Nach Wohnungsbrand Anspruch auf Schadensersatz?

Diskutiere Nach Wohnungsbrand Anspruch auf Schadensersatz? im Eigentümerversammlung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Folgender Sachverhalt: Durch einen Wohnungsbrand (verursacht von einer verwirrten Mieterin in einem Mehrfamilienhaus, Vermieter ist eine...

  1. #1 Grosser, 17.11.2013
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    Folgender Sachverhalt: Durch einen Wohnungsbrand (verursacht von einer verwirrten Mieterin in einem Mehrfamilienhaus, Vermieter ist eine Wohnungsbaugesellschaft) verlor meine Mutter unverschuldet ihr Obdach und wohnt seitdem bei uns, weil das Haus saniert werden muss und ein Wohnen darin vorerst unmöglich ist.
    Wie ist das in einem solchen Fall? Muss die Wohnungsbaugesellschaft Ersatz-Wohnraum (oder Hotel?) zur Verfügung stellen? Kann ich der Wohnungsbaugesellschaft die Mehrkosten für Unterkunft in Rechnung stellen (ca. 6 Monate deutlich mehr Verbrauch, Untermiete etc.)? Danke vorab für eine Antwort.
     
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  3. Berny

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    Ich tippe doch eher auf die Verursacherin bzw. deren evtl. vorhandenen Versicherung.
     
  4. #3 Grosser, 17.11.2013
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2013
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    Die Verursacherin wurde in die psychiatr. Klinik eingewiesen und soweit uns bekannt ist, besteht keinerlei Versicherungsschutz oder ähnliches.
     
  5. Andres

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    Nein.

    Ansprüche auf Schadenersatz setzen regelmäßig ein Verschulden oder zumindest Fahrlässigkeit voraus. Außerdem musst du unterscheiden zwischen Ansprüchen gegenüber dem Vermieter aus der Nichterfüllung des Mietvertrags und Ansprüchen gegenüber der Verursacherin des Brandes.

    Da der Vermieter den Mangel weder verursacht hat, noch mit seiner Beseitigung in Verzug geraten ist (davon gehe ich jedenfalls aus) gibt es gegen ihn keine Schadensersatzansprüche aus der Verletzung des Mietvertrags (Wohnung ist nicht Bewohnbar). Schadenersatzansprüche sind also gegen die Verursacherin zu richten.

    Dein Mehrverbrauch ist kein Schaden, jedenfalls nicht in diesem Sinn. Den Verbrauch kannst du dir von deiner Mutter erstatten lassen und für sie ist das höchstens dann ein Schaden, wenn sie dadurch höhere Kosten hat, als in ihrer eigenen Wohnung.

    Auch die nun fällige Untermiete begründet nur dann Schadenersatzanspruch, wenn sie höher ist als die Miete der eigenen Wohnung. Ähnliche Begründung wie oben: Irgendwo hätte sie ja sowieso Miete zahlen müssen.

    Tatsächlich ersetzbare Schäden sind z.B. Schäden an Gegenständen in der Wohnung, Behandlungskosten, aber auch Kosten für Umzüge, längere Fahrtwege zur Arbeit und eben auch alles andere, was jetzt Geld kostet, das es sonst nicht gekostet hätte.


    Gegen den Vermieter besteht wie gesagt kein Schadenersatzanspruch aus der Vertragsverletzung. Allerdings darf deine Mutter die Miete der bisherigen Wohnung mindern, und zwar - da die Wohnung tatsächlich unbewohnbar ist - vollständig. Das ist verschuldensunabhängig.

    Außerdem kommt eine fristlose Kündigung in Betracht. Je nach zu erwartender Dauer der Sanierung würde ich diese Option ziehen und eine neue Wohnung suchen.
     
  6. Andres

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    Da wird es dann etwas schwierig: War sie nicht deliktsfähig, schränkt das die Möglichkeiten in Richtung Schadenersatz ein. Grundsätzlich möglich ist er trotzdem.

    -> Privatvermögen, soweit vorhanden.
     
  7. #6 Grosser, 18.11.2013
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    Privatvermögen ist bei ihr nicht vorhanden. Vielen Dank für die Antworten. Hat mir erst mal weiter geholfen :)
     
  8. #7 Martens, 18.11.2013
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    Die Hausratversicherung der betroffenen Mieterein kann die Kosten einer Ersatzunterbringung komplett (bis zu einer Höchstgrenze) oder zumindest anteilig tragen, dort nachfragen.

    Die Gebäudeversicherung kann (je nach Vertragsbedingungen) die Kosten einer Ersatzunterbringung tragen, also auch dort nachfragen.

    Christian Martens
     
  9. #8 Grosser, 18.11.2013
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    Ahja, Danke, das werde ich tun.
     
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