Nebenkostenabrechnung / Direktkosten Nutzer

Diskutiere Nebenkostenabrechnung / Direktkosten Nutzer im Abrechnungs-/Umlagmaßstab Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Halo zusammen, ich bin Ende September vorigen Jahren umgezogen und habe gestern die Nebenkostenabrechnung der ehemaligen Wohnung erhalten...

Mieterin2011

Halo zusammen,

ich bin Ende September vorigen Jahren umgezogen und habe gestern die Nebenkostenabrechnung der ehemaligen Wohnung erhalten. Darin sind unter dem Punkt Direktkosten Nutzer 14,90€ aufgeführt für die Zwischenabrechnung bei Nutzerwechsel. Bei dem Auszug hat die Maklerin zwar die Zählerstände notiert, die Abrechnung erfolgt jedoch über Gradtagzahlen und die Ablesefirma war nicht vor Ort, um die Werte abzulesen. Meine Frage ist nun, ob die Kosten berechtig sind.

Vielen Dank für die Antworten.
 

Pharao

Hi Mieterin2011,

trotzdem können doch Zusatzkosten entstanden sein, für die Zwischenablesung. Ob die Firma die dazu zuständig ist anwesend war oder nicht bei der Wohnungsübergabe, hat doch damit nichts zu tun.

Allerdings hast du m.E. ein Recht die Belege einzusehen beim Vermieter.

Wichtig sind ja die Zäherlstände die festgehalten worden sind. Allerdings wüsste ich jetzt nicht, wie man die Zäherstände bei der Heizung notiert, sei es bei den alten Verdunstungsröhrchen oder bei den neueren digitalen Zählern. In beiden Fällen muss ja noch ein Faktor miteinberechnet werden, den ich als Vermieter garnicht kenne.

Außerdem muss bei digitalen Zählern auch keiner mehr an die Heizkörper direkt ran, sondern steht nur mal kurz mit seinem Laptop vor der Türe, geht ja alles über Funk. Allerdings bin ich der Meinung, das alle Daten jeden Monat automatisch abgespreichert werden, sodass deswegen nicht extra ein Mitarbeiter vorbei kommen muss.
 

Heizer

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.10.2006
Beiträge
2.396
Zustimmungen
3
Nutzerwechselgebühren laut BGH Entscheid nicht auf den Mieter umlegbar.

http://juris.bundesgerichtshof.de/c...py?Gericht=bgh&nr=42465&anz=21&pos=17&Frame=2

Ja denn Nutzerwechselkosten sind nicht umlagefähige Verwaltungskosten. Aber manche versuchen es immer wieder.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Dienstleister diese Zusatzaufwände ihren Kunden (Verwaltung, Eigentümer etc.) in Rechnung stellen. Die können es nur halt nicht dem Mieter weiterberechnen.

Diese Kosten entstehen durch den Aufwand bei der Stammdatenpflege, Zählerstände eingeben oder Schätzen bzw. nach Gradtagen abgrenzen. Außerdem muss eine zusätzliche Abrechnung erstellt werden.

Und bei Verdunstungsgeräten ist auch die Verteilung der Kosten nach Gradtagszahlen zulässig.

Fast richtig.

Genaugenommen ist bei Verdunstern innerhalb bestimmter Gradtage vor bzw. nach einem Abrechnungsstichtag gar keine Zwischenbalesung möglich. Im Rest des Jahres wird die Kaltverdunstungsvorgabe mit irgendeiner Milchmädchenrechnung herausposementiert. Also ist auch nicht viel besser als eine Schätzung.

Genaugenommen gehören die Verdunster endlich verboten!
 
GSR600

GSR600

Moderator
Dabei seit
04.10.2011
Beiträge
2.564
Zustimmungen
1.135
Ort
Stuttgart
Fast richtig.

Genaugenommen ist bei Verdunstern innerhalb bestimmter Gradtage vor bzw. nach einem Abrechnungsstichtag gar keine Zwischenbalesung möglich. Im Rest des Jahres wird die Kaltverdunstungsvorgabe mit irgendeiner Milchmädchenrechnung herausposementiert. Also ist auch nicht viel besser als eine Schätzung.

Genaugenommen gehören die Verdunster endlich verboten!

Bin auch gerade dabei wenn neue HKV´s nötig sind die auf elektrische umzustellen und jetzt auch die Funkzähler, da streubte sich der Kollege bisher immer, aber jetzt konnt ich mich durchsetzen. :huepfend002:
 

Mieterin2011

Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Ja es sind Verdunsterröhrchen und die Striche werden mit einem Faktor multipliziert. Und dann werden im Weiteren die Kosten über die Gradtage ermittelt. Mir ist klar, dass trotzdem Kosten entstanden sein können, jedoch war ich mir nicht sicher, ob diese Kosten an mich weitergegen werden dürfen. Da dies unzulässig ist, ist das ein weiterer Punkt bei meinem Widerspruch.
Des Weiteren sind auch die Kosten für die Haftpflicht-, Wohngebäudeversicherung und Grundsteuer zum vorigen Jahr erheblich erhöht, ohne dass der Vermieter mich (und bestimmt auch die anderen Mieter) nicht darüber informiert hat.
 

Pharao

Heizer schrieb:
Genaugenommen gehören die Verdunster endlich verboten!
Naja, kommt doch darauf an welche Wohnung man als Mieter hat. DG-Wohnungen, wahrscheinlich noch ohne Dämmung, ist/waren natürlich eher unvorteilhaft .....

Ansonsten finde ich jetzt nichts an Verdunsterröhrchen auszusetzen oder gibt es weitere Nachteile die mir unbekannt sind (außer das immer einer noch in die Wohnung musste um die regelmässig zu wechseln) ?
 

Heizer

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.10.2006
Beiträge
2.396
Zustimmungen
3
Ansonsten finde ich jetzt nichts an Verdunsterröhrchen auszusetzen oder gibt es weitere Nachteile die mir unbekannt sind (außer das immer einer noch in die Wohnung musste um die regelmässig zu wechseln) ?

Naja. Seit einigen Jahren sind außentemperaturgesteuerte Heizanlagen praktisch überall vorhanden. Dies bewirkt, dass in 90% des Jahres die Vorlauftemperatur unter 90 Grad liegt. Bei vielen neueren Anlagen sogar dauerhaft unter 70 Grad.

Verdunster sind aber nur bis zu einer minimalen mittleren Auslegungstemperatur von 60 Grad am Heizkörper geeignet und zulässig. Diese erreicht man aber nur mit mindestens 80 Grad Vorlauftemperatur. Bei Einrohranlagen benötigt man nicht selten 110 Grad, damit am letzten Heizkörper noch 60 Grad ankommen.

Was ich damit sagen will ist, dass die Dinger heutzutage extrem ungenau sind und nur noch in Einzelfällen eine hinreichend brauchbare Abrechnung ermöglichen.

Daher haben wir auch noch nie Verdunster eingesetzt. Außerdem ist das mit dem Methylbenzoat auch nicht gerade Gesundheitsfördernd. Für den Mieter besteht keine Gefahr, aber für die Mitarbeiter die täglich damit zu tun haben. Außerdem stinkt das Zeuch barbarisch. Einmal ein Röhrchen im Auto verkippt bekommt man den Gestank delbst nach einer professionellen Reinigung nie wieder richtig raus.
 

Papabär

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
16.12.2010
Beiträge
7.670
Zustimmungen
2.181
Ort
Berlin
Naja, das Ende der Verdunstungsröhrchen ist ja in Sicht. Blöd fand ich an den Dingern immer, daß der ausziehende Mieter Ende Februar trotzt kräftigen Heizenergieeinsatzen auf Null war (wg. der Überfüllung) ... und der Nachmieter im Sommer dann den gesamten Verbrauch abbekam.

Die Aussage - das Nutzerwechselkosten pauschal nicht umlagefähig seien - halte ich pauschal für falsch. Das verlinkte BGH-Urteil wird unter Anderem auch damit begründet, daß die Vertragsparteien keine vertragliche Vereinbarung über die Umlage dieser Kosten getroffen hatten.


Pharao, digitale Heizkostenverteiler sind nicht zwingend auch für Funkübertragung ausgerüstet.
 

Pharao

Papabär schrieb:
Pharao, digitale Heizkostenverteiler sind nicht zwingend auch für Funkübertragung ausgerüstet.
:wink5: Papabär,

öhmm ? Sind die das nicht ? OK, dann haben wir wohl die Luxus-Variante .....

Danke auch an Heizer, wieder was gelernt, auch wenn`s wahrscheinlich eher in Zukunft nicht mehr so interessant seinen dürfe. Hätte ich aber auch nicht gewusst, das es da soviel zu beachten gab.
 

Heizer

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.10.2006
Beiträge
2.396
Zustimmungen
3
Pharao, digitale Heizkostenverteiler sind nicht zwingend auch für Funkübertragung ausgerüstet.

Naja so falsch war das auch nicht. Es gab Bestrebungen alle EHKVs mit einem Funkmodul auszurüsten und nur bei Bedarf zu aktivieren. Damit wollte man Kosten sparen, da dann nur noch ein Fabrikat nötig wäre und man so größere Stückzahlen produzieren kann und den Aufpreis für das Funkmodul wieder reinholt.

Diese Rechnung ging jedoch nicht auf.

Mittlerweile sind die normalen HKV so sparsam, dass für die 12 Jahre eine große Knopfzelle ausreicht. Die ist natürlich billiger als die 1/2AA Lithiumbatterie. (wie Mignon nur halb so lang). Diese benötigt man aber für Funk, da dann natürlich der Stromverbrauch größer ist.

Und ob man nur 10 Millionen von einem HKV produziert oder 5 Millionen von 2 verschiedenen bringt kaum Skalierungsvorteile.
 
BarneyGumble2

BarneyGumble2

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
27.05.2009
Beiträge
1.029
Zustimmungen
0
Haftpflicht-, Wohngebäudeversicherung und Grundsteuer zum vorigen Jahr erheblich erhöht, ohne dass der Vermieter mich (und bestimmt auch die anderen Mieter) nicht darüber informiert hat.

Das muss er auch nicht! Wie kommst Du denn darauf?
Was macht es für einen Unterschied, wann Du von den Kosten erfährst, ob sofort oder bei der Nebenkostenabrechnung? Bezahlen musst Du das so oder so, wenn es im Mietvertrag so geregelt ist (und das ist für gewöhnlich der Fall!)!

Aber stell Dir doch mal vor, Du hast eine Hausverwaltung mit 1000 Einheiten. Und in einem Monat erhöht sich der Allgemeinstrom um 0,1 Cent. Einen Monat später die Gebäudeversicherung um 2%. Weitere 2 Monate später die Haftpflicht um 0,5%...

Dann rechne Dir doch mal aus, was das allein an Papier, Toner, Umschlägen und Porto kosten würde. Die Arbeitszeit dann noch nicht mal mitgerechnet.

Na, merkst Du was?
 
Thema:

Nebenkostenabrechnung / Direktkosten Nutzer

Sucheingaben

direkte nutzerkosten

,

nutzer direktkosten

,

direktkosten

,
nutzerdirektkosten
, direktkosten nebenkostenabrechnung, was sind direktkosten, nutzerwechselgebühr umlegbar, Nebenkostenabrechnung direktkosten, was sind nutzerdirektkosten, nutzer direktkosten nebenkostenabrechnung, nebenkosten nutzerwechselgebühr, nebenkostenabrechnung nutzerwechselgebühr, nutzerwechselgebühr nebenkosten, direktkosten mieter, nutzerwechselkosten umlagefähig, direktkosten bei nebenkostenabrechnung, nebenkostenabrechnung nutzerwechselkosten, Heizkostenabrechnung Direktkosten, direktkosten heizkostenabrechnung, direktkosten nutzer, nebenkosten direktkosten, direktkosten heizung, nutzerwechselgebühr nebenkostenabrechnung, was sind nutzerwechselkosten, was sind direktkosten bei nebenkostenabrechnung
Oben