Mwst. erhöhung jetzt auch auf Bertriebskosten-Vorauszahlung?

Diskutiere Mwst. erhöhung jetzt auch auf Bertriebskosten-Vorauszahlung? im Mietvertrag über Gewerberäume Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo Community, gestern wurde uns von unserem Vermieter mitgeteilt, dass zukünftig auch auf unsere Betriebskosten-Vorauszahlungen der neue Mwst....

  1. pmaier

    pmaier Neuer Benutzer

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    Hallo Community,

    gestern wurde uns von unserem Vermieter mitgeteilt, dass zukünftig auch auf unsere Betriebskosten-Vorauszahlungen der neue Mwst. Satz von 19% zu zahlen sei, obwohl dies im Mietvertrag anders geregelt ist.

    In unserem Mietvertrag (für gewerbliche Räume bestehend seit 2005) steht Folgendes:

    Code:
    Mietzins:                          EUR 550,00
    Garage:                           EUR  50,00
    zzgl. Mwst. (derzeit 16%)   EUR  96,00
                                         =EUR 696,00 
    
    Betriebsk.-Vorauszahlung: EUR 100,00
                         zusammen: EUR 796,00
    
    jetzt möchte er aber gegen der im Mietvertrag vereinbarten Regelung folgende Rechnung aufstellen:

    Code:
    Mietzins:                          EUR 550,00
    Garage:                           EUR  50,00
    Betriebsk.-Vorauszahlung: EUR 100,00
                                        = EUR 700,00 
    						
    zzgl. Mwst. (derzeit 19%) EUR 133,00
    
                        zusammen: EUR 833,00
    
    
    ist das denn ok, kann er das machen? jetzt rechnet er auf einmal die Betriebsk.-Vorauszahlung in die Mwst. mit ein?


    grüße aus Schwaben
    p. maier
     
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  3. #2 lostcontrol, 02.03.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    handelt es sich hier um einen gewerblichen mietvertrag?

    ansonsten:
    selbstverständlich werden die betriebskosten durch die mehrwertsteuererhöhung im jahr 2007 steigen. aber eigentlich darf der vermieter die betriebskostenvorauszahlung erst im nächsten jahr, nämlich nach erfolgter betriebskostenabrechnung für 2007 und entsprechenden nachzahlungen, tatsächlich erhöhen.
    da es aber absehbar ist, dass die betriebskosten sich erhöhen, denke ich dass man da als mieter eigentlich nicht grossartig meckern muss - ob man nun gleich monatlich ein bisschen mehr bezahlt oder bei der betriebskostenabrechnung nachzahlen muss dürfte doch eigentlich relativ egal sein, oder nicht?

    die mehrwertsteuererhöhung wirkt sich unter anderem aus auf:
    * versicherungen
    * energiekosten (öl, gas, pellets usw.)
    * dienstleistungen (schornsteinfeger, ablesedienste, wartungen usw.)
    * sonstige dienstleistungen (putzfrau, hausmeister, gärtner usw.)
    aber nicht auf:
    * grundsteuer
    * wasser

    insbesondere die heizkosten (mitsamt wartung etc.) werden da wohl ziemlich ins gewicht fallen, gegebenenfalls auch die versicherungen - kommt halt immer ganz drauf an, was bei euch so alles als betriebskosten umgelegt wird.
     
  4. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Die Heizkostenabrechnung für 2006 wird wahrscheinlich schon etwas höher ausfallen. Die Ablesung und die Abrechnungserstellung wird ja erst in 07 gemacht und demnach schon mit 19% besteuert. Die Kosten zählen aber noch für den Abrechnungzeitraum bis 31.12.06.
     
  5. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Man konnte lesen:
    Sieht man mal davon ab, dass damit alle Überlegungen zum Wohnraummietrecht hinfällig sind, handelt es sich hier nicht um eine umsatzsteuerrechtliche Frage.

    Wenn Umsatzsteuer überhaupt anfällt unterliegen sämtliche Leistungen der Umsatzsteuer. Es ist also durchaus zutreffend, dass auch auf die Betriebskostenvorauszahlungen Umsatzsteuer aufgeschlagen wird.

    Abschlagszahlungen unterliegen schon seit einigen Jahren der Umstazsteuer. Der Verzicht auf die Berechnung der Umsatzsteuer war also nicht zulässig.

    Die Umsatzsteuerpflicht hängt auch keineswegs von der bei einzelnen Kostenarten enthaltenen Umsatzsteuer ab. Grundsteuer z.B. ist nicht mit Umsatzsteuer belastet. Trotzdem muss der Vermieter bei der Weiterbelastung der Betriebskosten auch auf die Grundsteuer Umsatzsteuer berechnen und abführen.

    Die Vermietung von Räumen ist nach § 4 Nr. 12. a) UStG von der Umsatzsteuer befreit. Der Vermieter kann nach § 9 UStG auf die Steuerbefreiung verzichten, wenn der Mieter selbst Unternehmer ist und die Mietsache ausschließlich zur Erzielung von Umsätzen verwendet wird, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen. Es wäre also für jeden konkreten Fall zunächst zu klären, ob überhaupt Umsatzsteuer anfällt.
     
  6. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

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    Umgekehrte Frage: Wenn bisher auf die Miete schon USt. erhoben wurde, und die Räume gewerblich genutzt werden, dann drängt sich die Prüfung auf, ob die gezahlte USt. als Vorsteuer in Abzug gebracht wurde. (Wer für gewerbliche Tätigkeit Räume anmietet (in dem geschilderten Umfang) dürfte wohl kaum noch unter die Kleinunternehmerregelung des UStG fallen).

    Wenn aber Vorsteuer geltend gemacht werden kann, ist es doch absolut gleichgültig, ob die nun für die Betriebskosten auch erhoben wird oder nicht - wird sie erhoben, mindert sie die eigene USt.-Schuld. Wird sie nicht erhoben, zahlt der Unternehmer sie trotzdem da die eigene USt.-Schuld eben nicht um diesen Betrag gemindert wird. Außer, das Gewerbe ist per se unprofitabel, aber selbst dann ergäbe sich schlimmstenfalls eine Erstattung der Vorsteuer vom Finanzamt - und irgendwann die Frage, ob das Gewerbe nicht nur der steuerlich interessanten Geldverbrennung dient ;)

    Jerry
     
Thema: Mwst. erhöhung jetzt auch auf Bertriebskosten-Vorauszahlung?
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