Neuer Eigentümer und alte Rechnungen aus den Vorjahren?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Pawel, 19.08.2014.

  1. Pawel

    Pawel Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich bin seit 2012 Eigentümer einer Wohnung.
    In den Jahren davor wurde das Haus neu verklinkert und jeder Eigentümer hat offensichtlich "nach mündlicher Absprache" seine Markise, Überdachungen etc. auf eingene Kosten ab- und angebaut und auch eingelagert.

    Jetzt gibt es anscheinend einen Rechtsstreit darüber, ob diese Kosten die Allgemeinheit zu tragen hat. Es wurde von den anderen Eigentümern auch schon angekündigt, dass dann sämtliche Kosten der vorigen Jahre geltend gemacht werden sollen.

    Ich hab dann dem Verwalter mitgeteilt, dass er sämtliche Forderungen an den damaligen Eigentümer stellen soll, da ich zu diesem Zeitpunkt noch kein Eigentümer war.
    Er teilte mir mit, dass ich ebenfalls die Kosten aus den Vorjahren tragen müsste, da nicht das Rechnungsdatum, sondern das Datum der Forderung zur Zahlung ausschlaggebend ist.

    Es könnte also sein, dass Eigentümer Kosten bis 2003 für die Reinigung von Glasflächen etc. geltend machen möchten. In diesem Jahr wurde nämlich ein formloses Schriftstück von allen damaligen Eigentümern unterschrieben, das besagt, dass "alle Markisen, Balkonabtrennungen etc. nach freiem Wunsch gestaltet werden dürfen". Über die Kosten etc. wurde in diesem Schreiben nichts aufgeführt.

    Ist das eurer Meinung nach rechtens?
     
  2. AdMan

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  3. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo pawel,

    Mit Eintritt in die WEG bist auch du erst einmal "Ansprechpartner" hinsicht aller Kosten.
    Der alte Eigentümer hat da nichts mehr mit zu tun.

    Es könnte aber sein das im Kaufvertrag zwischen dir und dem Verkäufer etwas für die Übernahme solcher Kosten geregelt wurde. Dann konntest du die Kosten beim exEigentümer geltend machen.

    Für Kosten von vor über 10 Jahren sollte auch mal die Verjährung geprüft werden.

    VG Syker
     
  4. Pawel

    Pawel Neuer Benutzer

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    Ich habe grad mal im Kaufvertrag nachgeschaut und da steht folgendes:

    "Umlagen für Maßnahmen, die vor Lastenübergang durchgeführt wurden, treffen noch den Veräußerer."

    "Der Veräußerer versichert gegenüer dem Erwerber, dass keine Rückstände auf Bewirtschaftungskosten bestehen. Soweit keine Zwischenabrechnung au den Besitzübergangstag erteilt wird, ist die Jahresabrechnung zeitanteilig, auf den Lastenübergangstag abgestellt, zwischen den Beteiligten auszugleichen. Soweit möglich sollen die Verbrauchskosten zum Besitzübergang abgelesen und getrennt ermittelt werden."
     
  5. #4 Martens, 19.08.2014
    Martens

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    Mit so einer Regelung darfst Du die Kosten an die WEG zahlen und sie beim Verkäufer der Wohnung einfordern.

    Allerdings würde ich auch dringend dazu raten, die Frage der Verjährung von älteren Forderungen zu klären.

    Christian Martens
     
  6. #5 Pawel, 19.08.2014
    Zuletzt bearbeitet: 19.08.2014
    Pawel

    Pawel Neuer Benutzer

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    Danke, das hört sich schon mal gut an.

    Kann der Verwalter das Geld gegebenenfalls auch direkt vom Verkäufer fordern? Oder muss es erstmal über den aktuellen Eigentümer, also mich, laufen? Da ich ja der aktuelle "Ansprechpartner" für die WEG bin.
     
  7. Andres

    Andres
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    Ja. Der alte Eigentümer hat mit der WEG nichts mehr zu tun und was ihr im Kaufvertrag vereinbart habt, müsst ihr untereinander regeln.
     
  8. #7 Pawel, 19.08.2014
    Zuletzt bearbeitet: 19.08.2014
    Pawel

    Pawel Neuer Benutzer

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    Danke nochmal... jetzt ist die Sache auch etwas klarer für mich.

    Ich hätte da noch eine Frage zu den Anwalts- und Gerichtskosten.
    Ich habe in der Eigentümerversammlung gegen einen TOP gestimmt. Jetzt haben 3 von insgesamt 8 Parteien gegen diesen TOP Klage eingereicht.

    Sollte die WEG den Prozess verlieren:

    - Müsste ich ebenfalls die Kosten mittragen, obwohl ich gegen diesen TOP gestimmt habe?
    - Müssten die 3 Parteien, die klagen, die Kosten ebenfalls mittragen? Oder teilen sich die restlichen 5 Parteien inklusive mir die Kosten?
     
  9. #8 Martens, 19.08.2014
    Martens

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    Das Beschlußanfechtungsverfahren der drei Eigentümer richtet sich nicht gegen die WEG sondern gegen die übrigen Eigentümer, die in der Klage auch namentlich genannt werden.

    Bei einem Beschlußanfechtungsverfahren kann sich jeder der übrigen (hier fünf?) Eigentümer, die vorerst auf der Beklagtenseite stehen, der Klage anschließen. Tun sie dies nicht, bleiben sie auf Seiten der Beklagten.
    Die Kostentragung richtet sich nach dem Urteil, dort wird auch geklärt, wer die Kosten zu welchem Anteil zu tragen hat.

    Du mußt halt entscheiden, ob Du auf Seiten der Kläger oder der Beklagten stehen willst...

    Christian Martens
     
  10. #9 PHinske, 19.08.2014
    PHinske

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    Diese Entscheidung (>>> Klägerseite) ist allerdings nur innerhalb der Monatsfrist nach dem Beschlusstag möglich.

    MfG PHinske
     
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