Nebenkosten nach BGB

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Modernfamily, 21.03.2014.

  1. #1 Modernfamily, 21.03.2014
    Modernfamily

    Modernfamily Erfahrener Benutzer

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    Bei einem Zweifamilienhaus gibt es keine Zähler für die Heiz- und Wasserkosten. Die Nebenkosten für Wasser und Müll wurden im ersten Jahr nach Personen abgerechnet, Rest nach qm. Da es Differenzen mit den Mietern gibt war VM beim Anwalt und dieser hat gemeint dass wenn im Mietvertrag keine Regelung zum Verteilerschlüssel gegeben ist zwingend nach BGB eine Verteilung nach Wohnfläche zu erfolgen hat. VM hat daraufhin die neue Abrechnung nach Wohnfläche gemacht. Hieraus ergibt sich natürlich ein Nachteil des Mieters und dieser wiederum zahlt nur 40 % der Nebenkosten mit Bitte um Richtigstellung Verbrauch nach Personen wie letztjährig.

    A) Kann sich VM auf den BGB berufen und die alte Abrechnung als eben "falsch" gemacht stellen - ist ja zugunsten des Mieters

    B) Muss VM jetzt nach Personen abrechnen weil er es eben schon mal getan hat oder gilt das Gesetz?

    C) Hat der Mieter das Recht einfach einen bestimmten Betrag der willkürlich festgelegt ist einzubehalten? Hier eben 40%?

    Eure Meinung ist gefragt! Ich bedanke mich im Voraus.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Hä? :unsicher001:


    Das Gesetz gilt. Gewohnheitsrecht gibt es nicht.


    • Solange Teile der Abrechnung strittig sind, muss der Mieter diese Teile nicht bezahlen.
    • Sofern keine korrekte Abrechnung erstellt ist und der Mieter angemessen Zeit hatte, die Abrechnung zu prüfen, muss er nichts nachzahlen.
    • Sofern es vorschriftswidrig keine Erfassung von Heizungswärme und Warmwasser gibt (und da hier wohl gar nichts zum Umlageschlüssel vereinbart wurde, gehe ich davon aus), darf der Mieter diese Positionen um 15 % kürzen.
    Die Antwort auf deine Frage lautet dann: Nein, willkürlich darf der Mieter nichts einbehalten. Eine Begründung wird dem Mieter aber nicht schwer fallen.
     
  4. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    hier der entsprechende §556a BGB Abs.1 Satz 1: "Haben die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen."

    Öhm ? Es spielt m.E. keine Rolle, ob das jetzt nachteilig oder vorteilhafter für den Mieter wäre. Fakt ist, das die jetzige Abrechnung korrekt ausgestellt worden ist.

    Natürlich kann der Vermieter sich aktuell hier auf das BGB beziehen und auf den MV, wo eben nix dazu anderweitig vereinbart wurde.

    Die alten Abrechnungen dürften wahrscheinlich wegen Fristüberschreitung von Vermieterseite aus nicht mehr korrigierbar sein und der Mieter wird sicherlich sich nicht beschweren, wenn es zu seinen günsten war.

    Nein, müssen nicht - können schon.

    Wie in jedem Vertrag kann man im beidseitigen Einverständnis auch Vertragsinhalte abändern, aber dazu müssen eben beide Vertragsparteien auch zustimmen und das ist eben mal keine Pflicht, sondern freiwillig.

    Siehe Antwort "Andres", da gibt es nix mehr zu sagen ;)
     
  5. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    heißt ihr möchtet sie wohl loswerden oder?

    Ansonsten fände ich es sehr ungerecht, wenn z.B. 4 Personen Eigentum und 1 Person Mieter die Aufteilung des Wassers nach qm berechnet würde.

    Ich würde nicht auf Kosten der Mieter, meinen in diesem vorgenannten Beispielfall, zugegebenen höheren Anteil des Wasser umlegen.
    Aber das ist meine persönliche Meinung dazu. Hat mit der Gesetzeslage nichts zu tun.

    Ihr könnt ja das Mietverhältnis im Zweifamilienhaus auch kündigen.
     
  6. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    What's the difference?
     
  7. #6 Pharao, 22.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.03.2014
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    wo steht geschrieben, das es gerecht bzw. fair zugehen muss :?

    Im übrigen kann auch eine Person soviel Wasser verbrauchen wie eine Kleinfamilie - d.h. auch nach Personen ist auch nicht immer 100% fair.

    In erster Linie entscheidet der Vermieter, wie was abrechnen wird (vorausgesetzt natürlich das Gesetz lässt das zu). Und Entscheidungsgründe sind bei mir nicht Fairness, sondern was für mich als Vermieter leichter zum abrechnen ist und das ist zB bei mir nach qm2.

    Wenn man es Fair machen will, dann muss man zB beim Wasser nach tatsächlichem Verbrauch abrechnen, also in jede Wohnung ggf. Wasseruhren einbauen. Klar, wenn man eh gerade ein Bad saniert, dann bietet sich das an, aber das kann auch dauern bis alle Wohnungen dann einen Wasserzähler haben. Extra in allen Wohnungen jetzt nur der Fairnisshalber einen Wasserzähler einbauen lassen, das rentiert sich m.E. nicht, also aus Vermietersicht.
     
  8. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    das habe ich ja auch geschrieben, das ist meine Einstellung dazu, vor allem wenn ich mit dem Mieter unter einem Dach leben würde.:smile040:

    nach dem Gesetz ist die qm Verteilung auf jeden Fall richtig.
     
  9. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    also meine Míeter haben sich bislang auch noch nicht beschwert über Abrechnung nach m2. Liegt aber vielleicht eher daran, das meine Mieter insgesamt versuchen mit allem sehr sparsam zu sein und auch wert darauf legen, im Haus ein gutes Verhältnis zu haben. Da drückt man auch mal freiwillig den Müll in der Mülltonne runter, damit der nächste Mieter auch noch sein Plätzlein findet. Das ist nicht in jedem Mietshaus so.

    Und bei Immobilien wo ich nicht selber wohne, gerade da bietet sich es doch an, wenn man nach m2 abrechnet. Denn letztlich ist es mir dann wurscht, ob in einer Wohnung jetzt 2 oder 5 Leute wohnen (also wurscht, nur vom Abrechnen her ;)). Das spart m.E. sogar ärger, weil knausige Mieter dann nicht auf die Idee kommen und Besucher zu Mitbewohner machen.
     
  10. Berny

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    Wie sagte schon seinerzeit Christian Wulff?: Was recht ist, muss nicht immer Recht sein...:017sonst:
     
  11. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Richtig: In meinem MFH ist der EG-Mieter 1,99m gross und wiegt 118kg...
     
  12. #11 Tobias F, 22.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.03.2014
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    Also wenn ich mich nicht irre steht im §2 Heizkostenverordnung:
    "Außer bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt, gehen
    die Vorschriften dieser Verordnung rechtsgeschäftlichen Bestimmungen vor."

    Gerade dort ist nichts mit Umlage der Heiz-und Wasserkosten nach Personenzahl oder qm oder Schuhgröße - sondern Verbrauchserfassung.
     
  13. #12 Pharao, 23.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2014
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    Hi,

    und wie machst du das, wenn es nur einen Hauptwasserzähler (kalt) gibt :? Soll ja vorkommen.

    Ansonsten gleich mal den §1 der Heizkostenverordnung, wo von Warmwasser die rede ist und nicht allgemein von Wasserkosten:

    Diese Verordnung gilt für die Verteilung der Kosten
    1. des Betriebs zentraler Heizungsanlagen und zentraler Warmwasser versorgungsanlagen,
    2. der eigenständig gewerblichen Lieferung von Wärme und Warmwasser, auch aus Anlagen nach Nummer 1, (Wärmelieferung, Warmwasserlieferung)
    durch den Gebäudeeigentümer auf die Nutzer der mit Wärme oder Warmwasser versorgten Räume.


    Und aus dem Text vom Fragesteller lese ich jetzt auch nicht raus, das es sich hierbei um Warmwasser handelt, wobei hier ja dann ggf. eh dein §2 gelten könnte, falls er doch Warmwasser meinte.
     
  14. #13 Tobias F, 23.03.2014
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    Was so nicht geht. Selbst wenn man davon ausgeht das in jeder Wohung warmes Wasser selbst (Durchlauferhitzer o.ä.) erzeugt wird so MUSS die Wärmemenge erfasst werden.
    Daher mein Hinweis auf die Heizkostenverordnung.

    Und solange der TS nicht schreibt das es sich bei den Wasserkosten nur um Kaltwasser handelt gehe ich, weil überwiegend der Fall, davon aus, dass im Haus eine verbundene Heizanlage, welche auch warmes Wasser erzeugt, betrieben wird.


    Warmwasserverbrauch erfassen, vom Gesamtwasser abziehen, und den Rest (also Kaltwasser) nach xy umlegen.
     
  15. #14 Pharao, 23.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2014
    Pharao

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    :? Wenn jeder Mieter sein warmes Wasser selber in seiner Wohnung erzeugt (zB Boiler, Durchlauferhitzer oder Therme), warum muss diese Wärmemenge dann noch erfasst werden ? Sorry, versteh ich nicht.
     
  16. Berny

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    Falsch....
     
  17. #16 Tobias F, 23.03.2014
    Tobias F

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    Und seit wieso?
     
  18. Berny

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    Wayne interessiert's, vlt. den Standortpfarrer?
    Der Mieter bezahlt doch den Gasverbrauch an das EVU... Was also hat der VM damit zu tun?
     
  19. #18 Tobias F, 23.03.2014
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

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    Es geht hier aber nicht um den Fall in dem ein Mieter seine eigene Heizung betreibt, und somit vom Vermieter hierüber gar nicht abgerechnet werden muss. Aber was soll's, hauptsache Du hast wieder ein paar "Beiträge" mehr auf dem Konto.



     
  20. Berny

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    [QUOTE=Tobias F:

    Deine Aussage vor vom Pharao und mir beanstandet. Also stelle sie doch bitte mal richtig.
    Tipp: sie erst nochmal gründlich lesen.
     
  21. #20 Pharao, 23.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2014
    Pharao

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    Hi Tobias F,

    wenn das Warmwasser (egal wie das jetzt erzeugt wird, hauptsache es wird) in der Wohnung vom Mieter erst erzeugt wird, dann hat doch der VM damit garnix mehr zu tun. Denn der VM stellt in dem Fall ja nur das Kaltwasser zu Verfügung und auch nur das wird dann mit dem Mieter abgerechnet.

    Und für Kaltwasser ist die Heizkostenverordnung nicht zuständig, weil eben in dieser Verordnung nix von Wasserkosten steht, sondern von Warmwasser ! Und wenn eben nicht in jeder Wohnung ein Wasserzähler (für Kaltwasser, weil warm macht der Mieter das ja in seiner Wohnung) installiert ist, dann kann bzw muss man natürlich zB nach Personen oder m2 abrechnen. Und hier bietet sich m.E. eben aus Vermietersicht nach m2 an.

    Richtig, weil das doch erstmal völlig wurscht ist, ob es hier jetzt eine Zentral- oder Etagenheizung gibt ! Interessant ist, wo wird das Warmwasser erzeugt :?
     
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