Nach Wohnungsbrand Probleme mit dem Hausverwalter

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Nicoo, 26.11.2014.

  1. #1 Nicoo, 26.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 26.11.2014
    Nicoo

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe sehr, dass mir hier jemand weiterhelfen kann.
    Kurz zum Vorfall.
    Im Frühjahr 2014 ist mir meine Dachgeschoss ETW (12 Familienhaus) durch einen, über Nacht aufgeladenen Akku, komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr war rechtzeitig vor Ort und wir sind im Haus alle mit dem Schrecken davon gekommen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt und mit der Gebäudebrandversicherung gibt es eigentlich auch keine Probleme.

    Mein Problem ist, dass ich nicht der direkte Kunde der Versicherung bin, sondern die WEG. Also das alles von meiner Hausverwaltung abgewickelt werden muss, was den Wiederaufbau meiner Wohnung und allen weiteren Schäden im und am Haus angeht. Ich habe leider keinen direkten Kontakt zur Versicherung, obwohl ich es schon unzählige Male versucht habe, den Kontakt aufzunehmen.

    Die Ablaufkette sieht so aus.
    Ich - Hausverwalter - Sachverständige - ihr Chef - Sachbearbeiter Versicherung - dessen Chef.

    Mein Verwalter muss also von verschiedenen Firmen Angebote einholen und diese weiterleiten. Ich habe ihm von Anfang an und immer wieder darum gebeten, dass wenn er einen Termin mit einer Firma in meiner Wohnung hat, mich zu informieren, dass ich dazu komme. Die Wohnung muss in ihren Ursprung wiederhergestellt werden. Der Einzige, der weiß, wie dieser Ursprung war, bin ich.
    Es ist nie etwas in diese Richtung passiert. Er hat alles allein gemacht und ich habe von nichts erfahren. Seit Monaten verlange ich von ihm, dass er mir Kopien der Angebote und Freigaben zukommen lässt. Ich habe keinerlei Überblick über irgendwas. Sollten Mehrkosten entstehen, muss ich diese schliesslich selber tragen. Vor ein paar Wochen habe ich zufällig einen Architekten in meiner Wohnung angetroffen, von dem ich noch gar nichts gewusst hatte. Er wurde sogar von meiner Hausverwaltung beauftragt, die Bauarbeiten zu kontrollieren. Na super. Endlich mal jemand, der weiß was er tut und mir Antworten auf meine ganzen Fragen geben kann. Er hat mir auch gleich erzählt, dass er genau auf die gleichen Dokumente vom Verwalter wartet und ebenfalls gar nichts erhält. Der Verwalter hat nicht wirklich viel Ahnung von dem was er hier tut. Ich habe auch Kontakt zu den beauftragten Sachverständigen, die mir zwar die ein oder andere Auskunft geben und mir mal helfen, aber auch sagen, dass sie den Rechtsweg einhalten müssen und den Verwalter nicht übergehen können. Sie wissen aber auch, dass mein Verwalter nicht der Richtige ist für dieses Projekt ist und sich wegen ihm alles extrem in die Länge zieht.

    Es geht seit 7 Monaten nicht wirklich vorwärts. Meine ETW war ein kompletter Rohbau ohne Dach. Fertig ist bis heute das Dach und die Fenster. Vor 2 Wochen wurden die elektrischen Leitungen verlegt. Ich habe von verschiedenen Firmen nun auch schon öfter gehört, dass es hakt bei deren Bezahlungen.

    Seit einiger Zeit, versuchen mehrere Mitbewohner den Verwalter dazu zu bewegen, dieses Projekt an den Architekten abzugeben.
    Der Verwalter lässt sich nicht darauf ein.

    Und jetzt wird's ganz wild. Der Verwalter ist vor 2 Wochen mit einem Schlaganfall in Krankenhaus gekommen. Ab da ging gar nichts mehr. Niemand wusste wie es weitergehen soll, da es keine Vertretung gab. Der Architekt hat gemeinsam mit unserem Hausobmann, bei der Hausverwaltung alle Angebote und Freigaben organisiert. Sie haben wenige Angebote und ein paar Freigaben gefunden. Sonst absolut gar nichts.
    Er meinte nur, niemand weiß, was der Verwalter die letzten 7 Monate eigentlich gemacht hat. Der Architekt sollte das Projekt jetzt übernehmen. Honorar, etc .wurde alles schon vereinbart mit der Versicherung. Man brauchte nur das OK vom Verwalter.
    Seit Montag sitzt dieser aber wieder im Büro und will dieses OK nicht geben.
    Als ich gestern nach Hause kam, packte die Firma die gerade meine Dampfsperre anbringt, alles zusammen und ein Mitarbeiter sagte mir, dass sie die Baustelle jetzt verlassen und morgen auch nicht mehr kommen werden, da die Firma nicht bezahlt werde von der Hausverwaltung und mittlerweile 40.000 Euro offen sind. Die Firma stellte Trockenbauer, Gipser und Maler. Also alles, was jetzt erledigt werden muss.
    Ich habe sofort den Verwalter angerufen der von nichts wusste und erstmal, wie immer, auf ganz ruhig gemacht hat. Ich war 7 Monate immer ruhig und bin, trotz großem Ärger, immer ruhig geblieben, da er einfach mein Ansprechpartner war und ich das alles hinter mich bringen wollte. Streit bringt uns nicht weiter dachte ich. Aber gestern ist mir dann doch der Kragen geplatzt. Ich habe auf ihn eingeredet, dass er abgeben soll. Er gibt nicht ab, da er Angst hat, wenn der Architekt Fehler macht, er diese bezahlen muss. Ich weiß nicht, wie das rechtlich ist.

    Was kann ich jetzt noch machen???

    Ich bin mittlerweile komplett Pleite, habe mein komplettes Versicherungspaket vor 2 Jahren gekündigt, als ich meine ETW für 1 Jahr vermietet hatte. Ich hatte nur meine Privathaftpflicht behalten. Kein Rechtsschutz, keine Hausratsversicherung mehr.
    Muss die abgebrannte Wohnung einschliesslich Wohngeld seit dem Brand weiterzahlen und eine Übergangsmietwohnung. Ganz zu schweigen davon, dass ich nach dem Brand überhaupt gar nichts mehr besessen hatte und erstmal das Nötigste wiederbeschafft werden musste. Ich muss also so schnell wie möglich wieder in meine Wohnung und jeder weitere Monat treibt mich weiter in den Ruin.
    Jetzt steht der komplette Bau still. Nix geht mehr...

    Wie ist die rechtliche Lage? Was kann ich noch tun, den Verwalter zur Vernunft zu bekommen? Er spielt mit meiner Existenz und es scheint egal zu sein. Denn er hat sich heute nicht einmal gemeldet, obwohl es so ausgemacht war gestern.

    Gruß
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Ich kann nicht mit einer Patentlösung dienen, denn ...

    ... die nützt dir nicht unbedingt, weil die Durchsetzung auch nicht ohne Geld geht. Eigentlich müsste man jetzt den Verwalter selbst haftbar machen, denn auch wenn ein derartig grundlegender Neuaufbau kein Vergnügen ist, das sich mal eben über Nacht stemmen lässt, kann man sich nach einem halben Jahr auch langsam mal fragen, was er eigentlich macht, um sein Geld zu verdienen.


    Dieses Thema würde ich abhaken. Der Verwalter ist der Lage nicht gewachsen und daran wird sich auch nichts ändern. Den Vogel solltet ihr schnellstmöglich loswerden, falls das die Stimmungslage unter den anderen Eigentümern hergibt.
     
  4. Nicoo

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    Hallo Andres,

    danke für die schnelle Antwort.

    Mich würde halt interessieren, ob wirklich der Verwalter haftbar gemacht werden kann, wenn dieser das Projekt an den Architekten abgibt. Also ihm die Vollmacht überträgt und er dann sogar von der Versicherung bezahlt wird. Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen.
    Der Architekt hat auch gemeint, dass ich der Verwaltung schriftlich einen Fertigstellungstermin nennen soll. Ende Januar wäre wohl realistisch, wenn die weiteren Bauarbeiten zügig Hand in Hand gehen. Jede Verzögerung und die weiteren Kosten nach dem Termin, muss dann die Hausverwaltung übernehmen.

    Aber wer kann wirklich sagen, dass dieser Termin realistisch ist? Müsste so etwas nicht ein Anwalt aufsetzen?
    Ich denke auch, dass dann der Verwalter einen Anwalt einsetzen wird. Das will ich vermeiden, da ich dann auch einen bräuchte.

    Gruß
     
  5. #4 BHShuber, 27.11.2014
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    Umgang mit Versicherung, Hausverwalter, Architekt usw.

    Hallo,

    so leid es mir tut, muss ich empfehlen, sich einen Rechtsbeistand zu nehmen, wenn kein Geld da ist und man nicht rechtsschutzversichert ist, könnte man unter Umständen über den Anwalt Rechtskostenbeihilfe beantragen ob das möglich ist, sagt einem der Anwalt.

    Ohne wird es bei diesen Verwirrungen nicht mehr gehen>>>> Versicherer blockiert den Ablauf der Wiederherstellungsarbeiten , will immer Angebote prüfen usw. >>>>> Hausverwalter überfordert verzögert Entscheidungen, >>>>>>>>> Architekt weis nicht wer seine Kosten übernimmt, weil nicht beauftragt usw. und so fort.

    Das stemmst du selber nicht :unsicher031:

    Gruß

    BHShuber
     
  6. Andres

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    Wenn ich etwas "abgebe" heißt das für mich: Ich mach's nicht mehr, dafür lasse ich den anderen machen. Das liegt hier doch offensichtlich nicht vor.


    Warum? Der Verwalter ist von der Gemeinschaft bestellt, sich (neben anderen Aufgaben) um die Instandhaltung und Instandsetzung des Gebäudes zu kümmern. Diesen Job hat weder die Versicherung (primär: Schadensregulierung) noch der Architekt. Diesen Aufgaben kommt der Verwalter erkennbar nicht nach. Dass die Handwerker wieder abrücken, weil sie nicht bezahlt werden, ist zumindest aus Nachweissicht ein echter Vorteil: Das ist klar dem Verwalter anzulasten.


    Ein Anwalt ist kein Bausachverständiger. Das heißt zwar nicht, dass der Anwalt in solchen Dingen völlig ahnungslos sein muss, aber er wird sich in dieser Frage auch nur seiner Erfahrungswerte bedienen und nötigenfalls selbst Rat bei einem Kundigen suchen.

    Die Fristsetzung kannst du auch ohne Anwalt vornehmen. Ich würde hier nicht nur eine Frist für die Fertigstellung setzen, sondern auch eine Frist für die Wiederaufnahme der Arbeiten und eine Mitteilung über die weitere Bauplanung. Auch wenn man das selbst stemmen kann, macht der Briefkopf eines Anwalts evtl. mehr Eindruck.


    Wenn du den Verwalter haftbar machen willst, wird sich eine juristische Auseinandersetzung nicht vermeiden lassen. Er wird dir die Geldsäcke kaum freiwillig ins Haus liefern. Aber ist das im Moment wirklich dein größtes Problem? Es sollte doch eher darum gehen, dass die Wohnung endlich fertig wird.
     
  7. Nicoo

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    Danke für Eure Hilfe,

    Ja, genau darum geht es. Deswegen sollte jetzt weder das Theater mit einem Anwalt angefangen werden, noch sollte sich die WEG (jetzt) einen neuen Verwalter suchen.
    Aber wenn es jetzt so weiter geht mit den Verzögerungen und der Fertigstellungstermin sich immer weiter nach hinten verlagert, bleib ich auf den Mehrkosten sitzen. Ich weiß also nicht, was jetzt am Besten wäre. Das stellt sich erst in 2 Monaten raus, ob das, was ich ab jetzt mache, richtig oder falsch war.

    Zumindest habe ich einen Teilerfolg errungen. Ich hatte am Donnerstag Morgen ein langes Telefonat mit dem Chef der Firma, die die Arbeiten eingestellt hatten.
    Sie haben direkt nach diesem Telefonat die Arbeiten wieder aufgenommen und er hat mir auch versprochen, dass sie dran bleiben werden. Wir waren Nachmittags auch gemeinsam vor Ort und er hat mir gesagt, was nicht freigegeben wurde und wofür er schon Freigaben hat. OH MANN... genau das sind die täglichen Überraschungen. Warum sind solche Dinge nach 7 Monaten nicht abgeklärt??

    Es müssen noch soviel verschiedene Firmen in die Wohnung, dass ich gar nicht darüber nachdenken möchte, was da noch auf mich zukommt.
    Es könnte alles echt simpel sein mit den Richtigen Menschen um einen rum.

    Mir bleibt jetzt nur Daumen drücken und Augen offen halten, dass die nächsten Probleme mit ihren Auswirkungen, klein gehalten werden.

    Grüße
     
  8. Andres

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    Das sehe ich nicht so. Verzugsschäden können nicht immer rückwirkend geltend gemacht werden. Daher musst du evtl. bereits jetzt tätig werden - und um solche Fragen überblicken zu können, braucht man meist einen Anwalt.

    Gleiches Spiel mit dem Verwalter: Man darf sich schon fragen, was der die letzten 7 Monate eigentlich gemacht hat. Einen inkompetenten Verwalter werde ich lieber heute als morgen los.
     
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