neuer Mitbewohner, komplizierte Handhabung der Wohnungsgesellschaft

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von simonsagt, 06.06.2014.

  1. #1 simonsagt, 06.06.2014
    simonsagt

    simonsagt Neuer Benutzer

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    Hallo,
    ich habe momentan ein Problem beim Wechsel meines Mitbewohners in einer Mietwohnung und suche nach Rat von Leuten, die sich ein wenig auskennen.

    Sachverhalt:
    Ich wohne seit 3,5 Jahren in einer Mietwohnung und hatte die ganze Zeit den gleichen Mitbewohner. Wir waren beide gleichwertig als Hauptmieter im Vertrag eingetragen. Mein Mitbewohner ist sehr kurzfristig am 1.6. ausgezogen. Ich habe 2 Wochen vorher davon erfahren und direkt einen neuen Mitbewohner gesucht.
    Er möchte nun in das inzwischen leere Zimmer einziehen.

    Nebenbei:
    Wir haben vor einigen Monaten eine Mieterhöhung erhalten die ab Juli 2014 in Kraft tritt. Dabei wurde der Mietpreis an die obere Grenze des 2013 neu ermittelten Mietspiegels angepasst (5,50 - 7,14 Euro/qm).

    Wir waren gestern gemeinsam bei der zuständigen Wohnungsgesellschaft um die Unterlagen einzureichen. Man hat uns lediglich einen schriftlichen Antrag gegeben den wir mit allen nötigen Unterlagen einreichen sollen. (Schufa, Mietschuldenfreiheitsbestätigung des Vorvermieters, 3 letzte Gehaltsnachweise, eventuell Bürgschaft)

    1. Die Sachbearbeiterin meinte, dass ich, der schon seit 3,5 Jahren immer pünktlich seine Miete bezahlt hat, auch noch mal alle Unterlagen einreichen muss. Für mich absolut nicht nachvollziehbar und unnötig ... Man kann doch sehen dass ich liquide bin.
    Können Sie das von mir verlangen?
    2. Sie meinte außerdem, dass der alte Vertrag komplett aufgelöst werden muss da mein alter Mitbewohner ja ausgezogen ist und dieser dann nicht mehr gültig ist. Dadurch dass ein komplett neuer Vertrag mit uns beiden als Hauptmieter erstellt werden muss, müssen wir uns bewusst sein, dass die Besitzerin der Wohnung dann die Miete erhöhen darf obwohl sie ja schon ab Juli an der oberen Grenze des Mietspiegels liegt und ich doch garnicht ausziehe (die Wohnungsgesellschaft verwaltet die Wohnung nur für den Eigentümer). Ist das rechtens?

    Meine Freundin meinte, dass bei ihr damals einfach der alte Mitbewohner gestrichen wurde und der neue reingeschrieben wurde...
    Warum so kompliziert?
    Die Anfrage, ob für den neuen Mitbewohner nicht einfach ein Untermietvertrag erstellt werden kann, wurde abgelehnt.

    Muss ich also wirklich sämtliche Unterlagen noch einmal organisieren und bin ich der Gefahr einer (doppelten) Mieterhöhung wehrlos ausgesetzt?

    Ich würde mich sehr über Beratung freuen.

    Liebe Grüße
    Simon
     
  2. AdMan

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  3. gast

    gast Gast

    zu 1. ja
    zu 2. auch ja, denn der alte Vertrag würde in dem Fall aufgelöst werden und ein völlig neuer Mietvertrag, bei dem die Miete neu festgesetzt werden kann. Die Mieterhöhung kommt in dem Fall gar nicht zum tragen, sondern "nur" die neu festgesetzte Miete.

    Hintergrund ist der, dass ein Vertrag mit 2 Hauptmietern und einem Vermieter nur von beiden Hauptmieter gekündigt werden kann. Für einen Aufhebungsvertrag ist die Zustimmung aller 3 Parteien nötig. Und wenn ein Partei das nicht will (hier der Vermieter), dann geht das nicht.
    Ausnahme sind teilweise Studenten-WGs, bei denen der Vermieter verpflichtet ist einem Hauptmieterwechsel zuzustimmen.
     
  4. GSR600

    GSR600
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    Mal was anderes, habt ihr die Mieterhöhung einfach so akzeptiert? Es gibt doch eigentlich noch die 20% Regelung, damit kann in 3 Jahren maximal insgesamt um 20% erhöht werden, das wäre hier um 1,10 Euro auf 6,60 Euro.
     
  5. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Simonsagt,

    nein, der Vermieter kann das nur im Vorfeld verlangen, also wenn ein Mietvertrag abgeschlossen wird. D.h. in deinem Fall kann er das verlangen, da ja ein neuer Mietvertrag abgeschlossen werden soll.

    Will ein Hauptmieter aus dem MV raus, dann geht das i.d.R. nur durch Kündigung des Mietverhältnisses (und das geht i.d.R. nicht einseitig, wenn ihr beide Hauptmieter seit) oder wenn der Vermieter dem zustimmt, das ggf. du alleine nur noch Hauptmieter bist im bestehenden MV. Hier kann der Vermieter ggf. aber auch einen neuen MV verlangen, es ist also m.E. rein freiwillig vom Vermieter, wenn er einen bestehenden Vertrag weiterlaufen lässt mit geänderten Konditionen (wo alle Vertragsparteien zustimmen müssen).

    Ausnahme wäre hier tatsächlich nur, wenn im Vorfeld schon klar war, das die Hauptmieter nicht ewig dort wohnen bleiben, also zb bei Studenten.

    Desweiteren, sobald ein Mietvertrag läuft kann der Vermieter nur nach Gesetzeslage die Miete erhöhen. Sobald ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wird, können die Konditionen wie zB die Mietehöhe ziemlich frei entschieden werden. Lediglich Wucher wäre nicht erlaubt.

    Wenn der Vermieter das eben nicht will, dann ist das i.d.R. sein gutes Recht. Natürlich wäre das die einfachste Art für euch. Wie schon geschrieben, ein Vertrag kann nicht einseitig abgeändert werden.

    Die Sache ist etwas kompliziert zu erklären, denn einmal müssen wir uns das unter den aktuellen Mietvertrag mit den beiden Hauptmieter betrachten und einmal falls du jetzt alleiniger Hauptmieter wärst. Hier wäre dann zu prüfen, ob der Vermieter einer Untervermietung zustimmen muss oder nicht.

    Sobald aber ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wird, kann der Vermieter natürlich bestimmen, ob er lieber zwei Hauptmieter im MV haben will oder nur einen Hauptmieter. Beides hat Vor- und Nachteile. I.d.R überwiegt aber bei vielen Vermieter der Vorteil der gemeinsamen Haftung, falls einer von euch die Miete schuldig bleibt.

    Wenn ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wird, kann der Vermieter den neuen Mietzins zwar neu bestimmen, aber eine Mieterhöhung geht wieder nur nach Gesetzeslage.
     
  6. #5 simonsagt, 07.06.2014
    simonsagt

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    Okay eure Antworten sind ja ziemlich eindeutig... bezüglich Student: Ich bin Student ... mein alter Mitbewohner und mein neuer Mitbewohner arbeiten beide schon.

    Ich bin ehrlich gesagt schockiert...

    Verstehe ich es also richtig, dass ich mir als Student in meiner Studenten WG keinen Mitbewohnerwechsel leisten darf ohne mich einer Mieterhöhung auszusetzen?

    Was is das bloß für ein System...
     
  7. Andres

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    Ein System, in dem man sich an Vereinbarungen hält. Wenn du eine Änderung der Vereinbarung willst - warum sollte das der Vermieter nicht auch wollen dürften?
     
  8. #7 simonsagt, 07.06.2014
    simonsagt

    simonsagt Neuer Benutzer

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    Ja aber in meinem Fall ist es sehr wiedersprüchlich...

    Einem normalen Mieter einer Wohnung kann nur begrenzt die Miete erhöht werden
    Habe ich ja gerade schon am eigenen Leib erfahren ...
    50 Euro (15%) Mieterhöhung zur Anpassung an den neu ermittelten Mietspiegel.
    Okay... akzeptiere ich ja ohne zu jammern ... das viertel wird halt beliebter und teurer.

    Ich verlasse meine Wohnung nicht und mir wird ein Strick gedreht nur weil mein Mitbewohner auszieht ...
    Und es ist ja wohl nicht so dass ich mit ihm verheiratet bin. Ich bin Student... da sind 3,5 Jahre zusammenleben schon eher lang ... wechselnde WG Konstelationen sind doch gang und gebe ...
    Eine weitere Mieterhöhung könnte ich mir jetzt einfach nicht mehr leisten ... also werde ich dadurch zum Auszug gezwungen obwohl sie schon die obere Grenze des Mietspiegels verlangen. Und ich stecke gerade mitten in meiner Abschlussphase ... null Zeit für sowas...

    Was hat das jetzt bitte schön mit Vereinbarungen zu tun?
    Mir ist schon klar, du sprichst jetzt von Verträgen die es zu halten gilt und Gesetze blabla
    ich rede davon, dass sowas assozial ist...
    Tut mir leid, wenn ich mich hier gerade unnötig aufrege aber ich kann den Stress, gerade wo ich zum Finale meiner Bachelorarbeit komme, nicht vertragen..

    Ansonsten trotzdem super vielen Dank für euren fachmännischen Rat.
     
  9. Duncan

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    Das liegt daran, dass der von dir geschlossene Mietvertrag nicht auf eine Wohnungsnutzung als WG zugeschnitten ist, sondern eher auf ein "Ehepaar ohne Hochzeit".

    Für dich wäre es also angeraten einen auf eine WG zugeschnittenen Mietvertrag auszuhandeln. Wenn das Viertel allerdings sehr beliebt ist und der Vermieter die Qual der Wahl unter den Mietbewerbern hat, ist die Motivation dir da entgegen zu kommen allerdings denkbar gering.
     
  10. Andres

    Andres
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    Der Kern eines Mietvertrags ist: Der Vermieter überlässt dem Mieter die Mietsache und der Mieter zahlt dafür.

    Der Mietvertrag wurde mit zwei bestimmten Mietern abgeschlossen. Ihr seid zu zweit zum Vermieter gegangen und der hat sich gesagt: "Ja, an die beiden vermiete ich." Einer will jetzt raus, dafür soll ein anderer rein. Das ist eine der radikalsten Änderungen eurer Vereinbarung, die man sich vorstellen kann.


    Das ist blabla. Ihr habt euch zu Beginn des Mietverhältnisses keine Gedanken gemacht, wie die Sache enden wird. Das fliegt euch jetzt um die Ohren. Asozial ist dabei nur, dass dein Mitbewohner sich offensichtlich nicht um seine Pflichten schert. Da ihr beide Mieter seid, müsstet ihr eigentlich beide gemeinsam den Mietvertrag kündigen, Frist 3 Monate. Gegen deinen Willen geht das praktisch gar nicht.

    Er will irgendwie schneller raus und als Gegenleistung für diesen "Deal" will der Vermieter eine weitere Mieterhöhung durchsetzen. Wenn du dem nicht zustimmst, läuft der Vertrag weiter wie gehabt. Das ist dann eher ein Problem für deinen bisherigen Mitbewohner ...
     
  11. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    das du die Wohnung nicht "verlässt" spielt keine Rolle. Fakt ist, das einer von euch beiden Hauptmietern aus dem bestehenden Vertrag raus will. Wie schon erwähnt wurde, geht das i.d.R. nur mit Kündigung des Mietverhältnisses und da ihr beide Hauptmieter seit, geht das i.d.R. nur zu zweit.

    Natürlich könnte der Vermieter auch einen neuen Hauptmieter akzeptieren und man lässt den bestehenden MV weiterlaufen, aber darauf habt ihr eben keinen Anspruch, wenn der Vermieter dem eben nicht zustimmen will. Dann geht eben nur kündigen und theoretisch könne er dann auch sagen, einen neuen MV mit euch schliesse ich nicht mehr ab oder er schlisst einen neuen MV mit euch ab, aber da kann er eben die Konditionen wieder ändern.

    Sorry, aber ein Vermieter/Eigentümer ist doch nicht das Sozialamt ! Assozial ist m.E. eher der andere Hauptmieter, der es sich hier ganz einfach machen will und einfach auszieht und sich jetzt nicht drum kümmert wie es mit dir weiter gehen soll.

    Wenn der Vertrag neu gemacht/ausgehandelt wird, dann ist das keine Mieterhöhung, sondern einfach ein neuer Vertrag mit neuen Konditionen. Eine Mieterhöhung ist es erst, wenn von einem laufenden Vertrag die Miete erhöht wird.

    Ob oberer oder untere Grenze spielt keine Rolle, denn das ist rein die Entscheidung vom Vermieter/Eigentümer, was er verlangen will. Im übrigen ist der Mietspiegel auch nur ein Richtwert, d.h. ein Vermieter/Eigentümer muss sich nicht daran halten. Lediglich Wucher wäre verboten.

    Kann ich durchaus nachvollziehen, aber trotzdem wirst du dich damit befassen müssen, wie es weiter gehen soll.
     
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