Nachbar plant Neubau - irgendwann ist doch mal genug gebaut.

Diskutiere Nachbar plant Neubau - irgendwann ist doch mal genug gebaut. im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo, gestern hat mich ein gelber Brief erreicht - nach dem ersten Schock bekam ich zu lesen, dass ein Nachbar, dessen Grundstück östlich von...

  1. #1 Benni.G, 02.04.2019
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    Hallo,

    gestern hat mich ein gelber Brief erreicht - nach dem ersten Schock bekam ich zu lesen, dass ein Nachbar, dessen Grundstück östlich von meinem liegt, plant ein Einfamilienhaus auf seinen Grundstück zu bauen. Da dort bereits ein Haus steht, will er laut Aussage des Bauamts sein bisheriges Haus abreisen und deutlich vergrößert wieder aufbauen, was dazu führt, dass auf unser Haus und Grundstück in den Vormittagsstunden deutlich weniger Sonne fällt und die letzte Fernsicht vom Balkon genommen wird.

    Lange bevor ich mir die Wohnung gekauft habe, haben die Nachbarn im Osten ihr bestehendes Haus um 2 Meter verlängert, die im Westen ihren Kasten mit Balkon angebaut, vor rund 15 Jahren haben die Eigentümer von unserem Hinterhaus ihr Flachdach ausgebaut, vor 5 Jahren haben die Nachbarn im Westen das schwarz gedeckte Haus gebaut, sodass nach und nach immer mehr Licht und Sicht genommen wurde. Da die Vorbesitzer nur Kapitalanleger waren, haben Sie wohl alles mit sich machen lassen.

    Die genauen Ausmaße des Neubaus werden wir erst noch einsehen, aber ich gehe einfach mal von 2 Vollgeschossen zzgl. Giebel aus, sodass das Haus ähnlich hoch wie die beiden anderen Häuser werden.

    Was denkt ihr, was für Chancen wir (WEG mit 3 Eigentümern) haben, mit dieser Begründung das Bauvorhaben aufzuhalten bzw. das Ausmaß des Neubaus nur dem des bisherigen Baus anzupassen?
    Gäb es für euch andere Begründungen, die gegen den Bau sprechen würden?
    Wäre es klug einen finanziellen Ausgleich vom Nachbarn zu fordern - falls ja, wie hoch? Der Wert unseres Gebäudes wird dadurch ja definitiv sinken.

    Falls ihr weitere Informationen braucht, so kann ich sie euch gerne geben.

    Viele Grüße
    Benni.G
     

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  3. #2 immobiliensammler, 02.04.2019
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    Gibt es einen Bebauungsplan? Wenn ja erfüllt der geplante Neubau die Vorschriften oder wurde eine Befreiung beantragt?
     
  4. #3 Benni.G, 02.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 02.04.2019
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    Auf der Homepage kann ich keinen finden. Unser Besuch im Bauamt steht noch aus. Daher kann ich zu dem Thema nichts direkt sagen. Hättest du einen Tipp, wie ich vorab herausfinden kann, ob es da einen gibt?

    Das konnte ich zum Thema rückwärtiges Bauen in unserer Gemeinde finden:
    "Seit Mitte der 80er Jahre hat die Gemeinde ... in einigen Bereichen das Bauen erleichtert und Verbesserungen für die Bauwilligen geschaffen.

    War es zum Beispiel bis dahin üblich, Wohngebäude in rückwärtigen Grundstücksbereichen grundsätzlich nicht zuzustimmen, so hat der Gemeinderat und der damalige Bauausschuss unter Berücksichtigung der hohen Bodenpreise sowie im Hinblick auf flächensparendes Bauen solchen Baumaßnahmen ab diesem Zeitraum zugestimmt, sofern es die baurechtlichen Bestimmungen zuließen. Die städtebaulichen Erkenntnisse befinden sich im Wandel und so hat die Gemeinde stets, aufbauend auf bisherigen Erfahrungen, ihre Grundkonzeptionen dem Bedarf angepasst.

    Ein Beispiel ist die Vereinheitlichung der Zulässigkeiten von rückwärtigen Wohngebäuden. In der Sitzung vom 24. Oktober 2005 hat der Gemeinderat folgende grundlegende Konzeption entwickelt und beschlossen:
    1. Rückwärtige Gebäude dürfen die Höhe der vorhandenen, vorderen Gebäude nicht überschreiten.
    2. Anstelle der oftmals problematischen Festlegung „Maximal ein Vollgeschoss zulässig“ wird geregelt, dass
    die maximale Firsthöhe 8,50 m nicht überschreiten darf.
    3. Um einen gestalterischen Freiraum zu lassen, werden alle Dachformen zugelassen, mit Ausnahme von
    Flachdächern.
    4. Die Mindestdachneigung beträgt 20 Grad, wobei zu beachten ist, dass Dachgauben erst ab einer Neigung
    von 30 Grad möglich sind.
    5. Die bisherige Einschränkung auf eine Wohnung für rückwärtige Gebäude wird aufgehoben. Zulässig sind
    nunmehr maximal 2 Wohnungen.

    Auf Folgendes muss jedoch hingewiesen werden:
    Die grundsätzliche Frage, ob auf einem bestimmten Grundstück ein rückwärtiges Gebäude überhaupt möglich ist, muss unabhängig vom Beschluss durch den Technischen Ausschuss geprüft werden. Nicht alle Grundstücke lassen zusätzliche Bebauungen zu, oftmals stehen baugesetzliche Bestimmungen wie erforderliche Grenzabstände oder das zulässige Maß der Überbauung von Grundstücken entgegen.

    Der Gemeinderat hat daher festgelegt, dass durch den aufgezeigten Grundsatzbeschluss kein Anspruch auf Erteilung einer Baugenehmigung hergeleitet werden kann.

    Wir empfehlen allen Bauinteressenten, vor Einreichung von Bauplänen ihre Wünsche mit dem Ortsbauamt abzustimmen. Dies vermeidet unnötige Planungskosten."
     
  5. #4 immobiliensammler, 02.04.2019
    immobiliensammler

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    Worum geht es denn in dem Schreiben (gelber Brief)? Nur die Unterrichtung? Dort muss die Rechtsgrundlage (evtl. § 34 BauGB) doch aufgeführt sein!

    Der Beschluss der Gemeinde ist m.E. hier überhaupt nicht einschlägig, da ja ein bestehendes (wohl genehmigtes) Gebäude ersetzt werden soll.
     
  6. #5 Benni.G, 02.04.2019
    Benni.G

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    Es ist eine "Angrenzer-Benachrichtigung im Baugenehmigungsverfahren", in der ich gemäß §55 LBO (BW) 4 Wochen Zeit habe Einwendungen gegen das Bauvorhaben vorzubringen.
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 02.04.2019
    ehrenwertes Haus

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    Ich denke das ist ein Fall für einen Anwalt. Ich glaube eine Kombi aus Bau- und Verwaltungsrecht wäre da ideal.

    Du weißt doch, manche Dinge brauchen einfach auch den richtigen Briefkopf, damit der Inhalt für voll genommen wird.
    Dein "ich mag das aber nicht, es nervt, Sonnenklau usw." mag alles richtig sein, taugt aber nicht als ernsthafte Argumente gegen das Bauvorhaben.
     
    immobiliensammler gefällt das.
  8. #7 Papabär, 02.04.2019
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    Mit der örtlichen GFZ und der (ggf. geschätzten) Grundstücksfläche, kann man für gewöhnlich recht gut abschätzen, wie groß der Nachbar maximal bauen darf.

    Ich schätze ebenfalls, dass das als Argument etwas dünn sein dürfte. Ich meine das ICC wird ihm der Nachbar da ja nicht vor die Tür flanschen, oder?
     
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