Nebenkostenpauschale

Diskutiere Nebenkostenpauschale im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, ich würde gerne eine der beiden Wohnungen in meinem Haus vermieten. Ich wohne selbst in der beiden Wohnungen. Die Wohnungen...

  1. #1 JensPeter, 10.05.2019
    JensPeter

    JensPeter Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich würde gerne eine der beiden Wohnungen in meinem Haus vermieten.
    Ich wohne selbst in der beiden Wohnungen. Die Wohnungen verfügen nicht über getrennte Zähler.
    Geheizt wird mit Gas über eine Zentralheizung im Keller.
    Die Wohnung hat 70m2, die potentiellen Mieter sind eine Familie mit einem Kleinkind.

    Um die Kosten und Aufwand für zusätzliche Zähler zu sparen, würde ich gerne eine Nebenkostenpauschale vereinbaren.
    Hier fehlt mir allerdings die Erfahrung. Da ich die Kosten nachträglich nicht mehr reinholen kann, will ich natürlich nicht zu niedrig ansetzen, aber eben auch realistisch und fair bleiben.

    Mit enhalten wären:
    - Strom
    - Gas
    - Wasser/Abwasser
    - Müll
    - Grundsteuer
    - Versicherungen

    Habe ich etwas vergessen?
    Mein Vorgehen wäre jetzt mir meine Verbrauchswerte zu nehmen und diese entsprechend umzurechnen auf die neuen Mieter umzurechnen. Bei Strom, Wasser und Gas/Heizkosten ist das aber nicht vergleichbar. Ich wohne ja alleine. Gibt es Richtwerte, die ich verwenden kann? Ich habe den Betriebskostenspiegel beim Mieterbund gefunden (leider darf ich keine Links einfügen, weil neu hier). Dort wird von 2,19 Euro pro m2 ausgegangen.
    Allerdings ist mir nicht klar, ob dort Strom und Wasser enthalten ist oder nicht. Der Wasser und Strom Verbrauch ist ja auch abhängig von der Anzahl der Personen.

    Ich bin für jeden Tipp dankbar.

    Viele Grüße
     
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  3. Andres

    Andres
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    Du nennst "Gas". Das sollte eher "Heizung" heißen, denn neben den Brennstoffkosten sind auch die Kosten für die regelmäßige Wartung und für den Schornsteinfeger Betriebskosten.

    Ob du etwas vergessen hast, kannst du z.B. anhand § 2 BetrKV prüfen. Da steht auch nicht alles drin (am Ende stehen die "sonstigen Betriebskosten"), aber dort würde man u.a. die Kosten der Gartenpflege und Gebäudereinigung finden, falls das auf diese Immobilie zutrifft, außerdem die Kosten der Straßenreinigung (das ist überwiegend der Winterdienst), Kabelgebühren, ... . Was in deinem speziellen Fall an Kosten anfällt, musst du schon selbst anhand der örtlichen Gegebenheiten prüfen.


    Keine, die gewisse Mieter nicht mühelos über- oder unterbieten können.


    Beim Strom ist nur der Gemeinschaftsstrom enthalten (Beleuchtung etc.), nicht der individuelle Verbrauch. Wasser ist in diesem Wert enthalten. Für eine Pauschale würde ich aber ganz sicher nicht den Durchschnittswert ansetzen. Oder möchtest du jeden überdurchschnittlichen Verbrauch aus der eigenen Tasche zahlen?


    Aus langjähriger Erfahrung: Nein, der Verbrauch ist nicht abhängig von der Anzahl der Personen. Er ist abhängig von den Verbrauchsgewohnheiten der Personen. Es gibt Singles, die mühelos den Verbrauch von Großfamilien schlagen. Genau deshalb sind Pauschalen für verbrauchsabhängige Positionen riskant.


    Mein Tipp wäre, möglichst viele Positionen aus der Pauschale herauszunehmen. Für den Strom sollte das auf jeden Fall machbar sein, ggf. mit geringen Anpassungen, aber die Sicherungskreise werden ja kaum durch beide Wohnungen gehen? Zähler setzen lassen und dann sollen die Mieter den Strom selbst anmelden. Wenn der Gemeinschaftsstrom nur die Treppenhausbeleuchtung ist, kann man das pauschalieren - da fallen keine wesentlichen Kosten an. Aus einer herkömmlichen 16 A-Sicherung könnte man dagegen im Jahr ca. 9000 € Kosten generieren ...

    Beim Müll würde ich überprüfen, ob separate Tonnen machbar sind. Abrechnen wird das meist der Grundstückseigentümer müssen, aber so lassen sich die Kosten direkt zuordnen. Mit wesentlichen Mehrkosten ist das nicht verbunden.

    Die übrigen Verbrauchspositionen (Heizung, Wasser) würde ich dann nach Wohnfläche verteilen. So ist der Mieter an einem ggf. exzessiven Verbrauch wenigstens ein Stück weit beteiligt. Wenn man aber den Aufwand einer Abrechnung ohnehin betreibt, spricht eigentlich nichts mehr für die Pauschale - ob da nun auch noch Versicherungen und Grundsteuer abgerechnet werden, macht ja keinen Unterschied mehr. Man muss sich auch einmal überlegen, welche Klientel man mit einer Pauschale anzieht.

    Ganz wichtig: Du kannst das zwar weitgehend gestalten, wie du möchtest, aber die Umlageschlüssel bzw. Pauschalen müssen im Mietvertrag vereinbart werden. Falls es doch Pauschalen werden sollten, ist auch unbedingt eine Vereinbarung zur Anpassung der Pauschale sinnvoll. Jede gute Vorlage sollte das enthalten.
     
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