Muss Energieversorger eine Zwischenrechnung erstellen?

Diskutiere Muss Energieversorger eine Zwischenrechnung erstellen? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo geschätzte Forengemeinde, ich verwalte seit einigen Jahren die Mietwohnung meiner Mutter und erstelle demzufolge jedes Jahr die...

Anne41

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Hallo geschätzte Forengemeinde,
ich verwalte seit einigen Jahren die Mietwohnung meiner Mutter und erstelle demzufolge jedes Jahr die Betriebskostenabrechnung für die Mieterin. Am 31.12.2021 habe ich den Gaszählerstand abgelesen und dem Energieversorger, mit Bitte um Erstellung einer Zwischenrechnung, übermittelt. Dieser antwortete einige Tage später, dass dies nicht möglich sei und verwies auf die Jahresabrechnung. Der Vertrag wurde damals für den Zeitraum August 2021- Juli 2022 abgeschlossen.
  1. Kann der Versorger meine Forderung tatsächlich mit dieser Begründung ablehnen?
  2. Welche Möglichkeiten habe ich, die Sache vernünftig und unkompliziert zu lösen?
Über ein paar Ansätze wäre ich sehr dankbar.
 
Andres

Andres

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Kann der Versorger meine Forderung tatsächlich mit dieser Begründung ablehnen?
Noch mehr: Er kann sie sogar ganz ohne Begründung ablehnen.

Welche Möglichkeiten habe ich, die Sache vernünftig und unkompliziert zu lösen?
Du liest den Zählerstand zum Jahreswechsel ab und nimmst die Aufteilung auf Kalenderjahre selbst vor. Das verzögert natürlich die Abrechnung, aber das ist dann eben so.
 

Fremdling

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Über ein paar Ansätze wäre ich sehr dankbar.
Z.B. unser Fernwärme-Fall:
Fernwärmelieferant rechnet stets per 30.06.j.J. für ein Jahr ab. Unsere Frage nach Umstellung auf den 31.12. wurde mit 'geht nicht' (= möchten wir nicht) beantwortet.
Nach unserem zweiten Vorstoß mit Hinweis auf das BGH-Urteil, dass nur die Kosten des Energieverbrauches im Wirtschaftsjahr (=Kalenderjahr) und nicht die in der Periode geleisteten (Abschlag-)Zahlungen angesetzt werden dürfen, gab's plötzlich doch eine m.E. simple Lösung.
Wir können in das Anbieterportal den Zählerstand (WMZ für Gesamt-FW-Bezug) per 31.12. einpflegen und bekommen postwendend eine von der EDV erstellte 'Zwischenabrechnung' per 31.12., die allerdings keine Auswirkungen auf die LS-Einzüge hat und deutlich als 'Unverbindliche Kostenaufstellung' (u.a. keine Zählerstandskontrolle) für die Zeit vom 01.07.-31.12. deklariert ist.

Vielleicht gibt es diese Möglichkeiten auch bei Eurem Gaslieferanten, wenn Du es mit Hinweis auf die BGH-Rechtsprechung vorträgst und konkret nach einer Zwischenabrechnung fragst, die die üblichen Zahlungsströme und finalen Abrechnungen nicht tangiert?
 

Anne41

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Vielen Dank an ANDRES und FREMDLING für die ersten Feedbacks...

Noch mehr: Er kann sie sogar ganz ohne Begründung ablehnen.
Das hätte ich so nicht erwartet.

@Fremdling: Genau so hätte ich mir das in etwa vorgestellt. Einfach & unkompliziert! Das kann ja aus meiner Sicht auch nicht ganz so schwer sein. Wir reden ja hier teilweise von Weltkonzernen.

mit Hinweis auf das BGH-Urteil
Hast du da noch eine genaue Angabe für mich? Wäre supi!

Vielleicht gibt es diese Möglichkeiten auch bei Eurem Gaslieferanten
Wir reden in meinem Fall von einem etablierten schwedischen Konzern, der das anscheinend nicht auf die Reihe kriegt. Eingabe im Kundenportal zum 31.12. möglich und erledigt, aber das war es dann auch schon. Unglaublich, aber ist nun mal so!
 

Anne41

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Danke. Na ich bin mal gespannt, was da rauskommt.
Es gibt ja vielleicht auch noch diesen Ansatz hier --> Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) § 40b Rechnungs- und Informationszeiträume

Das Senden von Links ist mir hier als Neuling noch nicht gestattet.
 
immobiliensammler

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Es gibt ja vielleicht auch noch diesen Ansatz hier --> Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) § 40b Rechnungs- und Informationszeiträume

Natürlich kann Dir Vattenfall auch monatliche oder vierteljährliche Abrechnungen erstellen, es steht aber nirgends dass das kostenlos sein muss. Ich kenne für Zwischenrechnungen auch Ansätze von bis zu 50 Euro (wohl eher als Abschreckung), bei anderen Anbietern ist das problemlos möglich, sei es als echte oder als Proforma-Abrechnungen.

Du schreibst von "einer" Mietwohnung, ist das dann eine Eigentumswohnung mit Gasetagenheizung? Dann wäre es doch am einfachsten (und für den Vermieter auch am sichersten) wenn der Vertrag direkt über den Mieter läuft.
 

Fremdling

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Habe mal flink 40 a) und 40 b) gelesen. Da finde ich allerdings eher eine Unterlegung von @Andres (#2) Ausführungen z.B. im Passus:
'... Sofern der Letztverbraucher keinen Abrechnungszeitraum bestimmt, bleibt es bei der Wahl des Zeitraums durch den Energielieferanten....'
Da ich hoffentlich zurecht von einem bereits laufenden Vertrag ausgehe, ist es leider zu spät für den Letztverbraucher.
 

Anne41

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Danke immobiliensammler! Von "kostenlos" ist ja nicht die Rede.
Mietwohnung, ist das dann eine Eigentumswohnung mit Gasetagenheizung
Es handelt sich um ein ZFH, indem Mieter und Vermieter wohnen. Beide Wohnungen laufen über einen gemeinsamen Gaszähler. Der Verbrauch wird durch 2 separate Thermostate berechnet.
 
immobiliensammler

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Es handelt sich um ein ZFH, indem Mieter und Vermieter wohnen. Beide Wohnungen laufen über einen gemeinsamen Gaszähler. Der Verbrauch wird durch 2 separate Thermostate berechnet.

Dann ist es wohl am einfachsten einfach die jährliche Schlussrechnung abzuwarten, diese entsprechend der ja bekannten Zählerstände zum 31.12. abzugrenzen und dann eben erst die NK-Abrechnung für die Mieterin zu erstellen.
 

Fremdling

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... entsprechend der ja bekannten Zählerstände zum 31.12. abzugrenzen ...
Bei Preiskontinuität im Abrechnungsjahr simpler Dreisatz.
Bei unterjährigen Preisänderungen -ohne Zählerstand per Änderungstag- zumindest eine Näherungsrechnung.
Ob der Mieter das am Ende überhaupt centgenau erwartet, ist bestenfalls eine Frage bei gestörtem Verhältnis zwischen Mieter <> Vermieter (z.B. Nachweis der korrekten Ermittlung, sonst 15% Kürzung der Heizkosten!).
 

Ferdl

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Man könnte auch den Vertrag kündigen zum 31.12. um dann in eine kalenderjährliche Abrechnung zu kommen. Keine Ahnung ob V dass auf die Reihe bekommt.
Bei uns sind generell alle Abrechnungen zum 31.12.
 
immobiliensammler

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Man könnte auch den Vertrag kündigen zum 31.12. um dann in eine kalenderjährliche Abrechnung zu kommen. Keine Ahnung ob V dass auf die Reihe bekommt.
Bei uns sind generell alle Abrechnungen zum 31.12.

Nicht zwingend, dazu müsste der Vertrag jedes Jahr wieder gekündigt werden. Ansonsten geben die Netzbetreiber die Ablesetermine vor, zu diesen erstellt der Versorger dann normalerweise seine Rechnung. Also z.B. Vertragsbeginn 01. Januar, Ablesung Netzbetreiber zum 31.10., dann erfolgt die Schlussrechnung des Versorgers ebenfalls wieder für den Zeitraum 01.01. - 31.10..
 

braut

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Nicht zwingend, dazu müsste der Vertrag jedes Jahr wieder gekündigt werden. Ansonsten geben die Netzbetreiber die Ablesetermine vor, zu diesen erstellt der Versorger dann normalerweise seine Rechnung. Also z.B. Vertragsbeginn 01. Januar, Ablesung Netzbetreiber zum 31.10., dann erfolgt die Schlussrechnung des Versorgers ebenfalls wieder für den Zeitraum 01.01. - 31.10..
In normalen Zeiten könnte man mit deren Kundenservice diskutieren, ob es für den Energieversorger sinnvoll ist, dass man immer zum Jahresende kündigt, um statt einer Zwischen- eine Endabrechnung zu erzwingen, und dann den Vertrag neu abzuschließen. Vielleicht würde dann der Kundenservice erkennen, dass es kundenfreundlcher wäre, die Zwischenabrechnung zu erstellen.

Im Augenblick haben wir aber keine normalen Zeiten. Mancher Energieversorger würde das Angebot zur Kündigung mit Handkuss annehmen. Denn aktuell werden gerne Neuverträge abgeschlossen, bei denen die Verbrauchspreise verdoppelt wurden!

Für laufende Mietverhältnisse ist der Abrechnungszeitraum egal. Nur weil es bei Gasheizungen geht, im Unterschied zu Pellets oder Öl, macht es nicht automatisch sinnvoll, das auch zu tun. Wie erwähnt ist es nach EnWG nicht erforderlich. Allerdings mag es für eine korrekte Abrechnung sinnvoll erscheinen, wenn sich die Preise ändern - aktuell durch Preisanpassungen, durch Steuer-Änderungen oder durch die CO2-Bepreisung. Nur mit korrekten Zwischenwerten ist dann eine korrekte Abrechnung der Versorger gewährleistet.

Bei konstanten Preisen über den Abrechnungszeitraum hinweg sind Zwischenablesungen nett, aber faktisch überflüssig. Das nivelliert sich über den nächsten Zeitraum einfach wieder aus. Schwierig wird es doch nur bei Mieterwechseln. Eine wirklich korrekte Abrechnung ist da nicht möglich. Eine Abschätzung über Warmwasser und Heizwasser zuerst, eine Aufteilung des Heizwassers nach Gradzahlentabelle danach sollte aber hinreichend genau sein.

"Mieterin deiner Mutter" bedeutet Einfamilienhaus mit Untermieterin? Dort gelten für dich die Vereinfachungen der Heizkostenverordnung. Der Wunsch nach einer taggenau exakten Abrechnung ist dann weder nötig noch sinnvoll machbar.
 
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"Mieterin deiner Mutter" bedeutet Einfamilienhaus mit Untermieterin? Dort gelten für dich die Vereinfachungen der Heizkostenverordnung. Der Wunsch nach einer taggenau exakten Abrechnung ist dann weder nötig noch sinnvoll machbar.

Es handelt sich um ein ZFH, indem Mieter und Vermieter wohnen. Beide Wohnungen laufen über einen gemeinsamen Gaszähler. Der Verbrauch wird durch 2 separate Thermostate berechnet.

Vielleicht erst lesen und dann antworten - und nein, für das ZFH gibt es hier keine Vereinfachungen der HeizkostenV!
 

ehrenwertes Haus

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Nur weil es bei Gasheizungen geht, im Unterschied zu Pellets oder Öl,
Mit welcher Begründung geht "das" bei Öl- oder Pelletheizungen nicht?
So ganz pauschal und kathegorisch ausgeschlossen, halte ich das für schlichtweg falsch.
 

braut

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Vielleicht erst lesen und dann antworten - und nein, für das ZFH gibt es hier keine Vereinfachungen der HeizkostenV!
Begründung?

Für die Mietwohnung im eigenen Haus gilt:

§ 2 Vorrang vor rechtsgeschäftlichen Bestimmungen
Außer bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt, gehen die Vorschriften dieser Verordnung rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor.


Nach meinem Kenntnisstand gilt dort also die Möglichkeit der vereinfachten Abrechnung nach Fläche.

Erkläre also bitte, warum hier die Vereinfachung nicht gilt. Möglicherweise ist im Mietvertrag anderes vereinbart - aber wo hast du das herausgelesen?
 
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