Nachlass Mietwohnung

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Skygirl237, 09.03.2016.

  1. #1 Skygirl237, 09.03.2016
    Skygirl237

    Skygirl237 Erfahrener Benutzer

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    Hallo liebe Forumuser,
    Am 22.2. wurde durch die Feuerwehr eine Notöffnung der Mietwohnung erforderlich,da die Mieterin um Hilfe rief.
    Wir als Vermieter waren mit Vorort und haben uns in Rücksprache mit der Betreuerin der Mieterin um eine zeitnahe Erneuerung der Tür bemüht und gekümmert.
    Seit dem sind wir im Besitz des Wohnungsschlüssel (wir sind ebenfalls mit unserem Büro in dem Objekt ansässig,also stets vorort).
    Nun ist die Mieterin leider verstorben. Anhaltspunkte zu Erben gehen gg. 0.
    Wir haben nun eine Nachlasspflegschaft bei Amtsgericht beantragt. Auch gehen wir davon aus,da Lastschriftverfahren, dass die Miete erstmal weiter abgebucht werden kann.
    Sollten sich hier tatsächlich keine Erben finden bzw. sich die Erbenermittlung durch das AG ewig hinziehen (leider haben wir damit schon Erfahrung gemacht), sind wir ab einem bestimmten Zeitpunkt berechtigt die Wohnung räumen zu lassen und gewisse Gegenstände einzulagern?
    Und wenn ja auf welcher rechtlichen Grundlage wäre dies möglich?
    So eine Erbenermittlung kann sich ja durchaus über Jahre hinziehen und so lange kann ja die Wohnung unmöglich unvermietet bleiben. Zumal diese sehr dringend zu lüften wäre (Schimmelbildung) aber derzeit betreten wir die Wohnung nicht,weil ja rein garnichts geklärt ist und uns dies zu "heiß " ist.
    Habt ihr noch Vorschläge wie wir uns hier verhalten oder was wir tun könnten?
     
  2. AdMan

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  3. AJ1900

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    Der Nachlasspfleger tritt im Prinzip in das Mietverhätniss ein. Normalerweise wird er entweder die Miete weiter bezahlen oder, was wahrscheinlicher ist, die Wohnung zeitnah kündigen. Wenn das mit dem Erbe nicht geklärt werden kann und kein Geld vorahnden ist, darfst du die Wohnung dann mittelfristig auf deine Kosten räumen, und sanieren usw., das wird er dir mitteilen.
    Wenn keine Miete gezahlt wird, dann solltest du so schnell wie möglich kündigen.
     
  4. #3 Skygirl237, 09.03.2016
    Skygirl237

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    Vielen Dank!
    Ich befürchte nur,dass das AG sich Zeit lassen wird einen Nachlasspfleger einzusetzen.
    Hat jemand Erfahrung damit,wie lange so etwas dauert?
    Außenstände gibt es derzeit keine und ich geh erstmal davon aus, dass noch 2-3 Mieten abgebucht werden können.Also meinerseits besteht kein KÜ-Grund.
     
  5. AJ1900

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    Bei mir dauerte das ca. 1Monat. Das war ende letzen Jahres. Um es mal zusammenzufassen, der der evtl. ein Interesse daran hätte Ansprüche gegen dich durchzusetzen, weilt nicht mehr unter den lebenden, und wenn kein Vermögen vorhanden ist, bleibst du auf den Kosten sitzen.
    Wir sind inzwsichen dazu übergegangen die Wohnugen nach normaler Kündigungsfrist und Kündigung zu räumen, wenn keine Miete kommt, und evtl. die Sachen eine Zeit lang einzulagern.
    Normalerweise ist das auch im Interesse des Nachlasspflegers, ist aber vom Einzelfall abhängig, bzw. vor allem davon ob Vermögen vorhanden ist.
     
  6. #5 Skygirl237, 09.03.2016
    Skygirl237

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    Ob Vermögen da ist kann ich leider nicht einschätzen-würde dies allerdings auch nicht ausschließen.
    Wie verhält es sich denn,wenn welches vorhanden sein sollte? Deswegen würde ich den Schlüssel auch eigentlich gern jemandem Befugten geben aber wem?? Nicht dass mir aus den Bemühungen wg. der Türerneuerung dann noch nen Strick gedreht wird,weil ich im Besitz der Schlüssel bin!
    Bedarf es dann hier auch einer Räumungskkage aber geht ja nicht,weil gg. wen sollte man diese richten. Genügt also eine fristlose Kündigung sofern keine Mietzahlungen mehr erfolgen?
     
  7. AJ1900

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    Dem offiziell bestellten Nachlasspfleger, bzw. dem Amtsgericht der ihn bestellt hat. Bei uns hat der Typ sich den Schlüssel zu Wohnung drei Tage vor Ende des MV abgeholt. Sollte klar sein was das heißt, nicht wahr?
    Theoretisch bedarf es einer Räumungsklage wenn der Nachlasspfleger gar nichts macht, kurz du brauchst einen Titel um die Wohnung zu räumen, oder er teilt dir mit das du räumen darfst. Praktisch räume ich die Buden nach Ablauf der Frist leer, und teile ihm das evlt. noch mit, und wenn er will, kann er ja klagen.
    Aber ich würde dann mal mit dem Mann erst reden, eigentlich sind die manchmal ganz vernünftig, und sind froh wenn Sie die Wohnung und die Räumung vom Hacken haben, speziell dann, wenn keine Reichtümer in der Wohnung zu erwarten sind. Dafür muß er sich die Bude aber erst mal ansehen.
     
  8. #7 Skygirl237, 09.03.2016
    Skygirl237

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    Ok habt erstmal vielen Dank!!!

    Ich schreib nochmal falls noch Unklarheiten auftauchen sollten aber hat erstmal sehr weiter geholfen -Danke!
     
  9. #8 Skygirl237, 09.03.2016
    Skygirl237

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    Hab doch noch eine Frage...an wen wäre die Räumungsklage zuzustellen,wenn keine Erben vorhanden sind? An den Nachlassverwalter? Was aber wenn keiner eingesetzt wird?
     
  10. Duncan

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    Das Nachlassgericht.
     
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  11. Berny

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    ... und wenn die Bank wieder zurückbucht bzw. nach Kenntnis des Todesfalls das Konto sperrt?
     
  12. Syker

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    ... Dann gibts Mietaußenstände ;-)
    ...
    An Stelle des TE würde ich ja überlegen als VM den MV zu kündigen.

    VG Syker
     
  13. Berny

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    ... und die werden dann auf dem Nordfriedhof eingetrieben.
     
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  14. Duncan

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    und der Kerl auf dem Waldfriedhof lacht sich ins Fäustchen...
     
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  15. Nanne

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    Was jetzt, Nord- oder Waldfriedhof, sollte man schon genau wissen, nicht dass man dann den falschen belastet.:unsicher014:
     
  16. #15 ImmerPositiv, 10.03.2016
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    Das stimmt, sobald die Bank von dem Todesfall erfährt ist das Konto sofort gesperrt, da kommt man dann nur noch mit Erbschein dran oder ein Nachlassverwalter der durch das Gericht bestimmt wird (letzteres so weit mir bekannt ist, lass mich da aber gern eines besseren belehren)

    Daueraufträge etc.gehen noch ab, aber 2-3 Monate noch auf Miete zu hoffen ist möglicher Weise nicht drin.

    Warum ? Wenn die Verstorbene Rente bezogen hat kommt, wenn sie diesen Monat verstorben ist ggfls noch für April die Rente und das War es dann ...wenn sie kein größeres Guthaben hat wurde dann den Monat danach ggfls nichts mehr da sein für die Miete (könnte sein, muss aber nicht sein )

    LG
     
  17. #16 Skygirl237, 11.03.2016
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    So also die Miete wird abgebucht und April ist bereits vorgemerkt also bleibt noch etwas "Puffer".
    In diesem Fall ist es nun so, dass wir nach langem Suchen einen Onkel der Verstorbenen finden konnten.
    Dies werden wir dem Nachlassgericht noch mitteilen, da dies für unseren Antrag auf Nachlasspflegschaft sicherlich relevant ist?!?
    Ich bin nun am überlegen, ob wir gemäß Paragraph 1959 BGB, den Onkel bitten, die Wohnung nach dem Sonderkündigungsrecht zu kündigen und uns eine Vollmacht bzgl.der Wohnungsauflösung zukommen zu lassen (diese könnten wir auch durch einen Anwalt erarbeiten lassen). Er wohnt ca. 150 km entfernt, ist 89 Jahre und an einer Annahme des Erbes nicht interessiert und ihm ist es eh nicht möglich hier was zu richten.
    Und uns wäre ja wichtig die Wohnung wieder zeitnah vermieten zu können.
    Sofern er damit einverstanden wäre, könnte dann ja unser Antrag auf Nachlasspflegschaft zurück gezogen werden.
    Wie sind Eure Meinungen dazu???
     
  18. AJ1900

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    Ich denke, wenn er das Erbe ablehnt, kannst/solltest du mit ihm gar nichts vereinbaren, weil dann automatisch wieder der Nachlasspfleger dein Mann ist.
     
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  19. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Eigentlich ist das auch nicht "euer Antrag". Das ist eigentlich ein Staatlicher Auftrag, der bei Personen ohne bekannte Erben automatisch in kraft tritt, sobald der Staat/das Gerich davon Kenntniss erlangt.
     
  20. Andres

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    Der Onkel wäre schön blöd, sich in diese Sache einzumischen, wenn er ohnehin beabsichtigt, das Erbe auszuschlagen, und andere Erben, deren Interessen er wahren möchte, nicht in Sicht sind. Am Ende wird ihm irgendeine Handlung noch als konkludente Annahme des Erbes ausgelegt.


    Das ist zwar kurzfristig schön für euch, könnte aber mittelfristig zu Rückforderungen führen, z.B. wenn die Deckung nur durch weiterlaufende Sozialleistungen gesichert ist, die dem Verstorbenen gar nicht mehr zustehen.
     
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  21. #20 ImmerPositiv, 11.03.2016
    ImmerPositiv

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    Ich kann jetzt nur sagen wie es bei ins War als unsere Mama vor 1 1/2 Jahren verstorben ist ....*sie bekam* den Monat nach ihrem Tot noch mal ihre Rente und das War es dann ...sprich sie ist im Juli verstorben und im August kam noch mal die Rente so dass die Miete etc.noch gesichert War.

    Wir hatten GsD zum 1.9. Einen Nachmieter für die Whg. aber wir hätten die Kündigungsfrist ansonsten einhalten müssen. Es wäre dann auch ab September kein Geld mehr für die Miete auf ihrem Konto gewesen und wir hätten dann zahlen müssen.

    Wie das jetzt ist mit dem Onkel usw.kann ich nicht sagen ...aber ob die Miete für April noch gesichert ist ...so sicher wäre ich mir da nicht nach unserer Erfahrungen. Ich würde es Dir wünschen ....vlt passt es ja noch dass sie etwas mehr Rente hatte und nicht so viele sonstige Lastschriften wie GEZ,Strom, Telefon z.B ....
     
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