Nackter Balken

Diskutiere Nackter Balken im Immobilienmarkt /Investments Forum im Bereich Finanzen; Guten Abend! Mich würde eure Meinung zu einem Dachboden interessieren, der verkauft werden soll. Die Stadt hat 175k Einwohner, Uni, Hochschule...

Justinian

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Guten Abend!
Mich würde eure Meinung zu einem Dachboden interessieren, der verkauft werden soll.
Die Stadt hat 175k Einwohner, Uni, Hochschule etc. sind gegeben. Das Gebäude befindet sich direkt in der Nähe der Innenstadt/Altstadt (10 Min. Fußweg) und zusätzlich in einer ruhigen Seitenstraße (30-er Zone) in relativ grünen Gegend.

Kaufpreis: 55.000 Euro
Baujahr: 1933
Fläche: ca. 70 qm, voll anrechenbar
Mögliche Miete: ca. 11 Euro/qm


Das Haus an sich macht einen soliden Eindruck, Fassade, Rohrleitungen etc. wurden instandgehalten/ausgetauscht. Der Dachboden an sich ist komplett nackt: Holzdielen, Holzbalken und Dachpfannen. Die aktuelle Balkenhöhe beträgt 2,30m, der Verkäufer sprach davon, dass der Balken damals sehr massiv gebaut worden ist und die Holzbalken sogar noch höher angesetzt werden könnten. Er hat den Balken damals zu einer Wohnung dazu gekauft und wollte eigentlich schon zwei Jahre nach Erwerb wieder abstoßen, aber wollte die Spekulationssteuer sparen und verkauft deshalb erst jetzt. Er selber habe keine Lust mehr noch einen "Dachbodenausbau zu stemmen" und will einfach verkaufen, klang am Telefon auch schon etwas älter. Der Haussegen ist ihm wichtig, weshalb es ein Kennenlernen mit dem anderen Eigentümer und den langjährigen Mietern geben soll. Aktuell gibt es drei Wohnungen in dem Haus und zwei Eigentümer, einer bewohnt die unterste Wohnung selber.

Interessant ist für mich, dass die Kaufnebenkosten sehr gering sind, man sich relativ gemütlich und schön einrichten könnte und ich die fertiggestellte Wohnung auch erstmal selber nutzen würde. Man kann an zwei Stellen gut einen Balkon anbringen (der größere wäre ein Südbalkon mit Blick auf eine große grüne Fläche), Kaminanschluss möglich, die Lage ist gut und man könnte das ein oder andere in Eigenleistung machen. Die einzigen Bedingungen der WEG ist, dass man Ausbauten wie z.B. Gauben zur Straßenseite im Stile des Hauses macht.

Negativ ist, dass es der 4. Stock ist, ich Dinge wie Gauben, Balkone, Fenster etc. doch lieber an eine Fachfirma abgeben würde, kein Stellplatz oder eine Garage dabei ist und der Verkäufer von 140.000 Euro Kosten für den Ausbau sprach - das ist natürlich alles relativ, aber den Preis sehe ich doch eher als das Rund-um-sorglos-Paket an. Aber selbst wenn, wäre man für eine komplett "sanierte" Wohnung in guter Lage bei Faktor 21,5. Der qm-Preis wäre dann ca. 2850 Euro (55.000 Euro Balken, 3.850 Euro NK, 140.000 Euro Ausbau -> 199.000 Euro / 70qm). Neubauten liegen in der Gegend bei einem qm-Preis von 4250-4500 Euro.

Ich würde die Wohnung wahrscheinlich zu ca. 80-90% fremdfinanzieren.

Wie gesagt wäre ich dankbar um eure Meinungen.

Liebe Grüße!
 
#
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Ferdl

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In meiner Sprachwelt versteht man unter einem Balken meist ein Kantholz.
Bei dir scheint das anders zu sein. Was genau meinst du mit diesem Begriff?

Irgendwie scheint es um einen Speicher zu gehen, ist die Umnutzung Baurechtlich zulässig?
Weiters brauchst du einen Architekten und sehr wahrscheinlich einen Statiker.
Den Architekt könnte man vor dem Kauf zu Rate ziehen, ob das Ganze so wie gewünscht umsetzbar ist und wo die Fallstricke sind. (Brandschutz z.B.)
 

dots

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In meiner Sprachwelt versteht man unter einem Balken meist ein Kantholz.
Bei dir scheint das anders zu sein. Was genau meinst du mit diesem Begriff?
Dachboden.
Hier in meiner Gegend ist der Begriff "Balken" sowohl für das Kantholz als auch den Dachboden/Spitzboden/(Dach-)Speicher, ... geläufig.
 

Duncan

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In Ergänzung zum vom Ferdl bereits richtig dargelegtem:
- kommt mit der Nutzungsänderung in Dachboden eventuell eine Pflicht zur Schaffung von Aufzügen oder zweiter Fluchtwege (Brandschutz)
- ist ggf. der Gesamtbrandschutz des Gebäudes zu ertüchtigen?
- musst du für eine Wohnnutzung noch Stellflächen dazukaufen (egal wo in der Stadt die liegen) oder Ausgleichszahlungen in Höhe analog den Kaufkosten tragen?
- bzgl. Finanzierung aufpassen, Banken nehmen ungern nicht vorhandene Wohnungen als Sicherheit, wenn du nicht vorweisen kannst, dass du solche Projekte schon mehrfach erfolgreich durch gezogen hast ist deine Sicherheit und die 100% Basis der unausgebaute Dachboden (zzgl. sonstige Solvenz)
- die Ausbaukosten mit ~2.000 €/m² erscheinen mir durchaus realistisch, viel darunter würde ich nicht planen. Das kann durch behördliche Auflagen aber auch deutlich höher ausfallen.

Mal zum Nachdenken: In Berlin sind derzeit einige Dachböden auf dem Markt, zum Teil auch in ZV, angeboten mit Wertgutachten durchaus bei 3-14.000 €/m². Pferdefuß: deren Baugenehmigungen (zum Ausbau) sind abgelaufen und werden aktuell von den Baubehörden weder verlängert, noch neue Dachbodenausbauten akzeptiert. Ich selbst hab mir in der Pichelsdorfer Straße mal 2 halbfertige Dachbodenwohnungen angesehen, technisch mit wenig Aufwand fertig zu stellen und Mietnachfrage sehr hoch, aber die bekam man trotz der bereits erfolgten grundbuchlichen Aufteilung und der leider unverlängerbar abgelaufenen Baugenehmigung nicht mehr in einen rechtlich sauberen Stand als Wohnung.... Also rechtlich ginge das, wenn man wollte, aber Berliner Senat halt.
 

immobiliensammler

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Dachboden.
Hier in meiner Gegend ist der Begriff "Balken" sowohl für das Kantholz als auch den Dachboden/Spitzboden/(Dach-)Speicher, ... geläufig.

Ich bin auch erst über den Begriff gestolpert aber mir hat sich das dann aber über den Zusammenhang erschlossen. Gibt oft solche regionale Begriffe. Bin mal über eine Immo-Anzeige aus Baden-Württemberg gestolpert, da wurde eine Wohnung mit Bühne angeboten, ich dachte zuerst wirklich dass da evtl. eine Gaststätte mit Saal umgebaut wurde (???) (@Nanne wird schmunzeln) - Habe dann aber rausgefunden dass Bühne dort der Begriff für einen Bodenraum ist.

Zum Thema:
Ich würde das auch erst mal bezüglich der Brandschutzvorschriften prüfen, wenn man da wegen der "Erhöhung" des Gebäudes (sprich des bewohnten Teils) Auflagen kriegt ist das Projekt meist tot!
 

Justinian

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Vielen Dank für eure Antworten!

Dachte tatsächlich nicht, dass "Balken" ein so lokaler Begriff ist, ich meine tatsächlich den Dachboden damit. Hab etwas gegoogelt und er wird wohl nur hier im westfälischen Raum verwendet - wieder was gelernt :D

Der Verkäufer sprach davon, dass schon einiges mit dem Bauamt abgesprochen sei und man relativ freie Hand hätte, wie man bei den Nachbarn sehen kann - diese haben schon ausgebaut. Ich hatte ihn dann auch gefragt, warum er denn schon etwas mit dem Bauamt abgesprochen hätte, wenn er doch eh nicht selber ausbauen wolle und er hat gesagt, dass ein Freund von ihm vor zwei Jahren den Dachboden kaufen wollte um ihn auszubauen und schon erst Absprachen getroffen hat. Der Verkäufer wollte dann aber noch wegen der Spekulationsfrist zwei Jahre mit dem Verkauf warten und in der Zwischenzeit hat der Freund schon etwas anderes gefunden.
Kann man vor dem Kauf denn eine allgemeine Baugenehmigung für den Ausbau erhalten? Also falls der Verkäufer jetzt eine Baugenehmigung einholt vor der Verkauf, ist diese ja auf einen speziellen Ausbau ausgelegt. Wenn ich als Käufer danach einen anderen Ausbau haben möchte, mit anderen Gauben oder Balkon, dann muss ich doch wieder eine andere Baugenehmigung einholen, oder liege ich da falsch?

Liebe Grüße
 

immodream

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Hallo,
die Probleme fangen mit Trittschalldämmung, Brandschutz, eventuell zweiter Rettungsweg mit Austritt auf dem Dach , zusätzliche Wärmedämmung des kompletten Hauses bei größeren Veränderungen am Dach, zusätzliche Stellplätze, Zuleitungen für Elektrik auf dem neuesten Stand , Abstellräume im Keller usw an.
Ohne einen sachkundigen Architekten vor Ort, der sich mit der Umwandlung von leerstehenden Dachböden in Wohnraum , auskennt und die Kontakte zu den Baubehörden hat, würde ich die Finger vom Kauf eines Dachbodens lassen.
Grüße
Immodream
 

Newbie15

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Ein weiteres, nicht ganz kleines Problem kann auch die Dachdämmung sein, du musst die Energieeinsparverordnung einhalten. Wenn du der WEG nicht gerade ein neues Dach mit Aufdachdämmung sponsern willst, verlierst du nach unten Raum und damit Höhe und Wohnfläche. Ist das mit dem Holzdielen, Dachbalken und Dachspannen wörtlich zu lesen? Keine Unterdeckbahn? Keine zweite schlagregendichte Schicht? Dann kommt man nach korrekter Ausführung praktisch gar nicht um eine Neueindeckung herum. Außerdem musst du vermutlich die neuen Anforderungen an den Trittschall erfüllen, was wiederum Aufbauhöhe bringt. Zu Brandschutz, Stellplätzen usw wurde ja schon viel gesagt.

Dazu dann: gibt es Schächte, in denen du Elektrik und Wasser/Heizung nach oben bringen kannst? Ist noch Platz im Zählerschrank oder braucht es da auch einen neuen?

Es gibt auch Bauvorabfragen, die sollte deine Frage nach der Zulässigkeit und evtl Einschränkungen klären. Auf Nachbarn würde ich nicht zählen, wenn du die Häuser nicht genau kennst. Du kannst nicht einschätzen, wie der Brandschutz ggf schon aufgerüstet war, was im Zuge der Genehmigung nötig war usw. "Freie Hand" hat man vermutlich sogar, es ist nur eine entscheidende Frage, was der ganze Spaß dann kostet.
 

Goldhamster

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Hallo,
schönen guten Morgen.

Mir fallen bei nachträgem Ausbau von Dachgeschossen / Spitzböden natürlich sofort die Youtuber ein, die genau alle der hier genannten Fehler auch machen.
Besonders:

-Brandschutz: Es kann sein, dass das ganze Gebäude durch den Ausbau in eine neue Gebäudeklasse fällt. Such mal nach diesem Begriff.
Das bedeutet, dass nicht nur die neu geschaffene Dachgeschosswohnung erhöhten Brandschutz bedarf, sondern das ganze Haus. Einschl. Aussenwände, Geschossdecken der daruterliegenden Wohnungen und Haupttreppenhaus!

-Balkon:
Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken beachten und einhalten!

-Stellplätze:
Wie schon oben erwähnt... wenn du keine Stellplätze schaffen kannst, dann musst du z. B. eine Ausgleichszahlung an die Stadt leisten.

Für diese ganzen Sachen brauche ich keine Bauvoranfrage. Das weiß ich so!
Ja, das ist dann alles Bedingung. Nein, das ist nicht logisch. Ja, das ist blöd.

Und: ich denke der Verkäufer weiß das und sucht nen Dummi - könnte zumindest sein...

Gerne verlinke ich dir auch noch mal die Filmchen der Youtuber, die GENAU diese Fehler machen. GENAU diese.

Sonntagshamster
 

Ferdl

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und man relativ freie Hand hätte, wie man bei den Nachbarn sehen kann - diese haben schon ausgebaut.
Bist du sicher das die "freie Hand" auch eine Genehmigung hatte?
Unterm Dach hat man auch schnell eine Wohnung zusammengezimmert ohne das lästige Bauamt zu fragen.
 

Justinian

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@immodream Habe tatsächlich mal einen Architekten angefragt hier vor Ort angefragt, aber entweder konnte ich mich nicht klar genug ausdrücken oder seine Sekretärin und ich haben aneinander vorbeigesprochen. Ich hatte gedacht, dass ein Architekt rauskommt, sich den Dachboden mit mir zusammen bei der Besichtigung anschaut, mir seine Eindrücke, Fallstricke und unverbindliche Kostenvoranschläge für gewisse Sachen nennt und dann hinterher Summe X berechnet. Sie wollte vorab alle Papiere, die ich zu dem Gebäude habe und hat gesagt, bis zur Planung ist alles unverbindlich und kostenlos. Ich habe mich dann noch ein paar Mal wiederholt und gesagt, dass ich keine komplette Planung möchte sondern eine Art Kurzgutachten und dafür auch bezahlen würde, aber irgendwie sind wir nicht auf einen Nenner gekommen. Ein Arbeitskollege von mir hat einen Freund, der Immobilien aufkauft und saniert vor allem Dachböden. Der würde mir bei ernsthaftem Interesse einen Kontakt herstellen.

@Goldhamster Und diese Bauvoranfrage stelle ich so beim Bauamt, telefonisch und ohne Unterlagen? Oder eher mit Terminabsprache und zumindest Grundriss? Lass ich mir dann eine schriftliche Bestätigung von deren Zusage geben? Oder ist es doch schlauer dem jetzigen Eigentümer eine Genehmigung vor dem Kauf geben zu lassen, wo drin steht welche Bedingungen an einen Umbau geknüpft wären?

@Ferdl Das habe ich ja extra im Konjunktiv geschrieben, da das die Aussage des Verkäufers war.

Ich habe jetzt am Mittwoch einen Besichtigungstermin, werde mir die Fragen hier und andere Fragen, die mir schon bekannt sind, mitnehmen und hoffe, dass es dann mehr Klarheit gibt um eine vernünftige Kostenaufstellung zu machen.

Liebe Grüße
 

Goldhamster

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Hallo Justinian,

schön, wenn ich dir helfen kann.
Du bist im Gegensatz zu anderen Fragestellern nicht eingeschnappt sondern bist gelehrig, darum will ich dir gerne helfen.

@Goldhamster Und diese Bauvoranfrage stelle ich so beim Bauamt, telefonisch und ohne Unterlagen? Oder eher mit Terminabsprache und zumindest Grundriss? Lass ich mir dann eine schriftliche Bestätigung von deren Zusage geben? Oder ist es doch schlauer dem jetzigen Eigentümer eine Genehmigung vor dem Kauf geben zu lassen, wo drin steht welche Bedingungen an einen Umbau geknüpft wären?
Also... bei uns hier läuft eine Bauvoranfrage so ab:
Du reichst zeichnerische/schriftliche Unterlagen ein und dazu GENAU FORMULIERTE FRAGEN.

Aus den in den Unterlagen dargestellten Gebäudeteilen, sollte die Frage zu beantworten sein.
Z. B.:
-Wir möchten ein Einfamilienhaus im Schwarzwaldstil an der Nordseeküste bauen. Es liegt kein Bebauungsplan vor. Dürfen wir das? (Abwegung der Gemeinde wegen Erscheinungsbild - sowas ist oft in den örtlichen Vorschriften oft nur schwammig geregelt - daher die Voranfrage)
-Wir wohnen in NRW und möchten ein großes Vereinswappen von Schalke 04 an die Fassade malen. Ist die Größe von 5x5m so in Ordnung?



Was in einer Bauvoranfrage NICHT geht, sind Fragen wie:
-Ist diese Baumaßnahme genehmigungsfähig?
-Welche Auflagen habe ich zu erfüllen?
(da sagt die Bauaufsicht auch nur: "nehmen Sie sich einen Architekten, der wird es Ihnen erklären")

Also:
Du wirst auf die Fragen zum Brandschutz, Wärme- und Schallschutz auch nur die Antwort bekommen,
dass du alle gültigen Vorschriften einzuhalten hast.


Sollten Vorschriften in deinem Falle unsinnig oder übertrieben sein, so bleiben noch die Möglichkeiten einen Abweichungs oder Ausnahmeantrag zu stellen. Diese sind aber stets gut zu begründen und du hast keinen Anspruch auf Genehmigung dieser.

Viel Glück wünscht dir
DER HAMSTER
 
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Justinian

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Guten Tag,

ich war gestern Morgen mit meinem Vater vor Ort und haben mit dem Verkäufer eine Begehung gemacht. Er schien ganz sympathisch aber irgendwie auch drollig. Haus, Keller etc. machen einen guten Eindruck.

Der Verkäufer gab vor jemanden vom Brandschutz da gehabt zu haben, der nichts von Gebäudeklassen erwähnte, aber sagte, dass es an der Vorderfront im Dachgeschoss zwei Fenster geben muss mit Mindestmaß (Für Feuerwehrmann samt Sauerstoffflasche) und, dass die letzte Treppe etwas erniedrigt oder das Treppenhaus an dieser Stelle nach Außen verbreitert werden muss (Für Feuerwehrmann samt Sauerstoffflasche). Zudem war der Dachboden selber unter den Fußboden, der aus Brettern besteht mit Lehm gedämmt. Der Verkäufer sagte, dass man diesen als Dämmung einfach beibehalten kann und darauf dann Trittschalldämmung etc. einfach draufsetzt - Das kann ich mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Fängt das ganze dann nicht an zu gammeln?

Ansonsten besteht der Dachboden aus den blanken Balken und den Dachziegeln. Keine Unterspannbahn und die Ziegel kommen auch noch aus 1933. Das Gebälk an sich ist sehr stabil gebaut. Es gibt drei Schornsteine mit jeweils drei Schächten wovon ein Schornstein stillgelegt ist und von den anderen beiden Schornsteinen sind zusammen drei Schächte belegt. Sprich: Da wäre genug Platz. Zu- und Abwasser kann Anschluss am Badezimmer aus der Nachbarwohnung unter dem Dachboden bekommen. "Das Einzige" was komplett neu kommen müsste, wäre eine elektrische Leitung bis in den Keller.
Dann sind oben auf dem Dachboden noch drei Zimmer durch Gasbetonsteine abgegrenzt. Das Ganze müsste auch erst einmal abgebrochen und rausgetragen werden.

Ich hätte auch Bilder, falls es noch wen interessiert (von Außen, Innen und einer Zeichnung des Dachbodens von der Teilungserklärung. Man könnte einen schönen Ausbau machen, aber definitiv viel Arbeit und unbekannte Kosten.

Mein Bauchgefühl ging bei der Besichtigung schon eher zu "Nein". Man muss nämlich hier "ein bisschen was machen" und dort "ein bisschen was machen", aber das summiert sich schnell zusammen.

Mich würde noch interessieren, wie ihr Kosten eines Neubaus in Relation zu einem Ausbau/Sanierungsobjekt setzt. Wenn man jetzt bei meinem Beispiel bleibt und 4000 Euro pro QM für einen Neubau bezahlen würde. Oder kann man das nicht mal im Ansatz pauschal sagen, da bei einem Neubau ALLES neu gebaut wurde und man bei einem sanierten/ausgebauten Objekt nur die Wohnung in einem Neuzustand hat, aber das Gebäude an sich älter ist?

Liebe Grüße
 

Goldhamster

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.....

Der Verkäufer gab vor jemanden vom Brandschutz da gehabt zu haben, der nichts von Gebäudeklassen erwähnte, aber sagte, dass es an der Vorderfront im Dachgeschoss zwei Fenster geben muss mit ...


Hallo Justinian,
Ok - ich mach es kurz:
Ist die Oberkante Fußboden der jetzigen obersten Wohnung höher als 7,00m über Straßenniveau? JA oder NEIN?
Ist der Oberkante Fußboden deines neuen Dachgeschosses höher als 7,00m über Straßenniveau? JA oder NEIN?

(kein: -
"muß ich noch prüfen"-
"weiß ich nicht"-
"der Verkäufer hat aber gesagt...")
Zudem war der Dachboden selber unter den Fußboden, der aus Brettern besteht mit Lehm gedämmt. Der Verkäufer sagte, dass man diesen als Dämmung einfach beibehalten kann und darauf dann Trittschalldämmung etc. einfach draufsetzt - Das kann ich mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Fängt das ganze dann nicht an zu gammeln?

Was du das vorgefunden hast, dass nennt sich Einschub. Holzbalkendecken wurden früher mit Füllmaterial wie Schlacke oder Lehm gefüllt. Nicht komplett, aber schon ein paar cm.
Das macht man um Gewicht in die Decken zu bringen. Ist also für die Bauphysik wichtig. Tritt- und Luftschallschutz sowie Brandschutzverhalten der Decken verbessern sich dadurch.

Es hat schon Bauherrn gegeben, die haben die ganze Füllung aus den Decken gekrazt....


Nicht mehr Kratzen braucht jetzt morgens
DER HAMSTER
 

Ferdl

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Dann sind oben auf dem Dachboden noch drei Zimmer durch Gasbetonsteine abgegrenzt. Das Ganze müsste auch erst einmal abgebrochen und rausgetragen werden.
Das dürfte das aller-aller-winzig-kleinste Problem bei der Aktion darstellen.
Wenn das ein Superschnäppchen wäre, bräuchtest du dir vermutlich schon lange keine Gedanken um den Kauf zu machen.
Ohne hinzuzuziehung eines Vertrauenswürdigen Gutachters/Architekten würde ich das nicht angehen wollen.
 

Justinian

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Ist die Oberkante Fußboden der jetzigen obersten Wohnung höher als 7,00m über Straßenniveau?
Nein
Ist der Oberkante Fußboden deines neuen Dachgeschosses höher als 7,00m über Straßenniveau?
Ja


Hallo @Goldhamster ,
also kann der Lehm ohne bedenken drinbleiben?

Hey @Ferdl ,
ja das stimmt. Die Frage ist, woher ich so jemanden bekomme. Am besten hat man so jemanden über den Bekanntenkreis, aber das habe ich leider nicht.

Liebe Grüße
 

immobiliensammler

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Durch die beiden Antworten nein und ja kommt das Gebäude in einer andere Klasse was den Brandschutz angeht, ich denke damit ist das Projekt wirtschaftlich schon gestorben! Genauere Prüfung kann ein Architekt bzw. Sachverständiger für Brandschutz machen.
 

Goldhamster

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Hallo Justinian,

den Lehm ersetzt man schon mal bei Gelengenheit. Aber durch ähnliche Baustoffe. Das Gewicht in der Decke brauchst du für ausreichenden Schallschutz.
Wenn es ordnungsgemäß läuft, hast du einen Schallschutznachweis über Trittschall- und Luftschallschutz im Rahmen deines Bauantrages zu erbringen.
Der dann von dir beauftragte Ingenieur wird dir dann sagen, wie du die Decke schallschutztechnisch zu ertüchtigen hast.

Aber mal im Ernst, hast du das mit den Gebäudeklassen verstanden? (Ich glaub nämlich nicht!)
Du hast auch die unteren Decken (fremd bewohnte Wohnungen) brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Und das ganze Treppenhaus...

Montagshamster
 

Newbie15

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Du hast auch die unteren Decken (fremd bewohnte Wohnungen) brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Und das ganze Treppenhaus...
Üblicherweise braucht man ja Brandschutz von oben und unten. Je nachdem, wie also der Fußbodenaufbau derzeit gestaltet ist, muss der auch noch in jeder einzelnen Wohnung erneuert werden. Sehr zur Freude der Bewohner und des eigenen Geldbeutels.

Wenn man dann, so wie wir, überall unter dem Putz in den Innenwänden Fachwerk findet, kommen auch noch die tragenden oder NE-abschließenden Innenwände dazu. Dann herzlichen Glückwunsch. Von Brandabschottung von Leitungsdurchführungen usw noch gar nicht gesprochen. Evtl. würde es da auch erheblichen Nachbesserungsbedarf geben. Dann sanierst du "nur" für den Dachausbau das gesamte Gebäude.

Wenn es tatsächlich der Fall ist, dass der Umbau das Gebäude von GK3 auf GK4 bringt und nicht beim Brandschutz schon viel mehr gemacht wurde als nötig, dann ist das Projekt aus meiner Erfahrung mit Altbausanierung nicht wirtschaftlich machbar.
 
Thema:

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