Neuer Mietvertrag od. sonst Kündigung bei Unwirtschaftlichkeit

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von sobriety, 06.12.2014.

  1. #1 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    Ein Mieter beruft sich seit der aktuellen Nebenkostenabrechnung auf seinen Uraltmietvertrag, aus dem hervorgeht, dass er lediglich die Kosten für Allgemeinstrom, Wasser und Heizung tragen muss.
    Dass er all die Jahre zuvor anstandslos gezahlt hat, spielt hier ja keine Rolle, da es ihm, m.W. gestattet ist, sich auch plötzlich auf seinen Vertrag zu berufen.

    Nun obliegt es dem Vermieter, sämtliche zusätzliche Nebenkosten aus der eigener Tasche zu bezahlen- über 1500 €.

    Gibt es hier die Möglichkeit, dem Mieter einen aktuellen Mietvertrag mit angepassten Vorauszahlugen vorzulegen und ihm bei Widerspruch ordentlich zu kündigen?

    Wäre über einen rechtssicheren Rat sehr erfreut.

    PS. Mir ist ein Paragraph bekannt, nachdem der Vermieter kündigen kann, wenn es ihm nicht zuzumuten, fast vollständig für eine vermietete Wohnung aufzukommen.
    Ich weiß jedoch nicht, ob und wie man dies anwenden kann.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.02.2014
    Beiträge:
    4.346
    Zustimmungen:
    734
    Ein Mietvertra g kann nur einvernehmlich von beiden Seiten geändert werden.

    Ausnahmen gibt es im Zweifamilienhaus, wenn der VM auch im Haus wohnt.

    Der Mieter zahlt ja die Verbrauchskosten, ist doch gar nicht so schlecht.
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    Hallo zusammen,

    Ggf. ist durch das akzeptieren der BK-Abrechnung in den vorherigen Jahren schon eine Vertragsänderung zu deinem Gunsten eingetreten.
    Das solltest du mal von einem Fachanwalt einschätzen lassen, aber Vorsicht! nicht das der M dann die vorherigen Abrechnung(en) anfechtet und du die Vorjahre korrigieren musst.

    VG Syker
     
  5. #4 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    Der große Fehler war halt, dass die Nebekosten diesmal von einem Service erstellt wurde, nicht mehr durch mich.

    Die Heizkosten sind zwar ein großer Batzen, aber es fallen noch viele andere Posten an, die ins Geld gehen.
    Ok, ich bin nicht der Vermieter, demnach sind es nicht meine persönlichen Finanzen, aber Verwalter arbeiten für die Eigentümer.
     
  6. #5 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    @Syker
    Bei gezahlten Nebenkosten besteht kein Gewohnheitsrecht, das hab ich schon heraus gefunden.
     
  7. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    1.596
    Zustimmungen:
    496
    @Nanne: Welche Ausnahmen gibt es denn?
     
  8. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    @dots,

    Beim selbstbewohnten ZFH sind Änderungskündigungen möglich.
    §573a

    VG Syker
     
  9. #8 Glaskügelchen, 06.12.2014
    Zuletzt bearbeitet: 06.12.2014
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    10.10.2014
    Beiträge:
    1.035
    Zustimmungen:
    1
    @sobriety
    Dann hat der Mieter eben eine Teilinklusivmiete. Die haben viele Vermieter. Das bedeutet aber nicht, dass man langfristig auf den Nebenkosten sitzenbleibt. Bei einer Inklusivmiete holt man sich die Nebenkosten dann eben indirekt über eine Mieterhöhung wieder.


    Aber ich kann mir in diesem Fall, ähnlich wie Syker, auch vorstellen, dass es zu einer Vertragsänderung gekommen ist.
    .... je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss mit der Vertragsänderung. Ansonsten wäre es ziemlich übel, denn dann bestünden eventuell sogar Rückforderungsansprüche.

    Es dürfte hier so ähnlich sein, wie mit einer fehlerhaften Mieterhöhung: der Mieter hat die Möglichkeit die Erhöhung zu prüfen und sie dann gegebenenfalls abzulehnen. Akzeptiert er aber stillschweigend die Erhöhung und zahlt über Jahre die erhöhte Miete, dann kann er 5 Jahre später nicht hingehen und den damaligen Erhöhungsbetrag von der Miete abziehen.
     
  10. #9 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    Dann will ich nur hoffen, dass die Mieter nicht auf den Paragraphen stoßen, denn es gibt keine Angleichung bzw. Veränderung des Mietvertrage´s, zumindest nicht im Bereich Nebenkosten.

    Und eine Inklusivmiete ist das auch nicht, die ehemalige Eigentümerin weollte es sich nur einfach machen, denn sie hat grundsätzlich Erhöhungen der Kosten und Mieten abgelehnt.
     
  11. #10 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    Oder kann man

    doch von stillschweigender Akzeptanz ausgehen, wenn die Mieter diese Nebenkostenabrechnungen seit über 10 Jahren anstandslos begleichen?
     
  12. #11 sobriety, 06.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

  13. #12 Glaskügelchen, 06.12.2014
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    10.10.2014
    Beiträge:
    1.035
    Zustimmungen:
    1
    Vertragsänderungen sind auch stillschweigend, bzw. durch Akzeptanz möglich, wie du ja jetzt selber gesehen hast.

    Es wäre aber quasi automatisch eine Inklusivmiete gewesen.
     
  14. #13 BHShuber, 07.12.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    2.380
    Zustimmungen:
    664
    Ort:
    München
    Zunächst

    Den bekommst du bei einem Fachanwalt und nicht hier im Forum!

    Indem du erst mal die Vereinbarungen die man mit dem Mieter in Bezug auf Vorauszahlungen der Neben- und Betriebskosten im Mietvertrag getroffen hast selber verstehst und auch anwendest.

    Ebenso wie der Mieter hat sich auch der Vermieter an die vertraglich vereinbarten Regelungen zu halten.

    Da wir nicht wissen was da drin steht kann man nur Mutmaßen.

    Gruß

    BHShuber
     
  15. #14 sobriety, 07.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    Vielen Dank

    ICH muss es nicht verstehen, ich bin nicht der Verwalter. Ich hatte nur gehoffet, ein wenig Vorarbeit leisten zu können.

    Vielen Dank, den Weg über den Anwlt wäre er ohnehin gegangen.
     
  16. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    1.596
    Zustimmungen:
    496
    @ Syker:

    Danke für die Antwort. Sogar mit Paragraphennummer - toll! :-)
    Ich bin über den Begriff "(Vertrags-)Änderung" gestolpert. Nanne hatte ja das hier behauptet:
    Im Nachhinein sehe ich ein, dass eine Kündigung eine Form der (Vertrags-)Änderung ist.
     
  17. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    Hallo dots,

    Ja genau, du bietest dem Vertragspartner neue Konditionen an, nimmt dieser an kommt eine Vertragsänderung zustande. Nimmt der Vertragspartner nicht an wird die Kündigung wirksam und der Vertrag endet mit Ablauf der Kündigungsfrist.

    Im Mietrecht klappt das aufgrund der eingeschränkten Kündigungsgründe nur im selbstbewohnten ZFH.


    VG Syker
     
  18. #17 Glaskügelchen, 08.12.2014
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    10.10.2014
    Beiträge:
    1.035
    Zustimmungen:
    1
    Also ich bin mir ja nicht sicher, was passiert, wenn man das "zu offensichtlich" macht.
    Die erleichterte Kündigung ist schliesslich nicht dazu da nach Gutdünken die Vertragsbedingungen zu ändern, sondern ist dem engen Zusammenleben von Mieter und Vermieter geschuldet.
     
  19. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.709
    Zustimmungen:
    1.248
    Was soll da passieren?

    Das "Gutdünken" wird übrigens schon durch die Frist von mindestens 6 Monaten deutlich abgemildert.
     
  20. #19 Glaskügelchen, 08.12.2014
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    10.10.2014
    Beiträge:
    1.035
    Zustimmungen:
    1
    Ich dachte an sowas wie Gesetzesumgehung, da der Sinn der erleichterten Kündigung nunmal nicht darin liegt Vertragsänderungen durchzusetzen.

    Um drei Monate abgemildert. Ändert aber nichts daran, dass ein Mieter seine Wohnung jederzeit verlieren kann, wenn dem Vermieter die Nase nicht mehr passt.
     
  21. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    1.596
    Zustimmungen:
    496
    Genau das war es ja, was mich irritiert hat:

    Man kann/darf zwar (im 2ParteienHaus mit Vermieter alls eine Partei) kündigen - aber den Vertrag nicht ändern. Schon gar nicht einseitig.

    Dass man durch ein bisschen Trickserei trotzdem eine Änderung durchführen kann, ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders (des Gesetzgebers).
     
Thema: Neuer Mietvertrag od. sonst Kündigung bei Unwirtschaftlichkeit
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. kündigung mietvertrag bei nichtunterzeichnung mieter

Die Seite wird geladen...

Neuer Mietvertrag od. sonst Kündigung bei Unwirtschaftlichkeit - Ähnliche Themen

  1. Hallo ... Neu hier

    Hallo ... Neu hier: Hallo, Ich bin Martin und neu hier. Wir haben uns eine vermietete Wohnung als Kapitalanlage zugelegt, und werden wohl viele Fragen haben. Da muss...
  2. Mieter von Gewerberaum nicht auffindbar / Kündigung

    Mieter von Gewerberaum nicht auffindbar / Kündigung: Hallo, wir haben schon seit geraumer Zeit mit einem Mieter Probleme wegen unregeläßigen Mietzahlungen, Beleidigung, Sachbeschädigung, Androhung...
  3. Mietvertrag nach Tod des Vermieters beendbar?

    Mietvertrag nach Tod des Vermieters beendbar?: Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe eine Frage zur Ausgestaltung eines Mietvertrages. Folgende Situation: Der Eigentümer eines ZFHs lebt...
  4. Kündigung vor Einzug

    Kündigung vor Einzug: Hallo Zusammen, Eine Dame wollte mir ein Zimmer vermieten, in ihrer Wohnung, in der sie selber aber auch Miete zahlt. Ihre Vermieterin darf auch...
  5. kündigung wegen eigenbedarf

    kündigung wegen eigenbedarf: guten abend, folgender sachverhalt: - wegen eigenbedarf mußte ich mieter nach über 5 jahren mit einer kündigungsfrist von 6 monaten fristgerecht...