtig und richtig, der hier oft gegebene Rat, nach anwaltlicher Beratung gemeint ist.
     
  19. #18 ehrenwertes Haus, 13.09.2019
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    Dann prüfe doch noch mal ob das Haus wirklich als 2-FH und nicht als 2 DDH eingetragen ist.

    Bei 2-FH + Vermieter im gleichen Haus,... da läßt sich doch leichter kündigen als über Eigenbedarf...
    OK, Härtefälle können das auch vermiesen.
     
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  20. #19 Papabär, 13.09.2019
    Papabär

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    Was bitte ist denn ein
    :unsicher001:

    Für die Anwendung des §573a BGB dürfte es auch relativ unerheblich sein, als was das Haus eingetragen ist. Die tatsächlichen Verhältnisse sind entscheidend. Und welche das sein müssen, kann man ebenda nachlesen.
     
  21. #20 immobiliensammler, 13.09.2019
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    Naja, wir wohnen in einer Doppelhaushälfte. Mal angenommen ich kaufe die direkt angrenzende Doppelhaushälfte, kann ich dann den Mieter erleichtert (2-FH) kündigen? Ich würde sagen nein. Es heißt zwar im Gesetzestext "ein Gebäude", aber es sind ja zwei Grundbuchblätter, also doch eigentlich wohl zwei Gebäude. Ist aber nur ein Bauchgefühl, ohne konkrete Urteile dazu.
     
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Muss ein Vermieter einen altergerechten Badumbau für ältere Mieterin dulden?

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