Nachlasspfleger zahlt nun doch nicht.

Diskutiere Nachlasspfleger zahlt nun doch nicht. im Übergabe Ein- oder Auszug Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo ihr Lieben, ganz neu bin ich und wollte mal ins Forum "horchen", ob es hier ähnliche Erfahrungen gibt. Zum Sachverhalt. Mieter seit 1998....

  1. #1 Klein-Mü, 02.08.2017
    Klein-Mü

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    Hallo ihr Lieben,

    ganz neu bin ich und wollte mal ins Forum "horchen",
    ob es hier ähnliche Erfahrungen gibt.

    Zum Sachverhalt.
    Mieter seit 1998. Mein Vater hatte vermietet.
    Zweifamilienhaus. Unten selbst bewohnt.
    Der Mieter stand unter Betreuung.
    Das Verhältnis zum Betreuer nicht das Beste.
    Es gab Drohungen gegen den Betreuer seitens des Betreuten.

    Die Miete kam per Dauerauftrag.
    Ich selbst bin Erbe meines Vaters, habe Immobilie und Mieter geerbt.
    Im vergangenen Jahr starb der Mieter.
    Die Miete kam sofort nicht mehr.
    Die Betreuung hätte mit dem Tode des Mieters sofort enden sollen,
    dennoch kam der Betreuer noch ein paar Tage später und "stellte" Bargeld (über 1000 Euro) und Sparbücher "sicher". So sagte er es selbst.
    Die Sparkasse gab mir natürlich keine Auskunft. Aber ich war erstaunt:
    Nach meinem Kenntnisstand und Erfahrungsschatz wirkt ein Dauerauftrag über den Tod hinaus... außer das Konto des Verstorbenen des Erblassers ist notleidend, was ich mir nicht vorstellen konnte.

    Nun wurde ein Nachlasspfleger eingesetzt. Ebenfalls RA.
    Ich machte mein Vermieterpfandrecht geltend. Jedenfalls auf das Bargeld,
    das der Betreuer aus der Wohnung gefischt hatte.
    Ich habe auch auf Nachfrage keine Aufstellung der Erbmasse vom Nachlasspfleger erhalten.
    Irgendwann kam lapidar: Wohnung angesehen, räumen sie mal, der Inhalt sollte die Räumungskosten decken.
    Absolut illusorisch!

    Nun also in den Clinch gegangen.
    Zuletzt kam dann vom Nachlasspfleger, ich möge 1. meine Kontodaten angeben,
    damit der vom Betreuer geholte Betrag in voller Höhe überwiesen werden könne.
    Außerdem (2.) solle ich die Kaution verwerten und einen eventuell anfallenden Restbetrag auf ein bestimmtes Konto überweisen.

    Ich teilte dem Nachlasspfleger die Kontodaten mit und erklärte, dass ich nicht einfach über das Kautionssparbuch verfügen könne.
    Meine Nachfrage, wie man sich nun die Modalitäten zur Abrechnung vorstelle, blieben unbeantwortet.
    Seit rund sechs Wochen tut sich nichts mehr.
    Keine Antwort.
    Kein Geld.

    Das Kautionssparbuch werde ich hoffentlich morgen auflösen.

    Hat jemand Erfahrungen mit solchen Nachlasspflegern, die Kontodaten wollen,
    Zahlung ankündigen, aber absolut nichts zahlen?

    Wäre gespannt auf andere Erfahrungen.


    Und nebenbei: Liebes Deutschland, sorg dafür, dass die beruflich Rechtskundigen bitte auch rechtskundig
    und vor allem redlich sind!!!!
     
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  3. Andres

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    Das wird nichts, denn das war ganz einfach zu spät. Nebenbei halte ich es für wahrscheinlich, dass der Betreuer sich hier strafbar gemacht hat - nur nützt dir das auch eher wenig ...

    Mal ganz simple Frage: Ist das Mietverhältnis eigentlich schon gekündigt?


    Warum sollte das passieren? Du musst schon Forderungen in konkreter Höhe stellen. Der Nachlasspfleger überlässt dir doch nicht einfach so das Vermögen ...
     
  4. #3 BHShuber, 03.08.2017
    BHShuber

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    Hallo,

    das wird in wesentlichen Fall davon abhängen wie hoch das Honorar ist, hahahahaaa

    Zum Thema, ohne eigenen Rechtsbeistand, wirst du hier kein Land gewinnen.

    Gruß
    BHShuber
     
  5. AJ1900

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    Ja, das ist standard. Du kannst dich freuen, wenn diese Aufforderung zügig kommt, dann kommst du nämlich schneller wieder an deine Wohnung.
    Alles andere kann man dann ja ausfechten, wenn du Forderungen haben solltest, und du der Meinung bist, das es da was zu holen gibt.
     
  6. #5 Klein-Mü, 03.08.2017
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    Hallo und vielen Dank für die Rückmeldungen.
    Also vermutlich habe ich mich unklar ausgedrückt.
    Der Nachlasspfleger (Volljurist) hatte mir Ende Juni einen Brief geschickt und mir angekündigt,
    er werde nunmehr einen festen Betrag X an mich erstatten. Er fragte weiter, auf welche Kontoverbindung die Erstattung erfolgen soll.
    Das heißt, wir hatten uns auf einen Betrag geeinigt.
    Der Nachlasspfleger hat diesen Betrag also selbst angekündigt,
    da er mit dem Verfahren letztlich am Ende stand und wusste,
    was für wen übrig bleibt.

    Dann ging man offenbar in den Urlaub.
    Seitdem nichts mehr.
    Mein Vermieterpfandrecht machte ich sofort geltend - auch auf den vom Betreuer "geholten" Betrag.
    Die entsprechende Frist hatte ich selbstverständlich eingehalten.
    Und nein, der Betreuer macht sich nicht strafbar, solange er die sichergestellten Sachen und das Geld
    an den Nachlasspfleger übergibt.

    Als Gläubiger hätte ich einen Anspruch auf Auskunft über das, was noch da ist und wie die Quotelung unter den Gläubigern entsprechend dann abzulaufen hat.
    Auf Biegen und Brechen wollte der Nachlasspfleger genau an diese Aufstellung nicht ran. Darum vermutlich lieber zahlen.

    Und seine Vergütung muss im Zweifel der Staat zahlen.
    Ich habe kein Problem damit, auf dem Klageweg gegen die Beteiligten vorzugehen.
    Das ist nicht mein Problem.
    Aber alle Juristen, mit denen ich sonst zu tun habe, würden sich hüten, eine solche Ankündigung zu machen,
    Kontodaten anzufordern und dann nichts weiter zu tun.
    Mir ging es eher um die Frage, ob solche Fristen zwischen Ankündigung einer Zahlung
    und tatsächlicher Überweisung üblich oder bekannt sind.
     
  7. AJ1900

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    Also bei mir nicht. Aber speziell mit Nachlasspflegern kann man einiges erleben, das würde ich also nicht ausschließen. Immerhin kann sich ihr Klieent ja nicht mehr beklagen:smile028:.
     
  8. Pitty

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    Nur weil er Volljurist ist meinst Du, dass alles rechtens abläuft?

    Wovon träumst Du eigentlich? Suche Dir einen Fach-Anwalt, der Dich vertritt und keine andere Person. Ob Du allerdings noch etwas bekommen wirst kann Dir keiner sagen. Und wenn werden die RA Kosten das auffressen.

    Sei froh, wenn Du die Wohnung wieder bekommst und vermiete neu.
     
  9. #8 Klein-Mü, 04.08.2017
    Klein-Mü

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    Moin!

    Seid mir bitte nicht böse, aber ich verstehe die Intention so manches Posters nicht.
    Mein Anliegen war doch klar:
    Gibt es Erfahrungen mit der "Zahlungsmoral" von Nachlasspflegern?
    Insbesondere wenn bereits die Ankündigung der Erstattung einer ganz bestimmten Summe erfolgt ist.

    Hat man Erfahrungen mit Nachlasspflegern, kann man was dazu sagen. Hat man sie nicht,
    kann man - wie unschwer zu erkennen ist - auch was schreiben...nur ergibt das nix.

    Da kommen Fragen nach der Kündigung und Hinweise auf eine Strafbarkeit (die hier gar nicht vorliegt).
    Ich müsse eine konkrete Forderung stellen (schon alles durch...deswegen ja die Ankündigung der Zahlung durch den Nachlasspfleger). Klage... Anwalt - isses wahr?!

    Und was sollte eine Klage bringen, wenn ein Erbe so notleidend ist, dass der Nachlasspfleger keine Kohle mehr sendet, obwohl er das schriftlich ankündigte? Erst heißt es, nur weil es ein Jurist ist, muss es nicht mit rechten Dingen zu gehen und dann wird der Gang zu Anwalt geraten?
    Ist nicht schlüssig.

    Da gibt es dann schon erst mal andere Mittel und Wege....z.B. sich an das Nachlassgericht zu wenden.
    Dass ich bei einem Juristen davon ausgehen darf, dass er zumindest ansatzweise die Spielregeln kennt, ist kein Traum,
    sondern sollte ein Qualitätsmerkmal eines Berufsstandes sein.

    Mensch Leute, entweder der eine oder andere liest nicht so genau oder meine Problemschilderung war zu lang oder es geht um das Bedürfnis, einfach mal ein Posting rauszuhauen.
    Diese Anmeldung hier hätte ich mir echt sparen können.

    ....so...let the shitstorm start :sauer029:
     
  10. AJ1900

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    Eben wiel hier einige genug Erfahrung mit Nachlasspflegern haben, rate ich dir dich darüber zu freuen, das du deine Wohnung halbwegs zügig zurück bekommen hast. Das kann auch ganz anders laufen.
    Über die Zahlungsmoral würde ich mir weniger gedanken machen, ehr darüber, ob überhaupt gezahlt wird.

    Ja, habe ich auch schon durch. Was glaubst du denn was da wesentliches passiert?

    Meines erachtens der einzige Hinweis der mittelfristig Erfolge bringen kann, wenn mehr hinter den Nichtzahlung steckt als nur Vergesslichkeit.
     
  11. AJ1900

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    Worum geht es dir? Geht es dir darum dich über die Moral des Nachlasspflegers auszulassen? Ganz grundsätzlich ist die Zahlungsmoral immer schlecht, das sollte doch klar sein, und selbst wenn nicht sollte man trotzdem davon ausgehen. Also was willst du auf die Frage sinnvolles hören?
     
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  12. AJ1900

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    Hier muß ich mal die Juristen mal in Schutz nehmen. Die haben ebenso ein Anrecht darauf dumm, unqualifiziert und faul zu sein, wie jeder andere auch. Und meiner Erfahrung nach, machen nicht wenige von diesem Recht auch ausgiebig gebrauch.:smile028:
    Das schöne daran, der Klient muß trotzdem zahlen.
     
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  13. #12 BHShuber, 07.08.2017
    BHShuber

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    Hallo,

    es kommt wohl in der ersten Linie darauf an mit welcher Erwartungshaltung man sich hier anmeldet, deine war offensichtlich zu hoch.

    Es handelt sich nach wie vor hier um ein Laienforum und Erfahrungsaustausch, dass Eine darfst aber glauben, wenn auch nicht jetzt in deinem Fall, hier ist ein geballtes Fachwissen und riesiges Potenzial an Erfahrung versammelt und vielen kann hier mit wenigen Mitteln schon geholfen werden.

    Gruß
    BHShuber
     
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  14. #13 Melanie123, 07.08.2017
    Melanie123

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    Meine Erfahrung ist, dass sich viele "Nichtzahlungen" durch Nachfragen aufklären lassen.

    Das fängt mit "och, muss wohl vergessen worden sein" an, bei Behörden ist das gerne auch intern "irgendwo hängengeblieben".

    Es menschelt halt, das betrifft auch Volljuristen bzw. die Mitarbeiter derer.
    Der häufigste Fehler sind irgendwelche falsch eingegebenen oder angegebenen Zahlen.
    Als ich das erste Mal meine Steuererklärung mithilfe der Vorlagen der letzten 3 Jahre der Steuerberaterin/RAin selbst machte, waren dort direkt 2 von 4 Einheitswerten falsch. Ein Fehler wurde von meiner Mutter mitgeschleppt, obwohl ich alle Daten korrekt übermittelt habe, ein 2. Fehler wurde neu produziert.

    Bei Überweisungen mit unrichtiger IBAN platzt sie meistens mit dem Hinweis "konnte nicht ausgeführt werden".
    "Bankverbindung uneindeutig" gab es aber auch schon.
    Ich vermute mal, dass es manchmal bis meistens "policy" ist, die Einnahmen zu überprüfen, aber eben nicht, ob die Überweisungen richtig angekommen sind. "Der wird sich schon melden..."

    Außerdem kann es einen "Bankirrtum" geben. Es wird nicht automatisch überprüft, ob IBAN und Empfänger zusammen passen. So festgestellt, als ich meinem eigentlich schon pensionierten Lieblings-Zahnarzt (neues, unprofessionelles Briefpapier ohne Bankverbindung) glaubte, seine Rechnung überwiesen zu haben. Auf Seite 2 fand ich unten eine Bankverbindung, nur war es die des Labors, wo mein Geld auch wohlbehalten angekommen ist.
    Auch bei ca. 8000 € ist der Bank nicht aufgefallen, dass der Empfänger "Lieblingszahnarzt" nicht mit der IBAN übereinstimmt. Eine solche Überprüfung sei auch nicht vorgesehen, wie die Bank mir mitteilte.

    Mein Fazit: Einige Dinge lassen sich (telefonisch) erstaunlich schnell und nervenschonend aufklären, ohne dass man eine bestimmte Berufsgruppe bemühen oder mangelnde Zahlungsmoral unterstellen müsste.
     
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  15. #14 immobiliensammler, 07.08.2017
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    Schon seit einigen Jahren muss die Bank den Empfängernamen nicht mehr prüfen, sondern darf nur nach der Kontonummer gutschreiben, die Bank hat hier also sogar Recht!
     
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